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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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12. Mai 2014

Offene und abgeschlossene analytische Fixierungen

Es blieben einige Fragen offen, in den Beiträgen Synthetische Eindrücke und Übernahme von Teileindrücken und Bestätigbarkeit. Ich werde sie hier klären.

Wenn wir einen Ausdruck der Art
[a1, ..., an]
vor uns liegen haben, so sollten wir nicht vergessen, daß es sich dabei zunächst einmal nicht um einen synthetischen Eindruck, sondern um seine analytische Fixierung handelt. Und alles an dieser muß eine Bedeutung haben, und insbesondere auch die eckigen Klammern.

Und insbesondere auch die äußeren eckigen Klammern.

Nun, die haben sie auch, aber diese Bedeutung ist implizit, und damit handelt es sich um eine schlechte Notation.

Die Sache ist die, eckige Klammern bedeuten, daß eine analytische Fixierung etwas erfäßt, was durch eine Einsicht in Beziehung zu anderem steht. Wir sagen dann, die analytische Fixierung sei abgeschlossen, andernfalls offen.

Die äußeren Klammern um einen Eindruck, nun, verweisen darauf, daß er das Wahrgenommene eines Wahrnehmungsvermögens ist. Es ist aber besser, das zu explizieren. Doch bevor wir das gleich tun, müssen wir uns der im erstgenannten Beitrag aufgeworfenen Frage zuwenden, wie es kommt, daß verschiedene Einsichten der gleichen Art in unserem Denken gleichzeitig bestehen können und wie wir diesen Umstand ausdrücken sollten.

Wie es kommt. Wir wissen, daß eine Erscheinung in einer bestimmten Einsicht erscheint. Deshalb können verschiedene Einsichten auch gleicher Art in unserem Denken gebündelt auftreten. Sollte dabei ein Gegenstand in verschiedenen Einsichten zugleich erscheinen, so muß der Eindruck der doppelten Bezüglichkeit als solcher, die jeweilige Bezogenheit festhaltend, ausgedrückt werden.

Wie dieser Umstand ausgedrückt werden sollte. So wie bereits geschehen, durch Indizierung der betroffenen Erscheinungsweisen. Es ist allerdings wichtig, den Index nicht für eine Eigenschaft der Erscheinungsweise zu halten, denn das ist er nicht, er ist vielmehr eine Eigenschaft der Erscheinung, welche wir nur deswegen nicht an die schließende eckige Klammer anfügen, weil auf diese Weise bei mehrfachen Erscheinungen formal unklar wäre, welcher Index sich auf welche Erscheinungsweise bezieht - ein Problem, welches sich auch formal lösen ließe, aber nicht elegant.

Das hier auftretende Phänomen könnte man Identitätsgenerierung nennen - und es findet tatsächlich statt.

Eine Einsicht sollte also wie folgt festgehalten werden:
  • ii, a1], ..., [γii, an],
ohne äußere Klammern, mit identitätsgenerierenden Index. Meine ich den Eindruck, so meine ich implizit folgende Aussage.
  • iγ,ε, νj], [[γii, a1], φj], ..., [[γii, an], φj]
Der Witz an der analytischen Fixierung ist ja auch, daß wir nie wissen - wir erwarten es vielmehr, - daß ein synthetischer Eindruck vollständig fixiert wurde. Einen Abschluß erhalten unsere Fixierungen immer nur durch Einsichten, in welchen sie erscheinen, wenn sie nämlich in einer bestimmten Einsicht auf eine bestimmte Weise erschienen sind. Das ist die Motivation für die Bezeichnung der Fixierungen der Erscheinungen als abgeschlossen: Die Menge der erscheinenden Fixierungen wird durch eine Einsicht umgrenzt. Andere Mengen von Fixierungen, bloße Konjunktionen der Art
  • a1, ..., an
werden nicht umgrenzt, sind ihrem Umfange nach beliebig.

