Bereitschaftsarchiv

Zur Front

31. August 2021

The US military: Caught in a divergent world ruled by ideas of convergence.

For once I'll simply describe the situation of the US military in general terms without any thought of going any further from there.

Increasing efficiency of production leads to a desire to service bigger markets and those in turn lead to a rising dependency on investment, which leads to specialisation and specialisation leads to economic dependencies and finally those lead to a compliant disposition. But efficiency wouldn't be efficiency, if it wouldn't reduce the overall amount of work needed. So, on the one hand we have highly efficient, dependent and compliant societies and on the other inefficient, independent and militant ones.

Whenever the US military is sent into the latter part of the world, it will install either a tyrant or a windbag, for every social order arises out of military strength and in that part of the world it's contested. But since the dependence of the developed world has reached such a level that replacing the social order has become inconceivable, no thought is given by its citizens to the military foundations of societies, and hence the US military is sent around the globe in order to remove obstacles to the natural flow of world harmonisation, ostensibly, in any case never assuming the duties of a colonial administration. In reality the US military is used to take sides in local conflicts and its effect on the local population is to train it and make it even more militant.

Labels: , , , , , , , , ,

Lest we forget.

Rather am I King of Prussia than Emperor in Germany!
William I
Rather do I fight the Taliban than in Afghanistan!
any sane military commander
Just like the Catholic Church won the Kulturkampf by losing it, i.e. giving the adversary the rope to hang himself, the Taliban got rid of any Afghan opposition.


There is so much chatter, so much talk of the obvious, and at the same time about restarting the war in Afghanistan, but [of course...] no analysis of the obvious occurrence. You know, we live through Invasion of the Body Snatchers, only with apparently very dim-witted aliens.

Labels: , , , , , , , , ,

30. August 2021

Verwarnungen und Unaufrichtigkeit

Die Voraussetzung dafür, daß eine Verwarnung erfolgen kann, ist Unaufrichtigkeit, denn ihr Sinn besteht ja in Aufrichtung. Als George W. Bush den Kampf gegen den Terror ausrief, gaben Viele unaufrichtigerweise vor, seine Einschätzung der Gefährdungslage der freien Welt durch den Terrorismus zu teilen, und der Tsunami vom zweiten Weihnachtstag 2004 kann als die Maßstäbe zurechtrückende Verwarnung eben dieser Menschen verstanden werden.

Wenn eine Verfehlung hingegen nicht auf Unaufrichtigkeit beruht, so kann sie auch nicht durch eine Verwarnung berichtigt werden. Doch beschäftigen wir uns zunächst allgemein mit Verfehlungen, bevor wir zu ihren möglichen Berichtigungen übergehen.

Der Mensch ist nicht verpflichtet, das Richtige zu tun. Er darf sich verrennen, er darf sogar strategische Entscheidungen treffen, welche ihn direkt in die Hölle stürzen, aber er hat nicht das Recht, seine Hand an die Wurzel der Emanation des Heiligen in der Welt zu legen, und darum geht es bei der Lästerung des heiligen Geists.

Mit anderen Worten darf der Mensch so viele Fehler machen, wie er will, so lange er dabei weder die Erkenntnis des Falschen, noch den Menschen als ethisch Verantwortlichen aus der Welt schafft. Und wenn dies dennoch geschieht, so liegt eine Verfehlung vor, für deren Berichtigung sich Gott anrufen läßt, von welcher sich also erwarten läßt, daß sie auf wundersame Weise berichtigt wird.

Bei Unaufrichtigkeit ist Verwarnung eine Abhilfe, und wenn alles andere versagt, wird allem durch Vernichtung abgeholfen. Wäre der Widersacher ein einzelner Mensch, so gäbe es nur diese beiden Abhilfen, denn von der Erkenntnis des Rechten hat er sich ja abgewendet, wiewohl womöglich unaufrichtig. Da der Widersacher im hier betrachteten Zusammenhang aber nie ein einzelner Mensch ist, kommt eine weitere Abhilfe hinzu, nämlich die Spaltung.

Spaltung setzt aber voraus, daß das Machtgefüge verändert wird, und dazu muß entweder ein Teil vernichtet oder ein Teil aufgerichtet werden, das heißt, auch wenn eine Spaltung auftritt, kommt es zur Verwarnung oder Vernichtung eines Teils.

Ich habe keinen Grund, meine Einschätzung zu ändern, daß mit den Realitäten der Gegenwart konfrontiert 90% die Gesellschaft in ein Gefängnis verwandeln würden, 7% uns in die Steinzeit zurückbomben würden, 2% eine Fusion von Mensch und Maschine anstrebten und 1% auf Gott vertraute.

Weshalb wir sehen, was wir zurzeit sehen. Leider kann ich nicht direkt in dieser Angelegenheit beten. Allerdings wurde die rote Linie beim Gefängnisbau bereits überschritten, aber ich denke, es ist besser, hier nicht die ganze Abscheulichkeit des Denkens des Widersachers darzulegen, nur daß ich nie verstehen konnte, warum jemand einen Graben ausheben würde, wenn er genau wußte, daß er anschließend in ihn hineingeschossen würde. Jetzt stellt sich also die Frage, wer verwarnt oder vernichtet werden sollte. Der kanonische Ablauf der Vernichtung* vollzieht sich bereits: die Impfung führt zu höherer Virenlast impfstoffresistenter Mutationen, und ich halte es nicht für wahrscheinlich, daß andere strategisch sinnvolle Vernichtungen möglich sind, dafür ist unser System zu stabil, bleiben also nur die Verwarnungen.

Grundsätzlich ist Verwarnung natürlich viel leichter als Vernichtung, bedarf es doch nur eines Gegengewichts zu einem aus dem eigenen Gleichgewicht bringenden Einfluß. Aber wen sähe ich gerne aufgerichtet angesichts der im vorletzten Paragraphen beschriebenen Tendenz der Zeit? Kann ja nur jemand sein, dessen Aufrichtung zu einem Kurswechsel führte. Nun, zweifellos ist das Militär der Vereinigten Staaten unaufrichtig, aber daß es ausgerechnet das Gebet für den Frieden Gottes zur Aufrichtigkeit bringen sollte, wiewohl die Offenbarung das natürlich unzweideutig sagt... nun, es ist wohl das Grimmen im Bauche nach dem honigsüßen Geschmack.

* Gemeint ist nicht notwendigerweise die physische Vernichtung, es mag sich auch um politische Vernichtung handeln.

Labels: , , , , , , , , , , , ,

29. August 2021

Not all is darkness.

I really don't like doing this, because it makes my blog really slow to have 6 videos and 6 personal impressions of Roger Hodgson embedded, but Eric Clapton and Ian Brown deserve it.

HALL OF TESTIMONY

Labels: ,

28. August 2021

Zum Wesen des heiligen Geistes

Die Spannung des heiligen Geistes speist sich aus jenen Gebeten, welche das Gebet für die Idee des mit Gott verbundenen Menschen verfeinern. Also kann der heilige Geist in allen drei transzendenten Einheiten empfunden werden, als geschichtlich angezeigte Form des (gebundenen) Heils, betreffe es die Bahnen und Traditionen (intergenerationale Fortsetzungen von Bahnen), auf und in welchen sich die Menschen behaupten, die Gnade und Erfahrungsweise, durch welche die Menschen ihren Anteil an der göttlichen Ordnung erschauen, oder das Amt und Gesetz, in und unter welchem sich die Menschen verewigen, als geschichtliche Einbezogenheit im Lebenskreis und als geschichtlich angezeigtes (freies) Heil in der Welt, betreffe es die Segnung einer Bahn, welche die Eingezogenheit der Gegenwärtigen voranbringt, durch Gebietung, einer gnadenvollen haltungsmäßigen Ordnung, welche die Gegenwärtigen vor Entartung bewahrt, durch Spiegelung oder gegenwärtiger Amtsinhaber, welche die Grundlage für fortgesetzten Kreislauf legt, durch Fügung.

Ein Beispiel solcher Fügung ist die Wegräumung von Hindernissen, welche dem Wiederaufgreifen einer älteren Entwicklungslinie im Wege stehen, und die Entwicklungslinie, welche gegenwärtig wieder aufzugreifen ist, um zur geschichtlich angezeigten Behauptung in der Tradition der tapferen Verteidigung der Würde einer gläubigen Gesellschaft zu gelangen, ist die im popkulturellen Zykel voranschreitende Gestaltung des eigenen Lebens. Zwar wird das Wiederaufgreifen dadurch nicht bewirkt, aber seine heilswidrige Unterdrückung wird beendet. Man könnte es auch so sagen, daß es an der Zeit ist, den Teufel aus Pergamus zu vertreiben.

Labels: , , , , , , , , , ,

26. August 2021

Gunst und ihre Verstaatlichung

Diejenige Liebe, welche dem Gedeihen eines anderen Menschen gilt, heiße Gunst.

Ich beschäftigte mich bereits 2008 mit der Zuneigung, welche die Sorge für die Achtung, die Achtung für die Lust und die Lust für die Sorge empfindet, nämlich der Zuneigung für das Folgende: die Stimmung informiert die Haltung und die Haltung die Tat, und wenn die Tat die Welt bezwungen hat, kehrt der Geist zu sich selbst zurück, wie bereits Parmenides in Über die Natur bemerkte. Aber dies alles hat nun im Rahmen meiner Betrachtungen über den generativen Zykel in den drei Zeitaltern eine weit deutlichere Gestalt angenommen.

Ich höre jetzt schon den dritten Abend Spooky Tooth's The Mirror Album: Etwas oberflächlich und effekthascherisch, aber... sollte das verboten sein? Mit anderen Worten: Ich habe meine Art Kitsch gefunden.


Indes, Schmerz schärft die Auffassung. Ich habe, als ich die sieben Geister Gottes betrachtete, den Aspekt der Gunst nicht explizit erfaßt. Implizit steckt er in Offenheit und Tapferkeit, aber der Begriff der Gerechtigkeit enthält ihn nicht. Statt von gerecht sollte dessen eingedenk von erklärend die Rede sein (Ephesus als Gemeinde der Erklärenden).

