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31. Mai 2020

Das Geheimnis der Geschichte der letzten 150 Jahre

In meiner bisherigen Beschäftigung mit dem Thema ist mir der entscheidende Aspekt bisher durch die Lappen gegangen.

Ich habe mich zunächst recht unverbindlich mit der popkulturellen Erneuerung befaßt, um dann zur Einsicht zu gelangen, daß Hegel die Schlüsselrolle im gegenwärtigen Zykel spielt, und bin schließlich auf das recht seltsame Erbe der Fanbewegung gestoßen, von welcher ich meinte, sie hätte keines, was auch stimmt, abhängig davon, wie man es nimmt.

Nun, da Hegel die Schlüsselrolle spielt, liegt dort auch der Schlüssel zum Verständnis der ganzen Entwicklung. Was also hat Hegel getan? Wie läßt es sich fassen, so daß es die Jugendbewegung der 1920er Jahre und den technologisch-elitären Globalismus Moonraker's in trivialer Weise vorwegnimmt?

Er hat den Geist aus seiner religiösen Abhängigkeit gelöst, er hat ihn selbständig gemacht, so daß seine weitere Entwicklung dadurch zu bewältigen wäre, ihn nur mit genügend vielen Thesen zu mästen.

Entscheidend ist aber dies:
  • Wenn sich etwas verfolgen läßt, so ist es möglich,
  • wenn sich etwas einlösen läßt, so ist es gültig und
  • wenn sich etwas auslösen läßt, so ist es wirklich.
Das ist das empirische Möglichkeitsverständnis: Möglich sind die Gedanken, welche sich fassen lassen.

Daneben gibt es aber auch das logische Möglichkeitsverständnis: Möglich ist, wessen Ungültigkeit nicht eingesehen wurde.

Indem Hegel den Geist als Synthetisierer definiert hat, welcher die gültigen Teile von These und Antithese bestimmt und miteinander verbindet, hat er nebenbei dafür gesorgt, daß das logische Möglichkeitsverständnis fundamental wurde.

Und diese Fundamentalität wirkt sich wiederum auf das Verhältnis von Geist und Welt aus. Nach dem empirischen Möglichkeitsverständnis hängen die möglichen Gedanken von der Wirklichkeit ab, um also einzusehen, muß sich der Geist mit der Welt abstimmen, sie einerseits einrichten, sich andererseits aber auch in ihr zurechtfinden. Nach dem logischen Möglichkeitsverständnis in Verbindung mit Hegels Auffassung des Geistes ist die Geistesoperation von der Wirklichkeit unabhängig und also gilt es ausschließlich die Welt einzurichten.

Ich rede hier nicht von Nachbars kläffenden Hunden, ich rede von der Notwendigkeit, Ansatzpunkte zu finden, welche sich verfolgen lassen, und welche nur konkret in der sich gerade vollziehenden Gegenwart gefunden werden können. Hegel war ja so bequem, diesen Prozeß dadurch zu übergehen, daß er schlicht behauptete, Geist und Zeit seien dasselbe, also zu sagen, daß, so lange die Zeit nur flösse, der Mensch auch denken würde.

Also nochmal,
  • prähegelianisch: Abstimmung mit Gott und Welt,
  • posthegelianisch: Einrichtung der Welt.
Stimmt es dann? Warum die Jugendbewegung der 1920er Jahre? Weil der nächste Teil der Welt der eigene Körper ist und die Leibesübung das Mittel seiner Einrichtung.

Und warum ist der technologisch-elitäre Globalismus Moonraker's zum Erben George Harrison's geworden?

Daß eine Bewegung, welche die Stellung zur Welt erneuert, in Konflikt mit dem logischen Möglichkeitsverständnis gerät ist selbstverständlich, denn ihr natürlicher Leitstern ist ja gerade das empirische Möglichkeitsverständnis. Also ist es schließlich auch dahin gekommen, daß weite Teile der Fanbewegung sich von Hegel ab- und Drogen und Spiritualität zugewendet haben.

Das Problem dabei ist nur, daß es ihnen ja nicht um ein besseres Verständnis, sondern um eine bessere Stellung ging, und also versank die eine Hälfte der Bewegung im Drogensumpf, während die andere verstärkt in den hegelkonformen Universitätsbetrieb miteinbezogen wurde, und Moonraker ist sozusagen die letzte große Fähre, welche dorthin ablegte.

Wenn wir hingegen nur fragen, ob es eine Beziehung zwischen dem technologisch-elitären Globalismus und dem selbständigen Geist Hegels gibt, so lautet die Antwort, daß
  • soweit es das technologisch betrifft, es jedenfalls stimmt,
  • das elitär Sachzwängen geschuldet ist und
  • der Globalismus sich dem Umstand verdankt, daß sich Hegels Schule bereits weit genug verbreitet hatte, um eine globale Rebellion gegen sich loszutreten, so daß folglich auch die Abhilfe global sein mußte.
Um es ganz kurz zu sagen: Als die Zeit kam, sich besserzustellen, wurde die hegelianische Geistesmast ausgebaut - und was auch sonst?

Wir sehen also, daß die Geschichte der letzten 150 Jahre nichts weiter als die folgerichtige Entwicklung der Selbständigkeit des Geistes ist, welchem die Welt untertan wird. Und damit sehen wir natürlich auch, in wiefern sich ein künftiges Verständnis des Geistes vorteilhaft vom immernoch vorherrschenden unterscheiden kann.

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In the shadow of Moonraker

Fillhand of the sixth moon since the sun's lowest point

Strangely enough, I never considered Moonraker much of a 70s movie. While the year, 79, could be an explanation, as it is for Alien, it isn't in Moonraker's case, which swims in a sea of 70sness.

No, the reason is that I never could see Moonraker through the eyes of its original audience, and there is again a reason for that, which I will be coming to later.

Now, there are few films I can relate to as well as to The End with Myrna Loy and Death on the Nile with Bette Davis. These spell 70s to me like few others. And mainly, because I didn't want to go to bed with Lois Chiles murdered, I decided to watch Moonraker as well.

Yes, it's all the same, even if Roger Moore is getting older. It's still ironic, still filled with societal jabs. The next three Bonds and the last three with Roger Moore are focussed on the Cold War, but Moonraker isn't.

Yet, it is as if Moonraker was pregnant with something. There's something rising up like mist from meadows. A hope, an aim. Although The Spy Who Loved Me had a very similar plot, Cord Jürgens' crew of merry sailors never quite instills the same feeling. Moonraker is more professionally styled, and particularly on the science end.

You can feel that having fun is no longer enough, the outward signs of the 70s are there, but inwardly something new is taking on shape. Science towers over Moonraker, a bridge to a better world, and also the bridge to world domination. You watch Moonraker and you're being programmed to become a nerd, whether you know it or not.

It is boring to see a thing for the first time, because nothing is ever seen for the first time. But it is interesting to see a thing before its time. Having grown up for the most part in the 80s, Moonraker doesn't naturally have this quality for me, for it is, in my experience, surrounded by the things that it foreshadowed.

We were not quite there at the end of the 70s. More efficient means of regulation were necessary, which were soon being developed and are being developed still. As long as digital applications will become slicker, we will still be in the shadow of Moonraker, we will still be following the same programme.

And if thus hypnotised, how about the other parts of the programme, world community and elitism with the implicit promise that the 70s would thus last forever?

Oddly enough, John Boorman took a shot at that already five years prior, two days after I was born. But is the idea dead? It has certainly taken on strange forms after 9/11, first under Bush, then under Obama, but is it dead?

Trump doesn't profess it, but does that mean that it doesn't lie in hiding?

I wouldn't say so. However, with God the dew is followed by the sun and not preserved in precious bottles. Into the long wait of the sleepwalkers breaks the light of an unexpected day. With enough abstraction, Zardoz really fits quite well.

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30. Mai 2020

On bearing life

Do not allow evil into your heart, it will make a home there.

If love can't live there, evil will do just as well.

Oh. How... How sad, mademoiselle.
I wonder whether that spiked Woody Allen's interest, he seems to be the type.

Yes, you could give your heart to revenge and be content that its spirit fills you with life, some life.

I never seriously considered giving in to that temptation, though. You may ask, why not - I shall answer.

It is, in a manner of speaking, indeed a question of the salvation of the soul. But then again, what is the salvation of my soul?
If I will that he tarry till I come, what is that to thee?
Shades of the Flying Dutchman. No, I would never give away my power for some life, even when I'm duty-bound not to use it. This life may well be a preparation for another kind of existence, but it is not unsupervised, it is not without limits or crossing-overs here in this world, guided by existences of another kind, as it were.

Choosing some life is to perform a minor function in the flow of karma, to let oneself be woven into the fabric of passing events, it is a way to dissolve into the world. But to hold on to one's own life is to see its end. A person, though, who felt that he had no life, would gladly choose some.

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29. Mai 2020

Schulden und schenken

Drei Formen der Macht verbinden sich damit zu schulden und zu schenken:
  • die Macht Schulden einzutreiben,
  • die Macht Schulden zu begleichen und
  • die Macht zu schenken.
Vertrauen bildet sich stets in Folge von Machtausübung. Angewandt auf die vorstehenden Formen der Macht bedeutet dies,
  • daß der Schuldeneintreiber die Möglichkeit hat, das Vertrauen der Schuldigen zu gewinnen, indem er darauf verzichtet, ihre Schulden einzutreiben,
  • daß der Schuldenbegleicher die Möglichkeit hat, das Vertrauen seiner Gläubiger zu gewinnen, indem er seine Schulden stets bestimmungsgemäß begleicht und
  • daß der Schenkende die Möglichkeit hat, das Vertrauen seiner Klienten zu gewinnen, indem er sie beschenkt.
Ersteres und letzteres vollzieht sich relativ schnell, das zweite dagegen nur langsam.

Es stellt sich die Frage, was dies für verschiedene Gesellschaftsformen bedeutet. Fragen wir also zunächst genauer, wer die Schulden eintreiben sollte.

Wenn die Aufgabe, die Schulden einzutreiben, bei den Gläubigern liegt, steht nicht zu erwarten, daß sie auch nur einem Schuldigen seine Schuld erlassen werden. Liegt sie hingegen in anderen Händen, so mag das Vertrauen der Schuldigen schwerer wiegen als die eingetriebene Schuld. Die Gläubiger der meisten Schulden, Dienstschulden und Wiedergutmachungsschulden, sind die Bürger eines Gemeinwesens. Mit der Eintreibung jener Schulden sind heute hingegen Presse und Gerichte betraut. Es ist also wichtig, daß diese nahe an den Bürgern bleiben, andernfalls sie ihre Macht dazu verwenden könnten, sich das Wohlwollen von Veruntreuern und Gewaltverbrechern zu gewinnen. Nahe, freilich, bleiben sie jenen, welche sie bezahlen.