Ein Beispiel für eine unvollständige analytische Fixierung ist durch den letzten Beitrag gegeben. Bevor ich ihn schrieb, hatte ich an Erwartungen nur einen Teileindruck fixiert.

Und das wiederum liefert einen zwingenden Grund für die Entscheidung, welche ich im zweiten anfangs erwähnten Beitrag getroffen habe, also daß folgendes zu gelten habe.
  • [a, [b, c]] -> [a, b]
Würde das nicht gelten, so käme es zu der paradoxen Situation, daß meine Erwartungen nicht mehr bestätigt würden, weil sich meine analytische Fixierung verbessert hat!

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Bedingte Erwartungen

Ich hatte bisher gesagt, daß Erwartungen durch möglicherweise unvollständige Aussagen gegeben sind, welche durch analytische Fixierung von synthetischen Eindrücken bestätigt werden können und im Falle, daß sie nach einer Besinnung auf diese möglicherweise unvollständige Aussage nicht bestätigt werden, ein Gefühl der Enttäuschung hinterlassen.

Und für bestimmte Erwartungen verhält sich das auch so, nämlich für ortlose, wobei auch dort Unterschiede bezüglich des Umgangs mit Enttäuschungen bestehen. So werde ich zum Beispiel nur mäßig enttäuscht sein, wenn ich irgendwo keine Maus finde, auch wenn meine Vorstellung davon, wo es Mäuse gibt, den Ort nicht näher bestimmte. (Schließlich könnte sie sich gerade in den Krallen eines Mäusebussards befinden und also sogar fliegen, und was das All angeht, wer weiß, was wir da alles 'raufschießen.) Andererseits wäre ich zurecht schockiert, wenn ich meine Erwartung, daß es eine Zahl, welche um Eins größer als Eins ist, nicht bestätigen könnte. Der Unterschied zwischen beiden Fällen besteht natürlich im Grade der Eigenverantwortetheit des Ergebnisses der Besinnung, doch dazu erst einandermal mehr.

Viele Erwartungen, wahrscheinlich die meisten, sind aber verortet. Ich mag erwarten, daß eine Stadt einen Rathausplatz hat, oder daß auf einem Rathausplatz ein Springbrunnen steht, wobei, um dies gleich zu sagen, ein Ort selbstverständlich auch eine Zeitangabe enthalten kann oder allgemeiner irgendeinen Eindruck näher beschreiben kann, bei dessen Vorliegen der Ort gegeben ist. Und wenn eine Erwartung eine solche Bedingung, wiederum eine möglicherweise unvollständige Aussage, besitzt, so tritt die Enttäuschung nur dann ein, wenn die Bedingung durch eine analytische Fixierung eines synthetischen Eindrucks bestätigt wird, aber die Erwartung nach einer anschließenden Besinnung nicht.

Übrigens, wo wir das so festgesetzt haben, könnten wir auch eine vollständig leere Aussage als Bedingung zulassen, wenn wir denn die Existenz eines Nichts erlauben würden, (was wir selbstverständlich nicht tun), aber auch ohne die gibt es Aussagen, welche stets bestätigt werden, und welche wir also für die Einbettung der ortlosen Erwartungen in die verorteten verwenden können, etwa die Aussage: Ich bin wach, welche darüberhinaus noch den Vorteil hat, daß sie das Fehlen von Enttäuschungen in Träumen erklären würde, (wenn es nicht schon aus anderem Grunde folgte, wobei, wir können uns schon enttäuscht fühlen, in Träumen, aber nur als Vorstellung und nicht als emotionale Reaktion.)

Gut, wir sagen also fortan, daß Erwartungen im weiteren Sinne bedingte Erwartungen sind, welche wiederum der synthetische Eindruck aus zwei Fixierungen sind, von denen eine die Bedingung und die andere die Erwartung im engeren Sinne ist. Die dazu nötigen auf einander bezüglichen Begriffe seien wie folgt gegeben.
  • τ (τόπος) Bedingung
  • π (πρόλογος) Erwartung
Aus reiner Faulheit und als reine Schreibweise sei es bei ortlosen Erwartungen auch weiterhin erlaubt, die Synthese nicht zu analysieren und nur die Erwartung anzugeben.

