Die
eusozialen Selbstfestlegungen bestehen darin, die
Anpassungsfähigkeit durch soziales Verhalten zu verbessern,
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die Verwicklung der Befriedigung durch die Verpflichtung zur Selbstversorgung, daß sich niemand um einen sorgen muß,
- die Strategie der Umsetzung durch das Gelübde, seinen Mitbürgern zu glauben, und
- die Dynamik der Begegnung durch die Anerkennung der Staatlichkeit als dem Gemeinwohl dienendes Organisationsprinzip.
Die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit beruht dabei darauf, daß
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die Verpflichtung zur Selbstversorgung eine Eröffnung nachvollziehbar macht, von welcher geglaubt wird, daß sie die Befriedigung erleichtert, beziehungsweise Voranschreiten neutralisiert,
- das
Gelübde zu glauben eine Versetzung, von welcher geglaubt wird, daß sie
die Umsetzung erleichtert, beziehungsweise Eingreifen überflüssig macht,
und
- die Anerkennung der Staatlichkeit eine
Einrichtung, von welcher geglaubt wird, daß sie die Begegnung
erleichtert, beziehungsweise Betroffenheit aufhebt.
Durch die eusozialen Selbstfestlegungen öffnen wir uns den
kulturellen Herrschaften, durch
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die Verpflichtung zur Selbstversorgung der Erlebnis-,
- das Gelübde zu glauben der Repräsentations- und
- die Anerkennung der Staatlichkeit der Willenskultur,
und folglich betrachten die kulturellen Herrschaften die sich ihnen öffnenden eusozialen Selbstfestlegungen als
Beiträge zu ihrer Existenz. Allerdings öffnen sich die eusozial Selbstfestlegenden nicht nur den kulturellen Herrschaften, sondern
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die sich zur Selbstversorgung Verpflichtenden auch der koordinierten Erfahrung,
- die zu glauben Gelobenden auch der Verbündung und
- die die Staatlichkeit Anerkennenden auch den koordinierten Vorhaben,
und jene nennen sie mit gleichem Recht Beiträge zu ihrer Existenz.
Die kulturellen Herrschaften fordern also, daß diese Beiträge zu ihrer Existenz geleistet werden, und diese Beiträge verbinden sich mit weiteren Selbstfestlegungen,
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die Verpflichtung zur Selbstversorgung mit dem Gelübde, der Entwicklung der Erlebniskultur zu vertrauen,
- das Gelübde zu glauben mit der Anerkennung der Haltung der Repräsentationskultur und
- die Anerkennung der Staatlichkeit mit der Verpflichtung zu den Vorhaben der Willenskultur,
und die Schnittstelle der Verbindung fordern die kulturellen Herrschaften als ihren
Preis,
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Erlebniskulturen eine ihrer Dynamik begegnende Haltung,
- Repräsentationskulturen ihre Verwicklung befriedigende Vorhaben und
- Willenskulturen eine ihre Strategie umsetzende Erfahrung.
Im Falle von Repräsentationskulturen heißen die Beiträge
Ehrungen und die Preise
Opfer, im Falle von Erlebnis- und Willenskulturen haben sie keine gesonderten Namen, in jedem Falle aber bilden die Beiträge und Preise die Pflichten der kulturellen Herrschaft.
Zwischen den eusozialen Selbstfestlegungen besteht eine natürliche, problembedingte Abfolge:
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wird die Selbstversorgung zu schwierig, bietet sich die Anerkennung der Staatlichkeit als Ausweg an,
- wird die Staatlichkeit übertrieben, ist sie überdimensioniert, bietet sich das Gelübde zu glauben als Ausweg an, und
- läßt sich nur Unglaubwürdigen glauben, bietet sich die Verpflichtung zur Selbstversorgung als Ausweg an,
welche das Entstehen und Vergehen von Imperien beschreibt:
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sie erwachsen aus Widrigkeiten,
- weichen unter unnötig gewordenen Regelungen auf und
- zerfallen von Scharlatanen zerfressen.
Und dem entsprechend deuten kulturelle Herrschaften ihre Beiträge samt deren Preisen um,
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Erlebniskulturen das Gelübde zu glauben als selbstversorgungsgefährdende Unkritischheit und die Anerkennung der Staatlichkeit als drohende Dynamikabkehr,
- Repräsentationskulturen die Anerkennung der Staatlichkeit als überdimensioniertes Diktat und die Verpflichtung zur Selbstversorgung als drohende Opfer zur Verwicklungsvermeidung-Verweigerung, und
- Willenskulturen die Verpflichtung zur Selbstversorgung als gemeinwohlhemmendes Investitionshindernis und das Gelübde zu glauben als drohende Strategieinformalisierung.
Zentralbanken sind ein willenskulturelles Instrument der Investitionssteuerung, welches, wenn sie sich in privatem Besitz befinden und füglich nur noch Notenbanken heißen können, zu einem Teil von Erlebniskulturen wird, welche dadurch aber nur bedingt in die Lage versetzt werden, mit der Innovationskraft von Willenskulturen zu konkurrieren, insofern letztere sich vor dem Gemeinwohl rechtfertigen und erstere vor jenem der Notenbankbesitzer, welches die Selbstversorgung der sich zu ihr Verpflichtenden nicht erleichtert, so daß es in gewisser Weise keinen großen Unterschied macht, ob die Zentralbank gleich in sozialistischer Weise wirkt oder die Notenbanken in oligarchischer wirken und damit die Öffnung der Bürger für die Oligarchie untergraben.
Der nicht über Kolonien verfügende Teil Europas hat sich bereits vor einem Jahrhundert zum eigenen Behuf den Willenskulturen zugewandt. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs drängen die Vereinigten Staaten aus Furcht vor ihrer Attraktivität die willenskulturellen Elemente in Europa zurück, greifen zugleich aber auch die repräsentationskulturellen an, weil sie die Beiträge zu ihrer Kultur entwerten. Umgekehrt beginnen die Repräsentationskulturen Europas zunehmend damit, die Selbstversorgung, zumal mit Informationen, anzugreifen, da sie deren Attraktivität fürchten, ebenso wie die erlebniskulturellen Elemente von den so genannten autokratischen Willenskulturen angegriffen werden, weil sie wiederum die Beiträge zu ihnen entwerten. Auch dürften sie Grund haben, die Attraktivität des Gelübdes zu glauben zu fürchten, welches die Europäische Union in den letzten Jahrzehnten hat wachsen lassen - das einzige, was im Geflecht all dieser Beziehungen verdächtig fehlt, ist die Furcht der europäischen Repräsentationskulturen vor der Entwertung der Beiträge zu ihnen durch willenskulturelle Elemente.
Zwar kann man einzelne Erfolge für die Verpflichtung zur Selbstversorgung verbuchen, und auch das Gelübde zu glauben besitzt weiterhin einen Anreiz, aber die Erfolge ersterer gingen vervielfacht zu Lasten letzteres, derart die Anerkennung der Staatlichkeit der klare Gewinner ist und Willenskulturen das wahrscheinliche Ziel der politischen Gezeiten, jedoch, in Abwesenheit einer ihnen angemessenen Not, verhindern sie bestenfalls doch bloß eine selbstzerstörerische Gesellschaftsdynamik, welche sie schlimmstenfalls auf die internationale Ebene umleiten und befeuern, werden die so geschlüpften Imperien nicht von langer Dauer sein und die Menschen erkennen, worin sie einander glauben können.
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