Fragen wir als nächstes, ob es für das Vertrauen auf die Obrigkeit besser ist, wenn sie sich rechtfertigen muß oder nicht, wiewohl ich die Antwort natürlich schon gegeben habe, nämlich daß der Rechtfertigungszwang die Gewinnung des Vertrauens sehr verlangsamt.

Selbstverständlich mag es andere gute Gründe geben, die Obrigkeit dazu zu zwingen, sich zu rechtfertigen, aber in einer Situation, in welcher das Vertrauen ungewiß ist, wäre es verhängnisvoll, darauf zu bestehen. Vertrauen zwischen gleich Mächtigen mag schleichend dadurch gewonnen werden, einander Fesseln anzulegen, Vertrauen zwischen ungleich Mächtigen wird dadurch erschwert.

Wir werden also gut daran tun, Stabilisierung stets durch die unter keiner Kontrolle stehende Tat zu suchen.

Und wenn es uns um mehr als nur Stabilisierung geht, nämlich um eine Gesellschaft voller Vertrauen statt Mißtrauen, werden wir allgemein fordern müssen, daß ein jeder seiner Arbeit möglichst frei, möglichst wenig schuldend und mit möglichst großer Gelegenheit zu schenken, nachgehen kann.

Das sind völlig unstrittige Punkte. Und sie zeigen uns überdeutlich, welche Folgen die Einsetzung von Kontrollgremien ungewisser Loyalität hat. Gibt es tatsächlich eine ernstzunehmende politische Kraft, welche darauf wettet, daß der Durchschnittsbürger zu dumm ist, um zu bemerken, welches Spiel hier mit ihm getrieben wird?

Was ich meine ist dies: Ist es glaubwürdig, daß die Mehrheit einer durch solche Gremien dominierten Architektur ihre Zukunft anvertraut? Eine solche Dummheit kann es doch nicht geben. Und damit ist die ganze Kulisse ein einziger Popanz. Letztlich, jedenfalls. Auch wenn bis zur hinreichend erwachten Klarheit noch etliche gespensterhafte Leiden durch die Straßen ziehen müssen.

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Amongst barbarians

I'm 46 years old and it took me so long to realise that I'm not the only person on the face of the earth, who believes in going through life and sifting out what is beautiful for later use. It is actually a family trait that at least some members of my extended family share.

Although it doesn't really make that much of a difference in absolute numbers, one or some very few, and it makes absolutely no difference in terms of my actions, it does make a considerable difference in how I feel, namely beleaguered or filling my place in society.

When I took refuge to the Lord in the name of everything that is beautiful in the world when I was three, I did the only reasonable thing considering the odds, but I thought ever since that I was living in a bubble, whereas I simply tried to stay true to my nature.

A man may of course collect what is beautiful in different ways, in a specialty shop, in his garden, as a painter and also as a philosopher collecting interesting angles on various subjects. Whatever the public's esteem for the latter occupation may be, it certainly has a wider scope than that of painting.

Most people consider beauty a prize of honour, an open display an act of boasting, but the tiniest minority believes that all it takes to make the world a more beautiful place is to choose beauty over ugliness.

Well, it is no pleasure to live in a land where people expect to be honoured for embracing ugliness and turn violent on you for embracing beauty, because they feel disrespected. So I kept my head down since I was twelve, I enjoy no luxury whatsoever, still there is hatred simply for being content. Someone's got it backwards: respect is a relative thing, taking its meaning from the quality that engenders it, beauty is absolute and who ever said it would be just to sacrifice her at the altar of respect? Wouldn't respect based on a quality that manifests a higher beauty, which the virtues are, need no sacrifice, but be willingly served? Still they are set in their way, ever appeasing the dragons.

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28. Mai 2020

Hierarchische und autonome Gesellschaftsformung

Wenn eine Gruppe die Vormacht in einer Gesellschaft gewinnt, so kann sie diese hierarchisch formen und tut es in den sechs Herrschaftsformen des I Chings.

Aber auch wenn eine Gruppe nicht die Vormacht innehat, kann sie sich immernoch autonom an der Gesellschaftsformung beteiligen, entweder durch Selbstverbesserungsgemeinschaften, oder durch Absicherungsgemeinschaften.

Absicherungsgemeinschaften bilden sich aus dem Bemühen heraus, sich vor den sozialen Gefügen der Seelenteile abzusichern:
  • in einer Schule vor der in Banden wirkenden Lust,
  • in einem Stab vor der in Parteien wirkenden Achtung und
  • in einer Clique vor der in der Zurückgezogenheit wirkenden Sorge,
wobei es sich allerdings um eine ganz spezielle Schule, einen ganz speziellen Stab und eine ganz spezielle Clique handelt, nämlich
  • im Falle der Schule um eine Patenschaft,
  • im Falle des Stabes um eine Weichenstellerschaft und
  • im Falle der Clique um eine Ausloberschaft.
Die Patenschaft bietet der Lust, was sie begehrt, wenn sie die Vorgaben der Paten verinnerlicht. Das einfachste Beispiel für sie ist durch die Gemeinschaft der Erwachsenen gegeben, welche sich gegenüber der Jugend absichert.

Die Weichenstellerschaft bietet sich Parteien an, indem sie ihren Mitgliedern versichert, daß sie ihre Ziele leichter erreichen können werden, nachdem die Weichenstellerschaft die Ansprüche der Gesellschaft erst durch bestimmte Projekte verändert hätte, und in so weit wie diese von diesem Angebot Gebrauch machen, verlegen sie sich von der Koordination verschiedener Interessen auf die dem Interesse der Weichenstellerschaft gemäße Formung neuer Bürger. Beispiele lassen sich in der Politik leicht finden, ohne daß ich hier eines im besonderen herausheben wollte.

Die Ausloberschaft versucht die Sorge für sich einzunehmen, indem sie Preise für die Lösung bestimmter Probleme auslobt, wobei die Belohnung auch psychologischer Art sein mag.

Jede Absicherungsgemeinschaft bietet dem kontrollierten Seelenteil etwas an, was ihn ablenkt, und sichert sich so vor seiner Wirkung ab. Selbstverbesserungsgemeinschaften führen zu Wirkungsschüben, Absicherungsgemeinschaften halten sie im Zaum. Und zusammen bilden sie die autonome Gesellschaftsformung.

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27. Mai 2020

A bit more on the corona virus

I read Paul Garner a while back writing:
The illness ebbs and flows, but never goes away. Health professionals, employers, partners, and people with the disease need to know that this illness can last for weeks, and the long tail is not some “post-viral fatigue syndrome”—it is the disease. People who have a more protracted illness need help to understand and cope with the constantly shifting, bizarre symptoms, and their unpredictable course.
It seems the South China Morning Post has just given a scientific explanation for this:
Coronavirus uses same strategy as HIV to dodge immune response, Chinese study finds

Both viruses remove marker molecules on surface of an infected cell that are used to identify invaders, according to Chinese researchers
Three things:
  1. It certainly lends credibility to the hypothesis that the corona virus originated in a laboratory.
  2. While this explains why the disease resurfaces, it doesn't mean that the corona virus targets the immune system like HIV does.
  3. It is by now blatantly obvious that corona virus news are currently being considered items of warfare, released to influence the confidence of the public in its political leaders and economic future.

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26. Mai 2020

Glaubensbezügliche Perspektiven

Ich drückte im vorigen Beitrag eine gewisse Unzufriedenheit mit der heute vorherrschenden Geisteshaltung aus, welche ich hinsichtlich der Anwendbarkeit von Verständnissen, oder Perspektiven, wie ich sie in diesem Beitrag nennen möchte, präzisieren werde.

Wir können zunächst einmal drei Anwendungsfälle von Perspektiven unterscheiden, nämlich
  • Zurechtfindung in etwas Unabänderlichen,
  • Abstimmung mit etwas Abänderlichen und
  • Einrichtung von etwas Willkürlichem,
also reine Wahrnehmung, Wahrnehmung und Tat und reine Tat.

Jeden dieser Fälle können wir dann der Motivation nach ein zweites Mal dreiteilen, nämlich ob Vorliebe, (subjektiver) Glaube oder Gewissen die Anwendung leitet, und in sofern sich Perspektiven besonders für einen Anwendungsfall eignen, können wir diese Unterteilung auch auf sie übertragen.

Ein paar Beispiele. Gebete dienen der Abstimmung, einige sind durch Vorliebe motiviert, andere durch Glauben und dritte durch das Gewissen. Und dasselbe gilt für die Perspektiven auf sie. Die Beschreibung der Herrschaftsformen des I Chings dient der Zurechtfindung und ist durch den Glauben motiviert. Vereine der höheren Kommunikation dienen der Einrichtung, und dasselbe gilt für die Perspektiven auf sie.

Die Geisteshaltung unserer Zeit besteht nun darin, vorzuschlagen und das beste aus den Vorschlägen zu bestimmen und zu verbinden - jedenfalls in der Theorie, praktisch findet es selbstverständlich nicht statt, denn es wäre selbstverständlich ein ungeheurer Aufwand. Aber aus dem theoretischen Anspruch ergibt sich die Pflicht, den theoretisch gemeinsamen Beschluß mitzutragen. Praktisch heißt es selbstverständlich nichts anderes, als daß wir alle an die Notwendigkeit den Laden zusammenzuhalten gekettet sind.

Und das gilt für alle posthegelianischen Systeme gleichermaßen, ob Markt- oder Planwirtschaft macht nicht den geringsten Unterschied, weder die eine, noch die andere kann den freien politischen Gestaltungswillen ihrer Teilnehmer kanalisieren, so lange sie die genannte Geisteshaltung teilt.

Doch kommen wir auf die obige Unterteilung der Anwendungsfälle von Perspektiven zurück. Von den neun möglichen Fällen kommen in unseren Gesellschaften nur sechs vor*, weil
  • es nichts bringt, sich seinem Glauben gemäß zurechtzufinden, wenn die Pflicht zur Kooperation glaubensunabhängig ist,
  • glaubensgemäße Abstimmung nur einseitig, bei einem selbst, erfolgen kann und
  • glaubensgemäße Einrichtung nur in Abtrennung von der Gesellschaft möglich ist.
Wir haben aus Bequemlichkeit darauf verzichtet, den gemeinsamen Glauben als leitendes Element zu erhalten, und haben dafür die Quittung bekommen, indem glaubensbasierte Perspektiven ihre gesellschaftliche Funktion verloren haben.

Darin besteht die Breite unserer Gesellschaften, von welcher ich sprach, und die Anwendbarkeit, von welcher ich sprach, ist die Anwendbarkeit von glaubensbezüglichen Perspektiven.