Post scriptum zum Träumen. Da hat sich jetzt natürlich eine gewisse Ironie eingeschlichen, da ich zuvor behauptet hatte, daß man gerade dadurch weiß, daß man träumt, daß einem die Besinnung auf das sinnlich Wahrgenommene mißlingt. Allerdings wäre zu fragen, ob man dann wirklich noch träumt oder nicht schon halb wach ist, insofern man wenigstens sein Denken bereits wieder unter Kontrolle hat. Es gibt ja, wie ich bereits zuvor bemerkte, sogar den verrückten Fall, daß man bereits dreiviertel wach ist, und seine Bewegungsfähigkeit wiedererlangt hat, seine sinnliche Wahrnehmung aber nur insofern, als diese die eigenen Vorstellungen steuert, man also nicht beliebiges träumt, sondern die sinnliche Wahrnehmung verfremdet.

Jedesmal wenn mir das passierte, war es widerlich. Ich nehme besser keine halluzinogenen Drogen. Nun ja, wenigstens weiß ich auch dann, daß ich nicht sinnlich wahrnehme. Die nämliche Enttäuschung stellt sich ein.

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11. Mai 2014

Übernahme von Teileindrücken und Bestätigbarkeit

Ich hatte behauptet, daß die Bestätigung einer Erwartung die Folge davon ist, daß es eine Fixierung einer Einsicht gibt, welche die in der Erwartung liegenden Eindrücke übernimmt.

Ob sich dies aber so verhält oder nicht, hängt davon ab, ob folgendes gilt oder nicht.
[a, [b, c]] -> [a, b]
Ich hatte bisher behauptet, daß es nicht gilt, weil ich b von [b, c] unterscheiden kann. Allerdings ist das kein Beweis, da eine Unterscheidung ja auch auf anderem Wege als durch α, ω(b) möglich sein könnte - etwa durch α, ω([b, c]).

Gehört es zur Natur der analytischen Fixierung synthetischer Eindrücke, daß es gilt?

Ist eine analytische Fixierung einer Synthese von Natur aus eine stärkere Fixierung als die Fixierung eines ihrer Teile?

Die Antwort ist doch: Ja. Ich könnte doch schließlich auch sagen, daß der Teil auch im ersten Fall fixiert ist, was ändert die zusätzliche Fixierung seiner Enthaltenheit mit anderen Teilen in einem synthetischen Ganzen?

Es ist doch eine reine Formsache. Und formal sollten sich keine zusätzlichen Probleme ergeben.

Der letzte Ausdruck im vorigen Beitrag läßt sich somit bis zum folgenden verkürzen.
  • γ,ε, ν], [[γ/ε, a1], φ], ..., [[γ/ε, am], φ], [am+1, φ], ..., [an, φ], [γn+1n+1, φ], ..., [γpp, φ]
Und wenn b die entsprechende Einsicht sei und λε(b) ihre hinreichend analytische Fixierung, so gilt:
  • λε(b) -> [Δγ,ε, ν], [[γ/ε, a1], φ], ..., [[γ/ε, am], φ], [am+1, φ], ..., [an, φ], [γn+1n+1, φ], ..., [γpp, φ]
Der letzte Beitrag läßt sich freilich so verstehen, daß ich den Weg beschritten hätte, synthetische Eindrücke auf dem Papier stets durch ihre hinreichend analytische Fixierung zu bezeichnen. So war es aber natürlich nicht gemeint, sondern ich habe mich lediglich auf die Form der analytischen Fixierung festgelegt, für den Fall, daß ich einen synthetischen Eindruck analytisch fixieren will.