Doch wem gilt die Gunst der Erklärenden, Offenen und Tapferen? Die Antwort steckt im verlinkten Beitrag über den generativen Zykel in den drei Zeitaltern. Doch fragen wir zunächst mit dem nötigen Pathos, was doch der innigste Wunsch derer ist, welche ihrem (subjektiven) Glauben, ihrer Vorliebe oder ihrem Gewissen folgen.

Der innigste Wunsch derer, welche
  • ihrem (subjektiven) Glauben folgen, ist es, die Gnade zu erfahren, das zu erschauen, was sie erfüllt,
  • ihrer Vorliebe folgen, ist es, eine Bahn zu beschreiten, auf welcher sie die Aussicht wahrnehmen, sich zu behaupten,
  • ihrem Gewissen folgen, ist es, ein Amt zu bekleiden, in welchem sie sich ermächtigend verewigen.
Also gilt die Gunst
  • der Erklärenden den sich Behauptenden,
  • der Offenen den sich Verewigenden und
  • der Tapferen den Erschauenden,
und das ist die Grundlage (in derselben Reihenfolge)
  • der Anerkennung im Zeitalter der Wacht,
  • der Unterstützung im Zeitalter der Werke und
  • der Gewährung im Zeitalter der Wunder,
und weil das so ist, verdrängt der Staat im Laufe der Zeit die menschlich organischen Liebesbeziehungen und ersetzt sie durch die systematische, seinem Funktionsmuster entsprechende, Zuwendung, im Zeitalter der Werke also die didaktische Heranführung an die Steintafel, auf welcher sich seine Glieder verewigen mögen, wozu er sich einen Reigen an offenen Nymphen hält, welche seinen Nachwuchs als Pädagoginnen umkreisen (naja, schön wär's, oder auch nicht...)

Mir tun die Angriffe auf die Erklärer, zu welchen ich selber zähle, weniger weh (um ehrlich zu sein überhaupt nicht, sie amüsieren mich), als Erschauende, zu welchen ich selber zähle, zu sehen, welche nicht Tapferkeit genug vorfinden, um zu gedeihen. Wie gesagt, meine Art Kitsch.

Labels: , , , , , , , , ,

24. August 2021

Babaji, tee hee hee.

Rosie Had Everything Planned
Sister Moonshine
Aries
Hide in Your Shell
Dreamer
If Everyone Was Listening

Labels: , ,

21. August 2021

Bewußtsein und Normalteilerketten symmetrischer Gruppen

Ich habe so manches Mal über die Eigenschaft von S3 nachgedacht via C3 Richtung und Phase zu implizieren, in Tabellenform:
  • (1,2,3): vorwärts, 0
  • (2,3,1): vorwärts, 1
  • (3,1,2): vorwärts, 2
  • (1,3,2): rückwärts, 0
  • (3,2,1): rückwärts, 1
  • (2,1,3): rückwärts, 2
Dies findet im Eigenlauf des Ichs Anwendung, mit den Elementen wahrnehmen, wollen und tun und den Richtungen agierend und reagierend. Nun ja, das ist nicht ganz sauber, weil es nicht die tatsächliche Abfolge der Elemente beschreibt, sondern den Prozeß ihrer Planung, reagierend wird das jeweils letzte Element im Vergleich zur Aktion vorgezogen:
  • empfangen (wahrnehmen, wollen, tun): agierend, 0
  • verfolgen (wollen, tun, wahrnehmen): agierend, 1
  • studieren (tun, wahrnehmen, wollen): agierend, 2
  • beholfen sein (wahrnehmen, tun, wollen): reagierend, 0
  • betroffen sein (tun, wollen, wahrnehmen): reagierend, 1
  • bedrängt sein (wollen, wahrnehmen, tun): reagierend, 2
Heute nun habe ich mir erstmals ernsthaft die Frage gestellt, wie sich dies auf S4 verallgemeinern ließe. Gesucht ist eine Normalteilerkette, welche auf eine Gruppenzerlegung führt, mit welcher wir im bezug auf das menschliche Bewußtsein etwas anfangen können.

Explizit haben wir eben S3 durch C3 = A3 zerlegt, wobei Sn die Gruppe der Permutationen von n Elementen ist (ihre so genannte symmetrische Gruppe), Cn die im folgenden nicht weiter interessante so genannte zyklische Gruppe von n Elementen und An die so genannte alternierende Gruppe von n Elementen. Geometrisch betrachtet handelt es sich bei Sn um die Untergruppe aller linearen Isometrien von Rn-1, welche die Ecken eines n-eders (n>3) oder n-gons (n=3) auf einander überführen, und bei An um die Untergruppe der entsprechenden Rotationen. Die Faktoren der Zerlegung waren also S3/A3 = S2 und A3, wovon der erste zu den Richtungen isomorph ist und der zweite zu den Phasen. Freilich mag man eine Gruppenstruktur auf den Richtungen für albern halten, doch rückwärts*rückwärts=vorwärts gilt jedenfalls, und vertretbarerweise tut es auch reagierend*reagierend=agierend, denn werden Aktion und Reaktion auf der Basis der Reflexion des eigenen Verhaltens betrachtet, so behält die Aktion den reflektierten Kurs bei, während ihn die Reaktion umkehrt.

Wie also ließe sich wohl S4 zerlegen? Nun, es gibt wirklich nur eine interessante Zerlegung, ohne daß ich im einzelnen ausführen möchte, was an den anderen nicht interessant ist. Es handelt sich um die Zerlegung in V4 und S4/V4 = S3, wobei V4 die so genannte Klein'sche Vierergruppe ist, welche geometrisch gesehen aus jenen Rotationen des Tetraeders besteht, welche zu sich selbst invers sind, also neben der Identität von den Drehungen um 180° um die Achsen, welche die Mittelpunkte zweier einander gegenüberliegender Kanten des Tetraeders verbinden, gebildet werden.

Die Gruppenstruktur von V4 ist ein Dreinegationenverband, das heißt, wenn V4 = {1,a,b,c}, daß e2=1 für alle Elemente e und a*b=c, a*c=b, b*c=a. Alle Gruppen, welche aus selbstinversen Elementen bestehen, sind kommutativ (abelsch). An welcher Stelle begegnet uns ein Dreinegationenverband in unserem Bewußtsein?

An der schon betrachteten! Bei a, b, c handelt es sich um Ausgangspunkt, Weg, Endpunkt. Wann immer unser Denken zwei derselben erfäßt, geht es zu ihrer drittem über. Wie gesagt treten die oben angeführten Abfolgen von wahrnehmen, wollen und tun nicht (linear-)zeitlich auf, sondern in ihrem Planungsprozeß, genauer gesagt gilt (linear-)zeitlich:
  • empfangen
    1. Ausgangspunkt: wahrnehmen
    2. Weg: wollen
    3. Endpunkt: tun
  • verfolgen
    1. Ausgangspunkt: wollen
    2. Weg: tun
    3. Endpunkt: wahrnehmen
  • studieren
    1. Ausgangspunkt: tun
    2. Weg: wahrnehmen
    3. Endpunkt: wollen
  • beholfen sein
    1. Ausgangspunkt: wahrnehmen
    2. Endpunkt: tun
    3. Weg: wollen
  • betroffen sein
    1. Ausgangspunkt: tun
    2. Endpunkt: wollen
    3. Weg: wahrnehmen
  • bedrängt sein
    1. Ausgangspunkt: wollen
    2. Endpunkt: wahrnehmen
    3. Weg: tun
Bei der Aktion gilt Ausgangspunkt*Weg=Endpunkt, die Richtung ist stets agierend und die Phase hängt von der betrachteten Aktion ab. Bei der Reaktion gilt Ausgangspunkt*Endpunkt=Weg, die Richtung ist stets reagierend und die Phase hängt von der betrachteten Reaktion ab. Die Gruppenstruktur von S3 wird bei dieser Verknüpfung nicht benutzt, aber sie zeigt sich in den Zuordnungen von wahrnehmen, wollen und tun zu ihren Betrachtungsschritten.

Der Übergang Endpunkt*Weg=Ausgangspunkt ist wie gesagt ein langfristiger Lernerfolg der Reaktion: das Auffinden der Ausgangspunkte, von welchen sich die angenehmsten vorbestimmten Endpunkte am annehmlichsten erreichen lassen.

Labels: , , , , , , , ,

20. August 2021

Ausgeangelt

Der vorige Beitrag beobachtet, ohne zu fragen was. Dabei ist es nicht schwer zu erkennen. Es ist nur so, daß das ganze Theater mit seinen phantastischen möglichen Wendungen den Blick in die Ferne schweifen läßt.

Wenn sich alles in unserer Gesellschaft um die Verbindung von Exquisität, Unbedenklichkeit und Zuverlässigkeit dreht, so drehen sich selbstverständlich auch alle Interessenkonflikte um die Gewichtung dieser drei, und zwar, wie gesagt, auf der Grundlage des Ethos der den Menschen von Gott überlassenen Welt. Mit anderen Worten werden die Interessenkonflikte dadurch ausgefochten, daß die Verbesserung der Welt durch die stärkere Gewichtung eines der drei Faktoren angepriesen wird.

Trump versuchte, den Einfluß der Unbedenklichkeit zurückzudrängen, und alles rund um das Coronavirus wertet sie auf. Nur daß die Möglichkeiten der Anpreisung ausgereizt sind, so daß die Anpreiser zur Nötigung übergegangen sind. Der Grund dafür liegt in ihrer Ausbildung, welche sich nur mit ihrem Handwerk und nicht mit dessen Philosophie, also seiner Funktion innerhalb der Staatsphilosophie, beschäftigt, heißt, sie wurden soldatisch erzogen: Aber gibt es nicht! (In niedlicher Verkleidung, zum Beispiel in Form des Begriffs nudging. Es ist aber kein Stück besser, wenn jemandem nicht gesagt wird, daß er alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen hat, sondern, daß, wenn es so nicht geht, dann eben dies getan werden muß, und wenn das auch nicht, dann jenes und so weiter und so fort.) Und so ist das Ringen aus der Angel gesprungen, denn die Vorstellung, daß einem die Welt überlassen wurde, hat irreparablen Schaden genommen.

