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3. September 2026

Zur Folge der Herrschaftsformen gemäß dem I Ching

Ich war mit der im Beitrag Soziale Foki verlinkten Graphik zur Folge der Herrschaftsformen nie wirklich zufrieden, aber schlicht zu faul, sie zu verbessern, doch nun habe ich es getan:

Wiewohl ich das Thema schon vor sechs Jahren behandelt habe, möchte ich die äußeren sechs Übergänge noch einmal hinsichtlich der Bedeutung von
  • Verständig-Verständlichkeit (Sorgfalt)
  • Vertrauenswürdigkeit (Sittlichkeit) und
  • Fähigkeit (Wohlstand)
betrachten.

Während der Erosion findet kein Wechsel statt, stattdessen beschreibt das Hexagramm fortgesetzt empfundene Verbesserungsnotwendigkeiten, was nicht auf größere, sondern geringere Sorgfalt hindeutet.

Beim Wasserfall findet ebenfalls kein Wechsel statt, doch der Wohlstand sucht sich neue Bahnen: Die Magd ist mächtig, man sollte eine solche Magd nicht heiraten, sprich: Vom Wohlstand abzugeben, weil es bequem ist, wird nur dazu führen, daß alle daran gebundenen Auflagen als unerträglich empfunden werden werden, oder, um es redensartlich zu sagen: Wenn man ihm den kleinen Finger gibt, nimmt er gleich die ganze Hand.

Beim Blitzschlag weicht der Wohlstand der Sittlichkeit, weil der Hofstaat so von Eifersüchteleien beherrscht wird (siehe etwa Chūshingura: Hana no Maki, Yuki no Maki), daß die Institution der Monarchie daran zu Grunde geht und durch gesittetere Netzwerke ersetzt werden muß.

Und beim Geheul weicht die Sittlichkeit der Sorgfalt, indem die Sittlichkeit die Grundlage für einen höheren Zivilisationsgrad legt, auf welche sich die Gesellschaft zurückbesinnt, allerdings nicht aus Verbundenheit der gegenüber, sondern weil sie selbst wiederum die Grundlage größeren Wohlstands bildet (welcher nach hinreichender Machtkonzentration schließlich auch wieder offen zum höchsten Ziel erklärt wird).

Bei der Explosion weicht die Sorgfalt der Sittlichkeit, indem letztere für die Diener ersterer desto mehr an Gewicht gewinnt, je mehr Verantwortung sie übernehmen, also weil die Sorgfältigen (Der Führer des Gespanns) die Gesitteten (das gute Roß) für ihr Werk einspannen, bis schließlich nur noch die Gesitteten übrig bleiben.

Und bei der Zisterne weicht die Sittlichkeit dem Wohlstand, indem sich letzterer zunehmend von ihr begrenzt fühlt (die Don't cramp my style! oder Move bitch! Get out of the way!-Theorie der Revolution, wie sie etwa Crane Brinton in The Anatomy of Revolution vertritt - wenn auch letztlich erst durch John D. Rockefeller vollendet).

Die letzten beiden Hexagramme führen auf nichts neues, sondern stellen lediglich eine Reformulierung dar, weshalb ich auch auf die aktualisierte Behandlung der inneren drei Übergänge verzichte, doch die tibeto-japanischen, also das dritte und das vierte, wurden hierdurch konkreter.

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1. September 2026

Die geistigen Heimaten der geistigen Horizonte

Erwartungsgemäß bildet die geistige Heimat
  • des gläubigen Horizonts eine angeleitete Art,
  • des philosophischen und persönlichen einen verfaßten Schwarm und
  • des körperlichen geistigen Horizonts eine ausgestattete Tradition,
wobei
  • der soziale Fokus der Tradition auf der Fähigkeit,
  • jener des Schwarms auf der Vertrauenswürdigkeit und
  • jener der Art auf der Verständig-Verständlichkeit liegt
und dies deshalb, weil
  • der gläubige geistige Horizont darin besteht, den Wert der Verständig-Verständlichkeit für die Sorgfalt zu erkennen, mit welcher wir unserer Glaubensweise folgend Handlungsstrategien verfolgen,
  • der persönliche darin, den Wert der Haltungsgemäßheit oder äquivalent der Vertrauenswürdigkeit für die Sittlichkeit oder Koordiniertheit der Gesellschaft, und
  • der körperliche darin, den Wert der Fähigkeit für den Wohlstand,
- in dem Maße, in welchem wir unserer Gehießenheit als solcher (sie liebend) bewußt sind, vermissen wir eine Anleitung, welche es uns ermöglichte, unserer Sorgfaltspflicht ihr gegenüber nachzukommen, und entsprechend für das Maß, in welchem wir der Vorzüge der Sittlichkeit und der Anteilnahme am Wohlstand bewußt sind.

Die menschlichen Geister, hingegen, unterscheiden sich dadurch, welchen Wert sie den letzteren beimessen, insofern
  • Gestimmte die Sorgfalt priorisieren,
  • Fordernde die Sittlichkeit und die Sorgfalt nach ihrem Niederschlag in der Sittlichkeit bewerten und
  • Erregte den Wohlstand und Sorgfalt und Sittlichkeit nach ihrem Niederschlag im Wohlstand,
so daß
  • Gestimmte klären, um zu einer angeleiteten Art aufzubrechen, welche der Sorgfaltspflicht ihrer Gehießenheit gegenüber gerecht wird,
  • Fordernde suchen, um in der geschuldeten Rolle aufzubauen, welche zugleich die sittliche Verfaßtheit ihres Schwarms begründet, und
  • Erregte erwachsen, um sich der göttlichen Ordnung nach zu formieren, und dadurch zugleich  den Wohlstand ihrer Tradition zu mehren,
wobei die Verfolgung des höheren Anspruchs (um seiner selbst Willen) langfristig auch für den niedrigeren mehr abwirft als dessen Verfolgung, worauf Christus an mehreren Stellen (etwa Matthäus 6:22-23+32-33) hinweist und weshalb ich von Aufrichten und Errichten sprach und von Verfall und Absturz.

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