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Synthetische Eindrücke

Synthetische Eindrücke sind Eindrücke, welche eine Zerlegung in Teileindrücke erlauben, deren Konjunktionen sie sind, mit anderen Worten also Eindrücke der Form:
  • [a1, ..., an], wobei ai beliebige Eindrücke sind.
Es gibt dabei zwei verschiedene Arten von synthetischen Eindrücken, nämlich die
  • bündelnden Eindrücke und die
  • beziehenden Eindrücke.
Zu ersterer Art gehören Wahrnehmung wie kalter, harter, feuchter Eisblock, aber auch die Erscheinungen eines Gegenstandes auf eine bezügliche Erscheinungsweise.

Letztere Art bilden hingegen die Einsichten, und entsprechend werde ich fortan folgendes und nur folgendes schreiben, um eine Einsicht in Δγ,ε zu formalisieren:
  • [[γ/ε, a1], ..., [γ/ε, an]],
wozu zu sagen ist, daß nur diejenigen Ausdrücke bezügliche Eindrücke ergeben, welche durch Einsicht zu Stande kommen.

Es mag allerdings sein, daß ein Gegenstand auf mehrere bezügliche Erscheinungsweisen zugleich erscheint, sagen wir a1, kurz mehrfach bezüglich ist, und auch das muß ausdrückbar sein. Seien die Einsichten also etwa in Δγ11 und Δγ22 gegeben. Dann halten wir die doppelte Einsicht wie folgt fest.
  • [[γ11, γ22, a1], [γ11, a2], ..., [γ11, an], [γ22, b1], ..., [γ22, bm]]
Natürlich liegt hier ein Mischfall aus Bündelung und Beziehung vor, und auch wenn sich zwei Einsichten auf gänzlich verschiedene Gegenstände bezögen, müßten wir also, um mit dem Mischfall konform zu bleiben, sämtliche Erscheinungen unabgestuft in einem synthetischen Eindruck erfassen.

Andererseits gibt es aber auch den Fall, daß uns zwei Einsichten im selben Einsichtsvermögen, welche ihre jeweiligen Gegenstände auf einander beziehen, bewußt sind, und da müssen wir die Erscheinungen selbstverständlich zunächst in ihrer Bezogenheit zusammenfassen, bevor wir sie bündeln, oder?

Die Alternative besteht darin, die Erscheinungen in letzterem Fall von einander zu unterscheiden, und genau das müssen wir auch tun, wiewohl ich noch nicht sagen kann, was der formalen Unterscheidung seinsmäßig entspricht. Die Notwendigkeit ergibt sich indessen daraus, daß ja auch in letzterem Fall ein Gegenstand doppeltbezüglich sein kann.

Legen wir uns also in allen Fällen auf ein kombiniertes Einsichtsvermögen mit kombinierten Erscheinungen fest, wobei indes für jeden betroffenen Gegenstand eine auf einen anderen Gegenstand bezügliche Erscheinungsweise genügt. Entsprechend schreiben wir folgendes für die Reflexion der Wahrgenommenheit im obigen Beispiel.
  • [[[Δγ11, Δγ22], ν], [[γ11, γ22, a1], φ], [[γ11, a2], φ], ..., [[γ11, an], φ], [[γ22, b1], φ], ..., [[γ22, bm], φ]]
Abschließend möchte ich die Erwartung präzisieren, welche ich im letzten Beitrag angesprochen habe. Eine möglicherweise unvollständige Aussage hat die allgemeine Form:
  • [γ/ε, a1], ..., [γ/ε, am], am+1, ..., an, γn+1n+1, ..., γpp,
wobei sowohl γ als auch ε vorkommen können, aber nicht müssen, und die Komponenten (n+1), ..., p lediglich für die folgende Bemerkung gebraucht werden.

Bemerkung. Letztlich sehen auch die möglicherweise unvollständigen Aussagen in kombinierten Einsichtsvermögen so aus, nur daß wir dort nicht γ/ε schreiben können, und das folgende gilt analog für ihren Fall.