Mit anderen Worten verfügt unsere Gesellschaft über keinen Steuermechanismus mehr. Und das war's. Die einzige Frage ist jetzt, wie lange es braucht, bis die verschiedenen Interessengruppen die Lage erkennen, in welcher sie sich befinden. Bis dahin folgt der politische Kurs dem Impulserhaltungsgesetz.

Im übrigen möchte ich folgende Warnung aussprechen. Das Zeichen des Tiers an Stirn und Hand ist längs hier - niemand waltet, dessen Gesinnung nicht geprüft ist, niemand macht Geschäfte, der sich nicht mit den Rahmenbedingungen einverstanden erklärt - die Frage ist nur, wem und was auf diese Weise die Treue geschworen wird. Zeit meines Lebens, schon als kleiner Junge, habe ich verstanden, daß der lächerliche Fokus auf das Zeichen des Tiers nur dazu dienen kann, im Falle eines Falles vom Eintreten des Falles abzulenken.

Labels: , , , , , , , , , , , ,

18. August 2021

Die schicke Herrschaft

Ich sprach davon, daß Verwöhnung zu Eintauschsangst führt, aber die Idee, welche sich in diesen Zuständen ausdrückt, habe ich doch nicht getroffen - jedenfalls in dem Beitrag nicht, mir ist so, als hätte ich schon einmal gesagt, was ich gleich sagen werde, nur ohne die sich nun ergebenden Bezüge.

Die Mode ist ganz allgemein der Herrschaft der Rücksichtslosigkeit ähnlich, in sofern sie wie diese die Haltung der Menschen in eine bestimmte Form zu bringen sucht. Der Unterschied ist nur, daß die Mode dies implizit und naturgesetzlich bewirkt. Wenn wir die Mode aber zur sinnbildlichen Herrschaft erheben, so ist sie nicht nur rücksichtslos, sondern ewig rücksichtslos, da sich ihr Ziel ständig wandelt und niemand jemals als genügend erfunden wird.

Aufgrund der weltweiten Verknüpfung der Wirtschaft haben wir Überspezialisierung, Verwöhnung und Eintauschsangst. Wir können aber auch schlicht sagen, ohne dadurch das geringste zu verlieren, daß die Größe des Absatzmarktes dazu führt, daß geringste Attraktivitätsvorteile von Produkten mit beliebig umfangreichen Investitionen erkauft werden. Und wo dies geschieht, da bildet sich von ganz alleine eine Mode rund um die attraktive Produktgestaltung, deren zentrale Werte Exquisität, Unbedenklichkeit und Zuverlässigkeit sind - in der Reihenfolge. Und was die Größe des Absatzmarktes also bewirkt ist, daß diese Mode, die schicke Herrschaft, alle anderen Erwägungen aushebelt, daß, wer in sein will, sich ihr in allen Facetten seines Lebens unterwirft.

Was heutzutage politisch links genannt wird, beschäftigt sich schlicht mit der Unbedenklichkeit der schicken Herrschaft. Rechts beschäftigt sich mit der Zuverlässigkeit und die Exquisität liegt in den Händen privater Finanziers. Das ist aber nicht der Witz an der Sache. Der Witz an der Sache ist, daß die Christen am Ende der persönlichen Phase des Glaubenszykels die Mitwirkung an der schicken Herrschaft als ihr Privileg verstehen, obwohl die von ihr geschaffenen Strukturen zunehmend den Charakter der Herrschaft der Rücksichtslosigkeit tragen, was bereits für sich alleine genommen witzig ist.

Richtig witzig wird es aber erst dadurch, daß die schicke Herrschaft zwar einerseits auf die im eingangs verlinkten Beitrag beschriebene Weise durch das Coronatheater beschnitten wurde, aber die Regierenden andererseits so sehr an die Mechanismen der Kontrolle durch Moden gewöhnt sind, daß ihnen nun nichts anderes einfällt, als in die Herrschaft der Rücksichtslosigkeit zu verfallen, um die geschaffenen Strukturen weiterhin verwenden zu können, was wiederum dazu führt, daß sich die Christen unserer Zeit die Frage stellen müssen, welches Privileg ihnen wohl verliehen wurde - unter der Herrschaft der Rücksichtslosigkeit.

Die Kirchen müßten ihre Gottesdienste wieder wie anno 1400 gestalten, die Bedrohung durch den kommenden Winter herausstreichen, und daß jede geerntete Garbe zählt, aber das können sie nicht. Und zwar deshalb nicht, weil jemand, dem bisher gesagt wurde, daß er privilegiert ist, wenn ihm plötzlich Pflichten auferlegt werden, sich zunächst seiner Ziele vergewissern will. Und das ist auch völlig richtig.

Labels: , , , , , , , , , , ,

Vom Wandel des Gottesdienstes im Laufe des Glaubenszykels

Mir fiel zu meinem Erstaunen auf, daß sich meine Erwartung hinsichtlich der Frage, an welcher Art Gottesdienst die Leute interessiert sind, geändert hat. Ich spüre nunmehr ein Interesse an der Klärung dessen, was gottgefällig ist, an einem Austausch von Einsichten hinsichtlich der relevanten Fragen. Im Frühjahr 2019 betrachtete ich ein solches Interesse noch als rein akademisch.

Doch betrachten wir die Angelegenheit in der ihr gebührenden Allgemeinheit.

In der dogmatischen Phase des Glaubenszykels besteht der Gottesdienst aus (ethischer) Analyse. Paulus gibt in 1. Korinther 14 einen Eindruck von ihr, und allgemeiner finden wir den analytischen Geist in den Naturwissenschaften (physische Analyse) und der Mathematik (logische Analyse).

In der gemeinschaftlichen Phase des Glaubenszykels besteht der Gottesdienst aus Verantwortungsverdeutlichung. Diese finden wir heute insbesondere als Auftragsbeschreibung beim Militär.

In der persönlichen Phase des Glaubenszykels besteht der Gottesdienst aus Privilegverleihung. Nichts anderes findet in den Kirchen statt: Ihr alle, die ihr hierher gekommen seid, tragt Gottes Ratschluß in die Welt. Euch ist die Welt gegeben, ihr gestaltet euer Leben in ihr. Und jeder schweigt und denkt an den Teil der Welt, auf welchen er seine Aufmerksamkeit richtet.

Labels: , , , , , , , , , ,

17. August 2021

How much there is there?

I already said before that the less of a real problem you have, the more difficult it is to get rid of it, be it that you think that people look at you in a funny way or there's something evil hanging over a place. I wonder whether in such a situation it helps to collectively drill a hole into our heads, like, well, nothing's changed, but it must be o.k. now, because there's really nothing more to do.

Yes, we're talking science, the superhero kind, in which experts don't struggle with problems, but solve them with their superpowers. For the record, it took mankind (Leonhard Euler) until 1755 A.D. to find the equations that govern the flow of ideal fluids and (Claude-Louis Navier and George Gabriel Stokes) until 1845 A.D. to allow for viscosity, thus for the first time establishing a set of equations that, when solved, allow the prediction of the flow of water. Many an expert of mathematics has since tried to solve these equations, but to no avail. You could say it seems almost as hopeless as finding a vaccine against the flu.

Yes, vaccine vendors have made some very optimistic estimates as to the effectiveness of their vaccines, but I think it is a business practice, this, like, sure, we can build that bridge for 10 million dollars, well, turns out we need some more, well, no need to complain, it only cost 50 million after all. Before even touching scientific questions our experience with the flu should lead us to believe that if the vaccine works, it'll only do so for a season.

Now, at this point it's probably all about the drilling a hole into your head thing, and the only choice is to either accept the penance, that the god with a hole in his head might be placated that we've forsaken our good looks, or to pull some pants down. Still, apart from the obvious, that every man is entitled to his own mistakes, and no man can claim the right to make mistakes for another man, not even in war, just see how that turns out when it occurs, I'll add two observations concerning the difference between natural and artificial immunity.

Firstly, we are an indigenous species on this planet. We need no breathing equipment, we need no body enhancement. Taking vaccines annually, no matter what the vaccines, disturbs the natural workings of our immune system. That is, we're taking an evolutionary path towards self-exilement.

Secondly, natural immunisation is individual, artificial immunisation is uniform. When a virus mutates in a naturally immunised person, it is only able to evade his individual immune system. But when a virus mutates in an artificially immunised person, it is able to evade the immune system of all the people who've received the same immunisation.

As I said, you can convince a skinhead that he should beat up people who don't want the vaccine (because he loves it and has no impulse control), but under what conditions would someone who has an interest in a healthy population sign on to an open ended vaccination program that is designed to breed one generation of viruses after the other?

At the utmost such a person would support to drill a hole into everybody's head in order to have closure. Only, will there be closure? Obviously, the next wave is feared despite the vaccination program. And when it all fails, will there be resignation or will there be another vaccine?

Postscript from August 27, 2021. Someone walked the walk: www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.08.24.21262415v1.full.pdf (published August 25, 2021). So, vaccines fail you 27 times as often against the delta variant as natural immunity does. You know, logic, first principles... science, if you like.

Labels: , , , , , , , , , , ,

16. August 2021

Ethical analysis

The main purpose of my blog is ethical analysis. The first task in any ethical analysis is to find examples of coordinated behaviour and categorise them. Since my interest in coordinated behaviours is practical, I have to then answer the following two questions:
  • How can a bad coordinated behaviour be evaded?
  • How can a good coordinated behaviour be found?
The answer to the first question is given by the orientation of the fearsome coordinated group and the answer to the second by the conditions of solidification for the placid coordinated group.

I do not concern myself with the question how a coordinated behaviour could be replaced with another other than in the context of naturally shifting conditions and in this context all ending is fearsome and all beginning placid.

But I'm not unaware of the general law governing lines of development,
That which does not give expression to the reflection of the previous state has to fall back to an earlier stage.
in light of which sensible people refrain from arbitrary transitions - and also stalling transitions: not only needs the reflection to be fresh, the prolonged past will be tackled from a more ancient standpoint, though the only example that I can give for this are the German volunteers of 1917, whom Ernst Jünger described as wild in In Stahlgewittern. However, it is logical: If you've picked up something and it didn't bear fruit, you'll pick up something else, and there is only the past to pick up.