Dabei ist alles, was wir zu unserer Befreiung brauchen, etwas Ehrlichkeit: Es besteht keine natürliche moralische Pflicht, sich der Staatspropaganda gemäß für die Interessen des eigenen Staates einspannen zu lassen. Hörten wir auf, dies gegenseitig von uns zu fordern, gewännen glaubensbasierte Perspektiven sofort ihre soziale Funktion zurück.

* eine glaubensbezügliche Perspektive (x zwingt y) können wir selbstverständlich auch heute noch anwenden, und sie kann an den physikalischen Fakultäten unserer Universitäten studiert werden.

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24. Mai 2020

Hegel

I never thought much of Hegel's influence, it seems trivial that the mind will try to learn from anything as much as it can, but as I discussed this morning: Hegel lived at a critical time of conceptual renewal and even if he ostensibly stayed very close to the Augustinian idea of perpetual progress (i.e. Jacob's ladder), he made one superficially inconsequential change: according to St. Augustine the progress is the result of continued devotion, according to Hegel it is automatic, the mind simply won't allow anything else.

Why do I say that this demonstrable falsehood is superficially inconsequential? Well, because the devotion is unbroken.

And so... so what? But as I already explained: There are second order consequences. Hegel's view is very convenient when it comes to specialisation. It allows us to pursue the necessities of our enterprises, without having to worry about maintaining the necessary unity for political action. That is supposed to follow automatically. And when it does not, we are predisposed to turn a blind eye to the mechanism that does provide it, i.e. propaganda.

And that is the way we live. In breadth there is strength, if you will. Of course, Hegel is also intimately linked to more pernicious practices, e.g. those of the Leviathan*, whom he gives perfect cover, but it's not as if Hegel would have the authority to actually help with any of those.

If then we are to enter another time of conceptual renewal, we'd have to find fault with In breadth there is strength. and find strength in application.

* There's also those of Punch and Judy like political theatre, where all aspects of the good guy and the bad guy are carefully designed so as to result in the desired takeaway, i.e. synthesis.

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Go, Steamboat, go!



It's the 96th time since March 15, 2018 that Steamboat Geyser has erupted and the interval since the last eruption has been a very respectable 3 days, 18 hours and 56 minutes.

Well, I'm not rooting so far, it's more like a pawn of sorts. After all, earlier this year it looked as if Steamboat had come to the end of its current series.

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Selbstverbesserungsgemeinschaften

Indem sich Befassungsgemeinschaften mit Verfolgung, Einlösung und Auslösung befassen, entwickelt sich die Stellung, das Verständnis oder die Haltung ihrer Mitglieder. Befassen sie sich dabei mit zweien zugleich, so werden sich die zugehörigen Orientierungen auf einander angepaßt entwickeln, wenn sie sich aber nur mit einem befassen, so findet die Entwicklung der zugehörigen Orientierung prinzipiell autonom statt, und diese Autonomie ermöglicht den Sonderfall, daß die Befassung der allgemeinen Verbesserung der eigenen Stellung, des eigenen Verständnisses oder der eigenen Haltung dient, in welchem Fall ich angesichts des Zusammenhangs von Befassungsgemeinschaften und Vereinen der höheren Kommunikation von
  • Verständnisorden,
  • Stellungsverbänden oder
  • Haltungsräten
sprechen möchte.

Ein paar Worte der Klärung. Wir verfolgen das, woran wir glauben, das, wovon wir uns etwas erwarten. Auch wenn es längere Zeit gedauert hat, mir darüber klar zu werden, ist diese Definition der Stellung doch in völliger Übereinstimmung mit ihrer ursprünglichen. Ein Verständnisorden widmet sich dem geliebten Verständnis, ein Stellungsverband koordiniert seine Mitglieder hinsichtlich dessen, woran, es zu verfolgen, ihnen gelegen ist und ein Haltungsrat plant die Einübung der ihren Stolz erweckenden Haltung.

Der Grund, warum ich mich die letzte Zeit, ohne es zu wissen, mit Selbstverbesserungsgemeinschaften beschäftigt habe, ist, daß ihr Aufkommen keineswegs selbstverständlich ist, so daß, wenn sie einmal aufkommen, dies der Zeit, in welcher sie aufkommen, einen ganz besonderen Zauber verleiht, selbst wenn hinsichtlich der Verbesserung der eigenen Orientierung nichts entscheidendes gewonnen wird.

Ich fragte mich nämlich, ob es wohl möglich wäre, daß heute, oder auch im letzten Jahrhundert, die so genannte unsterbliche Partie Berühmheit erlangen könnte, oder auch, ob es einem Mathematiker möglich wäre, denselben Einfluß auf Mathematik und Physik zu entfalten wie Bernhard Riemann seinerzeit. Die Antwort lautet natürlich Nein in beiden Fällen. Die Begründung dafür, welche einem sofort in den Kopf kommt, in einem Wort verdichtet: Gründerzeit, ist aber unbefriedigend, wenn man ähnliche Episoden in den Blick nimmt.

Warum ist Evel Knievel ein Star geworden? Ich habe als Kind auch noch Stuntshows gesehen, aber da war es schon nichts besonderes mehr. Warum kam es zu Filmen wie
  • The Italian Job,
  • Live and Let Die,
  • The Man with the Golden Gun und
  • Death on the Nile?
Was ich meine, Filme, in welchen Schauspieler Durchschnittstypen von der Straße spielen, welche in die Filmhandlung eingebunden sind. (Freilich, im Falle von The Man with the Golden Gun nur eine einzige Schauspielerin, nämlich Britt Ekland, aber ihre Präsenz ist derart, daß sie es locker mit dem Rest der Crew aufnimmt.)

Und zunächst habe ich vor dieser Frage kapituliert. Dann aber, gestern, bin ich auf ein weiteres Beispiel aus dem 19. Jahrhundert gestoßen, und da habe ich es schließlich kapiert. Die Rede ist von den Seventh-day Adventists. Nachdem Christus nicht am 22.10.1844 zurückkehrte (wie auch?, damals gab es ja all die Geräte noch nicht, welche Johannes in der Offenbarung beschreibt), machte sich diese Gruppe daran, in der Bibel nach einer Begründung für ihren Irrtum zu suchen, und wurde fündig. Entscheidend für ihr Fortbestehen war ihre Überzeugung, auf ihrem Weg zu besseren Gläubigen zu werden, wie sie exemplarisch an Ellen G. White zu erkennen ist.

Wenn also Menschen nur glauben, daß sie sich in einer Befassungsgemeinschaft selbst verbessern können, dann werden sie auch an einer solchen teilnehmen. Im 19. Jahrhundert waren Mathematik und Schachspiel nicht die Werkzeuge, welche sie heute sind, sondern vielmehr Möglichkeiten der Veranschaulichung, welche die Erkenntnisfähigkeit des menschlichen Geistes wecken. Das ist mir im Hinblick auf die Gegenstände, mit welchen sich Bernhard Riemann beschäftigte, und die von ihm verwendeten Beweismethoden völlig klar, und die unsterbliche Partie dürfte auch nur aufgrund ihres metaphorischen Gehalts berühmt geworden sein, nämlich der Überlegenheit des zusammenarbeitenden Ganzen gegenüber nur auf sich selbst achtenden Spitzen.

Und wie dies also Verständnisorden sind, so kam es Mitte des 20. Jahrhunderts zu Stellungsverbänden von Teenagern, welche sich durch den Besuch von Konzerten und dergleichen mehr eine sie erfüllendere Teilhabe am Leben erhofften, als ihnen in den gewohnten Bahnen offenstand. Durch ihre Sehnsucht nach Verbindungen erschufen sie den Typus des Fans, und dieser Typus erschuf seinerseits den Typus des Stars. Und also begannen andere, bereitwillig in die Rolle des Stars zu schlüpfen, unter ihnen auch Evel Knievel. Und weil die Filmindustrie stets darum bemüht ist, ihr Publikum zu erreichen, oder jedenfalls war, bevor sie von anderen finanziert wurde, nahm sie schließlich die Beziehung zwischen Fan und Star spielerisch auf, wie an den genannten vier Filmen zu ersehen ist.

Natürlich ist nichts bleibendes dabei entstanden, ja, im Vergleich zum 19. Jahrhundert ist diese Episode geradezu beschämend, aber es ist andererseits immer schön, sich regendes Leben zu betrachten, insbesondere, wenn es sich nur alle 50 Jahre oder so einmal regt.

Wieso 50?, und nicht 100? Nun, ich denke, daß sich in den Wanderbewegungen der 1920er Jahre ein Beispiel für Haltungsräte erkennen läßt. Vielleicht ist auch die Abfolge der Selbstverbesserungsgemeinschaften durch den Eigenlauf des Ichs bestimmt: Wie Einlösung auf Verfolgung folgt und Auslösung auf Einlösung und Verfolgung wieder auf Auslösung, so mögen auch Verständnisorden auf Stellungsverbände folgen, Haltungsräte auf Verständnisorden und Stellungsverbände wieder auf Haltungsräte, doch bedürfte es einer umfangreicheren Betrachtung der Geschichte der populären Kultur als jener der letzten 200 Jahre, um diesbezüglich zu Gewißheit zu gelangen.

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22. Mai 2020

Gesellschaftsingenieure

Ich habe ein wenig in Rudolf Christoph Euckens Geistige Strömungen der Gegenwart hineingelesen, und bin doch recht erschüttert, daß er es schafft, zwei Bestrebungen des Menschen so anzufassen, daß ihre Verbindung mehr oder weniger zwangsläufig durch ein menschenverachtendes System zu erfolgen hat, nämlich
  1. den Wunsch, die Welt, in welcher wir leben, möglichst gründlich zu verstehen und zu beherrschen und
  2. den Wunsch, selber darüber zu entscheiden, wie sich unsere Geschichte entwickelt.
Die Wahrheit ist natürlich, daß sich diese beiden Wünsche nicht gleichzeitig erfüllen lassen. Die Wahrheit ist, daß wir sie je nach unserer gegenwärtigen Lage gegeneinander abwägen. Und die Wahrheit ist auch, daß sich, wenn wir eine Weile lang entschieden den einen Wunsch verfolgen, unsere Lage hinsichtlich des anderen verschlechtert.

Hier nun wagt es Eucken zu behaupten, daß Wahrheit dasjenige sei, was politische Einigkeit herstellt, in einem Worte also Propaganda.

