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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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7. März 2016

Concerning Hobbits

Harfoots: gesellig.
Stoors: selbstgefällig.
Fallohides: abenteuerlich.

Die Geselligkeit der Harfoots ist eine hinabgezogene Zufriedenheit, wie sie wohl entsteht, wenn der Sorge keine Gründe gegeben werden.

Die Selbstgefälligkeit der Stoors ist ein herabgesetzter Stolz auf die eigenen Leistungen, wie er wohl entsteht, wenn dem Ehrgeiz keine Ziele geboten werden.

Die Abenteuerlust der Fallohides ist der heruntergefahrene Drang sich zu beweisen, wie er wohl entsteht, wenn die Verantwortung nicht auf die Probe gestellt wird.

Hobbits sind durch geregelte Verhältnisse temperierte Menschen. Tolkien sagt es natürlich selbst, wenn er schreibt:
a well-ordered and wellfarmed countryside was their favourite haunt,
aber in den Klischees der Harfoots, Stoors und Fallohides (analog Bob Andrews, Jupiter Jones und Peter Crenshaw) steckt ein kleines bißchen mehr, nämlich eine Aussage über die Zusammensetzung der Völker Nordeuropas, worauf Tolkien auch wieder vorsichtig hinweist
The Harfoots were browner of skin, smaller, and shorter, and they were beardless and bootless; their hands and feet were neat and nimble; and they preferred highlands and hillsides. The Stoors were broader, heavier in build; their feet and hands were larger; and they preferred flat lands and riversides. The Fallohides were fairer of skin and also of hair, and they were taller and slimmer than the others; they were lovers of trees and of woodlands,
gemeint sind wohl Alpenvorland, Niederlande und Skandinavien als mögliche Ursprungsländer der britischen Bevölkerung, wobei die Harfoots nach Geborgenheit, die Stoors nach Respekt und die Fallohides nach Anerkennung streben.

In meiner Terminologie sind Harfoots, Stoors und Fallohides also Gestimmte, Leistungserwartende und Umgangserwartende, aber wie gesagt durch geregelte Verhältnisse temperiert.

Oder entsprechen sie einer anderen meiner Dreifaltigkeiten?

Die Frage ist berechtigt und der Hauptgrund für diesen Beitrag. Ich nutze die Gelegenheit, um vor dem Hintergrund einer von einem anderen wahrgenommenen charakterlichen Verschiedenheit unter den Menschen nochmals die unterschiedlichen Seinsweisen durchzugehen, zu welchen die Dreiteilung der Seele in Lust, Achtung und Sorge dieselben führt.

Es ist mir nämlich erst vor diesem Hintergrund klar geworden, daß die drei Wege der Schöpferischkeit, des Gebets und der Dienstbarkeit, von welchen ich zuletzt sprach, in der spezifischen Wahrnehmung der Welt durch Sorge, Achtung und Lust wurzeln, nämlich
  • daß die Sorge von den Regungen ausgeht, welche den Seelenfrieden stören könnten, und diese ins Gleichgewicht zu bringen versucht,
  • die Achtung von den Ahnungen, welche die zurückzulegende Strecke ankündigen, und diese zu versöhnen versucht und
  • die Lust von den Gegebenheiten, aus welchen sie wählen kann, um sie umzuwirken.
Sorge, Achtung und Lust haben ihre jeweils eigene Form der Inspiration durch Trost, Ahnung und Impuls, welche sich in Folge von Gebeten (transzendenten Akten) ändern können, gleich ob sie aus Enthebung, Auslieferung oder Unterwerfung entspringen, wiewohl es für die genaue Natur der Änderung natürlich nicht gleich ist, die Unterwerfung stärkt die Rolle der Lust, die Auslieferung die Rolle der Achtung und die Enthebung die Rolle der Sorge.

Und um dieser Aufzählung noch ihre Krone aufzusetzen, sei bemerkt, daß der Trost, je nach Zeitalter, im Weg der Schöpferischkeit (Werke), des Gebets (Wunder) oder der Dienstbarkeit (Wacht) besteht, wobei Enthebung zu Schöpferischkeit, Auslieferung zu Gebet und Unterwerfung zu Dienstbarkeit führt.

Wir sehen hier also die zuvor postulierte Wandelbarkeit der Kräfte der Natur, wobei es niemanden über Gebühr verwundern sollte, daß es auch auf den anderen beiden Wegen zu Gebeten kommt, wenn eine Krise vorliegt, wobei ein Zeitalter dann zu Ende geht, wenn das ihm zugehörige Gebet aus Enthebung, Auslieferung oder Unterwerfung, keine Abhilfe mehr verspricht, in welchem Fall zum ersten Mal das Gebet des nächsten Zeitalters ertönt.

Dabei möchte ich es an dieser Stelle belassen, die Darstellung klärt die zuletzt behandelten Aspekte und sollte sich mit den vorigen vertragen. Wesentlich für die hiesige Betrachtung ist der auferlegte Charakter dieser verschiedenen Seinsweisen, sie sind Geschick, Fundamente der Erwartung, des Glaubens. Wir sehen die Welt durch einen bestimmten Seelenteil, weil nur er uns in unserer Bestürztheit einen Ausweg verspricht. Ohnmächtig, beispielsweise, wie ich in dieser Zeit bin, kann ich mich nur an die Ahnung der Erhörtheit klammern, eine Ahnung, freilich, welche ich möglicherweise bereits versöhnt habe, weshalb in mir das Bedürfnis nach Überlassung aufsteigen könnte. Was sonst könnte ich oder sonst jemand tun? Auf die Entdeckung einer Kraft hoffen, welche unsere intellektuelle Unterlegenheit aufhöbe? Oder darauf, die bekannten Kräfte so auszurichten, daß wir durch dieselbe keinen Schaden erlitten? Nein, weder berechnende Sorge, noch schaffende Lust kann hier helfen. Einzig die betende Achtung.

Die Unterscheidung der Menschen nach ihrem väterlicherseits ererbten Charakter hingegen, wie sie auch bei den unterschiedlichen Arten von Hobbits aufträte, so denn meine obige Auffassung stimmte, betrifft eine blinde Neigung und zugleich angeborene Eignung zur Betrachtung der Welt nach Maßgabe eines der drei Seelenteile. Und um zur aufgeworfenen Frage zurückzukehren, ich denke, daß es außer Frage steht, daß diese in der Tat hinter der Charakterisierung der Harfoots, Stoors und Fallohides stehen. Innerhalb der diesartigen Seelenteilbestimmtheit ist also die Entsprechung zu suchen, und wie ich meine, auch zu finden; man vergleiche beispielsweise die Frage nach dem Ort des eigenen Wohlbefindens meines Persönlichkeitstests mit Tolkien's Beschreibung.

Daß es in jedem Zeitalter Bedarf an allen Charakteren gibt, alleine schon deshalb, weil jede Zivilisation auf dem Ausgleich eines Charaktergegensatzes beruht, habe ich so bereits explizit erwähnt, setze es aber auch hier wieder dazu, um gedanklichen Abwegen vorzubeugen. Letztlich gibt das I Ching hier allzeit gültige Aufschlüsse, etwa für die Rolle von Gestimmten in einer gestimmt-erwartenden Zivilisation, Wind über Berg: Nicht aufgeben, im Rahmen des Möglichen arbeiten, auf das letztliche Gewicht des Wahren vertrauen.

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6. März 2016

Eingespannt

Ich fühle mich wie die Schnur, an welcher der Haken hängt, den der Fisch verschluckt hat.

Ob ich wohl reiß'?
Oder den Fisch einholen helfe?
Oder den Angler ins Wasser zieh'?

Auf mittlere Sicht bleibt es ein stetes hin und her.

Irgendwann, freilich, wird sich die Waage neigen.