Still, the Catholic Church has repeatedly exploited these historical throwbacks (Napoléon, Hitler), and might just now be eyeing to do it again, but from the Catholic point of view these events are merely necessary changes of the stage that the Church cannot be associated with, i.e. transitory in nature, meant to be overcome.

Actually, given that the Catholic Church is both very bureaucratic and conservative the only way it ever moves from A to B is by setting the old office on fire and having the plans ready to build the next one.

Well, I have no need to arrange my movements in this way. When I've understood what the fearsome are after, I understand their point of failure, and when I've understood what solidifies the placid, I understand their emergence. That is enough - I believe.

Labels: , , , , , , , , ,

15. August 2021

Die Zeitalter als gemeinschaftliche Selbsthilfe aus den Bestürztheiten

Meine Annäherung an die Gestalt des Zeitalters der Wunder gleicht wahrlich dem Schälen einer Zwiebel, aber eine andere Weise als die analoge Übertragung von Aspekten des Zeitalter der Wacht und der Werke steht mir nun einmal nicht zur Verfügung.

Der heutige Aspekt richtet sich darauf, wie der zentralen Bestürztheit eines Zeitalters, also der Bestürztheit, welche mit der (persönlichen) Entwicklung im generativen Zykel einhergeht, durch Vermittlung des Bewerteten abgeholfen wird.

Der Betretenheit bei der Aufgabe wird durch die Einbindung in eine vielseitige Gesellschaft abgeholfen, wobei die Eingebundenheit auf der Anerkennung der Gemahnung beruht und die Vielseitigkeit auf dem Ansatz. Sowohl Einbindung, als auch 'Vielseitigkeit erwachsen aus der Vorliebe.

Der Beklommenheit bei der (Entwicklung der) Lehre wird durch die Wappnung durch die Expertise der Gesellschaft abgeholfen, wobei die Wappnung auf der kompaßgemäßen Unterstützung beruht und die Expertise auf der Zuständigkeit. Sowohl Wappnung, als auch Expertise erwachsen aus dem Gewissen.

Der Besessenheit bei der Teilhabe wird durch die Würde, das eigene Wesen zu erkennen und ihm entsprechen zu können, abgeholfen, welche eine gläubige Gesellschaft ihren Mitgliedern verleiht, wobei die Würde auf der Gewährung des Aufgetragenen (wodurch wir uns rechtfertigen) beruht und die Gläubigkeit auf der Vergewisserung. Sowohl Würde, als auch Gläubigkeit (objektiver Glaube) erwachsen aus dem subjektiven Glauben.

Labels: , , , , , , , , , ,

14. August 2021

Glauben: Probleme der Entferntheit der Zukunft und des Gemeindebezugs des Göttlichen

Wir sind es gewohnt von der Zukunft zu sprechen, als ob es nur eine gäbe, oder wenn mehrere, dann nur als potentiale Zukünfte, aber es gibt genau so viele aktuale Zukünfte, wie es Bewußtsein gibt, auf welche etwas zukommt. Es ist diese individuelle Zukunft, von welcher unser subjektiver Glaube uns einen Eindruck gibt, welchen wir, nachdem wir den entsprechenden Begriff erkannt haben, als Aussage über unsere individuelle Zukunft in unseren objektiven Glauben überführen. Jede dieser Erwartungen hat genau zwei Wurzeln, erstens das bereits Erfahrene und zweitens die Eigenschaften unserer Existenz, an welche wir subjektiv glauben; von subjektiv und objektiv spreche ich, weil die Aussage den subjektiven Eindruck zu einem mitteilbaren Objekt (auch Dogma genannt) macht.

Die Eigenschaften unserer Existenz, an welche wir subjektiv glauben, können wir aber auch, wenn wir Gott als unseren Schöpfer ansehen, als das Göttliche bezeichnen, und wenn wir Gott weiterhin als gütig ansehen, auch als das Heil. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber nur, daß unser subjektiver Glaube unsere Erfassung des Göttlichen widerspiegelt, also daß er desto feiner entwickelt sein wird, je mehr wir von ihm bereits objektiv erfaßt haben. Doch andererseits geht es uns damit wie einem Baum: Aus je mehr Quellen wir das Wasser ansaugen und je differenzierter wir ihm Gestalt geben, desto stockender wird sein Fluß. Und so stellt sich die Frage, wie wir mit der sich ausweitenden Fülle unseres objektiven Glaubens, des erfaßten Göttlichen umgehen.

Die Praxis des Glaubens unterteilte ich im Beitrag Glaubensmodi in drei Abschnitte: das Festhalten am Heil, das Abstreifen des Unheils und die Trennung von Heil und Unheil. In den ersteren beiden Fällen vertrauen wir uns Gott im Gebet an, aber der letztere ist uns als Pflicht auferlegt, weil das erfaßte Göttliche gemeindebezüglich ist, also weil es ein Verhalten darstellt, welches nur dann praktizierbar ist, wenn es von der ganzen Gemeinde praktiziert wird. Allgemein wird Gutes mit Gutem vergolten und Schlechtes mit Schlechtem, also muß, um das Schlechte aus der Welt zu bringen, der Teufelskreis durchbrochen werden, indem guten Menschen die Möglichkeit gegeben wird, nicht zu Schlechtem zu greifen, wozu das vorzüglichste Mittel ist, ihnen zu beweisen, daß sie in einem einen Verbündeten haben, von welchem sie nichts Schlechtes fürchten müssen, und das wird noch stets durch Mäßigung erreicht.

Wenn nun ein Mensch einen Teil seiner Zukunft erkannt hat und ihm zustrebt, mag er zugleich übersehen, was noch auf ihn zukommt. Und es mag sein, daß er Mäßigung beweisen muß, nicht nur um ein erfaßtes gemeindebezügliches Göttliches zu verankern, sondern auch, um es nicht zu verlieren. Und also mag es sein, daß er gewarnt werden muß, daß er seine Aufmerksamkeit auf entferntes zu Gewinnendes richtet, während ihm ein sich nahender drohender Verlust bevorsteht. Und so ordne ich das Bild des Engels mit der scharfen Hippe vom November 2018 ein. Die Mäßigung ist vorüber. Niemand wurde von Guten zu Bösem getrieben. Wer vom Prinzip der Anerkennung der göttlichen Beseeltheit seiner Mitmenschen abgewichen ist, ist es auf Druck der Bösen allein, und was ist der heilige Geist, wenn nicht das heilige Bemühen darum, die eigene Verantwortung nach heiligem Maßstabe zu tragen? Wer sagt, daß ein Mensch dazu nicht in der Lage sei, lästert den heiligen Geist, Arnold Schwarzenegger!

Aber es gibt noch andere, weniger offensichtliche Gefahren in seinem Glauben fehlzugehen. Überall wirkt das Gift der Verwirrung, der falschen Vorstellung. Und eine der schädlichsten ist zu vergessen, was Zukunft ihrem Wesen nach ist, nämlich etwas, was außerhalb von uns existiert, welchem wir einst begegnen werden, und stattdessen anzunehmen, es handele bei erkannter Zukunft um persönliche Visionen und bei erfaßtem Göttlichen um persönliche Projekte. Zwar ist jede Zukunft individuell, wenn ich alleine im Moor bin, über welchem die Wolken aufreißen, während es ringsum regnet, so kommt diese Umgebung auf mich zu, und sonst niemanden, und wenn jemand neben mir die Sonne auf den Wellen gebrochen sähe, so nähme er immer noch andere Strahlen wahr als ich. Aber was auf uns insgesamt zukommt, widerspricht sich nicht. Und genauso wenig widerspricht sich das, was der subjektive Glaube vom Göttlichen kündet. Es ist das erfaßte Göttliche, eins im Göttlichen, individuell in der Erfassung.

Labels: , , , , , , , , , , , , ,

12. August 2021

Thunder and lightning ahead.

I've been reading Revelation 18:20
Rejoice over her, thou heaven, and ye saints and apostles and prophets; for God hath approved of your judgment of her. [That's indeed what it says.]
always with the hint of a sardonic smile, wondering how many saints, apostles and prophets share that judgment of New York with me. The underlying uneasiness is of course caused by the convergence of unholy and holy interest on this point. But because of it, I was neglecting the open statement that at the time of the eighth king New York will be seen as evil by true Christians. And consequently I gave true Christians more time to come around to the idea that it's time to care again, namely until the devil spirits would be set free, that is until the run-up to Armageddon. I already partially discussed the inherent asymmetry in that scenario: On one side Christ and 144000 descendants of Sephardic Jews, and on the other onlookers, who'd simply have to resist temptation, because they live in countries that decide nothing.

The full symmetric scenario is this: On every side God-fearing people who recognise that they're not only surrounded by people who have no such notion, but that the law of the land starts to show it, so that they agree with overthrowing it, though not with what will replace it, and when they succeed at overthrowing that there will however still be regions that favour unholy principles, thus participating in an attack on Israel in which they'll be defeated. This also assumes that Christ returns before Armageddon, which isn't exactly certain, but rather natural-looking in this scenario, for it is natural that even a lightning that is seen from east to west doesn't strike everywhere at once. [Don't read too much into this. I didn't say that 144000 descendants of Sephardic Jews won't serve in a specific function.]

I would however like to once more evoke a notion of what has occurred. I was making another time travel by first listening to Breakfast in America (the album, not the song), then watching James Bond: Moonraker, then James Bond: For Your Eyes Only and then listening to Famous Last Words, which I still am. I already pointed out before that you can already sense in Moonraker the direction in which the next decade would turn and that For Your Eyes Only proves it by putting the English military at the center of the plot. You can of course also already sense it by listening to the lyrics of the Logical Song or Child of Vision. But what I've only noticed today is the care with which For Your Eyes Only seeks to guide its audience into a new decade, the comfort that it seeks to give by assuring that, while the world is becoming more sensible, logical, responsible, practical, dependable, clinical, intellectual, cynical, private life stays the same.

