Zur Folge der Herrschaftsformen gemäß dem I Ching
Ich war mit der im Beitrag Soziale Foki verlinkten Graphik zur Folge der Herrschaftsformen nie wirklich zufrieden, aber schlicht zu faul, sie zu verbessern, doch nun habe ich es getan:
Wiewohl ich das Thema schon vor sechs Jahren behandelt habe, möchte ich die äußeren sechs Übergänge noch einmal hinsichtlich der Bedeutung von
Während der Erosion findet kein Wechsel statt, stattdessen beschreibt das Hexagramm fortgesetzt empfundene Verbesserungsnotwendigkeiten, was nicht auf größere, sondern geringere Sorgfalt hindeutet.
Beim Wasserfall findet ebenfalls kein Wechsel statt, doch der Wohlstand sucht sich neue Bahnen: Die Magd ist mächtig, man sollte eine solche Magd nicht heiraten, sprich: Vom Wohlstand abzugeben, weil es bequem ist, wird nur dazu führen, daß alle daran gebundenen Auflagen als unerträglich empfunden werden werden, oder, um es redensartlich zu sagen: Wenn man ihm den kleinen Finger gibt, nimmt er gleich die ganze Hand.
Beim Blitzschlag weicht der Wohlstand der Sittlichkeit, weil der Hofstaat so von Eifersüchteleien beherrscht wird (siehe etwa Chūshingura: Hana no Maki, Yuki no Maki), daß die Institution der Monarchie daran zu Grunde geht und durch gesittetere Netzwerke ersetzt werden muß.
Und beim Geheul weicht die Sittlichkeit der Sorgfalt, indem die Sittlichkeit die Grundlage für einen höheren Zivilisationsgrad legt, auf welche sich die Gesellschaft zurückbesinnt, allerdings nicht aus Verbundenheit der gegenüber, sondern weil sie selbst wiederum die Grundlage größeren Wohlstands bildet (welcher nach hinreichender Machtkonzentration schließlich auch wieder offen zum höchsten Ziel erklärt wird).
Bei der Explosion weicht die Sorgfalt der Sittlichkeit, indem letztere für die Diener ersterer desto mehr an Gewicht gewinnt, je mehr Verantwortung sie übernehmen, also weil die Sorgfältigen (Der Führer des Gespanns) die Gesitteten (das gute Roß) für ihr Werk einspannen, bis schließlich nur noch die Gesitteten übrig bleiben.
Und bei der Zisterne weicht die Sittlichkeit dem Wohlstand, indem sich letzterer zunehmend von ihr begrenzt fühlt (die Don't cramp my style! oder Move bitch! Get out of the way!-Theorie der Revolution, wie sie etwa Crane Brinton in The Anatomy of Revolution vertritt - wenn auch letztlich erst durch John D. Rockefeller vollendet).
Die letzten beiden Hexagramme führen auf nichts neues, sondern stellen lediglich eine Reformulierung dar, weshalb ich auch auf die aktualisierte Behandlung der inneren drei Übergänge verzichte, doch die tibeto-japanischen, also das dritte und das vierte, wurden hierdurch konkreter.
Wiewohl ich das Thema schon vor sechs Jahren behandelt habe, möchte ich die äußeren sechs Übergänge noch einmal hinsichtlich der Bedeutung von
- Verständig-Verständlichkeit (Sorgfalt)
- Vertrauenswürdigkeit (Sittlichkeit) und
- Fähigkeit (Wohlstand)
Während der Erosion findet kein Wechsel statt, stattdessen beschreibt das Hexagramm fortgesetzt empfundene Verbesserungsnotwendigkeiten, was nicht auf größere, sondern geringere Sorgfalt hindeutet.
Beim Wasserfall findet ebenfalls kein Wechsel statt, doch der Wohlstand sucht sich neue Bahnen: Die Magd ist mächtig, man sollte eine solche Magd nicht heiraten, sprich: Vom Wohlstand abzugeben, weil es bequem ist, wird nur dazu führen, daß alle daran gebundenen Auflagen als unerträglich empfunden werden werden, oder, um es redensartlich zu sagen: Wenn man ihm den kleinen Finger gibt, nimmt er gleich die ganze Hand.
Beim Blitzschlag weicht der Wohlstand der Sittlichkeit, weil der Hofstaat so von Eifersüchteleien beherrscht wird (siehe etwa Chūshingura: Hana no Maki, Yuki no Maki), daß die Institution der Monarchie daran zu Grunde geht und durch gesittetere Netzwerke ersetzt werden muß.
Und beim Geheul weicht die Sittlichkeit der Sorgfalt, indem die Sittlichkeit die Grundlage für einen höheren Zivilisationsgrad legt, auf welche sich die Gesellschaft zurückbesinnt, allerdings nicht aus Verbundenheit der gegenüber, sondern weil sie selbst wiederum die Grundlage größeren Wohlstands bildet (welcher nach hinreichender Machtkonzentration schließlich auch wieder offen zum höchsten Ziel erklärt wird).
Bei der Explosion weicht die Sorgfalt der Sittlichkeit, indem letztere für die Diener ersterer desto mehr an Gewicht gewinnt, je mehr Verantwortung sie übernehmen, also weil die Sorgfältigen (Der Führer des Gespanns) die Gesitteten (das gute Roß) für ihr Werk einspannen, bis schließlich nur noch die Gesitteten übrig bleiben.
Und bei der Zisterne weicht die Sittlichkeit dem Wohlstand, indem sich letzterer zunehmend von ihr begrenzt fühlt (die Don't cramp my style! oder Move bitch! Get out of the way!-Theorie der Revolution, wie sie etwa Crane Brinton in The Anatomy of Revolution vertritt - wenn auch letztlich erst durch John D. Rockefeller vollendet).
Die letzten beiden Hexagramme führen auf nichts neues, sondern stellen lediglich eine Reformulierung dar, weshalb ich auch auf die aktualisierte Behandlung der inneren drei Übergänge verzichte, doch die tibeto-japanischen, also das dritte und das vierte, wurden hierdurch konkreter.
Labels: 43, formalisierung, geschichte, gesellschaftsentwurf, gesellschaftskritik, gesetze, i ching, institutionen, kommentar, präsentation, sehhilfen, wahrnehmungen, ἰδέα, φαῖδρος, φιλοσοφία