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5. März 2016

Three steps to where we're at

  1. Potentialism, the belief that the actual has little to no weight when compared to the potential.

    Almost 100 years before its rise in Europe, potentialism became the dominant world view in the United States in the first half of the 19th century.

    Given the expansive nature of the United States at the time it is at least partially a natural development, though it is closely linked with disregard for foundational work, which runs against the instinct to enshrine the basis of a new beginning.

    The idea of the continuous re-establishing of the framework of society attracted many a man's utopism, like Wagner's in his last 13 years. But by the enthusiasm it created, it stretched the oversight over the expansion, driving the United States on a path of brinkmanship, which made them ever more dependent on central institutions with the power to handle the awakened chaos.

    Potentialism was an essential precondition of the American Civil War, nullifying the ideological defense of slavery, which is to establish rights on the grounds of establishedness, and the American Civil War was an essential precondition of the further steps.

  2. Co-ercism, the belief that people are, for better or worse, not convinced, but co-erced.

    Established in the American Civil War, co-ercism is the essential precondition of American imperialism, providing both the drive in form of the fear to be at co-ercion's receiving end and the justification for it.

  3. Bankism, the handing over of economical development policy to (private) banks.

    More of an accident then the previous steps American imperialism served as the spring-board of bankism, by giving the United States a motive to sign their own industry over to foreign banks, whose help was vital in establishing the Dollar as world reserve currency.
Nota bene.
First came the tool, then its natural wielder.
Being ruled by bankers is like being ruled by cock-fight trainers, it's no form of government that lasts. But no matter what precedes it, the final chapter of our time will be central overreach, for while a man pores over one question, a computer can solve a thousand. Bankism preceding it opens the doors though, making the influence of artificial intelligence be felt already in its earliest stages, a warning as much as a lure.

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Politikos im Jahre 2016

Politik ist das Geschäft der Gestaltung der Polis. Die erste Unterscheidung, welche wir machen, besteht darin, uns danach zu erkundigen, ob es zu dieser Gestaltung gehört, gestaltungswillige Mitbürger von ihr auszuschließen oder nicht. Ist es der Fall, so wird ein beträchtlicher Teil der politischen Anstrengungen und Einrichtungen darauf gerichtet sein, sie auszuschließen, und das müssen wir bei der Durchsicht der Institutionen einer solchen Polis stets im Auge behalten.

Sofern diese aber nicht dem Zweck dienen, unerwünschte Mitbürger von ihrer Gestaltung fernzuhalten, dienen sie notwendig dem Zweck, die zugelassenen Gestaltungswilligen zu Übereinkunft und Verpflichtung im Rahmen der Aufgabe der Gestaltung der Polis anzuleiten. Die Gestaltungswilligen insgesamt aber sind die Männer, denn wie könnte man ein Geschöpf gestaltungswillig nennen, welches es als Zeichen seiner Reife ansieht, den Gestaltungswillen eines andern zu bewundern?

Übereinkunft und Verpflichtung nun erweisen sich daran, daß den Verhandelnden die relevanten Fakten zur gemeinsamen Beratschlagung vorgelegt und sie anschließend mit den beschlossenen Maßnahmen betraut werden, wobei letztere aber nicht notwendigerweise die Arbeitskraft der Verhandelnden ausschöpfen, und insbesondere dann nicht, wenn jene Arbeiter befehligen.

Ein Mensch, welcher sich nicht auf diese Weise mit anderen verständigt, agiert vollständig in hierarchischen Strukturen und kann also keine Politik über durch seine Stellung gedeckte Selbstdarstellung hinaus betreiben.

Wo die Gestaltung der Polis nicht in einem, sondern mehreren Kreisen nach Möglichkeit zu ihr geteilt Statt hat, ist der Gestaltungsverzicht eines Kreises in einem Bereich gleichbedeutend mit seiner dortigen Bewerbung anderer Kreise, und Kreise, welche sich unnatürlichen Gestaltungsvorhaben verschreiben, können den Gestaltungswillen ihrer Mitglieder nicht befriedigen.

Unnatürlich aber ist ein Vorhaben, wenn es nicht den Weg von Voraussetzungen zu Erträgen zu gestalten sucht, sondern Erfahrungen, denn erstens verkehren vorgezeichnete Erfahrungen den Sinn bewußten Lebens, indem sie die Zyklizität der eigenen Entscheidungen eliminieren, und zweitens lassen sich Erfahrungen ohne bereitschaftsmäßige Voraussetzungen überhaupt nicht erst gestalten.

So hätte ich dich, Sokrates, denn durch alles Groteske geführt, welches du hier siehst.

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4. März 2016

Am Ende des eigenen Lateins

Im inwendigen Sog der Hilflosigkeit,
wenn des Herzens Boden herausfällt,
öffnet es sich für eine andere Welt,
nicht in die eigene Form gezwungen,
aus eigener Kraft an den Tag quell'nd,
was sein könnte, wenn der Anspruch nicht wäre,
wachend über die Welt zu herrschen.

In gewisser Weise ist sie für ein'n da,
erniedrigt steht man, nicht ausgeschlossen.
ein Schleier, der einen streift,
wie Nebel, der in der Luft hängt,
ein Angebot, sich zu ergeben.

All die unnützen Kämpfe,
das mutwillige Mißversteh'n,
das Bedürfnis, sich selbst im richtigen Licht zu seh'n,
in einer Welt, die Arena ist bis zum Schluß,
wenn die List aus den Tiefen des Sinnens ihr'n Preis heischt.

Erbarme dich unser!
Doch wer kann dein Erbarmen versteh'n?
Der Wunsch muß noch wachsen,
es mit eigenen Augen zu seh'n.

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3. März 2016

Wasser, welches den Fluß herunterläuft.

Schwierig am Dienst unseres Vaters sind nicht die aussichtslosen Längen,
sondern die Augenblicke, in welchen wir meinen, den weiteren Weg zu erspähen.

Ein Leben, welches der Verfeinerung eines Artikels Seines Haushalts dient, ist doch nicht vergeudet,
aber wenn wir die Verantwortung für Seine Schöpfung ergreifen, wie leicht entgleitet sie uns da?

Kann ein Christ seine Hände nach der Welt ausstrecken, ohne sich zu entehren?

Das große Ganze, welches er hinter jeder Kleinigkeit sieht,
und ihm das Maß aller Dinge ist,
zeigt sich nicht in der Welt,
durch Raum und Zeit ist es entzogen.

Doch in der Enttäuschung steckt die Lehre:
Jedes Geschöpf ist als Sitz seiner weiteren Entwicklung anzusehen.

Wie sehr ich in meinem Leben unter der Maxime gelitten habe,
ein Mensch möge sich nur so akzeptieren, wie er nun einmal ist -
man kann geradezu dabei zusehen, wie er sich aufbläst und aushöhlt,
letztlich verunsichert, seines Wesens ungewisser denn je.

Oder er schluckt seine Hoffnung herunter
und wird mit jedem Tag reicher an Entschädigung und ärmer an Kontur,
nicht ungewisser seiner selbst, doch durch's Leben von ihm geschieden.

Vieles ist verkehrt, und demütigend fürwahr der Versuch der Berichtigung,
denn das Streben der Menschen ist auf ihre eigene Wahrheit gerichtet,
und bei den Verkehrten auf ihre Widerlegung, welche allein ihre Ängste zerstreut.

Wer sein Herz nicht öffnet, dessen Herz verlangt danach, aufgebrochen zu werden,
doch selbstverständlich ist es besser, sich selbst als Werkzeug anzubieten,
denn als Prüfstein für es, auch wenn zuvörderst der Friede zählt.

Ich habe mitansehen müssen, wie sich der Dreiste aus dem Geschirr der Sitte wand,
und seinen Führer, welcher doch kein schlechtes Werk vollbrachte, desavouierte,
und auch, wie sich der Hoffnungslose sich selbst entfremdete
und seinen Freund, welcher bereit war, ihm an Kraft zu schenken, wessen er bedürfte, verstieß.