Wenn wir uns nun auf eine diese vergegenwärtigende Einsicht besinnen, so haben wir dabei die folgende Erwartung.
  • γ,ε, ν], [[γ/ε, a1], φ], ..., [[γ/ε, am], φ], [αm+1, φ], [am+1, ωm+1], ..., [αn, φ], [an, ωn], [αn+1, φ], [γn+1n+1, ωn+1], ..., [αp, φ], [γpp, ωp]
Ja, es wird langsam etwas mühsäliger, die Formeln hinzuschreiben, aber für dieses Mal sind wir damit durch.

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10. Mai 2014

Besinnungen

Wir glauben, daß wir uns für unsere Taten entscheiden, und also im besonderen für unsere Besinnungen.

Allerdings ist es so, daß eine Entscheidung, bevor wir sie getroffen haben, noch nicht erfolgt und nachdem wir sie getroffen haben, bereits vergangen ist, und dazwischen gibt es keinen Augenblick.

Entscheidungen geschehen also nicht, und ebensowenig Besinnungen.

Bevor wir uns besonnen haben, haben wir die Erwartung der Bestätigung einer möglicherweise unvollständigen Aussage durch die Fixierung einer Einsicht, konkret die Bestätigung einer Anordenbarkeit, einer Auszeichnung oder einer vollständigen Aussage.

Nachdem wir uns besonnen haben, sehen wir diese Bestätigung entweder ein, zugleich mit der Einsicht, welche deren Erwartung bestätigt, wobei alle betroffenen Gegenstände gegenwärtig und fixiert sind, oder wir sehen die Bestätigung nicht ein und erfassen stattdessen entweder die Erwartung der Bestätigung einer präzisierten, möglicherweise unvollständigen, Aussage, im Falle deren Bestätigung die ursprüngliche Erwartung mitbestätigt wird, oder wir erleben eine Enttäuschung und halten das Mißlingen der Bestätigung unserer Erwartung fest.

Beispiel der angesprochenen Präzisierung. Was habe ich gestern Mittag gegessen? Gut, das habe ich gegessen, aber habe ich es gestern Mittag gegessen?

Übrigens ist auch in diesem Beispiel eine einstweilige Enttäuschung spürbar, an welche sich aber unversehens die Einsicht anschließt, auf eine stärkere Aussage gestoßen zu sein, beziehungsweise eine Konkretisierung der ursprünglichen Auszeichnung, so daß deren Bestätigung die Bestätigung der ursprünglichen Auszeichnung für den gefundenen Gegenstand mit sich bringt.

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9. Mai 2014

Schöne Orte

Was ich so fand, wenn auch zum Teil nur virtuell. Die Bilder stammen von der Panoramio-Plattform und verweisen bei Klick auf Google Maps. Wenn Sie eine größere Version sehen wollen, müssen Sie das Bild dort entweder wiederfinden, oder Sie müssen die rechte Maustaste bemühen und Graphik anzeigen wählen.

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8. Mai 2014

Laufe nur zu

Inneres und Äußeres entsprechen einander,
 der Kampf um das eigene Fundament ordnet zugleich die Welt,
die eigene Verwilderung abschütteln und sich auf es stellen,
 seines Ankers im Sturme bewußt, der Erkennenden Versammlung vor Augen,
überläßt einen der Geordneten Antwort.

Wo die Sonne beständig scheint,
verdorrt das Land.
Was sich einatmend aufschwingt,
 sackt ausatmend wieder zusammen,
die Welt die Luft erneuern lassend.

Der Aufstieg wiegt schwer,
 der Absprung erhebt,
die Lüfte selbst scheinen zu tragen.
 Doch ist nicht tückisch,
 was Mensch und Welt verwebt.

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7. Mai 2014

Gedanken zum Gegensatz zwischen Menschensohn und Götterhimmel

Ich muß Parmenides um Dike beneiden. Wenn er seinen Zeitgenossen Kund tat, daß er sich von ihr leiten ließe, so verstanden sie ihn. Sie kannten das Gefühl, und sie verehrten seine Natürlichkeit in Form der Göttin.