Nicht, daß sich Eucken dessen bewußt gewesen wäre. Vielmehr entspringt seine Definition einer Art hegelianischer Fortschrittsgläubigkeit, also in etwa so:
  1. Wir sind die besten Menschen, welche es je gab.
  2. Also sind unsere Bestrebungen auch die besten Bestrebungen, welche es je gab.
  3. Dies könnte aber nicht so sein, wenn der Geist nicht fähig wäre, im Laufe der Zeit gegensätzliche Bestrebungen in eine ihnen überlegene mit sich selbst übereinstimmende Bestrebung zu überführen.
  4. Also ist die Verbindung von Weltherrschaft und Entscheidungsfreiheit möglich.
  5. Da unsere Gefühle aber nicht zu zur Weltherrschaft hinreichender politischer Einigkeit führen, muß es eine andere Entscheidungsgrundlage in unserem Geiste geben, und diese bezeichnen wir als Wahrheit.
Man kann es auch anders sagen: Eucken sieht den Zerfall der politischen Handlungsfähigkeit in Folge des Übergangs der Herrschaft der Achtung zur Herrschaft der Unvernunft und meint, die Philosophie könne die Sorge hinreichend erneuern, um gleich wieder in die Herrschaft der Rücksichtslosigkeit überzugehen und die politische Handlungsfähigkeit wiederherzustellen.

Genau das ist in Deutschland natürlich auch geschehen, nur daß die Rücksichtslosigkeit nur 12 Jahre hielt, um Berlin herum sogar 56 Jahre, doch in jedem Falle im historischen Maßstab keine bleibende Errungenschaft darstellend.

Das platte Fortschrittsdenken entpuppt sich also als eine Spielart der Kostenschneiderei, bei welcher sich die Betroffenen am Ende fragen, warum bloß ihr mangelhaft zusammengeschusterter Apparat nicht hält.

Und immer dient sich die Philosophie dabei in echter aristotelischer eierlegende Wollmilchsau-Manier an.

Freilich, Eucken dachte an Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit und so weiter. Aber das sind Trugbilder. Dadurch, daß von den bestehenden Religionen so weit abstrahiert wird, bis sie alle gleich erscheinen, ist in der Sache wenig gewonnen. Selbstverwirklichung, beispielsweise, hört sich erst einmal schön an, aber wenn sie konkret wird, ist es doch nicht egal, was sich verwirklicht. Politische Einigkeit ist immer das Resultat einer Täuschung, wenn ihr Standpunkt durch die Effizienz des Systems vorgegeben wird, denn es entspricht durchaus nicht der Natur des Menschen, in der Effizienz von Systemen aufzugehen. Echte politische Einigkeit stellt immer einen der Natur der sich Einigen angepaßten Kompromiß aus Freiheit und Notwendigkeit dar.

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Der Kampf der Systeme

Die Flucht vor und zu dem Recht

Fürchte nicht, daß Gott sich auf die Seite deiner Feinde schlägt,
sondern daß du nicht zu Seinem Lager findest.

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20. Mai 2020

Von der himmlischen Ordnung

Die Frage, welche ich im vorigen Beitrag angerissen habe, läßt sich auch so fassen: Welches Verhältnis zum himmlischen Willen sollten wir anstreben?, wobei der himmlische Wille Gottes fortwährende Berücksichtigung der Gebete Seiner Geschöpfe ist, auch über ihr irdisches Ableben hinaus.

Leider gibt es noch nicht einmal einen Konsens darüber, daß es so einen Willen überhaupt gibt. Und etliche, welche glauben, daß es ihn gibt, sehen in ihm lediglich eine Rahmenbedingung unseres Lebens, welche dem einen Gunst und dem anderen Ungunst verheißt, und nicht auch zugleich das Ziel ihrer eigenen Existenz, was von ihnen übrig bleibt, indem Gott sich seiner annimmt.

Wenn wir uns über unsere eigene Autorenschaft, um es der Einfachheit halber einmal so kühn zu benennen, nicht im Klaren sind, werden wir vieles unterlassen, weil wir den Segen nicht sehen, welcher sich an es knüpft.

Und wenn wir nicht glauben, daß die Welt durch den himmlischen Willen gestaltet wird, werden wir uns oftmals an die Willen verlieren, welche die in ihr Lebenden leiten.

Zu glauben, daß es den himmlischen Willen gibt, verleiht unserem Handeln Bezugspunkte, welche die Gestaltung der Art unseres Lebens ermöglichen, indem wir sie als Marken des Kommenden betrachten, innerhalb derer wir einmal leben.

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18. Mai 2020

Puppets and people

NATURA HOC DEBUIT UNI

A man becomes a tyrant out of insolence,
He climbs and climbs, until all people call him great,
He seems upon the summit, and God flings him thence;
Yet an ambitious man may lift up a whole State,
And in his death be blessed, in his life fortunate.

And all men honour such; but should a man forget
The holy images, the Delphian Sibyl's trance,
And the world's navel-stone, and not be punished for it
And seem most fortunate, or even blessed perchance,
Why should we honour the Gods, or join the sacred dance?

Teddy Roosevelt said one time that it's better to try and win glorious triumphs and victories even though you are checkered by failure and fate than to rank with those poor spirits that neither enjoy victory or defeat, because they lived in such a great twilight that they've never tried either one. So, rather than be a painter of the Brooklyn Bridge or work in the Lincoln Tunnel in New York City and suck all that carbon dioxide in every day and live in those ghettos, I decided to fly through the air and live in the sunlight and enjoy life as much as I could and that's just what I'm doing.
Q.E.D.

Then again, it does not have to be insolence when there is an occasion to which one can live up to, an ideal that merits action on its behalf, as expressed rather loftily by the Rienzi overture.

Bei dieser gottbegnadeten Musik hatte ich als junger Mensch im Linzer Theater die Eingebung, daß es auch mir gelingen müsse, das deutsche Reich zu einen und groß zu machen.

Whether Hitler himself lived up to the occasion, rather than being insolent, is of little importance, he did understand however that the music was useful to that end with others.

And even more important is the question what kind of worldly believers the churches want: Men of humility and depth or insolent ones?

The latter are more easily controlled, and the former may lose their way despite their qualities. In the opera, Rienzi leads the city of Rome eventually into a conflict with the Holy Roman Empire that has little chance of doing it any good. So he is disposed of. Hitler's moves were of course from the beginning geared towards war.

But the question stands: What kind of contact person in politics or the economy do the churches want?

To me it looks as if they were fishing for imbeciles, whose insolence they are eager to bless, so that they may later enjoy their gratitude. The churches are serious in their charitable work, outside of it, however, they rather deal with puppets than with people.

I mean, there must be some reason, why the general public has come to believe that left wing political parties adhere most closely to Christian principles. So much so, that the German Antifa can openly state on their website that:
  1. demonstrations not guided by socialism can easily pick up right wing arguments,
  2. mixing with right wing activists is a danger for society at large and hence
  3. all non-socialist demonstrations have to be violently fought on the streets,
without anyone thinking that this is morally problematic.

Had the churches invested anything in believers rooted in their belief, and I mean actually experiencing believing, this could not possibly have come about.

The world is filled with those who wish to steer their fellow human beings into one direction or the other and human beings are getting sick of it. Rightfully so, I think, if you can't talk to people on the same level that you want to be talked to, don't think that you have anything to say to them.

Well, here we are.

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Leitungsverlust in Befassungsgemeinschaften

Der vorige Beitrag erlaubt es, danach zu fragen, was aus einem sozialen Gefüge wird, wenn die es leitende Kommunikation versiegt und nur die bindende und unterbindende übrig bleibt.

Es ergeben sich die folgenden Übergänge:
  • die Zurückgezogenen werden zur Aushilfe,
  • eine Partei zu einer Aufsicht,
  • eine Bande zu einem Betrieb,
  • eine Clique zu einer Besatzung,
  • ein Stab zu Wanderarbeitern und
  • eine Schule zu einer Tradition,
und übrig bleiben in allen Fällen Zuschauer ihrer eigenen Befassung, wobei sich der Übergang, welcher sich am schwierigsten vorstellen läßt, gerade vor unseren Augen abspielt: Zunehmend zeigt es sich, daß es nicht viele politische Parteien auf der Welt gibt, sondern nur eine, und in ihr findet kein zureichender Erfahrungsaustausch hinsichtlich des Koordinierens statt, so daß ihre Rolle darauf schrumpft, ihren Einklang zu wahren, was sie zunehmend mehr zu einer Aufsicht macht.

Freilich haben unsere Politiker vornehmlich die Aufgabe, sich zu beraten, wie sie die Steuergelder auszugeben gedenken, inwiefern sie eine Bande bilden, aber aus ihrer Alltagssicht heraus handelt es sich dabei um die Sorge um das wirtschaftliche Beziehungsgeflecht, inwiefern sie eine Partei bilden. Und aufgrund der heutigen Rahmenbedingungen arbeiten sie als Bande noch selbständig, da sie ja Haushalte verabschieden können, doch als Partei sind ihnen in den sonstigen Koordinationsfragen zunehmend die Hände gebunden, so daß die Politik zunehmend den Charakter der Aufsicht annimmt.

Träte hingegen ein Mangel an Steuereinnahmen ein, so nähme die Politik zunehmend den Charakter eines Betriebs an, wobei das eine das andere selbstverständlich nicht ausschließt. Und wenn beides zusammen aufträte, so nähme die Politik zunehmend den Charakter einer Besatzung an.

Daß sie das letztere tun wird, kann ich mir hier in Deutschland nicht recht vorstellen, aber daß sie zunehmend zur Aufsicht wird, liegt auf der Hand. Wenn es dann auch noch wirtschaftlich eng wird, erwarte ich eine Änderung des politischen Systems. In England und Amerika sind die Wähler bereits zuvor vor der sich abzeichnenden Aufsicht geflohen, aber wenigstens einstweilen hat sie sie wieder eingeholt. Den Druck nimmt es sicher nicht von der Politik.

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17. Mai 2020

Höhere Kommunikationsvereine und soziale Gefüge

Soziale Gefüge sind spezialisierte Befassungsgemeinschaften, entweder dadurch spezialisiert, daß sie sich ausschließlich mit Verfolgung, Einlösung oder Auslösung befassen (Partei, beziehungsweise Zurückgezogenheit oder Bande) oder dadurch, daß sie sich ausschließlich mit einem dieser dreien nicht befassen (Stab, beziehungsweise Clique oder Schule).

Befassen mag man etwas schwammig finden, aber der vorige Beitrag verdeutlicht das Gemeinte wenigstens mich zufriedenstellend. Die hier genannte Schule ist eine esoterische, der Kommunikationsverein hingegen eine exoterische.