Der Engherzige spricht von Selbstbetrug,
der Matte von der Einsicht darein, sich dem Lauf der Welt zu ergeben,
aber ich weiß, daß diesen beiden die Welt unter den Händen zerfällt.

Leben heißt bestimmen,
und zu riskieren, sich zuviel aufzuladen, ist genauso notwendig,
wie es verhängnisvoll sein kann,
und in den meisten Fällen kann man die beiden Teile auch klar erkennen.

Deshalb, der Wandel in Gottes Gunst ist wohl möglich,
und in allen Teilen, welche Frucht tragen, auch nötig,
aber die Erde schreit nach Opfern,
und unvermischt kann das Heil nicht bleiben.

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28. Februar 2016

Vom Sinn aller metaphysischen Einsicht

Einzig die langmütige Zuversicht, welche die empfangenen Zeichen achtet, ohne ihren Zweck begreifen zu müssen, findet Gottes Gefallen.

Wohl bemühe ich mich um einen Überblick, doch nicht um etwas aus den Teilen zu zimmern, sondern um der Verwirrung zu entgehen, um die Richtung zu erkennen, in welcher ich fürderhin Ausschau halten muß.

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27. Februar 2016

Auf den drei Schicksalsstrecken

Die Schöpferischkeit sucht Kräfte, studiert Auswirkungen und gestaltet das Miteinander.
Das Gebet sucht Auswirkungen, studiert das Miteinander und gestaltet Kräfte.
Die Dienstbarkeit sucht das Miteinander, studiert Kräfte und gestaltet Auswirkungen.

Bei den Werken, Gott und Mensch als Ingenieur, die Welt als Spielball von Kräften.
Bei den Wundern, Gott und Mensch als Chorleiter, die Welt als Widerhall der göttlichen Vernunft.
Bei der Wacht, Gott und Mensch als Gärtner, die Welt als Ausschüttung von Leben.

Der Stoff der Kräfte besitzt eindeutige Auswirkungen und Freiheit der Zusammenstellung im göttlichen Rahmen.
Der Stoff der Beseelung besitzt ein eindeutiges Miteinander und Freiheit der Verkörperung im göttlichen Rahmen.
Der Stoff des Lebens besitzt eindeutige Kräfte und Freiheit der Ausrichtung im göttlichen Rahmen.

Die Feier der Schöpferischkeit ist das Bauen.
Die Feier des Gebets ist das Lieben.
Die Feier der Dienstbarkeit ist das Pflanzen.

Die Weisheit der Schöpferischkeit ist das menschliche Maß.
Die Weisheit des Gebets ist die Harmonie.
Die Weisheit der Dienstbarkeit ist die Unaufdringlichkeit.

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26. Februar 2016

Die drei Schicksalsstrecken

Der gestrige Beitrag wirft ein neues Licht auf den Beitrag Die sieben Feuer des Gerichts. Die Stimmungen der Würdigkeit lassen sich nicht nur als Korrekturen verstehen, sondern auch als Vorbereitungen. Ich schrieb im Beitrag Seelische Schmerzen und Wege ihrer Auflösung, daß
  • wo die Grausamkeit fehltritt, das Erschaudern nicht Einhalt gebietet, da regt sich wohl die Reue um die verlorene Ergebenheit, und die Buße muß die Schuld tilgen,
  • wo die Unbedingtheit fehltritt, das Selbstwertgefühl nicht Einhalt gebietet, da regt sich wohl die Schicksalsmahnung an die verlorene Achtung, und der Gehorsam muß den Unwert tilgen,
  • wo die Folgsamkeit fehltritt, die Statusangst nicht Einhalt gebietet, da regt sich wohl die Lebenstrauer um die verlorene Verwurzeltheit, und die Selbständigkeit muß die Verstoßenheit tilgen.
Ein Fehltritt ist aber nicht Voraussetzung für das Empfinden von Schuld, Unwert oder Verstoßenheit und damit auch nicht Voraussetzung für Buße, Gehorsam und Selbständigkeit. Wir besitzen Ansprüche an uns selbst, welchen wir erst durch Arbeit an uns selbst gerecht werden können, wir leiden, wenn man so will, an der Erbsünde der Amnesie, mit welcher wir geboren werden.

Ergebenheit ist offensichtlich eine Form der Unterwerfung, und Buße eine Form der Auslieferung. Das Bemühen um Schöpferischkeit, als welche die Gewachsenheit der Beklommenheit ist, beginnt mit der kleinen Form der Anpassung an die Schwierigkeiten des Lebens in der Stimmung der Buße und setzt sich in der kleinen Form der Geburt der eigenen Haltung in der Stimmung der Ergebenheit fort. Dies ist der Weg zur Schöpferischkeit.

Analog erhalten wir die Wege zur Dienstbarkeit und zum Gebet. Das Bemühen um Dienstbarkeit, als welche die Gewachsenheit der Betretenheit ist, beginnt mit der kleinen Form der Einsicht in die eigenen Aufgaben in der Stimmung der Selbständigkeit und setzt sich in der kleinen Form der Anpassung an ihre Schwierigkeiten in der Stimmung der Verwurzeltheit fort.

Das Bemühen um das Gebet, als welches die Gewachsenheit der Besessenheit ist, beginnt mit der kleinen Form der Geburt des Gewissensgelübdes in der Stimmung des Gehorsams und setzt sich in der kleinen Form der Einsicht in die rechte Lebensweise fort.

Am Ende eines jeden Weges steht die entsprechende Gewachsenheit, Schöpferischkeit, Dienstbarkeit oder Gebet, und Teil dieser sind die großen Formen der Einsicht (schöpferische Enthebung), der Geburt (dienstbare Unterwerfung) beziehungsweise der Anpassung (Auslieferung im Gebet), welche respektive die Lebensumstände gestalten wollen oder das Leben bewahren oder es rejustieren.

Man könnte sagen, die Schöpferischkeit sucht das Gleichgewicht der Kräfte, die Dienstbarkeit das Gleichgewicht der Nützlichkeit und das Gebet das Gleichgewicht des Willens. Und die entsprechenden Zeitalter der Werke, Wacht und Wunder enden, wenn das nämliche Gleichgewicht verlorengeht.

Kommen wir aber nun auf den gestrigen Beitrag zu sprechen. Was uns dort begegnet ist, daß individuelle Impulse der Vorbereitung oder Korrektur gesellschaftlich emuliert werden, also der Impuls zur Buße in Form der Selbstbehauptung und der Impuls zur Selbständigkeit in Form der Unantastbarkeit. Dadurch aber, daß sie zur Norm werden, verstetigen sie sich und hindern die betroffenen Gesellschaften auf ihrer jeweiligen Schicksalsstrecke weiter voranzuschreiten. Sie erzeugen Unfreiheiten, welche den Menschen aus seiner Bahn werfen. Dies betrifft aber, soweit ich es überblicken kann, nur die Bahnen der Schöpferischkeit und Dienstbarkeit, welche durch zur Norm gewordene Selbstbehauptung, beziehungsweise Unantastbarkeit, um ihr Bemühen um die Gestaltung der Lebensumstände, beziehungsweise der Bewahrung des Lebens, gebracht werden, da sie auf Voraussetzungen treffen, welche die Gestaltung, beziehungsweise das Leben, massiv einschränken.

Das Analogon für die Bahn des Gebets bestünde in zur Norm gewordener Schicksalsergebenheit, aber ich sehe nicht recht, daß diese jemals zur emulierten Norm von Leistungserwartenden geworden wäre, noch auch, unter welchen Umständen sie es werden könnte, denn es müßten sich ja greifbare Vorteile mit ihr verbinden, mit anderen Worten werden sich die Vorzüge des Glaubens den Ungläubigen meiner Meinung nach nie erschließen, und das ist, in Anbetracht der hiesigen Untersuchung, ein Glücksfall.