It reminded me of the care with which the English youth was led in the sixties into a new, in particular musical, era, so that Britain wouldn't become a relic. And while in 1981 authority had a greater weight than it has today, that it was more acceptable then to demand that someone do what need be done, it would certainly not have been demanded without giving the reason. The mere idea would have been an affront to order people around in order to please important liaisons. The people haven't changed, they never do, or rather very slowly without wanting to inquire just how slowly, it's just that the social engineers clearly lost their minds. While it's true that the same accusation was made in the sixties, and not without reason, the disagreement then was about how to best cope with the defeat at the hands of France (aggressively or defensively), but today there is neither a working concept of the human condition nor one of the role of the social engineer. I do see residues in the form of slogans, but the mind to implement them is gone. It's patently obvious that there's no care for the life in one's hands anymore, just probing and prodding, i.e. trial and error.

On the skinhead level, the current recourse to authority works, because on that level it's about affirming the social structure the skinhead is part of (someone to cow to, someone to beat up), but his ideological superiors understand that their interest isn't served. So we have this alliance between those who find themselves surrounded by vacated souls and those with the narrowest self interest. I've spent the last few years awakening the former to our overall situation. But now it's their heart speaking. There's no more need to argue, because there is no need to convince. There'll be a 100000 now, who pray as I do. The future is finally a film in which we actively participate, although the exact script remains veiled. I could see it as a triumph, but I see everything just as another slice of time unfolding, the resolution of our plight is too important to be distracted from.

Labels: , , , , , , , , , , , ,

11. August 2021

Angerichtet wie bestellt.

Die übergeordnete Sicht, von welcher ich im Beitrag Fünf Sichten auf politisches Geschehen sprach, gilt für gewöhnlich der Interessenebene und die protagonistische Sicht und jene der Rivalen der Einsatzebene.

Es ist für Menschen des gläubigen geistigen Horizonts klar, daß die Interessen der Sorge schwerer wiegen als jene der Achtung und diese wiederum schwerer als jene der Lust, unabhängig davon, welchen Geist sie besitzen, wiewohl Fordernde ihrem Geist dadurch treu bleiben, daß sie sich hauptsächlich mit der Frage beschäftigen, wie die Sorge die Achtung mit Leben erfüllen kann, und Erregte entsprechend, wie sie die Lust mit Leben erfüllen kann.

Letzteres ist meistens verfänglich, weil es die Achtung übergeht, weshalb ich von Überbegnadetheit spreche. Aber Menschen des gläubigen geistigen Horizonts sind selten, und erregte noch seltener als gestimmte oder fordernde. Und für die übrigen Menschen ist es eben nicht klar, daß die Interessen der Sorge am schwersten wiegen, weshalb sie anderen Regeln folgen:
  • Das Hemd ist mir näher als der Rock.
  • Sich regen bringt Segen.
  • Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.
  • Ein jeder ist seines Glückes Schmied.
  • und, ohne es allerdings zu wissen, Was ich selber denk' und tu', das trau' ich auch den andern zu.
  • aber auch Eine Krähe hackt der andern kein Auge aus.
Platon hat letzteres am Beispiel des Vorschlags, Verbrecher zu Richtern zu machen, durchexerziert: Verbrecher sind die besten Richter, weil sie Verbrecher am ehesten erkennen! Nein, sind sie nicht, denn sie glauben Menschen nicht, welche keine Verbrecher sind - und außerdem besteht die Gefahr, daß sie sich bestechen lassen.

Jeder hat seine eigenen Vorstellungen davon, was erlaubt ist, denn so lange die Regeln nur für jeden dieselben sind, können sie als gerecht gelten. Und jene, welche sich über dieses Niveau erheben, kommen in der Regel doch nicht über Viehbestandserwägungen also das Bruttosozialprodukt, hinaus, auch wenn sie mit Aussagen über die glückspendende Natur des Wohlstands geschmückt werden.

Unsere Zeit besteht größtenteils aus verhärteten Sündern. Und weil das so ist, sind mir alle Reformbemühungen suspekt, also weil die Reformer mit großer Wahrscheinlichkeit selbst verhärtete Sünder sind. Allerdings gilt dies nicht im gleichen Maße für die Interessen- und die Einsatzebene. Auf der Einsatzebene traue ich verhärteten Sündern durchaus wirksame Reformen zu, nur daß sie andere verhärtete Sünder damit gegen sich aufbringen und sich also behaupten müssen. Wenn sie dabei auch auf der Interessenebene das eine oder andere ins Lot bringen, so ist es ein sehr erfolgreicher Einsatz, aber das bedeutet nicht, daß sich an der Gesamtlage auf der Interessenebene irgendetwas geändert hätte, und diese Gesamtlage lastet auf der Einsatzebene und führt zu ständig neuen Mißständen.

Offensichtlich ist es ein leichtes, ein Mehrparteiensystem durch die Bürger drückende Probleme, welche Signaturanliegen der einzelnen Parteien sind, je ein Problem für eine Partei, in eine vorbestimmte Richtung zu lenken, so daß den Parteien anderweitige politische Maßnahmen nahegelegt werden können, deren Annahme darüber entscheidet, auf welche Partei das Votum der Bürger entfällt, auch wenn dieser Zusammenhang denselben verborgen bleibt.

So lange es Parteien gibt, gibt es keine Demokratie, nur Dramatisierung, wiewohl es vertretbar ist, Dramatisierung wie Platon als Entscheidungsfindungsprozeß der Demokratie zu sehen - aber diese Sicht ist inhärent volksverachtend.
Je passiver, dümmer und abhängiger der Kunde, desto glücklicher der Händler, vorausgesetzt, daß sich ersterer die Ware trotzdem noch leisten kann.
Das ist das Interesse des Handels und der Schlüssel zu den gegenwärtigen Zuständen: Das unmittelbare Ziel der Politik besteht in der Verkrüppelung der Bürger, und das inhärente mittelbare Korrektiv dessen ist Verarmung. Daß dies nicht der klügste Pfad ist, welchen eine Gesellschaft einschlagen kann, muß irgendwann selbst dem Dümmsten klar werden, und entsprechend ist es zu zaghaften Reformbemühungen auf der Einsatzebene gekommen. Gleichzeitig wurde auf der Interessenebene ein Problembewußtsein geschaffen, welches aber nicht zu der Einsicht vorgedrungen ist, daß die Verschmähung der Sorge ein schlechter Ratgeber ist, sondern zum einen Teil aus einsatzreformstützenden Stereotypen besteht und zum anderen aus Institutionsentfremdung. Letzteres ist durchaus zu begrüßen, auch wenn, oder auch gerade weil es den Zorn der betroffenen Institutionen auf sich zieht. Die Stereotypen hingegen, wiewohl vernünftig und bewährt, haben doch nur den Zweck, eine tatsächliche Reform auf der Interessenebene zu vermeiden. Was also ist passiert?

Die Institutionen haben auf der Einsatzebene zurückgeschlagen, weite Teile der Bevölkerung haben jedwedes Reformansinnen auf der Interessenebene verspottet, die Institutionen haben es dämonisiert, und dieses Gebräu aus Verspottung und Dämonisierung sitzt jetzt in Whirlpools und macht sie zu Cesspools. Das sehe ich soweit durchaus entspannt: Jeder, der auch nur einen Funken Gottesfurcht im Leib hat, wird wie Eric Clapton Scham in einem solchen Kreis empfinden. Nur daß nun Leute, welche sich keine eigene Sauna leisten können, der Krätze zum Fraß vorgeworfen werden, kann ich nicht entspannt sehen.

Dennoch, ich halte mich zurück und meine Klappe geschlossen, auch als Trump anfing, sich für die Idee zu begeistern, mit politischen Ausschreitungen Wahlkampf zu betreiben, offensichtlich auf die sterilsten Stereotypen von Law & Order zielend. Erst als es schon zu spät war, wies ich auf den Fehler hin. Und auch jetzt verhalte ich mich so. Ja, ich weiß, Ihr seht es anders! Ihr kocht Euer Süppchen. Und was alles zu Euren Gunsten spricht! Daß Ihr das Kind nicht mit dem Bade ausschüttet! Nur, Ihr badet das Kind nicht. Wenn Ihr im Dreck steht, weil Euch das Kind beschmutzt hat, nicht eher, sage ich Euch, was ich von Euch diesbezüglich halte. Es ist meine Art, mich vor ungeeigneten Anführern zu schützen. Das Einzige, was ein Fremder tun kann.

Labels: , , , , , , , , , , , , , ,

9. August 2021

Subversion oder Rückbesinnung

Ich habe mich im Beitrag Rückbesinnung und Übungsprobleme mit der Frage beschäftigt, in wiefern sich die gesellschaftlichen Verhältnisse verbessern ließen, also das gesellschaftliche Gewicht von Sorge und Achtung gegenüber der Lust erhöhen, ohne an den gesellschaftlichen Institutionen zu rütteln. Die Antwort lautete: Nur in sofern sich die Bürger mangelhaft für ihre Gesellschaft einsetzen. Meine damalige Betrachtung läßt aber eine wichtige Frage außer Acht, nämlich welchen Charakter Institutionen besitzen, welche Bürger aus einer Notlage heraus entwickeln, und im besonderen wenn sie neben den bisherigen Institutionen bestehen.

Eine solche sanfte Erneuerung ist eine beliebte Phantasie in interessierten Kreisen. Sie wurde in Matrix Revolutions angepriesen, und David Icke preist sie auch an. Es ist aber letztlich ganz einfach:
Wenn die Mehrheit leidet, kommt es zu Reformation, und wenn die Minderheit leidet, zu Subversion.
Der Grund dafür ist natürlich, daß nur die Mehrheit (im Sinne eines Mehrs an Macht) die Möglichkeit zur Umgestaltung der politischen Verhältnisse besitzt. Und erst, wenn die Umgestaltung der politischen Verhältnisse erwogen wird, kommt es zur Rückbesinnung, denn der Gegenstand der Rückbesinnung ist ja, wie wir unser Leben leben wollen. So lange wir unser Leben auf eine bestimmte Weise leben müssen, ist sie irrelevant. Aber genau in der Lage befindet sich eine leidende Minderheit: Sie ist gezwungen zuzusehen, wie sie gegen den Willen der Mehrheit über die Runden kommt, was geistig zu Pragmatismus und institutionell zu Subversion, also Schwarzmarkt und -arbeit, sowie mafiös-soldatischen Verbänden zur Verteidigung derselben gegen die Staatsorgane, führt. Das ist bekannt und vorhersehbar.

