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2. April 2026

Gemeinschaftliche Entwicklung ureigener Aussichten und Reformen derselben

Wo Gemeinschaften zugleich verschiedene Gehießenheitsgefäße bilden, werden gemeinschaftlich ureigene Aussichten gebildet wie im vorigen Beitrag gesehen, umgekehrt sowieso und kraft des erzeugten gesellschaftsdynamischen Moments auch in dieser Richtung.

Doch um was handelt es sich bei den reformierenden Eingriffen der Aufgleisung, Indoktrination und Betrauung?

Die gemeinschaftliche Entwicklung der ureigenen Aussichten erfolgt wie folgt:
  • Traditionen modernisieren die ureigene Schöpfung,
  • Schwärme fundieren die ureigene Betrachtung (durch ihre Erfahrung) und
  • Arten ordnen die ureigene Entscheidung,
und
  • Modernisierung führt zur Erschütterung von Schwärmen,
  • Fundierung zum Ausscheren aus Arten (daher etwa das Verbrüderungsverbot für Besatzungstruppen) und
  • Ordnung zur Aufgabe von Traditionen.
Eine Reform des jeweils letzteren Gehießenheitsgefäßes wird also notwendig, da sein Fundament aufgeweicht wird. Die Frage ist nur, ob die Entwicklung der jeweils fundamentalen ureigenen Aussicht abgeschlossen wurde, in welchem Fall die Reform auf ihr aufbaut, oder nicht, in welchem Fall die Reform sie auffängt.

Die unter Karl dem Großen erfolgte Indoktrination baute auf der von den Kirchenvätern akzeptierten ureigenen Betrachtung Jesu Christi auf, und eine vorherige Indoktrination hat es nicht gegeben, denn in dem Fall hätten die indoktrinierten Griechen und Römer in ihren Fundierungsprozessen aus der Doktrin ausscheren müssen und zu ureigenen Betrachtungen kommen müssen, was aber nicht geschehen ist, was sofort erhellt, wenn man etwa Augustinus' Schriften oder jene Damaskios' betrachtet, denn beide kommentieren das Christentum aus vorchristlich antiker Perspektive.

Wiewohl die abendländische Indoktrination also auf Christi Fundierung aufbaut, fängt sie zugleich die germanisch-slawische auf, und stellt sich also später gegen das Ausscheren der Böhmischen Brüder.

Entsprechend baut die im Vertrag von Saragossa fixierte Betrauung auf der iberischen Ordnung auf, wohingegen sie jene Nord- und Osteuropas auffängt und sich also später gegen die Aufgabe der mittelalterlichen Verpflichtungen seitens insbesondere der Holländer und Engländer stellt.

In diesen beiden Fällen ist es nicht ganz klar, was die katholische Kirche zu diesen Eingriffen motivierte: Angst vor den Barbaren oder Zufriedenheit mit ihrer ureigenen Aussicht, zunächst Christi Betrachtung und später der iberischen Entschiedenheit? (Ich fürchte im ersten Fall Angst und im zweiten Zufriedenheit.)

Was hingegen den dritten Eingriff angeht, die globalistische Aufgleisung, sie erfolgt offensichtlich aus Angst vor jeder weiteren Modernisierung, denn bisher ist noch keine abgeschlossen worden, mit welcher jemand zufrieden sein und auf ihr aufbauen könnte, was hingegen damit zusammenhängt, daß wir der Logik des generativen Zykels des Zeitalters der Werke und nicht jener jenes der Wunder folgen, denn letztere sucht den Frieden nicht durch Geräte, sondern durch Ratschläge herzustellen.