Es ist also ein allgemeines Gebot des Gesellschaftsentwurfs, die Emulation vorbereitend-korrektiver Impulse zu verhindern, das heißt den Sinn der Leistungserwartenden stets auf den krönenden Abschluß der Schicksalsbahnen zu richten, also das Gefallen am eigenen Leben, welches sich einstellt, wenn man den eigenen Weg zur Schöpferischkeit, Dienstbarkeit oder zum Gebet reflektiert und als sein Magnum Opus betrachtet, in welchem Sinne die Schönheit die Spitze der Natur des Menschen darstellt.

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25. Februar 2016

Selbsterfahrung als Basis der Emulationswürdigkeit

In dem Bemühen, sich auszuzeichnen, emulieren Leistungserwartende (Achtende) Lebensweisen und verstetigen dadurch Kulturen, siehe insbesondere Versuch der Charakterisierung der europäischen Völker basierend auf der Variation des Y-Chromosoms (beachte aber die leicht problematische Zusammenfassung der Haplogruppen N und R1b dort).

Ein Überblick über die Bandbreite dieser Emulation läßt sich am besten dadurch gewinnen, daß man die Emulation nach dem gesellschaftlichen Ausweis der Emulationswürdigkeit klassifiziert, als da wären
  • Selbstgefälligkeit,
  • Selbstbehauptung und
  • Unantastbarkeit.
Selbstgefälligkeit und Selbstbehauptung sind Modi der Selbsterfahrung, Unantastbarkeit hingegen die Enthebung aus der Notwendigkeit, sich selbst zu beweisen und selbst zu erfahren, welche stets mit großer Selbstherrlichkeit einhergeht, welche sich ihrerseits überall dort entwickelt, wo das Selbstbild nicht geprüft wird, und in der Folge selbst einen Anreiz darstellt, seiner Prüfung auszuweichen.

Selbstgefälligkeit beruht auf der Erfahrung des Gefallens, seine Lebensverhältnisse zur eigenen Zufriedenheit eingerichtet zu haben, sie besagt, daß einer meint, sein Menschsein wäre für seine Mitmenschen vorbildlich. Am typischsten ist diese Haltung indes für Gestimmte (Suchende), nicht für Leistungserwartende, aber ich habe ja auch nicht gefordert, daß Leistungserwartende die Lebensweise anderer Leistungserwartender emulieren.

Die Selbstgefälligkeit als Basis der Emulationswürdigkeit hat sich in Frankreich im Geleit der fränkischen Herrschaft entwickelt und ist auch heute dort am stärksten ausgeprägt. Unabhängig von Frankreich findet sie sich noch bis zu einem gewissen Grade in Georgien, und abhängig von Frankreich in allen romanischen Ländern, in England, Österreich und vor dem Ersten Weltkrieg fand sie sich auch in Deutschland.

Rom fußte indes auf Unantastbarkeit, wie sie heute am reinsten innerhalb der Cosa Nostra gepflegt wird, aber auch weiterhin die Grundlage vieler westeuropäischer Gesellschaften ist. Vergleicht man das Gewicht der Selbstgefälligkeit mit dem der Unantastbarkeit, so dürfte sich in etwa folgende Rangfolge ergeben:
  1. Frankreich,
  2. Rumänien,
  3. Portugal,
  4. Italien,
  5. Österreich,
  6. Schweiz,
  7. Spanien,
  8. Belgien,
  9. Niederlande,
  10. Deutschland.
England habe ich, ebenso wie Irland, hier außenvor gelassen, weil die zweite Basis der englischen Kultur neben der Selbstgefälligkeit nicht Unantastbarkeit, sondern Selbstbehauptung ist. Der diesbezügliche Vergleich liefert, wiederum mit dem höchstem Grad der Selbstgefälligkeit beginnend, folgende Liste für den unzivilisierten Norden Europas:
  1. Schweden,
  2. Norwegen,
  3. Lettland,
  4. Estland,
  5. Dänemark,
  6. Litauen,
  7. Vereinigtes Königreich,
  8. Irland.
Am reinsten dürfte die Selbstbehauptung hingegen bei den Hunnen und in Deutschland zwischen 1933 und 1945 geherrscht haben.

Das Beispiel Deutschlands zeigt sehr schön, daß die gesellschaftliche Neuausrichtung in Krisenzeiten auch in kürzester Zeit bewerkstelligbar ist, wir haben es hier also offensichtlich mit einem rein dezisionistischen Phänomen zu tun. Zu den Gründen der Entscheidung gibt es einiges zu sagen, aber zunächst sei noch die Selbstbehauptung eigens vorgestellt.

Während die Selbstgefälligkeit die subjektive Überzeugung widerspiegelt, ein vorbildlicher Mensch zu sein, so ist es bei der Selbstbehauptung die subjektive Überzeugung, ein vorbildliches Tier zu sein, also nicht seine eigenen Lebensverhältnisse vorbildlich gestaltet zu haben, sondern vielmehr seine eigenen Routinen, mit welchen man den Herausforderungen des Lebens entgegentritt. Zwar läßt sich der Mensch als Tier verstehen, und somit können jene Routinen grundsätzlich auch Routinen der Entwicklung des eigenen Intellekts sein, aber seit der Antike hat keine Gesellschaft mehr einen derartigen Sinn für Selbstbehauptung besessen.

Selbstbehauptung ist mutwilliges Verharren in Beklommenheit, die Abweisung der Verantwortung, etwas außer sich selbst zu gestalten, und tendentiell, wenigstens in den letzten 2000 Jahren, die Emulation der Stärken eines Tieres und fast immer, wiederum, der des Wolfes, wie eben bei Attila und Hitler.

Wiederum ist es nicht nötig, daß der sich selbst Behauptende ein Leistungserwartender ist, dieses Mal kann man indes nicht davon sprechen, daß dieses doch tendentiell pathologische Verhalten für irgendjemanden typisch wäre, was Leistungserwartende auszeichnet ist lediglich ihre Neigung dazu, gesellschaftliche Vorbilder zu emulieren.

Selbstbehauptung und Unantastbarkeit sind Abweichungen von der natürlichen Ordnung der Dinge, welche den Sinn für das Schöne an die Spitze stellt. Gesellschaften entscheiden sich zu ihnen unter dem Druck der Beklommenheit beziehungsweise dem der Betretenheit, das heißt, sie versuchen sich an ihre Situation anzupassen, welche in der Ausgeliefertheit an eine unkontrollierbare Umwelt oder in der Bindung an unabänderliche Lebensvoraussetzungen besteht, denn die Unantastbarkeit verspricht (eingeschränkte) Selbständigkeit und die Selbstbehauptung den Erfolg der Buße. Selbstbehauptung und Unantastbarkeit sind also Verteidigungsmechanismen, welche desto unbedingter ergriffen werden, je größer die Not erscheint, und welche dabei helfen sollen, die Würdigkeit für die menschliche Freiheit wiederzuerlangen.

Allerdings liegt in ihnen auch ein konservierender Zug, und was dem Einzelnen hülfe, hilft ihm in Gesellschaft oftmals nicht, denn die Möglichkeiten, welche der Einzelne für sich gewinnt, kann ihm die Gesellschaft wieder nehmen, indem etwa die das Streben nach Unantastbarkeit krönende Handlungsfreiheit hierarchische Voraussetzungen hat, welche diese just in der entscheidenden Richtung begrenzen, oder die Wettmachung des Makels in der Selbstbehauptung selbst zu einem unkontrollierbaren Umwelteinfluß für andere wird, so daß die Gesellschaft insgesamt immer tiefer in den Bedingungen ihres internen Wettstreits versinkt - eine Gefahr, vor welcher uns das Tao warnt.