Nun habe ich einerseits im Beitrag Die Herrschaftsvereine der Herrschaftsformen des I Chings diesen Herrschaftsformen Vereine der höheren Kommunikation in unterschiedlichen Rollen (Leitungs-, Bindungs- oder Unterbindungsverein) zugewiesen, andererseits aber schon lange zuvor behauptet, daß
  • Zurückgezogenheit der Herrschaft der Sorge ähnelt,
  • eine Schule der Herrschaft der Abgemessenheit,
  • eine Partei der Herrschaft der Achtung,
  • eine Clique der Herrschaft der Unvernunft,
  • eine Bande der Herrschaft der Lust und
  • ein Stab der Herrschaft der Rücksichtslosigkeit.
Ich sollte mir also wohl die Frage vorlegen, ob sich die geforderten Kommunikationsaffinitäten an den Befassungsgemeinschaften nachweisen lassen.

Zu diesem Zweck möchte ich die folgende Tafel aufstellen.
Befassungs-gemeinschaftLeitungs-
verein
Bindungs-
vereine
Unterbindungs-
vereine
Stab Leistungs-
bund

Kompetenz-
gefolgschaft und -kult
Schule Prinzipien-
schule

Theorien-
gefolgschaft und -kult
Clique Aufmerksam-
keitsstand

Anspruchs-
vertreterschaft und -kult
Zurück-
gezogenheit
Widmungs-
orden
Heilsandien-
schaft und -gefolgschaft
Autoritäts-
vertreterschaft
Partei Koordina-
tionsverband
Harmoniekult und -gefolgschaft Harmonie-
gefolgschaft und -kult
Bande Planungsrat Machtkult und -andienschaft Solidaritäts-
vertreterschaft
Bevor ich zur Erklärung komme, zunächst ein paar Worte zur die ästhetischen Ideale betreffenden Verteidigung: Jene beziehen sich stets auf den Leitungsverein, also daß
  • die Leistung groß sei,
  • die Prinzipien harmonisch,
  • die Aufmerksamkeit ewig,
  • die Widmung wahr,
  • die Koordination glänzend und
  • die Planung machtbringend.
Allzu großes Gewicht möchte ich aber nicht auf diesen Punkt legen. Kommen wir also zu dem, was mir an dieser Tafel erklärenswert erscheint.

Kompetenzgefolgschaft bedeutet, auf die Kompetenten zu hören, Kompetenzkult hingegen die Kompetenz des Stabes zu verherrlichen (die größten, die besten und so weiter) und sich dadurch zur persönlichen Richtschnur zu machen.

Anspruchsvertreterschaft ist das sich im Namen der Clique Aufspielen, um bei seinen Kumpanen zu punkten. Anspruchskult hingegen ist das für sich Reklamieren von Straßenzügen und so weiter.

Heilsandienschaft ist das Zutragen zum Heil und Heilsgefolgschaft die Berücksichtigung des Heils bei allen Unternehmungen. Natürlich kann man hier nicht von Kompromittierung und Verblendung sprechen, doch formal passen die Vereine, was wohl auch der Grund dafür ist, daß manchmal, wenn man etwas des Heils wegen tut, ein anderer meint, man wolle sich bei ihm einschleimen, beziehungsweise, daß man blöd sei.

Autoritätsvertreterschaft bedeutet, sich für andere Autoritäten auf ihrem Gebiet einzusetzen, um zu verhindern, daß man selbst kein Gehör mehr findet, weil die Diskussion von Hammeln dominiert wird.

Harmoniekult ist die Selbstverpflichtung zur Harmonie, Harmoniegefolgschaft hingegen sich von der Harmonie leiten zu lassen. Der Unterschied liegt definitionsgemäß in der Art der Verblendung, ob sie ideologisch oder pragmatisch ist, ob man meint, das Rechte zu tun oder zu profitieren.

Solidaritätsvertreterschaft bedeutet, sich für die Solidarität innerhalb der Bande einzusetzen, um zu verhindern, daß sie zerfällt.

Dabei sei es belassen. Ich denke, die Übertragung der Herrschaftsvereine auf die Befassungsgemeinschaften hat auf Erscheinungen geführt, welche sich tatsächlich an Befassungsgemeinschaften beobachten lassen. Freilich, nach dem Kriterium habe ich sie auch aufgesucht, aber nicht jeder Versuch gelingt, nicht jede Perspektive erweist sich als fruchtbar, doch diese eben schon.

Und also dürften meine vorigen Betrachtungen zu Kommunikationsvereinen, sozialen Gefügen und den Herrschaftsformen des I Chings die Wirklichkeit einigermaßen brauchbar eingefangen haben.

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16. Mai 2020

Die sozialen Gefüge der Bereitungsgemeinschaften

Der vorige Beitrag hat mich dazu angeregt, die Gesinnungsreifung in Bereitungsgemeinschaften noch einmal unter dem Blickwinkel der dabei auftretenden sozialen Gefüge (offensichtlich hätte ich auch Gesinnungen und soziale Gefüge schreiben können) zu betrachten, denn was ist das für eine Gemeinschaft, welche sich da frühmorgens bei Platon trifft?
Zeitalter derunbedingte Basis herzliches Bewegendes ehrwürdige Form
Werke Unterstützung
durch Befreun-
dungswerk
Lehre
durch
Musterung
Kultur
durch
Schatzwaltung
Wunder Gewährung
durch
Wirkmacht
Teilhabe
durch Lebens-
ausrichtung
Bildung
durch
Widmungsschau
Wacht Anerkennung
durch
Tugendklärung
Aufgabe
als
Regelungstrupp
Organisation
durch
Verbindungspflege

Zur Wirk- beziehungsweise Werkmacht habe ich sogar einen eigenen Beitrag geschrieben, sonst dürfte das meiste klar sein, nur daß das Befreundungswerk seine Aufgabe nicht darin sieht, allen möglichst gleiche Reaktionen einzuprägen, sondern vielmehr einem jeden in seinem Wollen zu helfen, und daß die Musterung alles daraufhin ansieht, zu was es sich verwenden ließe, möchte ich hier eigens festhalten.

Hinsichtlich der sozialen Gefüge also gilt folgende Zuordnung,
Zeitalter derBande Partei Zurück-gezogenheit
Werke Schatzwaltung Befreundungswerk Musterung
Wunder Wirkmacht Lebensausrichtung Widmungsschau
Wacht Regelungstrupp Verbindungspflege Tugendklärung
wobei sich eine Bande durch ihr Interesse an der Auslösung (und damit insbesondere am Besitz), eine Partei durch ihres an der Verfolgung (und damit insbesondere am wirtschaftlichen Beziehungsgeflecht) und die Zurückgezogenheit durch ihres an der Einlösung (und damit insbesondere an Wissen) auszeichnet.

Wer trifft sich also in den Nomoi? Schatzwalter? Schatzwalter treffen sich in unseren Parlamenten. Ich sehe nicht, daß Platon sie gemeint haben könnte. Widmungsschauer? Widmungsschauer lebten zuvor als Lebensausrichter und kämen ungezwungen zusammen, um ihre Erfahrungen zu vergleichen. Nein, Platon kann nur Verbindungspfleger meinen, wiederum im Einklang mit der These, daß Platon noch im Zeitalter der Wacht lebte.

Übrigens sehen wir sehr deutlich, daß beim Übergang eines Zeitalters zum nächsten das Verwaltungsgefüge durch ein gleichartiges Einübungsgefüge ersetzt wird, am Ende des Zeitalters
  • der Werke die Schatzwaltung durch die Wirkmacht,
  • der Wunder die Widmungsschau durch die Tugendklärung und
  • der Wacht die Verbindungspflege durch das Befreundungswerk,
was Statisierungen darstellt, welche allerdings mit zugehörigen Dynamisierungen verbunden sind, genauer gesagt wechselt das statische ontische Gefüge zum dynamischen synthetischen und das dynamische sysnthetische zum dynamischen analytischen und das dynamische analytische zurück zum statischen ontischen, aber nur bei der Statisierung besteht inhaltliche Kontinuität.

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15. Mai 2020

Tugend

Platon beschließt die Nomoi also mit der Aufforderung, man möge die Tugend bestimmen, und dann auch anderen vor Sonnenaufgang erklären; nebenbei, mehr Nahrung für meine These, Damaskios habe den Koran geschrieben, wiewohl das hier gleichzeitig an Johannes erinnert:
Beim Himmel und dem Morgenstern,
doch was sagt dir, was der Morgenstern ist?
Es ist der durchdringende Stern!
Keines Menschen Seele hat einen höh'ren Leiter als ihn.
Lass` den Menschen denn bedenken, woraus er ward:
Er ward aus ausgestoßener Flüssigkeit,
welche zwischen Lenden und Hüften entsprang.
Wahrhaftig, dann, kann Er ihn wiederbringen
an dem Tag, an welchem die geheimen Gedanken offenbar werden.
Dann hat er weder Macht, noch Helfer,
bei dem Himmel, der den wiederkehrenden Regen gibt,
und der sich auftuenden Erde.
Dies ist ein gültig' Wort
und keine Poesie.
Sie haben einen Plan,
und Ich habe einen Plan.
Lass' denn die Ungläubigen sein. Behandle sie sanft, eine Weile lang.
Sure 97 erwähnte ich ja schon zuvor, wiewohl die Stunde dort, wohl wüstenklimabedingt, eine noch vorgerücktere ist.

Nun denn, den Anfang zu solch frühen Versammlungen hat also Platon gemacht, soweit die Schriften reichen. Und ich schicke mich jetzt also an, ganz prosaisch die Tugend zu bestimmen.
Tugend ist jene Orientierung eines Menschen durch seine Haltung, sein Verständnis und seinen Glauben, welche die Sorge (Vernunft) ihm auserköre.
Das heißt nicht, daß ein tugendhafter Mensch es durch Vernunft wurde, doch heißt es, daß die Vernunft zu dem selben Ergebnis gekommen wäre.

Jedenfalls ist dies das richtige Verständnis der Tugend, und wohl auch Platons, wiewohl er wahrscheinlich nur auf Haltung und Verständnis absieht, indem
  • Weisheit das rechte Verständnis bezeichnet,
  • Besonnenheit die grundsätzliche Wertschätzung des sich Orientierens,
  • Gerechtigkeit die Anwendung des Verständnisses auf die eigene Orientierung und
  • Tapferkeit die Beherzigung der eigenen Orientierung.
Dieses sind Platons Begriffe, Tapferkeit verwende ich in gleicher Weise, statt Gerechtigkeit spreche ich in diesem Sinne von Rechtschaffenheit, Besonnenheit verwende ich wieder in gleicher Weise, und Weisheit vermeide ich als Terminus technicus; stattdessen spreche ich von Einsicht, wenn etwas als richtig erkannt wird.