Das einzig Sanfte an dieser Entwicklung wäre, wenn sie dazu führte, daß zur Zeit der Machtergreifung des achten Königs bereits eine tüchtige Mafia besteht, welche seine diktatorischen Maßnahmen abfedern kann. Ich halte das aber für sehr unwahrscheinlich, nicht zuletzt, weil es nicht so leicht ist, gute Bürger davon zu überzeugen, daß es im höchsten Grade vorbildlich ist, eine örtliche Mafia zu bilden. Mit anderen Worten können wir die Vorstellung einer sanften Erneuerung getrost verwerfen.

Labels: , , , , , , , , , , ,

Kriegsberichter damals und heute

Die Augsburger Allgemeine gibt bekannt und zu bedenken, daß der Chef-Pathologe der Uni Heidelberg, Prof. Dr. med. Peter Schirmacher, mit einer Studie an 40 innert zweier Wochen nach einer Corona-Impfung Verstorbenen belegt hat, daß in jedem dritten Verdachtsfall ein kausaler Zusammenhang zwischen Tod und Impfung besteht.

Bei den wenigen Verdachtsfällen nicht sonderlich dramatisch, und doch wird es nicht so gesagt, stattdessen... aber lesen Sie selbst. Da ich jetzt ja dargestellt habe, wie ich mir einen solchen Bericht vorstelle, erlaube ich es mir, den Stil des Berichts der Augsburger Allgemeinen zu persiflieren.

Ein General möchte nun verstärkt die Front verkürzen, die gegen die Sowjetunion in Stellung gebracht wurde - und erntet für seine Thesen viel Kritik. Er betont selbst, daß die Verteidigung Stalingrads ein wesentlicher Bestandteil des Kampfes gegen die Sowjetunion ist.

Der Oberbefehlshaber der 6. Armee, Friedrich Paulus, drängt zur Räumung von Stalingrad. Neben der Bindung von 2 Millionen Soldaten der Roten Armee müßte auch der Verlust von 300000 Wehrmachtssoldaten bedacht werden, sagte Paulus einem Kriegsberichter in Stalingrad. Der Oberbefehlshaber der 6. Armee in Stalingrad warnt gar vor einer Beschädigung des deutschen Nimbus' der Unbesiegbarkeit und beklagt: Von der Verschlechterung der deutschen und der Verbesserung der russischen Moral bekämen die Generäle gar nichts mit. Allerdings widersprechen ihm in dem Punkt andere Generäle und das Oberkommando des Heeres (OKH).

Seit drei Monaten wird in Stalingrad gekämpft, um die Sowjetunion von ihren Ölreserven im Kaspischen Meer abzuschneiden. Das Reich unterstützt den Kampf der 6. Armee mit rund 1,8 Millionen Reichsmark pro Woche. Paulus leitet den Kampf. Der todesverachtende Einsatz der deutschen Soldaten hätte bereits unter anderem zu einer erheblichen Störung der sowjetischen Versorgungslinien geführt, sagt er. "Die hier errungenen Siege helfen also dabei, der Wehrmacht an anderen Frontabschnitten operative Vorteile zu verschaffen." sagt auch Propagandaminister Joseph Goebbels (NSDAP). Paulus, seit 1939 Oberbefehlshaber der 6. Armee, hofft, daß die Unterstützung auch in der nächsten Woche fortgesetzt wird.

Der General will nun verstärkt strategisch untergeordnete, wenn auch im Einzelfall dramatische Folgen der Verteidigung Stalingrads - etwa Hungerstod und Kriegsgefangenschaft - betrachten. Das Problem aus seiner Sicht: Die Verteidiger kämpfen zumeist ohne strategische Perspektive. "Die Generalität stellt keinen Zusammenhang zwischen ihren Interessen und jenen meiner Soldaten her." berichtet Paulus. "Oder sie bescheinigt ein unklares Versagen und das OKH sieht kein strategisches Verschulden."

Labels: , , , , , , ,

8. August 2021

John 20:29

Jesus saith unto him, Thomas, because thou hast seen me, thou hast believed: blessed are they that have not seen, and yet have believed.
Seeing is believing and no thing is believed that isn't seen, that is judged* to be true (I see the truth of it), thus shaping our expectation. How then can anybody ever believe without seeing?

Well, in order for there to be belief, something needs to be seen, and if it is not the truth of what is in question, it can only be the authority of the asserter. In how far is it blessed though to believe someone else, rather than understanding the truth of the matter oneself?

I doubt that Jesus had something like 100 pages long mathematical proofs in mind, and I'm not even certain whether that example qualifies, because it is a sort of bliss to see the truth of such a proof. Of course, in all likeliness not even the author does, but rather trusts his own authority to have put everything correctly together.

No, I think the truth in question is a particular one, namely the recognition of a moral duty. When a moral duty is towards God, its recognition is always bitter, because it means that God has requirements before he'll help us. But when an accepted human authority imposes a duty on us, we feel trusted and important and are keen to prove ourselves.

* My technical term for these kind of judgments is insights. [Sounds correct to me, like these blue shoes and not this blue shoes, I mean, kind of simply means of one kind, i.e. it acts as an adjective.]

Labels: , , , , , , , , , ,

7. August 2021

Zum Wartenwechsel der auf eine Weise Bestimmten im Verlauf des Glaubenszykels

Den fünf Sichten auf politisches Geschehen aus dem vorigen Beitrag entsprechen fünf Warten, nämlich die übergeordnete, die protagonistische, die buhlerische und die untergeordneten, also die kritische und die unkritische. Und in jeder Phase des Glaubenszykels, der dogmatischen, der gemeinschaftlichen und der persönlichen, werden das Leben jener, welche eine bestimmte Warte einnehmen auf eine zugehörige Weise bestimmt.

Doch bevor ich die entsprechenden Zuordnungen angebe, möchte ich zunächst ein paar Worte zur Klärung der beiden betroffenen Fünffaltigkeiten sagen. Übergeordnet bedeutet, menschlichen Gesetzen übergeordnet, und untergeordnet entsprechend, menschlichen Gesetzen untergeordnet. Mit anderen Worten bezieht sich übergeordnet also auf die Naturgesetze einschließlich der geistigen, der charakterlichen, der erkenntnistheoretischen und der metaphysischen. Protagonisten und Rivalen (oder auch Buhlen, heutzutage Opposition genannt, ein Begriff, welcher im Falle sich befehdender Adelsgeschlechter aber unpassend ist) beschäftigen sich mit der Gestaltung menschlicher Gesetze. Ich werde im folgenden mehrfach von einem erkenntnistheoretischen Gesetz Gebrauch machen, nämlich diesem:
Ein Mensch, welcher die Gestaltung von etwas bestimmt, ist unfähig, das Gesetz zu erkennen, nach welchem er sie bestimmt.
Der Grund dafür besteht darin, daß er nicht wissen kann, für welche Alternative er sich entscheiden wird, bevor er sie erwogen hat. Es ist also zum Beispiel unmöglich, daß ein Protagonist sein eigenes Wirken übergeordnet betrachten kann, aber nicht nur ihm begegnet diese Einschränkung. Natürlich ist dies ein allgemein bekannter Sachverhalt: Man sollte auf seine Freunde hören, da diese das eigene Verhalten besser vorhersagen können als man selbst.

Und was die Fünffaltigkeit der Bestimmtheit angeht: Wer durch die öffentliche Haltung bestimmt wird, heiße hier Etablierend. Die beiden Arten der durch die Einrichtung Bestimmten mögen Zentrale und Periphere heißen, und wenn Zentrale eine Gruppe bilden, so möge diese Gruppe auch Zentrale heißen, und entsprechend eine Gruppe von Peripheren Peripherie. Die beiden Arten der durch die Lage Bestimmten heißen schließlich Analysten und Arbeiter.

Betrachten wir also die Zuordnung der Bestimmtheit zu den Warten.

Dogmatische Phase
  • übergeordnete Etablierung: Prinzipienfindung*,
  • protagonistische Zentrale: Bemächtigung,
  • buhlerische Peripherie,
  • kritische Analyse: Gnade der menschlichen Gesetze,
  • unkritische Arbeit.
* Prinzipien hier statt Glauben, gemeint ist der Kernglaube, der persönlich und sozial entwickelte Glaube ist ein Nebenglaube.

Gemeinschaftliche Phase
  • übergeordnete Zentrale: Machtzuteilung,
  • protagonistische Peripherie,
  • buhlerische Etablierung: Verfassungsfindung*,
  • kritische Analyse: Gnade der menschlichen Gesetze,
  • unkritische Arbeit.
* Verfassung im Sinne einer gesellschaftlichen Verfassungsgebung.

Persönliche Phase
  • übergeordnete Analyse: Los der Regierung,
  • protagonistische Zentrale: Bemächtigung,
  • buhlerische Peripherie,
  • kritische Etablierung: Ausdrucksfindung,
  • unkritische Arbeit.
Wenn ein Machtmonopol besteht, so wird Macht zugeteilt, andernfalls bemächtigen sich die Protagonisten der Macht. Das Machtmonopol ist das Resultat der Prinzipienfindung, insbesondere beim Umgang mit Protagonisten und Rivalen. Indem die Protagonisten im Laufe der gemeinschaftlichen Phase die übergeordnete geistliche Zentrale imitieren, brechen sie das Machtmonopol, mit der Folge, daß sie zu Beginn der persönlichen Phase ihre eigenen nationalstaatlichen kulturellen Universen beherrschen.

Protagonisten etablieren nie etwas, weil sie bereits etabliert sind. Nur wenn sich ein lokal beschränkter Protagonist als Rivale eines hegemonischen Protagonisten versteht, hat er ein mögliches Interesse daran, etwas zu etablieren, aber auch nur dann, wenn seine Reformbemühungen ihm einen Machtzuwachs versprechen. Etablierungen, welche lediglich auf profane Dinge gerichtet sind, betrachte ich hier aber nicht, sondern lediglich solche, welche den Glauben etablieren, und nur dann kann aus diesen ein Machtzuwachs erwachsen, wenn die entsprechenden Reformbemühungen Zuspruch finden. Eine Beschäftigung mit den Prinzipien kann in folge des oben angeführten Gesetzes nicht stattfinden, und der Ausdruck, wiewohl er noch stets zu Hofe gefunden wird, kümmert die übergeordnete Geistlichkeit weniger als die Verfassung, und wenn die persönliche Phase beginnt, tun die Protagonisten gut daran, ihn zu verstecken, da sie in der gemeinschaftlichen Phase noch Vorbilder waren, welchen ein guter Geschmack zum Vorteil gereichte, aber in der persönlichen Phase nur Mißgunst erweckten.