Daneben gibt es die psychologischen Verstetigungen, die Selbstherrlichkeit bei der Unantastbarkeit und die Bestialität, das tierische Freiheitsverständnis, bei der Selbstbehauptung - offenbar die zentrale Gefahr in Jackson's Augen in Anbetracht seiner Darstellung der Orks.

Zugleich aber steckt auch eine Not in Selbstbehauptung und Unantastbarkeit, nämlich die der Entfremdung vom menschlichen Freiheitsverständnis, seine Lebensverhältnisse selbst zu bestimmen. Und diese Not treibt zur Selbstgefälligkeit zurück, und desto unbedingter, je weniger ein Mensch seine Lebensverhältnisse noch bestimmt.

Hierin besteht also die Chance zu Neuanfängen und Revisionen und zugleich zu langfristigen Entwicklungen, indem Beispiele des Schönen gesellschaftliche Akzeptanz erlangen.

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21. Februar 2016

Man darf einen Wolf nicht im eigenen Garten sitzen lassen.

Ich habe mich in den letzten Beiträgen mit der Frage des Gedankenaustauschs zwischen Menschen beschäftigt. Im Kleinen ist er multilateral und symmetrisch, im Großen unilateral und asymmetrisch, so daß die gedankliche Prägung im Großen strikt zu reglementieren ist, um eine natürliche gedankliche Entwicklung der Menschen zu ermöglichen.

Vormals bestand ein wesentliches Hindernis für die gedankliche Prägung im Großen in ihrer Machbarkeit. Die Beschreibung des zweiten Tieres in der Offenbarung, als des Mediums, welches die Taten des ersten Tieres allen Menschen vor Augen stellt, markiert die Überwindung dieses Hindernisses. Seitdem sind wir gänzlich auf unsere eigenen Vorkehrungen angewiesen, um den negativen Auswirkungen gedanklicher Prägung im Großen zu entkommen.

Es gibt dabei dreierlei Reglementierung.
  1. Ermöglichung des Widerspruchs
  2. Begrenzung der Zuständigkeit
  3. Konsensuale Bindung des Repräsentanten
Das Mittelalter ist eine Zeit, in welcher die letzten beiden Methoden der Reglementierung Verwendung fanden, die erste hingegen nicht, und in der Neuzeit verhält sich dies genau umgekehrt.

Zu bemerken ist, daß die letzten beiden Methoden Machtverhältnisse begründen, während die erste Methode ein Machtverhältnis voraussetzt.

Genauer gesagt setzt der wirksame Widerspruch zwei Dinge voraus, welche naturgemäß nur schwerlich zur vollen Zufriedenheit gewährbar sind, nämlich
  1. umfassende Kenntnis aller relevanten Fakten und
  2. umfassende Verbreitung allen relevanten Widerspruchs,
und entsprechend zeigen sich in der Neuzeit überdeutlich die Bahnen, auf welche gezielte Fehlinformation und die Voraussetzungen der Verbreitung die Menschen führen.

Wahr ist, daß über tausend Jahre lang Menschen im westlichen Kulturkreis nicht derart blind geeifert haben.

Die kurze Zeit, in welcher der Teufel frei nach seinem Belieben schaltet, mag sich nun ihrem Ende zuneigen, aber das erspart uns nicht, uns Gedanken über die Bedingungen dieses Endes zu machen.

Die beiden großen Tendenzen unserer Zeit, die Filterung des Inhalts der Sprache nach Ordnungsanmaßungen und ihrer Form nach Wiedererkennbarkeit, negativ und positiv, respektiv, gehören noch nicht zum Reich des Guten. Die Welt braucht weder Formeln, noch die Affirmation der herrschenden Ordnung durch Schweigegelübde - nicht zuletzt von der Art, gerade keinen schlechten Film gesehen zu haben.

Wir brauchen Erkennbarkeit und Verläßlichkeit, Gruppen, welche erklären, wo sie stehen, und ihren Standpunkt verteidigen. Innerhalb dieser Gruppen Überschaubarkeit, und unter ihnen Anerkennung unterschiedlicher Zuständigkeit. Auf ihnen aufbauend, konsensuale Vertretung im übergeordneten Rahmen.

Die Schlüssel sind:
  1. Freiwilliger Eintritt
  2. Verwaltung des Eigenen
  3. Persönliche Bekanntschaft
  4. Gebundenheit an den Willen der Bevollmächtigenden
Und der Wolf in unserer Mitte wird uns zum Anschluß drängen, weil die richtigen Stichworte fallen.

Nachtrag. Es sind wirklich oftmals die geringsten Kleinigkeiten, welche einen wütend machen. In der lange Liste neuzeitlichen blinden Eiferns in Folge unilateraler asymmetrischer Gedankenprägung ist das vorläufig letzte Kapitel, die gegenwärtig verordnete Bußfertigkeit, bisher kaum der Erschütterung wert, aber sie trägt einen blasphemischen Zug - und der erzürnt mich.

Ich sah einmal wieder den Seewolf Harmstorf und dachte so bei mir: Naja, Abenteuerromane dürften damals noch bei Vielen in hohem Ansehen gestanden haben, aber erst die Vergewisserung durch die Produktionsnotizen, daß Walter Ulbrich schon in den 30'ern davon geträumt hatte, Jack London zu verfilmen, schloß den Bogen zu diesem Beitrag.

Nota bene: Wenn alle Deutschen etwas bestimmtes tun wollen, dann bringt auch einer von ihnen die Initiative auf, es tatsächlich zu tun.

Es handelt sich also um eine Folge der hier besprochenen gedanklichen Prägung, und zwar im Modus der Nachwirkung. Aber was diese Nachwirkung angeht, bemüht sich Ulbrich etwa nicht ehrlich darum, Jack London's Welten dem deutschen Publikum nahezubringen? Ich habe jedenfalls keine andersgearteten unterschwelligen Absichten bemerkt.

Es wäre leicht gewesen, Larsen's Gestalt das Pathologische, die Selbstbeschränkung auf Plünderung, zu nehmen, in welcher sich seine Unsicherheit in menschlichen Beziehungen widerspiegelt. Es wäre leicht gewesen, sein dramaturgisches Gewicht zu erhöhen, ihn zu einer wahrhaft tragischen Figur zu machen. Das hat Ulbrich aber nicht getan, er hat es vorgezogen, van Weyden eine Entwicklung durchmachen zu lassen, und Larsen dadurch zu relativieren.

Ulbrichs Seewolf ist eine Aufarbeitung seiner eigenen unilateral asymmetrisch erlittenen gedanklichen Prägung, und damit eine Auseinandersetzung mit ihr in Form der Buße.

Die Prägung war unilateral und asymmetrisch, aber die Buße war individuell. Das Trauma wurde im Großen zugefügt, aber jeder konnte es für sich im Kleinen bewältigen.

Der Weise fragt nicht danach, ob die Buße das Gebüßte aufwiegt, der Weise interessiert sich nur für die Richtung, welche das Denken der Menschen einschlägt, und Buße lenkt das Denken der Menschen auf die Wiederverwendbarmachung des Zerbrochenen - millionenfach befolgt eine große Kraft zum Guten.

Und es ist der Name dieser Kraft, welcher heute usurpiert wird, usurpiert wird, um zu zerbrechen, von Leuten, welche Dritten vorschreiben, für die Taten Anderer zu büßen, weil sie die bisher geübte Buße für unzureichend befinden. Die Richtung dieses Denkens zu erkennen ist nicht schwer, wer andere zu Vollstreckern seines Gewissens macht, ihnen das Recht auf ein eigenes Gewissen abspricht und sich die Notwendigkeit, selbst dem eigenen Gewissen gerecht zu werden, stiftet Haß und Streit und schlimmstenfalls gar zur eigenen Natur gewordene Gehässigkeit. Sie sprechen von Aufarbeitung und betreiben Vergiftzwergung. Werden Worte dem gerecht? Oder die im aufblitzenden Erkennen dessen, was zerstört wird, liegende Wut?