Die Abenddämmerung geht ihrem Ende entgegen, und ich bin allein. Ob es wirklich klug wäre, sich in der Morgendämmerung unausgeschlafen gemeinschaftlich den Arsch abzufrieren, wage ich zu bezweifeln, die rechte Stunde für Philosophie ist es meines Erachtens in unseren Breiten nicht, jedenfalls nicht im Sommer, im tiefsten Winter mag es angehen.

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13. Mai 2020

Thoughts on two Star Trek episodes

There's a strange difference in tone between two of my favourite The Next Generation episodes, Time's Arrow and The Survivors.

Time's Arrow is a take on the panther. There must be quite a few nonsensical TNG episodes seen through the lens of Darwinism, but Time's Arrow takes the cake. It is so obviously absurd that one has little choice but to understand it symbolically. So there are these creatures living in a cave feeding off of humans. They don't talk much, but when they finally open their mouth they point out the foolishness of humans who, without their wisdom, would destroy themselves.

Well, no reason not to get rid off them. But perhaps the symbolism ends there. Or does it? I'm not sure, after all TNG carries the rottenberrygene. But seriously, what is there to condemn? Choosing the wise course requires us to make sacrifices. Are we supposed to rebel against that?

Other than getting rid of the troglodytes this episode rebels very little against the view of the wise, that the course of history is carved in stone and that we all have to fulfil our fate, although pretty much any other episode on the subject tells us that that is not the case, but then again Star Trek has a lot of, often hilarious, inconsistencies, my favourite being the Norse dialect they speak on Vulcan in the Motion Picture from 1979.

Still, the troglodytes are creepy, monstrous. And their annihilation doesn't raise any moral questions on the plane of the uninterpreted parable. Somehow I feel that the episode is meant as a proclamation of emancipation from the old gods, watching over immutable necessities.

Well, let us consider the other episode, The Survivors. Kevin lets the Husnock kill to their hearts content, but once they've shown their true colours, he decides their race doesn't merit existence. Interestingly, Mr. Pickard, the great British actor, expresses tacit support of that approach, also known as the burning of the tares at the harvest.

Is this supposed to be a different way? The liberation from necessity? At least for the short-sighted?

Because it isn't. It is the exact same way: Letting bad people do bad deeds is the sacrifice that people have to pay for a free society built on trust, which, under the right circumstances, is the wise choice.

Still, on the one side monstrous and creepy, on the other dignified and feeling.

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Verselbstzweckung der Herrschaftsformen der Erneuerung der Seelenteile und Krisenanfälligkeit

Im Gegensatz zu den Herrschaftsformen der Seelenteile, welche durch ihren jeweiligen Seelenteil an Gott gebunden sind und also ein Gespür für das ihnen Gebührende besitzen, betrachten die Herrschaftsformen der Erneuerung der Seelenteile ihr Walten als ein Experiment, bei dessen Durchführung sie zu Werkzeugen greifen, und so kann es nicht verwundern, daß sie unter Umständen auch zu einem solchen Instrument greifen, welches geeignet ist, ihre jeweilige Herrschaft zu verlängern.

Wie ich im vorigen Beitrag schrieb,
  • erzeugt die Herrschaft der Rücksichtslosigkeit Mannschaftswettbewerb, welcher Mannschaften zu Verbänden macht, welche sie irgendwann ablösen,
  • die Herrschaft der Abgemessenheit Verfänglichkeit, welche sie ablösende Räte entstehen läßt, und
  • die Herrschaft der Unvernunft Unerschlossenheit, welche sie ablösende Orden entstehen läßt.
Genauer gesagt
  • wird eine Mannschaft dadurch zu einem Verband, daß sie sich einspielt,
  • entstehen Räte dadurch, daß Gruppen Verantwortung übernehmen, und
  • Orden dadurch, daß Gruppen das Unerschlossene entdecken,
und diese Prozesse lassen sich verhindern, nämlich indem
  • Mannschaften mit Spitzeln durchsetzt werden,
  • Verantwortung nie nur auf eine Gruppe übertragen wird, also durch parallele Strukturen, und
  • eine fortwährende implizite Enteignung von Entdeckern stattfindet.
Letzteres ist bei weitem am kunstreichsten. Heute geschieht es in Form von zentralbanklich vergünstigtem Kredit. Allerdings haben diese herrschaftsverlängernden Maßnahmen Nebenwirkungen, indem sich die Menschen ihnen anpassen und
  • unter Spitzeleinsatz hinterhältig werden,
  • unter parallelen Strukturen korrupt, das heißt zur Unterschlagung neigend, und
  • unter impliziter Enteignung zu Drückebergern.
Die Herrschaft der Achtung ist besser als die Herrschaft der Rücksichtslosigkeit, die Herrschaft der Sorge besser als die Herrschaft der Unvernunft, und wenn die Herrschaft der Lust vielleicht auch nicht besser als die Herrschaft der Abgemessenheit ist, so läßt sie sich doch nicht verhindern. Es ist also besser friedlich mit der Zeit zu gehen, als sich durch hinterhältige, korrupte oder drückebergerische Untertanen gegen sie zu wehren, denn gehen muß man doch, wenn nicht friedlich, so indem
  • der Spitzeleinsatz zu einer Leistungskrise der Hinterhältigen führt,
  • parallele Strukturen zu einer Loyalitätskrise der Korrupten führen oder
  • implizite Enteignung zu einer Vertrauenskrise unter den Drückebergern führt,
denn der Hinterhältige muß stets den doppelten Aufwand treiben, um sich abzusichern, der Korrupte seinen Herren fürchten, gleich wer er ist, und der Drückeberger kann sich auf seinesgleichen nicht verlassen.

Die Gerechtigkeit, welche den Anmaßenden widerfährt, ist die Gewalt.

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12. Mai 2020

Zur Entstehung der Vereine der höheren Kommunikation

Wenn es Vereine der höheren Kommunikation gibt, dann gibt es wohl auch Verhältnisse, aus welchen sie erwachsen.

Die Vereine der höheren Kommunikation bilden sich auf natürliche Weise, indem
  • Mannschaftswettbewerb zur Mitteilung von Nachgewiesenem innerhalb der Mannschaft führt, welche dadurch zu einem Verband wird,
  • Gruppenbeschränkung zur Mitteilung von Bedürfnissen innerhalb der Gruppe führt, welche dadurch zu einem Stand wird,
  • Verfänglichkeit für eine Gruppe zur Mitteilung von Fragen innerhalb der Gruppe führt, welche dadurch zu einem Rat wird,
  • Anpassungszwang einer Gruppe an ihre Umwelt zur Mitteilung von Ausblicken innerhalb der Gruppe führt, welche dadurch zu einem Bund wird,
  • Unerschlossenheit der Umwelt durch eine Gruppe zur Mitteilung von Gemahnungen (an Ideale) innerhalb der Gruppe führt, welche dadurch zu einem Orden wird und
  • Verwirrung innerhalb einer Gruppe zur Mitteilung von Beweisen innerhalb der Gruppe führt, welche dadurch zu einer Schule wird.
Sie tun dies, wann immer ihre Entstehungsbedingungen bestehen und insbesondere auch beim Übergang der Herrschaftsformen in einander, das heißt
  • die Herrschaft der Rücksichtslosigkeit erzeugt Mannschaftswettbewerb,
  • die Herrschaft der Abgemessenheit erzeugt Verfänglichkeit,
  • die Herrschaft der Unvernunft erzeugt Unerschlossenheit,
  • die Herrschaft der Achtung erzeugt Beschränkung in ihrem Kult (Fortschrittsrebellion) oder Verwirrung in ihrer Gefolgschaft (Kritikerrebellion),
  • die Herrschaft der Lust erzeugt Beschränkung in ihrem Kult (Prinzenrebellion) oder Anpassungszwang in ihrer Andienschaft (Dienerrebellion) und
  • die Herrschaft der Sorge erzeugt Anpassungszwang in ihrer Andienschaft (Ritterrebellion) oder Verwirrung in ihrer Gefolgschaft (Jüngerrebellion).

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11. Mai 2020

Am Ende der Herrschaft der Unvernunft

Die bedeutendste Vertreterschaft zur Unterbindung politischer Bünde in der heutigen Zeit ist die aristotelische Selbstoptimierungsgemeinschaft wie sie vielleicht am deutlichsten in den Star Trek - The Next Generation Episoden zum Ausdruck kommt.

Wie ich nun schon mehrere Male schrieb, besteht der Witz bei ihr darin, daß der sich fügende Einzelne sich mit dem gesellschaftlichen Fortschritt, welchen er durch sein sich Fügen ermöglicht, identifiziert. Besonders verbreitet ist diese Haltung selbstverständlich bei Wissenschaftlern und solchen, welche es zu werden hoffen.

Nun, das Schlimmste, was sich gegen diese Vertreterschaft sagen läßt, ist, daß sie Alexander den Großen ermöglichte und damit das Ende der griechischen Kultur besiegelte. Seitdem also klebt sie uns an den Hacken, und vielleicht hatte sie andernorts auch schon früher Vorläufer.

Es liegt wahrscheinlich genau an dieser unbestreitbaren geschichtlichen Bewährung, daß ihr Einsatz als Herrschaftsinstrument heute nur als Lösung von Problemen gesehen wird und nicht selbst als mögliches Problem.

Es besteht nämlich eines: Vertreterschaften sind ausgesprochen passiv, wie es ein gutes Herrschaftsinstrument natürlich auch sein sollte, und wenn sich das Gewicht vom Leitungsverein weg hin zum Unterbindungsverein verschiebt, findet irgendwann keine Leitung durch den Leitungsverein mehr statt, da er die dazu nötigen gesellschaftlichen Eingriffe nicht mehr organisieren kann.

Die aristotelische Selbstoptimierungsgemeinschaft im besonderen nun ist auf Leitung angewiesen und wird, sobald sie ihre verliert, aktiv nach neuer suchen, wobei sie sich, ihrem ganzen Wesen nach, am bereitwilligsten einem Rat unterstellt, da dieser von allen sie begleitenden Leitungsvereinen am ergebnisoffensten das ihm Dienliche erwägt.

Dabei ist es ihr selbst egal, ob der Rat den Herrschaftswillen einer Gruppe von Menschen ausdrückt oder nicht, also ob der Rat tatsächlich gesellschaftliche Ziele verfolgt, oder ob er lediglich glaubhaft machen kann, durch seinen Kurs eine insgesamt bessere Position zu erreichen, so lange der Kurs nur klar ist.

Und das ermöglicht es, die aristotelische Selbstoptimierungsgemeinschaft zu kapern, indem man nicht viel mehr tut, als Konferenzen zu organisieren und sie unter ein Motto zu stellen.