Analyse schließlich kann wiederum in folge des oben angeführten Gesetzes nur übergeordnet oder kritisch untergeordnet sein, und wenn die Kritiker mit der Etablierung beschäftigt sind, können sie ihm gemäß auch nicht zugleich analysieren, und in den Fällen, in welchen sie es nicht sind, also in der dogmatischen und der gemeinschaftlichen Phase, ist es für den Weltbetrachter (Analytiker) schlicht unerheblich, was sich naturgesetzlich vollzieht, da der verstandene Teil des Naturgesetzes die Herrschenden nicht hinreichend bindet, in der dogmatischen Phase nicht, weil der Glaube noch keine politischen Auswirkungen hat, weshalb, wie man so sagt, das Chaos herrscht, und in der gemeinschaftlichen Phase nicht, weil die Regierenden dazu angehalten sind zu experimentieren, so daß zwar nicht gleich das Chaos, dafür aber die bösen Überraschungen herrschen.

Daß die Auffindung des Ausdrucks den Kritikern vorbehalten bleibt, gehört zur Konkretion des Glaubens und wurde bereits vor langem besprochen. Freilich, die anderen beiden Auffindungen auch. Es ist vielleicht bemerkenswert, daß die Sowjetunion unter Stalin zeitweilig einem Fürstentum zu Zeiten der gemeinschaftlichen Phase des gegenwärtigen Glaubenszykels ähnelte, nur ohne übergeordnete Geistlichkeit, welche Stalins Experimente hätte loben oder tadeln können, wiewohl, wenn wir Wall Street als geistliche Zentrale annehmen und die westliche Welt als hegemonischen Protagonisten, welchem realexistierende sozialistische Länder wie die Sowjetunion und China mit unterschiedlichem Erfolg den Rang abzulaufen versuchen, paßte es schon, nur daß Wall Street nicht geistlich ist und die Wall Street genehmen Reformen inhärent instabil sind, weshalb sich die zeitweiligen Verfassungen nach einer gewissen Zeit ändern müssen.

Labels: , , , , , , , , , , ,

6. August 2021

Fünf Sichten auf politisches Geschehen

Die gegenwärtigen gesundheitspolitischen Maßnahmen erlauben es, fünf Sichten auf das politische Geschehen am Exempel vorzustellen.

Die protagonistische Sicht. Wer das politische Geschehen gestaltet, sieht es auf die Erreichung von Zielen hin an, welche in seinem Interesse liegen, und jene, welche eine Chance sehen, von der Erreichung dieser Ziele mitzuprofitieren, schließen sich dieser Sicht an. Die gegenwärtigen gesundheitspolitischen Maßnahmen führen zu wirtschaftlicher Konsolidierung, und die protagonistische Sicht ist auf dieselbe gerichtet, sei es, weil in entsprechende Aktien investiert wird, oder auch, weil größere politische Macht von ihr erwartet wird.

Die Sicht der Rivalen. Wer selbst gerne die Politik gestaltete, betrachtet das politische Geschehen unter dem Aspekt der Entzündung politischer Leidenschaften. Im Falle der gegenwärtigen gesundheitspolitischen Maßnahmen dreht sich diese Sicht um die politische Effektivität verschiedener Ängste.

Die kritische Sicht. Wer vom politischen Geschehen betroffen und hinreichend kritisch ist, sieht es auf seine gesellschaftlichen Folgen hin an. Die gegenwärtigen gesundheitspolitischen Maßnamen führen offenbar zu Konformitätsdruck.

Die unkritische Sicht. Wer vom politischen Geschehen betroffen und nicht hinreichend kritisch ist, sieht es darauf hin an, wie sich sein Leben in seiner Folge gestaltet. Im Falle der gegenwärtigen gesundheitspolitischen Maßnahmen kommen so einige zusätzliche Arzttermine, mitzuführende Dokumente und Kontrollen in den Blick.

Die übergeordnete Sicht. Wer die unterschiedlichen politischen Akteure im Auge behält, sieht das politische Geschehen darauf hin an, wie es die Lage politischer Akteure ändert. Meine an die Offenbarung angelehnte Lageeinschätzung von Behemoth und Leviathan, Tier und Weib, Staat (insbesondere Militär) und Handel, hat sich durch die gegenwärtigen gesundheitspolitischen Maßnahmen dahingehend geändert, daß
Und ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachfarbenen Tier, das war voll Namen der Lästerung und hatte sieben Häupter und zehn Hörner.
nicht mehr bloß einen lediglich in ölfördernden Ländern beobachtbaren Zusammenhang beschreibt, sondern einen weltweit beobachtbaren in Form des Polizeieinsatzes im Interesse der wirtschaftlichen Konsolidierung.

Die Relevanz dessen liegt darin, daß die jetzige Lage natürlicherweise mit einem Handlungsmandat verbunden ist, wohingegen bisher ein Gestaltungsmandat zur Eindämmung des Leviathans bestand, und die Gestaltung Freiräume besitzt, welche die Handlung nicht besitzt, so daß es bisher wenig wahrscheinlich schien, daß der Konflikt zwischen Behemoth und Leviathan also eskalieren sollte:
Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie einsam machen und bloß und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen.
Nun aber, da das Tier vor aller Welt als Reittier in Erscheinung tritt, liegt in dieser Eskalation eine Möglichkeit zur öffentlichen Rehabilitation.

Labels: , , , , , , , , , ,

5. August 2021

Zur gegenseitigen Ablenkung monoton wirkender Kräfte und der dadurch bewirkten Stabilität

Auf allen Ebenen der Schöpfung begegnet uns dasselbe Gestaltungsprinzip.

Welt. Die Massenträgheit bewegt Körper auf geraden Bahnen, und dies führt außer im Falle gleichschneller und -gerichteter Geschwindigkeiten stets dazu, daß die Entfernungen zwischen den Körpern schließlich monoton anwachsen. Die Gravitation bewirkt, daß sich Körper monoton annähern. Wenn sich Gravitation und Massenträgheit hingegen gegenseitig ablenken, erzeugen sie in vielen Fällen elliptische Umläufe, in deren Verlauf der Abstand zwischen den beteiligten Körpern beschränkt oszilliert. Drehten sich Planeten nicht mit hinreichend hoher Geschwindigkeit um eine hinreichend orthogonal auf der Ekliptik stehende Achse, so wäre unabhängig vom Abstand zur Sonne bereits von vornherein klar, daß weite Teile solcher Planeten eine zu hohe oder zu niedrige Temperatur hätten. Das Drehmoment mittelt die Sonneneinstrahlung in Gestalt einer beschränkten Oszillation.

Lebenskreis. Indem das Leben sich, wie Schopenhauer meinte, selbst verschlingt, wird zunächst das monotone Anwachsen der Lebensspanne von Pflanzen samt ihrer Wuchshöhe aufgehoben und dann die exponentielle Vermehrung der unterschiedlichen Ordnungen von -voren in beschränkte Oszillationen überführt.

Heil. Die generativen Zykel der Zeitalter beschreiben, auf welche Weise soziale Anhaltungen (Partnerschaften), soziale Ermächtigungen (Kulturen) und soziale Glauben (Bildungen) etabliert werden können, nämlich auf der Grundlage des jeweils zuvor etablierten:
  • der in Gemahnung kodierte soziale Glaube zielt auf die Etablierung von sozialer Anhaltung,
  • die im Kompaß kodierte soziale Anhaltung zielt auf die Etablierung von sozialer Ermächtigung und
  • die in Rechtfertigung (im Auftrag) kodierte soziale Ermächtigung zielt auf die Etablierung von sozialem Glauben.
Sozialer Glaube kann durchaus Bildung genannt werden, es ist die Entscheidung einer Gesellschaft, aus auf bestimmte Weise Gebildeten zu bestehen, welche sich also bestimmte Traditionen aneignen, sie leben und, vor ihrer Kodierung, weiterentwickeln. In diesen Traditionen besteht der Glaube, und da sie sozial verbindlich sind, ist der Glaube sozial. Jemand könnte auf den Gedanken verfallen, eine gentechnische (Versuchsmensch) oder kybernetische (Maschinenmensch) Tradition zu begründen. Grundsätzlich paßt eine solche Entscheidung ins Muster des Zeitalters der Wunder, aber ersteres beruht auf statistischem Materialismus, wohingegen die Welt geistbestimmt ist, und letzteres verkrüppelt den lebendigen Teil der Synthese.

Der soziale Glaube kann aber durchaus eine gewisse Breite besitzen, und das Goldene Zeitalter, aus welchem nach Platon die griechische Kultur erwuchs, ist der idealisierte Urzustand des Zeitalters der Wacht, in welchem jeder darum von einem Daimon besessen war, weil in den Daimonen gerade der soziale Glaube kodiert wurde. Dieser Glaube verlor jedoch im Laufe der Zeit an Anziehungskraft, wozu im Anschluß mehr, und also schrumpften die Daimonen im Laufe der Zeit zu den, nun ja, aufdringlichsten Verhaltensmustern, wie sie auch im Neuen Testament beschrieben werden.