Es zeigt sich in jeder Gestalt:
Man darf einen Wolf nicht im eigenen Garten sitzen lassen.

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17. Februar 2016

All the way

Die Realität des Lebens zeigt sich in seinen Widerständen, und es ist der Wille, gemeinsam Ordnung zu schaffen, welcher der Beliebigkeit des Nebeneinanderlebens den Mantel der Aufgehobenheit überstreift.

Freischwebend findet man nur Halt im Bewußtsein, auf der Welle der göttlichen Umwandlung zu reiten.

Um die Inseln der Gemeinschaft und die Fähre der Ergebenheit herum ist nur der Äther der Träume - zu dünn, um menschliches Leben zu beherbergen - und so zwingt der Verzicht auf's Eine ins And're.

Eine Mahnung ist's d'rum, wenn das Widersinnige das Unvollendete begleitet.

Der Mensch wird sich ein Haus der Transzendenz bauen müssen, wie er es immer tut, nach Gelingen und Gefallen.

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The commandments of an I

  1. Safeguard what is dear
  2. Against all odds
  3. Don't spare yourself
  4. Keep your head up high
  5. Know your place
  6. Don't let yourself go

    Van Vogt's perspective, Tolkien's imagination.
Post Scriptum vom 18.2.2016.

There's arguably a correspondence with the six lesser spells in The Book of Ptath, namely
  1. Signing L'onee's death warrant calls on Ptath to safeguard what is dear.
  2. Experiencing the power flow of a prayer stick calls on Ptath to try against all odds (i.e. wait for women to pray to him).
  3. Crossing the river of boiling mud calls on Ptath to not spare himself (considering the necessary preparations for it).
  4. Making love to Ineznia calls on Ptath to keep his head up high.
  5. Coming with Ineznia on a journey of minds calls on Ptath to know his place (i.e. realize Ineznia's power).
  6. Going consciously through the realm of darkness calls on Ptath to not let himself go (witnessing how Ineznia controlled L'onee).

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15. Februar 2016

Inmitten des Gelächters der Welt

Der Stahl der Achtung und Verachtung wird an der Grenze seiner Belastbarkeit zu formloser Glut,
daraus die neue Form geschmiedet wird.

Einzig des Menschen Auge sieht die Schmiede nicht,
und hält sich an dem ihm Entgegenblitzendem auf.

Die wahre Pflicht des Menschen steckt dem Griff entzogen in der Einheit,
die der Vielfalt Sinn verleiht.

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12. Februar 2016

Zufälligkeit und spontaner Symmetriebruch am Beispiel der Navier-Stokes-Gleichungen

Ich habe am Montag ein wenig mit einer drehbaren mit Wasser gefüllten Scheibe gespielt, in welchem zu ihm gleichschwere Partikel schwammen. Die Partikel reflektierten das Licht abhängig von ihrer Bewegung, wahrscheinlich in Folge von Reflexionsänderung durch Reibung, und dieser Umstand erlaubte es, die Bewegung des Wassers nachzuvollziehen, im Ergebnis recht ähnlich dazu, wie es Wolken erlauben, die Bewegung der Luft nachzuvollziehen.

Der Versuchsaufbau war, soweit ich es erkennen konnte, symmetrisch, aber es dauerte nicht lange, bis die Symmetrie brach, zunächst von einer kontinuierlichen zu einer diskreten Rotationssymmetrie, also von einer Symmetrie unter beliebigen Rotationen zu einer Symmetrie unter Rotationen um ein Vielfaches eines bestimmten Winkels, später dann vollständig.

Konkret habe ich die Scheibe beschleunigt, bis sich in der Mitte etwas entfernt sternförmiges gebildet hatte, und dann habe ich sie abrupt abgestoppt, was zur Folge hatte, daß sich der Stern wieder zu einer Scheibe zusammenzog, dabei aber seinen Platz in der Mitte der mit Wasser gefüllten Scheibe verließ.

Einmal ist das Auge des Orkans dabei den halben Weg bis zum Rand gewandert, ohne daß es zu relativen Bewegungen in seinem Inneren gekommen wäre, während alles um es herum raste: Es bestand also beim besten Willen keine Ähnlichkeit mehr mit der Symmetrie der Randbedingungen.

Die Navier-Stokes-Gleichungen sind Gleichungen des Vektorfelds der Geschwindigkeit des Flusses, der Druck innerhalb der Flüssigkeit läßt sich nicht messen und muß entsprechend inferiert werden, und die von außen hinzukommende Schwerkraft bricht die Symmetrie einer horizontalen Scheibe nicht und sei im hier vorliegenden quasizweidimensionalen Fall ignoriert, so daß wir es mit Transportgleichungen zu tun haben - die Inkompressibilität etwa bedeutet Staufreiheit.

Letztere Bedingung wird eingehalten, aber sie ist adaptiv, daß heißt sie korrigiert keine zufälligen Störungen, sondern paßt sich an diese an. Mathematisch gesehen müßte man von einer Gleichung zwischen Zufallsvariablen sprechen, also die Geschwindigkeitsvektoren mit den Erwartungswerten der lokal auftretenden Brown'schen-Bewegung identifizieren, wobei der tatsächliche Mittelwert zu einer bestimmten Zeit die Erwartungswerte der darauf folgenden Zeiten festlegte, einfachsterweise eine Familie von stochastisch unabhängigen Zufallsvariablen angenommen, welche sich durch Vektoraddition in einander überführen lassen, wobei ich es dahingestellt sein lassen möchte, ob die molekulare Dynamik so wirklich sinnvoll abgebildet wird.

Jedenfalls ist das Geschäft der Herleitung von möglichst einfachen Differentialgleichungen aus molekularkinetischen Modellen anfällig für geschönte Entwicklungen nach unterlassenen Abweichungspropagationsanalysen.

Und was die Bewegung des Wassers betrifft: Wir wissen nicht, was drinsteckt, und unsere Mittelungen ignorieren für die weitere Entwicklung wesentliche Informationen. Die Welt wagt es, sich unserem Griff zu entziehen, indem das künftig Offenbare aus dem einstweilen Verborgenen erwächst. Und jeder kann sich davon überzeugen, der einmal mit einer solchen drehbaren Scheibe spielt.

Mathematisch würde ich dazu raten, den Raum der inkompressiblen Flüsse zu studieren, und nicht einzelne inkompressible Flüsse. Auf diese Weise ließe sich idealerweise wenigstens abschätzen, wodurch ein Fluß gefahrläuft, in einen anderen Fluß umzuschlagen.

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11. Februar 2016

Idolatrie oder die Unerwiesenheit des Richtigen

Die van Vogt-Lektüre klingt immernoch nach, zeitlebens habe ich mich an etwas gestört, das meinen Lebensregungen überall entschieden entgegen getreten ist.

Meine Lebensregungen, allesamt der Suche nach einem Freiraum entsprungen, in welchem ich mich entfalten könnte.

Denn erst wenn man im Leben steht, raunt es einem seine Notwendigkeiten zu.

Als Herr über die Erde eingesetzt, enthüllt sie Schicht für Schicht des Menschen Verantwortung.

Gott weist den Weg aus dem Augenblick heraus.

Ich sehe die Schultern, auf welchen van Vogt steht, eine Geschichte gemeinsamer Bewältigung sich ergeben habender Notwendigkeiten, eine Gemeinschaft dem Leben offen gegenüberstehender Menschen.

Ein Ausschnitt aus dem die Jahrtausende umspannenden Bild menschlichen Lebens.

Wer über den gläubigen geistigen Horizont verfügt, thematisiert die Richtigkeit der eigenen Haltung, in der Art, daß letztere abhängig vom Erleben des eigenen Glaubens wird. Ein solcher Mensch ist zur Idolatrie nicht fähig, welche darin besteht, die Richtigkeit der eigenen Haltung auf irgendeine Erwiesenheit zu gründen, denn Glauben muß sich selbst erst noch erweisen, und wenn er sich erweist, wird bereits wieder ein weiterführenderer Gedanke für die eigene Haltung relevant.