Übrigens ist es nicht so, daß die globalistische Aufgleisung einen besonderen Einfluß auf die sich zeigende Oberflächlichkeit der Verbundenheit bei den sie erschütternden Modernisierungen hätte: Jede Modernisierung seit 1970 bringt erschreckende Oberflächlichkeit der Verbundenheit zum Vorschein, gleich welche Verfassung sie erschüttert, selbst wenn der einzelne Modernisierer anderes im Sinn gehabt haben mag, denn gerade das zeichnet den Geist der '70er Jahre aus, daß die Moderne, soweit es die Ansprüche des Volks betrifft, an ihr Ziel kam, so daß also jede weitere Modernisierung nichts mehr für das Volk zu leisten vermag (demgemäß denn auch Flipper zu den beliebtesten Computerspielen gehört).

Als ich noch an der Universität Hamburg studierte, bemerkte ich dieses Phänomen in Form des Gegensatzes zwischen den so genannten langweiligen Seminaren, in welchen es nur um die Entwicklung von Verständnissen mathematischer Sachverhalte ging, und den so genannten interessanten, bei welchen technische Anwendungsmöglichkeiten dazu motivierten, denn letztere erfüllte ein spürbar oberflächlicherer Geist, das heißt, sie erfüllte ein oberflächlicher Geist, während die Teilnehmer der ersteren eher verschlossen waren - nur sehr wenige Mathematikprofessoren und -studenten sprühen vor Freude an der Erkenntnis (Peter Slodowy etwa, welchen ich zwei Jahre vor seinem Tod beim Gedenken zu Emil Artins 100. Geburtstag sah, dessen Sohn auch da war und mich mit Star Trek-Termini im Bereich der nicht-kommutativen Algebra nervte.)

W. F. war auch da - was ich damals bereits komponiert hatte, drückt die Betretenheit aus, in einem oberflächlich verbunden verfaßten Schwarm eine persönliche Beziehung zu einem anderen Zweck als dem strategisch-technischen Fortschritt knüpfen zu wollen: Wiewohl ich damals noch an dessen tiefere Bedeutung glaubte, war mir doch klar, daß es eine solche unmöglich inmitten von Oberflächlichkeit geben könne. Andererseits hatte ich bereits 11 Jahre vorher angesichts Tschernobyls den Schluß gezogen, daß, wenn es auch eine solche geben sollte, sie doch nicht politisch protegiert wird, sondern allenfalls, wie Unkraut, zwischen den Fliesen gedeihen kann.

Nun, die Chinesen haben einen optimistischeren Technikbezug, da sie noch nicht am Ziel der Moderne waren, aber auch sie sind sehr oberflächlich in ihrem Modernismus, wiewohl  ein bißchen weniger, und ich denke, daß sie genau deswegen auch sinnvollere Innovationen studieren als der Westen: Es gibt schon noch hier und da Abhängigkeiten, welche es in schwieriger Lage im Namen des Volks zu überwinden gilt, was uns indessen nicht betrifft, da wir letztere nicht erleiden, sondern in sie zwingen, und diesbezügliche Fortschritte würden uns schließlich alle autarker machen. Aber brauchen tun wir diese Dinge nur für den Übergang und vielleicht noch zur Stabilisierung der neuen Verfassung.

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1. April 2026

Fundierungskonflikte

Die im vorigen Beitrag betrachtete Glaubensverwahrlosung tritt insbesondere bei Fundierungskonflikten auf.