Wie ich auch schon mehrere Male schrieb, geht es dem Leviathan nicht darum, die Welt in eine bestimmte Form zu bringen, sondern darum, an möglichst vielen wirtschaftlichen Transaktionen als Mittler beteiligt zu sein, wobei er Probleme verursacht, um zu sehen, wer sie zu lösen vermag, und diese dann überredet, auf seine Dienste zurückzugreifen, andernfalls sie nur selbst wieder neue Probleme bekämen.

Also hat er erst die Tüchtigen von ihren Fesseln befreit, um mittlerweile aber Plünderern ihre Raubzüge zu finanzieren, damit bloß alles in Bewegung bleibt und immer neue Dienstleistungen entstehen.

Doch da alles an seine Grenzen stößt, hat er sich auf die Neuregelung der internationalen Beziehungen verlegt, wozu er der Welt versprochen hat, als große aristotelische Selbstoptimierungsgemeinschaft glücklich zu werden. Auch wenn eine solche internationale Vertreterschaft durch keinen nationalen Stand geleitet werden kann, gibt es doch Abhilfe durch allerlei internationale Räte, welche stets das selbe fordern, was auch in den Zeitungen steht, so daß wir ja wohl zufrieden sein dürften. Nur daß es jetzt zu Kämpfen um den Grad kommt, zu welchem sich die einzelnen Nationen dem Leviathan intern unterwerfen mögen, wo der eine nicht mehr unter seine Gewalt kommen möchte als der andere, weil er sich der zersetzenden Wirkung des Giftes bewußt ist, welches dem Leviathan seine Stellung verschafft.

Und nun wird also ein echter Rat mit gesellschaftlichen Zielen auf den Plan treten und eine neue Dynamik anstoßen.

Was auch immer von dieser zu halten ist, an der alten Dynamik festzuhalten kann doch niemand bei Licht betrachtet befürworten: Daß niemand große Entscheidungen treffen mag, ist selbst ein Argument dafür, Entscheidungen nicht immer größer werden zu lassen.

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8. Mai 2020

Home to roost

I've been warning about this for years, now we're past the Rubicon. If you deny the virtue of the truth in a particular matter, then the greatest liar will rule that matter soon enough.

By now there's open mockery. Just two examples without wanting to mention names. As I've pointed out recently, denial of the holocaust isn't free speech, but obstruction of justice by withholding evidence, if it comes from a German who has lived through the Hitler years, for to claim that there were no signs of such a thing is an open falsehood - signs like empty Jewish quarters and such.

Yet not understanding the very elementary nature of the wrong of such a thing, vast swathes of the public have accepted too readily the idea that to disagree with scientific findings is the root of the evil and all instances of this should be likened to holocaust denial.

If, in light of the reliability of scientific findings, projections in particular, someone were to revise this stance and not call it evil, but critical thinking, when they are being challenged, he'd not done in itself anything wrong, but he would have, if he would, possibly even unknowingly, have inherited the asinine assumption that there's no difference between denying what has happened next door in a criminal case and not believing the weather report, and if we consider the legislative process, the way definitions are built upon other definitions, the way precedent is respected, it becomes almost inevitable that at some point someone, inheriting current madness, will make a boo-boo.

It's a general principle, and it erodes sanity in a very general way: Make yourself indiscriminating and see how much sense you can make of the world. Is it advisable to lobotomise judges?

Jürgen Rieger, head of the NPD at the point of his death and copyright owner of Günther's books on race, began his lecture on race with the admission that race, as opposed to biological differences, is a construct, owing to the difficulty to find discrete borders in a continuum. Now, since whether you're male or female is considered a construct, guess what? Now brave anthropologists step to the fore and suggest that race is no construct, just like whether you're male or female isn't.

Introduce idiotic conventions, let a be equal to b, although it isn't, let some idiots have fun with that equation and deride b, then defend b and by virtue of it a. More dangerous though than applying this to the usual suspects, holocaust denial and racism, is applying this to yet unknown a', b' that are in the same class as a, respectively b.

For instance, let a guilty person be equal to an innocent person in terms of prosecution.

You say, well, that's not so? But it is. No matter how you turn the General Flynn business, you'll always find someone who is innocent and prosecuted and/or someone who is guilty and not prosecuted.

So who's it going to be? Who will face prosecution on the grounds that his guilt or innocence doesn't matter? Almost as much fun as spinning a bottle.

And at the end of this, when the wrong of it is evident, you could add to the crime by declaring the most blatant criminals who were prosecuted martyrs and absolve them.

No, this has gone too far already. Legal pressure is building and insistence on considering personal as opposed to corporate guilt or innocence is fading. Reminds me of Max von Sydow's little speech in Cadaveri eccellenti. And how do you avoid this episode, when you can't undo the equation?

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Die Herrschaftsvereine der Herrschaftsformen des I Chings

Die Herrschaftsformen des I Chings gliedern sich in zwei Dreiergruppen, von denen die eine aus den Erneuerungen der Seelenteile besteht und die andere aus deren Herrschaft.

Herrschaftsformen der Erneuerung
  • Herrschaft der Unvernunft (Erneuerung der Sorge),
  • Herrschaft der Rücksichtslosigkeit (Erneuerung der Achtung) und
  • Herrschaft der Abgemessenheit (Erneuerung der Lust).
Herrschaftsformen der Seelenteile
  • Herrschaft der Sorge (oberes Trigramm Berg),
  • Herrschaft der Achtung (oberes Trigramm Abgrund) und
  • Herrschaft der Lust (oberes Trigramm Donner).
Jede Herrschaftsform besitzt nun einen Leitungsverein, welcher die politischen Entscheidungen trifft.

Leitungsvereine der Herrschaftsformen
  • ein Stand leitet die Herrschaft der Unvernunft,
  • ein Bund leitet die Herrschaft der Rücksichtslosigkeit,
  • eine Schule leitet die Herrschaft der Abgemessenheit,
  • ein Orden leitet die Herrschaft der Sorge,
  • ein Verband leitet die Herrschaft der Achtung und
  • ein Rat leitet die Herrschaft der Lust.
Neben den Leitungsvereinen gibt es aber auch noch Bindungs- und Unterbindungsvereine, Bindungsvereine nur bei den Herrschaftsformen der Seelenteile, welchen sie dienen, indem sie die Verschreibung an den anderen Seelenteil einer Hochkultur an den herrschenden binden, und Unterbindungsvereine bei allen Herrschaftsformen, welchen sie dienen, indem sie die Fundamentlegung für den inaktiven Seelenteil einer Hochkultur, also jenen, welcher weder herrscht, noch erneuert wird, unterbinden.

Bindungsvereine der Herrschaftsformen
  • eine Andienschaft bindet die Achtung an die Sorge und eine Gefolgschaft die Lust,
  • ein Kult (statt Abgöttischaft) bindet die Sorge an die Achtung und eine Gefolgschaft die Lust und
  • ein Kult bindet die Sorge an die Lust und eine Andienschaft die Achtung.
Unterbindungsvereine der Herrschaftsformen
  • eine Vertreterschaft unterbindet die Achtung für die Sorge und der Orden selbst die Lust,
  • die Gefolgschaft unterbindet die Sorge für die Achtung und der Kult die Lust,
  • der Rat selbst unterbindet die Sorge für die Lust und eine Vertreterschaft die Achtung,
  • eine Vertreterschaft unterbindet die Achtung für die Unvernunft und ein Kult die Lust,
  • eine Gefolgschaft unterbindet die Sorge für die Rücksichtslosigkeit und ein Kult die Lust und
  • eine Gefolgschaft unterbindet die Sorge für die Abgemessenheit und eine Vertreterschaft die Achtung,
wobei wir folgende Verhinderungsbeziehungen benutzt haben:
  • ein Orden wird durch einen Kult verhindert,
  • eine Schule wird durch einen Orden oder einen Kult verhindert,
  • ein Verband wird durch eine Andienschaft verhindert,
  • ein Stand wird durch einen Rat oder eine Gefolgschaft verhindert,
  • ein Rat wird durch eine Gefolgschaft verhindert und
  • ein Bund wird durch eine Vertreterschaft verhindert
- die Hälfte von ihnen wurde bereits im vorigen Beitrag behandelt und die andere gilt auch, jedenfalls tendentiell.

Zugegebenermaßen stelle ich mich hier insgesamt auf den Standpunkt der empirischen Gegebenheit und verzichte auf eine Herleitung aus Prinzipien, und entsprechend asymmetrisch sieht das Ergebnis aus. Dennoch werde ich einige Dynamiken im allgemeinen betrachten.

1. Ende der Erneuerung

Auf die Erneuerung eines Seelenteils folgt stets die Herrschaft desselben. Der Unterbindungsverein wird dabei entweder übernommen, oder er verwandelt sich in den Leitungsverein: In beiden Fällen stellt er sich gegen den Leitungsverein, indem er entweder zu einem anderen Leitungsverein überwechselt oder sich selbst zu einem Leitungsverein wandelt.

Indogermanische Fälle
  • Vertreterschaft eines Standes unterstellt sich einem Orden (Soldatenwechsel),
  • Gefolgschaft eines Bundes unterstellt sich einem Verband (Gesindewechsel).
Semitische Fälle
Tibeto-japanische Fälle
2. Beginn der Erneuerung

Das Ende der Herrschaft eines Seelenteils ist stets das Ergebnis des Aufschwingens seines Bindungsvereins zum neuen Leitungsverein.

Indogermanische Fälle
Semitische Fälle
Tibeto-japanische Fälle
Anwendung auf die heutige Situation

Die indogermanische Herrschaft der Unvernunft kann heute nicht unmittelbar in die Herrschaft der Sorge übergehen, da die Ordensbildung nur aus der Not heraus erfolgen kann, so daß es zwischenzeitlich zur Herrschaft der Lust kommen wird.

Das heißt, daß der Stand, welcher unsere politischen Entscheidungen bestimmt, mit anderen Worten also wir selbst, die Wähler, als Leitungsverein durch einen Rat ersetzt werden wird, und unser Unterbindungsverein, unsere Vertreterschaft, sprich Beamtenschaft, wird dabei von diesem Rat übernommen werden. Auch wird er eine eigene Andienschaft zur Bindung ausbilden, doch ohne dabei sonderlich weit zu kommen.

Indogermanische Völker tolerieren die Herrschaft der Lust nicht. Es wird also zu zwei Strömungen kommen, welche ihr Ende anstreben:
  1. Bildung eines Ordens und Soldaten-, beziehungsweise Beamtenwechsel,
  2. Bildung eines Bundes in folge einer Dienerrebellion.
Die erste Strömung führt zur Herrschaft der Sorge, die zweite ohne Erneuerung der Sorge direkt zurück zur Herrschaft der Rücksichtslosigkeit.