Das Richtige läuft der Geschichte voran, nicht hinterher.

Und auch viele, welche nicht über den gläubigen geistigen Horizont verfügen, laufen der Geschichte voran. Aber daneben gibt es andere, welche die Geschichte als etwas Totes betrachten, als etwas, das jemandem oder irgendetwas zu Füßen ausgerollt wurde, wessen Geheiß es einzig zu kennen gilt, um das Richtige zu tun.

Das sind die Götzendiener.

Und auch sie erkennen sich, versichern sich untereinander ihrer Befolgung des Geheißes dessen, wem die Geschichte gehört, und verstoßen jene, welche es nicht befolgen.

Deshalb enthält die Bibel die Geschichte Hiobs und der Koran ihre verkürzte Schwester in der 18. Sure. Es gibt keinen irdischen Erweis der Rechtgeleitetheit. Der Reichsapfel bedeutet Verantwortung, nicht Rechtfertigung. Was immer einer sich auch von Gott erworben haben mag, in dem Moment, in welchem er sich überhebt zu meinen, seine Meinung sei halt die richtige, hat er es sich für die Zukunft verspielt.

Gott ist unergründlich, und Christus ist nur eine Herberge in der Behausung seines Vaters. Es gibt kein Geheiß des Richtigen, nur ein Verbot des Falschen und Maßstäbe, die Richtigkeit zu messen, von diesen aber viele, und den Gesamteffekt einer Maßnahme abzuschätzen ist nie einfach.

Wie viele aber sind den Schritt von den Verantwortlichen zu den Gerechtfertigten gegangen?

Für wie viele sind beide Begriffe eins geworden?

Wer einen Politiker für gerechtfertigt hält, weil er gewählt ist, der hält auch einen Konzern für gerechtfertigt, weil er das nötige Wissen hat.

Es ist so. Es liegt darin begründet, daß derjenige ein Götzendiener ist und sich nicht anders verhalten kann.

Entweder ich betrachte die Zeit als lebendigen Quell alles Richtigen oder ich lagere Teile des Richtigen in die verkörperte Welt aus.

Tue ich ersteres, so ist ein Verantwortlicher nie schon gleich ein Gerechtfertigter, und wenn ich letzteres tue, so beginne ich mit der Auslagerung dort, wo sie mir den größten Komfort verspricht.

Van Vogt hat das schon ganz richtig gesehen, Faschismus ist in allen Bereichen wesentlich Idolatrie, ein System der Gerechtfertigten, seien es Politiker oder Wirtschaftsbosse, und die politische Entscheidung besteht darin, daß ein Volk seinen Besitz ihnen überschreibt, in der Erwartung, sie würden ihn Kraft ihrer Gottähnlichkeit mehren.

Die Trennung von Verantwortlichkeit und Gerechtfertigtheit bedarf indes ebenfalls politischer Strukturen, und wie es scheint, ist es mit diesen nicht zum Besten bestellt. Man unterschätze nicht die Fundamentalität dieses Punktes, noch seine Tragweite.

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10. Februar 2016

The Book of Ptath

Leuten, welche ich schätze, höre ich gelegentlich zu, und so hat es sich begeben, daß ich eines Tages nach Texten von van Vogt im Internet Ausschau hielt. Gefunden habe ich The Book of Ptath, original mit Pepsie-Werbung That's for me for energy (Mann auf Heuschlitten, Frau mit Spaten im Gemüsegarten).

Gelesen habe ich die Geschichte aber lange nicht, erst in den letzten paar Tagen habe ich mich an die gut 100 Seiten gemacht. Der Anfang ist recht stark, van Vogt versucht recht eindrucksvoll das Säuglingsbewußtsein seines Helden (nennen wir es Siegfriedsbewußtsein) von innen heraus darzustellen. Später wird daraus dann eine ebenfalls interessante Studie in Schizophrenie aus derselben Perspektive. Freilich, ziemlich bald gelangt man selbst, van Vogt's Darstellung folgend, zu dem Schluß, daß das, was man selbst seine eigene Identität nennt, identisch mit der Berücksichtigung der eigenen Ziele ist, und indem van Vogt ziemlich bald nur noch Holroyd's Ziele in die Handlung miteinfließen läßt, tritt der Eindruck der Schizophrenie ebenso bald zurück.

Aber was waren Ptath' ursprüngliche Ziele, um kurz bei ihnen zu verweilen? Das Fremde da draußen, die Welt, in die richtige Beziehung zu sich selbst zu setzen. Holroyd hingegen geht es zunächst nur um ein Abenteuer, erst unter der Reihe von Nackenschlägen, welche er von Ineznia einstecken muß, wird ihm der Ernst der Lage und seine Verantwortung voll bewußt, so daß L'onee ihm schließlich versichern kann, daß er geworden ist, worauf Ptath einst seinen Willen richtete.

Die beiden Frauen, Ineznia und L'onee, stehen dabei für die weiblichen Extreme, den Mann vorführen zu wollen, beziehungsweise miterleben zu wollen, wie er andere vorführt. Allerdings hat van Vogt dies nicht besonders einfallsreich in die Handlung der Geschichte eingefügt. Freilich könnte man sich sagen: Sieh an, so schlau ist die Ineznia gar nicht!, aber man spürt zu deutlich, daß es van Vogt selbst ist, der nicht so schlau ist, dafür wird dieselbe Nummer, einen anderen Körper zu besetzen, zu oft wiederholt, und insbesondere stößt einem Holroyd's Unfähigkeit, sich über die Konsequenzen einer solchen Möglichkeit, von anderen Körpern Besitz zu ergreifen, klar zu werden, also nicht wissen zu können, mit wem er gerade spricht, irgendwann übel auf.

Darum, Frauen erkennen zu müssen, geht es van Vogt bei diesem Verwirrspiel nicht, er scheint es eher als Metapher für Geheimgesellschaften zu benutzen, durch welche gleichsam ebenfalls eine Stimme an den verschiedensten Stellen zu sprechen vermag, in etwa so, wie die Agenten in der Matrix von den Leuten Besitz ergreifen, dies allerdings im Rahmen der totalitären Herrschaft eines Gottkönigs, in der Geschichte der Gottkönigin Ineznia, welchem dieser Apparat dient.

Und an dieser Stelle besitzt die Geschichte auch einen klaren Zeitbezug. Der reale Gottkönig ist natürlich Adolf Hitler, van Vogt läßt sich bemerkenswerterweise nicht dazu verleiten, vom Bösen zu sprechen, sondern er stellt den Nationalsozialismus als eine Verkennung des Religiösen dar, genauer gesagt als Labung des Kollektivs an seiner kollektiven Macht, wie sie bereits unzählige Male stattfand, aber immer nur vorübergehend, da das Religiöse nicht in den Höhenflügen des Lebens steckt, sondern in seinen Bruchlandungen - ja, er definiert geradezu die Rückbindung als Absage an die gestalterische Macht und Aufnahme des Erleidens des gestalteten Lebens.

Verfolgt man die Analogie Hitler-Ineznia indes weiter, kommt man zu Punkten, welche eher nach dem Zweiten Weltkrieg ins Gewicht fallen, also zur Notwendigkeit politischer Vereinigung und überlegener Gewalt als ihrem Mittel, wiewohl diese Überlegung sicherlich auch schon während des Zweiten Weltkriegs auf verschiedenen Seiten angestellt wurde. Philip Kindred Dick hat in Alfred Elton van Vogt also tatsächlich einen Vordenker für sich gefunden.