Ein Fundierungskonflikt besteht, sobald eine Gemeinschaft zwei Gehießenheitsgefäße zugleich bildet, namentlich ein
  • systemisch-doktrinaler, wenn sie einen Schwarm und eine Art bildet,
  • doktrinal-strategischer, wenn sie eine Art und eine Tradition bildet, und
  • strategisch-systemischer, wenn sie eine Tradition und seinen Schwarm bildet.
Infolge dieser Konflikte mag es zu Fundamentaufweichungen kommen, welche mit Glaubensverwahrlosungen einhergehen, infolge eines
  • systemischen-doktrinalen zum Ausscheren des Schwarms im Rahmen seines Entdeckens, welches die Haltung der Art aufweicht,
  • doktrinal-strategischen zum Aufgeben von Vorhaben der Art im Rahmen ihres Einstellens, welches dieselben der Tradition aufweicht, und
  • strategisch-systemischen zum Erschüttern des Schwarms im Rahmen des Nutzbarmachens der Tradition, welches die Entwicklung des Schwarms aufweicht.
Ausscheren führt zu Risikobereitschaft, Aufgeben zu Einseitigkeit und Erschüttern zu Oberflächlichkeit, und Fundierungskonflikte treten insbesondere bei angeleiteten ureigenen Aussichten auf, das heißt, wenn eine Bildung aus einer Delegation resultiert und eine andere eine ureigene Aussicht darstellt, namentlich wenn
  • die Haltung dadurch bestimmt wird, daß ein Prüfer einen Kandidaten indoktriniert, und die Entwicklung zu einer ureigenen Schöpfung gehört,
  • die Vorhaben dadurch bestimmt werden, daß ein Auftraggeber einen Auftragnehmer betraut, und die Haltung zu einer ureigenen Betrachtung gehört, und
  • die Entwicklung dadurch bestimmt wird, daß ein Herr einen Diener aufgleist, und die Vorhaben zu einer ureigenen Entscheidung gehören,
und dieses hat insbesondere in der Geschichte des Abendlandes stattgefunden:
  • die katholische Kirche hat den Adel indoktriniert, welcher ausgeschert ist und dadurch risikobereit wurde und also in Katastrophen hineingeschlittert ist (die sieben Siegel der Offenbarung),
  • dann hat sie den Adel betraut, welcher einige Vorhaben aufgab, indem er zu einer ureigenen Betrachtung gelangte, einseitig wurde und also übergriffig (die sieben Posaunen) und
  • schließlich haben die Vereinigten Staaten von Amerika den Westen aufgegleist, welcher dieses System seitdem erschüttert, indem er zu ureigenen Entscheidungen gelangt ist, oberflächlich wurde und sich dadurch verstrickt (die sieben Schalen des Zorns Gottes).
Die Logik hierbei ist, daß die Anleitung dazu dient, ureigene Aussichten auf ihrer Basis erwachsen zu lassen, daß es sich also um eine Art Aussaat handelt, und daß die Anleitung also der Saat weichen muß, und zwar, je weiter der Wachstumsprozeß gediehen ist, mit desto größerem Recht, so daß am Ende die erwachsene ureigene Schöpfung steht.

Nicht jeder akzeptiert die amerikanische Aufgleisung, aber jene, welche sie akzeptieren, verfolgen ihre Vorhaben mit erschreckender Oberflächlichkeit und haben jede tiefere Verbundenheit aufgegeben. Indes wird jede solche Strategie dadurch zum Mahnmal für alle, welche es nicht getan haben, und nicht nur jene des Tiers in der Zeit des achten Königs, was deshalb von Bedeutung ist, weil diese Mahnung erst hinreichend deutlich erfolgen muß, bevor es möglich wird, dafür zu beten, daß diese Aufgleisung endet. Ich sagte dies, wenn auch nicht so explizit, bereits zuvor, also daß nicht alles, was vom Tier gesagt wird, notwendigerweise auf die Zeit des achten Königs zu beziehen ist, und insbesondere nicht, was von seinem Malzeichen gesagt wird, denn daß sich Hure und Tier in dieser Beziehung nichts nehmen, ist schon seit längerem klar, genauer gesagt seit dem 11. September 2001.

Eine Weise, auf welche das Tier das Fleisch der Hure essen kann, ist natürlich durch Militärausgaben, aber ganz so profan hat die Offenbarung den Vorgang nicht geschildert - auch steht zu befürchten, daß es dabei zunächst das Fleisch aller anderen Menschen auf Erden äße. (Der achte König befehligt das Tier, nur in dem Sinne ist er es, aber damit habe ich genug wiederholt.)

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