Wenn wir noch einmal die folgende Abfolge betrachten,
so können wir den vorletzten Akkord mit der Bildung des Rates identifizieren und den letzten mit dem ungewissen Ausgang der Hinwendung seiner Vertreter- und Andienschaft.

Und wenn wir unseren Stand verlieren, werden vier Dinge wichtig für uns sein:
  1. den Rat im Auge zu behalten,
  2. ihm seine Vertreterschaft abspinstig zu machen,
  3. die Bildung eines Bundes möglichst zu verhindern und
  4. einen Orden zu bilden.
Auch wenn ich mich bisher sehr damit zurückgehalten habe, komme ich langsam zu der Überzeugung, daß die Zeit gekommen ist, zu welcher der vorletzte Akkord erklingt. Der Grund dafür ist letztlich, daß wir es zugelassen haben, bei unserer gegenseitigen standesmäßigen Berücksichtigung offensichtliche Falschheiten miteinzubeziehen, doch dazu werde ich noch einen eigenen Beitrag schreiben.

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7. Mai 2020

Die Vereine der höheren Kommunikation

Zu jeder Gattung höherer Kommunikation gehört ein Verein, welcher sie betreibt, nämlich
  • zur Berücksichtigung der Stand,
  • zur Frageaufwerfung der Rat,
  • zum Ausblick der (politische) Bund,
  • zur Gemahnung der Orden,
  • zum Nachweis der (pragmatische) Verband und
  • zur Einsicht die (exoterische) Schule.
Orden und Stand hier stimmen mit ihrer ursprünglichen Definition überein, die übrigen Vereine habe ich in dieser Form noch nicht betrachtet, das heißt, daß ich Schulen bisher über ihre esoterische Seite definiert habe, es hier aber auf ihre exoterische ankommt.

Unter einem Rat verstehe ich einen Verein, welcher seinen Mitgliedern dazu dient, sich gegenseitig ihre Frage zu beantworten.

Unter einem Bund verstehe ich einen Verein, welcher seinen Mitgliedern dazu dient, durch gemeinsame Verpflichtung ihre gemeinschaftlichen Möglichkeiten wahrzunehmen. Die Abgrenzung zum Stand ist zugegebenermaßen recht feinsinnig, aber wir werden im folgenden noch sehen, daß sie ihren praktischen Wert hat.

Unter einem Verband verstehe ich einen Verein, welcher es seinen Mitgliedern gestattet, ihre Erfahrungen weiterzugeben und von ihnen zu lernen.

Und unter einer Schule verstehe ich einen Verein, welcher es seinen Mitgliedern gestattet, einen Grundschatz an Einsichten unter einander voraussetzen zu können. Mit anderen Worten gehört hier jeder zur Schule, welcher sie besucht, und nicht nur jene, welche ihre Lehren gestalten.

Kommunikation ist hier und in den vorigen beiden Beiträgen die ehrliche Mitteilung des eigenen Denkens, geordnet nach den eigenen Gefühlen, und die hier beschriebenen Kommunikationsvereine dienen wie schon gesagt dazu, die eigene Sorge zu informieren und zu unterstützen. Gehören wir solchen Vereinen an, dann sollte es wohl schwerfallen, uns durch verfälschte Kommunikation zu täuschen, andernfalls aber leichter.

Betrachten wir also die Verfälschungen der einzelnen Gattungen der Kommunikation:
  • verfälschte Berücksichtigung ist Aufhetzung,
  • verfälschte Frageaufwerfung Ablenkung,
  • verfälschter Ausblick Reinreiten,
  • verfälschte Gemahnung Verblendung,
  • verfälschter Nachweis Reinlegen und
  • verfälschte Einsicht Irreleitung.
Wir sehen also, daß die Verfälschungen großteils mit den moralischen Defiziten aus Schwäche oder Bosheit übereinstimmen. Die Ablenkung gehört nicht zu ihnen, da erst in der Antwort auf die Frage die Substanz steckt, welche sich verzerren läßt, wobei wir Suggestivfragen ihr Fragesein absprechen und sie schlicht als Suggestionen behandeln, und das Reinlegen deshalb nicht, weil es aktive Partizipation voraussetzt, etwa wenn einer auf eine Scam-Mail antwortet.

Und, stimmt unsere Vermutung also? Fällt es schwerer
  • Standesmitglieder aufzuhetzen?,
  • Ratsmitglieder abzulenken?,
  • Bundesmitglieder reinzureiten?,
  • Ordensmitglieder zu verblenden?,
  • Verbandsmitglieder reinzulegen? und
  • Schulmitglieder irrezuleiten?
Das möchte ich wohl meinen. Der beste Schutz davor, durch verfälschte Kommunikation übervorteilt zu werden, besteht darin, einem ihr entsprechenden Kommunikationsverein anzugehören, und wo Übervorteilung an der Tagesordnung ist, da ist es Kommunikationsvereinsmitgliedschaft nicht.

Kommunikationsvereinsmitgliedschaft. Läßt sich das auch kürzer sagen? Wie wäre es mit Freiheit? Denn da liegt der Hase natürlich im Pfeffer. Machtausübung beruht fast immer darauf, Kommunikationsvereinsmitgliedschaft zu verhindern, was ich auch schon betrachtet habe. Die Freiheit hier ist natürlich nur eine relative, etwa das freie Eingestehen der eigenen Gezwungenheit im Rahmen der Berücksichtigung, und so lassen sich die im verlinkten Beitrag angestellten Betrachtungen vor dem hiesigen Hintergrund analysieren:
  • Abgöttischaft verhindert Ordensmitgliedschaft,
  • Vertreterschaft verhindert Bundesmitgliedschaft,
  • Gefolgschaft verhindert Standesmitgliedschaft und
  • Andienschaft verhindert Verbandsmitgliedschaft,
denn der Abgöttische und der Gefolgsmann täuschen sich, der Vertreter verpflichtet sich politisch und der sich Andienende pragmatisch.

Es wird viel Schindluder getrieben mit der Freiheit. Wo die Vereine der höheren Kommunikation blühen, da herrscht sie, und wo nicht, da nicht. Niemand sollte sich da etwas vormachen lassen, niemand sollte sich da reinlegen lassen.

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Die Gattungen der Kommunikation

Der vorige Beitrag führt auf die folgenden Gattungen der Kommunikation:
  • Bestetigung (Kommunikation der Erwartung),
  • Bemerkung (Kommunikation von Ärger, Angst, Schrecken, Gunst, Sicherheit, Eifer, Neugierde oder Kühnheit),
  • Berücksichtigung (Kommunikation von Leid, Erschöpfung, Übelkeit oder Begehren),
  • Eingebung:
    • Frageaufwerfung (Kommunikation der Vergessenheit),
    • Ausblick (Kommunikation der Wertschätzung),
    • Gemahnung (Kommunikation der Liebe),
    • Nachweis (Kommunikation der Anteilnahme: Glück oder Stolz),
    • Beweis (Kommunikation der Einsicht).

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6. Mai 2020

Kommunikation

Der Sinn aller Kommunikation besteht darin, uns über unsere Gefühle auszutauschen. Genauer gesagt dient Kommunikation dem sie Empfangenden dazu,
  • seine Lust zu unterstützen, wenn Erwartungen kommuniziert werden,
  • seine Achtung zu unterstützen, wenn Ärger, Angst, Schrecken, Gunst, Sicherheit, Eifer, Neugierde und Kühnheit kommuniziert werden,
  • seine Sorge zu informieren, wenn Leid, Erschöpfung, Übelkeit und Begehren kommuniziert werden und
  • seine Sorge zu unterstützen, wenn Vergessenheit, Wertschätzung, Liebe, Anteilnahme und Einsicht kommuniziert werden,
wobei Unterstützung bedeutet, einander entsprechende Seelenteile mehrerer Menschen quasi zu einem Seelenteil, einer Lust, einer Achtung oder einer Sorge, zusammenzuschließen, und Informierung, die Herrschaft der Sorge von der eigenen auf die Lust der Gemeinschaft auszudehnen.

Meistens ist die Kommunikation unbedenklich, also durch keine Erwägungen einzuschränken, lediglich in drei Fällen ist sie es nicht:
  • bei der Information der Sorge ist auf das Gleichgewicht zwischen Repräsentativität und Privatleben zu achten,
  • bei der Kommunikation der Kühnheit ist darauf zu achten, daß sie nur persönlich, also nicht anonym, und nur zwischen den Mitgliedern einer mit derselben Unternehmung befaßten Mannschaft stattfindet, also nicht etwa ein General öffentlich in der Zeitung schreibt, daß er zuversichtlich ist, einen Krieg gegen einen Nachbarn leicht gewinnen zu können, und
  • bei der Kommunikation der Wertschätzung ist darauf zu achten, daß sie auf Fälle gemeinsamer Wertschätzung beschränkt ist, also nicht etwa einer einem andern sagt, daß es ihm gefällt, ihn herumzukommandieren.
Was die Unterstützung der Lust und der Achtung und die Informierung der Sorge betrifft, so sehe ich keine Notwendigkeit, ihre einzelnen Unterfälle zu benennen, doch bei der Unterstützung der Sorge halte ich es für besser:
  • die Kommunikation der Vergessenheit bedeutet, eine Frage ins öffentliche Bewußtsein zu bringen,
  • jene der Wertschätzung, ein gemeinsames Interesse,
  • jene der Liebe, etwas Gebührendes oder Artgemäßes,
  • jene der Anteilnahme, etwas sich empirisch Erwiesenhabendes und
  • jene der Einsicht, etwas logisch Gültiges.
Leider erleben wir zurzeit eine groteske Verengung der öffentlichen Kommunikation auf die Vermittlung von Angst und Schrecken. Wie gesagt, ich halte die Kommunikation derselben prinzipiell für unbedenklich, bedenklich ist es aber, wenn nichts anderes kommuniziert wird:
  • in soweit, wie unsere Sorge nicht informiert wird, werden wir rücksichtslos,
  • in soweit, wie unsere Lust nicht unterstützt wird, zaghaft,
  • in soweit, wie unsere Achtung nicht unterstützt wird, unaufmerksam und
  • in soweit, wie unsere Sorge nicht unterstützt wird, gedankenlos.
Aber ich möchte es lieber jedem einzelnen meiner Leser überlassen, für sich selbst zu entscheiden, in wieweit ihm die Medien, welche ihm zur Verfügung stehen, die Teilhabe an der geheiligten Einrichtung der Kommunikation gestatten, anstatt irgendein Medium im speziellen zu kritisieren, denn ich verspreche mir nur davon eine Verbesserung der Lage, daß sich die Allgemeinheit, wie ich mir hier gerade, über die Mißlichkeit ihrer Lage bewußt wird und es unternimmt, ihr Abhilfe zu verschaffen.

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