Zum Abschluß möchte ich aber wieder zum Anfang zurückkehren, also der Frage nach der Identität menschlichen Bewußtseins, und eine Theorie zitieren, welche van Vogt ebenfalls gen Ende en passant vorstellt, denn es wäre ein Verbrechen, sie hier nicht festzuhalten.
Hypnose bedeutet, die Identität eines Menschen, im Sinne der Berücksichtigung bestimmter Ziele, umzuschreiben, und die Identität eines Menschen ist durch nicht mehr als sechs Ziele, welche er in seinem Leben berücksichtigt, bestimmt.

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7. Februar 2016

Trost für die Schwermütigen?

Was ist ein Kick?

Genau das, was der Name sagt, nicht?

Mag sein, daß Motorräder für die Namensgebung verantwortlich sind, aber das ändert nichts daran, daß ein Kick zunächst einmal ein Tritt ist.

Es geht dabei natürlich nicht um den Schmerz, sondern um den Inerz, weshalb der Tritt auch redensartlich in den gut gepolsterten Körperschwerpunkt erfolgt, sowohl im Englischen, als auch im Deutschen.

Aber da zeigt sich schon die Gabelung im Wesen, denn während der Tritt im Deutschen sozusagen als Kur für Lahmarschigkeit gilt, offenbart das Englische eine Neigung zur zusätzlichen Beschleunigung, welche gar nicht genug von ihr kriegen kann.

Es ist wohl so, daß man die Lahmärsche getreten hat, bis es anfing, ihnen zu gefallen, und seitdem beherrscht ihre Beschaffungsumtriebigkeit die Welt.

Alles hat ja neben seiner erschütternden auch seine banale Seite.

Wahrlich, erst über den Umweg der Abhilfe tritt die Krisis des Sinns aus dem Subjektiven ins Objektive.

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6. Februar 2016

Through the TImes

372 A.D. the “gods” met in a small church in Amlissa, the former Amlys.

   “...but in a time when the rectifiers will have rectified the world itself, the incantation must be brought back – lest the bond be severed.”

   “Let us go about the teaching of the chant then:
  1. recognise,
  2. relate,
  3. observe,
  4. side.
Having forgone the latter for centuries the meaning of the former will be quite different to them from what it is to us now. The recognition will be a recognition of observable deviations from habitual expectation and the relation will be between those. If we are to re-introduce the human effect into that view of the world, we must first lead the recognition back towards the mind that is stirred by a relevance for it and make the relation again about the explanation of that relevance.”

   “We shall indeed. That will not however give them pause, for they'll think they know everything about that relevance in the truncated version of reality they'll inhabit then. No view of the world will ever get a hold on a people that doesn't give them all the answers – just like a child thinks most of affirmation – criticism, for the many, is no more than the leisure after the fact. To break out of the procession they're in, they have to bump into the mysterious. Else, even while being led into oblivion, they'll walk along, thinking that's all there is to see.”

   “Very well, but no reason to get ahead of ourselves. The mind asks the questions in whose answers it is interested, because they're part of its role. All expectation flows in this bed, being perturbed only by the inreconcilability of uniform growth with an existence that is reflecting itself. Forms emerge so that other forms can emerge, the expectation returns from forcefulness to fertility. Their blindness lies in the denial of what they expect and the nature of expectation itself. They'll refer to evidence and overlook the seat of defining conviction.”

   “God does not betray those who rely on his principles. And a man who finds himself in violation of them convicts himself.”

   “Which is why man is cautious not to fall for the sin of claiming ground for his fancies.”

   “Quite right, and the more particular someone's thoughts are, the more he will shy away from expecting something in particular, for he feels the generality in all expectation. He will be quite at peace with a set of rules, which he can heed to his advantage. And that is precisely why insight alone cannot turn the masses away from their acquired ways.”

   “Cannot he, who made the blind see, also make that this one doesn't die.”

   “So we teach the impartial and unhinge the partial, the divine judgment bearing only for the former something to behold. They must realise what they expect and they can be made so by means of the narration. However, in the times that we refer to here the narration will have become a mere shadow of its former self, a checklist without transformatory power. To be reminded of their expectation, they must be called out from the midst of the people, they must find themselves separated by a gulf of understanding, which is to be rooted in the fact that they trust God to guide them. It suffices to make them an offer, an offer to view the world as moribund. For if it is, that will stir their expectation and in the process set them aside in understanding.”

   “We shall describe those days – it will do. Once a person has understood that he's his expectations' servant, the recognition and relation will fall into their places and as for the siding: it has already happened. However, like this there will only be observation after the siding, since it is only the siding that awakens the awareness that there is something to observe. And without observation every siding is indiscriminatory in nature, that is to say disruptive. That way, of course, there shall at least be enough palpable mystery for the others, but the situation must be mended, an offer in the offer to view the world as moribund has to be made to view oneself as part of an overarching constructive process, so as to guide the eyes back to that in whose name all growth occurs.”

   “The approval of its witnesses...”

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1. Februar 2016

Das Merkmal der Freien

Nehmen wir an, wir bräuchten uns nur einen Tag Zeit nehmen, um einen Menschen hinreichend gut kennenzulernen.

Nehmen wir weiterhin an, dies wäre uns am wichtigsten in unserem Leben, so daß wir es in seiner Gänze diesem Zweck widmeten.

Eine einfache Rechnung zeigt uns dann, daß kein Mensch mehr als 30 000 Menschen gut kennen kann, und realistischerweise müßten wir eine weit geringere Zahl guter Bekannter annehmen.

Im Klartext, eine Kleinstadt mit 20 000 Einwohnern ist bereits ein Pool, in welchem diese wie Fische in kleinen Gruppen schwimmen, durch die Grenzen der menschlichen Aufnahmefähigkeit von ihresgleichen getrennt, so daß ihnen gar nichts anderes übrig bleibt, als dieses Me(e/h)r als ein abstraktes Etwas aufzufassen, welchem sie durch diverse Klassifizierungen Herr zu werden versuchen, aber selbstverständlich nie Herr werden.

Die Masse der Menschen bleibt genau wie die Welt stets unerkannt, erscheint uns einmal so und ein andermal anders, je nachdem worauf sich unser Blick gerade richtet. Es kann nicht anders sein.

Wenn wir die bunten Bilder, welche auf die Innenseite unserer Scheuklappen gemalt sind, mit ihnen zusammen einmal wegnähmen, was bliebe?

So wie es steht: die Herrschaft, welcher die Unbekannten unterworfen sind. Das ist die einzige Auskunft: der Rahmen, in welchem Beschwerde gegen einen dieser Unbekannten eingelegt werden kann, ist bekannt.

Was könnte darüberhinaus bleiben?

Wozu sie sich selbst verpflichten, aus ihrer eigenen, individuellen Entscheidung heraus. Wahlen sind selbstverständlich in erster Linie deswegen geheim, damit nichts aus dieser Sphäre an die Öffentlichkeit gelangt. Könnten konkrete Entscheidungen mit konkreten Gruppen in Zusammenhang gebracht werden, so wären direkte Verhandlungen zwischen diesen Gruppen möglich, die Öffentlichkeit gewänne nicht nur ein Bild von, sondern auch einen außerparlamentarischen Umgang mit sich selbst, und ebenso wie dieses auf Entscheidungsfakten basierende Bild der unsubstantiierten Dichterei in die Quere käme, untergrübe der außerparlamentarische Umgang die Fähigkeit der Parteien, ihre Lager über einzelne Punkte an sich zu binden, indem diese sich nämlich in diesen Punkten unter einander einigten, wenn sie das Gefühl hätten, daß diese Punkte ablenken sollen.

Aber Wahlen sind selbstverständlich nur ein peripherer Punkt bei dieser Betrachtung. Der zentrale Aspekt ist dieser:
Einen Freien beurteile ich danach, zu was er sich verpflichtet, einen Sklaven danach, was ihm sein Herr erlaubt.
Das gilt es bei jeder Ordnung der Gesellschaft zu berücksichtigen.

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