Im Zeitalter der Wacht wächst also die soziale Anhaltung monoton an, im Zeitalter der Werke die soziale Ermächtigung und im Zeitalter der Wunder der soziale Glaube, und indem sie dies tun, ersetzen sie ihren kodierten Vorgänger:
  • die (daimonische) Gemahnung bedeutet nichts mehr, wenn sie sich nicht in zu etablierenden Partnerschaften ausdrücken kann (der Tod des Schönen durch das hier nicht betrachtete Mächtige, welches die persönliche Entwicklung bestimmt),
  • der Kompaß bedeutet nichts mehr, wenn er sich nicht in zu etablierender Kultur ausdrücken kann (der Tod des Wesentlichen durch das Schöne), und
  • der Auftrag bedeutet nichts mehr, wenn er sich nicht in zu etablierender Bildung ausdrücken kann (der Tod des Mächtigen durch das Wesentliche).
Doch ohne kodiertes Fundament kann keine weitere soziale Entwicklung stattfinden. Also wechseln Fundament, persönlich Entwickeltes und sozial Entwickeltes die Rollen:
  • das sozial Entwickelte wird kodiert,
  • das Fundament wird persönlich weiterentwickelt und
  • das persönlich Entwickelte wird sozial weiterentwickelt.
Wenn wir soziale Anhaltung, soziale Ermächtigung und sozialen Glauben also als Ausdrücke des Heils betrachten, so sehen wir auch hier drei monotone Kräfte, welche sich gegenseitig stabilisieren, allerdings nicht, indem sie beschränkte Oszillationen hervorrufen, sondern indem sie von den jeweils anderen beiden zurückgehalten werden, bis diese in ihrer Entwicklung nachgezogen sind.

Labels: , , , , , , , , , ,

3. August 2021

Männer, Frauen und Gott

Frauen interessiert an Männern deren Angetriebenheit und Männer an Frauen deren Empfänglichkeit. Einen Überblick über die Interessen der Frauen gibt der Beitrag Die Träger des materiellen, des funktionalen und des Glaubenszykels, doch ich rekapituliere besser: Frauen interessieren sich.für
  • Verkörperung schlechthin (mitverkörpernd, verträumt),
  • Spiel schlechthin (mitspielend, sportlich),
  • Routine schlechthin (mitumsetzend, schwül),
  • durch Spiel unterstützbare Verkörperung (zweckmäßiges Spiel, autoritär),
  • durch Spiel unterstützbare Routine (stimulatives Spiel, überlassend),
  • durch Routine unterstützbare Verkörperung (eröffnende Routine, schenkend),
  • durch Routine unterstützbares Spiel (zweckmäßige Routine, bindend),
  • ihrer Vorliebe gemäßes Spiel (menschliches Spiel, verspielt),
  • ihrem Gewissen gemäße Routine (menschliche Routine, involviert),
  • ihrem (subjektiven und objektiven) Glauben gemäße Verkörperung nach ihrem Geist und ihrer Gesinnung (menschliche Verkörperung des gläubigen geistigen Horizonts),
  • ihrer Begrifflichkeit gemäße Verkörperung nach ihrem Geist und ihrer Gesinnung (himmlische Verkörperung des philosophischen geistigen Horizonts),
  • ihrer Haltung gemäße Verkörperung nach ihrem Geist und ihrer Gesinnung (himmlische Verkörperung des persönlichen geistigen Horizonts) und
  • ihrer Gewohnheit gemäße Verkörperung nach ihrem Geist und ihrer Gesinnung (zweckmäßige Verkörperung des körperlichen geistigen Horizonts),
alles in allem 9+4*7=37 Interessen.

Und was die Interessen der Männer angeht, so geben die Beiträge Nochmals zu den Anlehnungsbeziehungen und Frauen als Mägde der Götter darüber wenigstens einen partiellen Überblick: Zusammengefaßt interessieren sich Männer
  • bei Frauen des körperlichen geistigen Horizonts für Sieges-, soziale Stellungs- und Rechtschaffenheitsempfänglichkeit und
  • bei Frauen des (mindestens) persönlichen geistigen Horizonts für unspezifische (grundlegende) oder spezifische (konkretisierende) Haltungsempfänglichkeit in den Bereichen der Lust, Achtung und Sorge, wobei die Haltung von
    • Aphrodites Magd unspezifisch für die Lust empfänglich ist,
    • Athenes unspezifisch für die Achtung,
    • Apollons unspezifisch für die Sorge,
    • Pans spezifisch für die Lust,
    • Artemis' spezifisch für die Achtung,
    • Themis' spezifisch für die Sorge,
    • Ares' spezifisch für Lust und Achtung,
    • Zeus' spezifisch für Lust und Sorge und
    • Dikes spezifisch für Achtung und Sorge.
Alles in allem nur 12 Interessen und womöglich unvollständig. Ich kenne mich mittlerweile gut genug, um zu wissen, daß mir nur an Zeußens Mägden gelegen ist, an der Verschreibung für die Gerechtigkeit und ihre Erwirkung.

Frauen interessieren sich also für Angetriebenheit, um sie zu empfangen, und Männer für Empfänglichkeit, um sie ebenfalls anzutreiben. Beides setzt aber etwas voraus, nämlich
  • bei Frauen einen Anklang und
  • bei Männern einen Antrieb.
Es mag aber durchaus sein, daß eine Frau anklangs- und ein Mann antriebslos ist. Die Quelle sowohl des Anklangs, als auch des Antriebs ist die Erkenntnis des einen Bewegenden, also des Heils, welches sich solcherart in einen freienden und einen gefreiten Teil aufspaltet, um schließlich wieder vereint zu werden.

Doch bevor das geschehen kann, muß es zunächst offengelegt werden. Wir sehen also, daß wer da offenlegt, weder freit, noch gefreit wird, und wer da freit oder gefreit wird, nicht offenlegt. Allerdings spricht nichts dagegen, daß sich diese Phasen im Stundentakt ablösen, wobei jede neue Offenlegung realistischerweise eine Woche lang garen muß, bevor sie freiungsfertig ist.

Labels: , , , , , , , ,

2. August 2021

Lukas 20:38

θεὸς δὲ οὐκ ἔστιν νεκρῶν ἀλλὰ ζώντων, πάντες γὰρ αὐτῷ ζῶσιν.
Buchstäblich übersetzt:
Gott aber existiert nicht der Toten, sondern der Lebenden, alle leben für denselben.
was wohl
Gott aber existiert nicht in den Augen der Toten, sondern der Lebenden, alle leben in Seinem Dienst.
bedeutet. Man mag einwenden, daß Luther genau das gesagt hat, aber aus irgendwelchen Gründen (Gott der Toten, Gott der Lebenden, leben Ihm) geht wenigstens in meinem Gehirn die Bedeutung flöten und wird durch bedeutungslose Deklamation ersetzt.

Labels: , ,

Gemahnungserzwingung

Ich sprach im Zusammenhang mit Platons Anamnesis von Gemahnung als Mittel der Bewußtmachung von modellhaften Tugendvorstellungen. Wiewohl dieses Mittel dem Zeitalter der Wacht angehört, ist es nie ganz außer Gebrauch gekommen, wiewohl es von der christlichen Geistlichkeit, genauer gesagt von Pastoren und Priestern, nur in Notfällen und zur Unterbindung anathematischer Auswüchse eingesetzt wird, also nicht positiv einzelne Tugenden verherrlichend, sondern negativ den impliziten Fundus christlicher Tugenden in Erinnerung bringend, um anathematische Vorstellungen als ihm widersprechend zu geißeln.

Da die Tugendvorstellungen im Zeitalter der Werke individuell entwickelt werden, kann eine solche Zurechtweisung nicht explizit geschehen, der Geistliche weiß schlicht nicht, welche Form der Abweichler dem christlichen Kompaß in seiner Haltung gegeben hat, und so muß er darauf hinwirken, daß der Abweichler sich selbst verurteilt.

Um dies zu erreichen, wird zu den folgenden drei Mitteln gegriffen:
  1. der Ausmalung,
  2. der Hinterfragung und
  3. einem Rechtstitel, also einem Anspruch auf Entschädigung.
Die Ausmalung erfüllt den Zweck, den Gegenstand des Disputs vom Konkreten und logisch Erkannten auf das Vorgestellte auszuweiten. Die Hinterfragung fordert dann die Verteidigung der eigenen Haltung in allen Bereichen des Vorstellbaren, und der Rechtstitel dient dazu, daß der Abweichler ein menschliches Urteil anstelle des göttlichen akzeptiert.

Eltern rücken wohl auch bisweilen ihren Kindern auf diese Weise zu Leibe, aber in der politischen Arena ist es der Geistlichkeit vorbehalten, die Gemahnung zu erzwingen, wofür das Ritual aller Kollektivisten, dem Neuling in versammelter Runde die abstrusesten Verleumdungen (so genannte persönliche Eindrücke) an den Kopf zu werfen, ein schöner Beleg ist, denn es wäre selbstverständlich vorzuziehen, wenn Kritiker des Kurses des Kollektivs durch erzwungene Gemahnung dazu gebracht werden könnten, sich selbst zu verurteilen, und der Grund, warum es nicht geschieht, kann nur darin bestehen, daß beliebige Kollektive dazu schlicht nicht in der Lage sind, offensichtlich weil sie sich hinsichtlich der geforderten Tugenden weder implizit, noch explizit einig sind.

Einig bei solchen Zurechtweisungen sind sich prinzipiell nur Rechtsschulen, und insbesondere Kirchen.

Normalerweise richten sich die Zurechtweisungen an Einzelne, und mir ist noch nicht einmal ein Beispiel bekannt, in welchem die Kirche versucht hätte, eine Sekte durch erzwungene Gemahnung dazu zu bringen, sich selbst zu verurteilen, vermutlich weil ein Einzelner sich wohl selbst verurteilt, aber sich gegenseitig bestätigende Gruppen nie, demgemäß die Kirche im Kampf gegen Häresien, angefangen mit den Arianern bis jedenfalls einschließlich den Katharern, auch stets auf Ausmerzung gesetzt hat.

Nein, traditionell richtet sich die Zurechtweisung an die eigenen Schafe, und im erhöhten Maße, wenn von ihnen besonderes verlangt wird, jedenfalls lese ich Loyolas Geistliche Übungen so, und Peter Scholl-Latour hat sich auch in diesem Sinne geäußert. Was erleben wir zur Zeit also? Warum geben die Kirchen der politischen Gemahnungserzwingung fortgesetzt ihren Segen? Muß es nicht dazu kommen, daß die Forderung nach sozialer Verantwortlichkeit im Laufe der Zeit zu dämonisierender Verleumdung wird, wenn niemand sieht, daß er Verantwortung trägt, und die Politik von Selbstinszenierung bestimmt wird? Wie lange werden die Kirchen dem den Steigbügel halten?

Labels: , , , , , , , , , , ,

Folgende Beiträge Zur Front Vorherige Beiträge