Die Gefühle hingegen, welche mich leiten, sind mein Privatbesitz, und es wiegt schwer auf einem zu meinen, daß man einen unersetzlichen Schatz berge. Die Welt wird so zum Feind, nirgends sind Gleichgestimmte anzunehmen.

In den Schriften der alten Inder werden ihre Feinde mit Schaudern ritenlos genannt. Ja, was wäre die Welt einem auch, wenn man nicht verständiges Gehör fände für das, was einem heilig ist und welchem man sich hingibt?

Aber solches Gehör kann man nur finden, wenn diese Hingabe gesellschaftlich abgesegnet ist, und das kann sie gar nicht anders sein als dadurch, daß jene Kräfte, welche die eigene Sorge in diesem oder jenem Gefühl bewegen, zu Göttern erklärt werden. Wir erklären Seinsweisen zu Göttern, und wir huldigen ihnen just in dem Maße, in welchem wir Erfüllung in ihnen finden.

Und just dieses Maß bestimmt auch wie gewogen Gott ihnen ist. Wir finden in ihnen Glauben an ein bestimmtes Leben, und dieser Glaube ist unser Gebet an Gott, es zu spenden.

Gottesdienst im engeren Sinne kann man nur solchen Göttern leisten, ihnen kann man dadurch dienen, daß man sie vor Gott preist. Und zugleich dient man seiner Liebe. Gott hingegen ist durch nichts gedient.

Die Bibel sagt nichts anderes, sie legt den Fokus nur nicht auf den Götterhimmel, sondern auf den Menschensohn, welcher das Reich Gottes in sich trägt. In ihm liegen jene Gefühle, und in ihm liegt es auch, ihnen durch seine Hingabe Gewicht vor Gott zu verleihen, was in seinem Namen erbeten wird, das wird gegeben.

Indes, wozu das Reich Gottes, wozu die Unbestimmtheit?

Das Reich Gottes wird von Göttern und Göttinnen bevölkert. Und man könnte sie auch benennen. Etwa Dike und Aphrodite, die Rächung des Heiligen, die Rücksicht auf das Zarte. Fast bin ich geneigt zu sagen, Islam und Christentum. Und selbst wenn das nicht ganz trifft, so zeigt es doch schon, daß der Mensch sich nicht weit von seinen Göttern entfernen kann.

Also, wozu die Unbestimmtheit?

Nun, wahrscheinlich weil der Götterhimmel im Laufe der Zeit dadurch verdirbt, daß einerseits die Bedeutung der angestammten Götter verloren geht und andererseits neue, verquere hinzukommen.

Und also liegt im Wechsel vom Wahrgenommenen, der Stimmung, zum Wahrnehmenden, dem Bewußtsein, in welchem sie liegt, eine Möglichkeit zur Besinnung.

Was bedeutet das Reich Gottes für mich?

Entsprechend wird dem Menschensohn gedacht, statt die Götter zu preisen.

Allerdings, auch diese Sichtweise verkommt mit der Zeit. Die Macht des Menschensohns, Gott durch Gebet zu bewegen, gerät in Vergessenheit. Das Reich Gottes liegt zwar weiterhin in uns, aber unser Sein nicht mehr in ihm, stattdessen nur noch das unserer Umwelt. Der Mensch wird zum Feind, welcher mit allen Mitteln unter eine mit Händen gemachte Ordnung zu zwingen ist. Am Ende bevölkern die Miserablen aller Länder ein Reich, dessen Gerechtigkeit die Verachtung der Miserablen ist.

Nein, wir dürfen schon auch darum bitten, daß wir aufblühen. Genauer gesagt müssen wir es sogar, woran auch immer wir glauben, unsere Liebe zu ihm vereint unser Schicksal mit seinem.

Die Menschen leiden und beschneiden sich, weil jenes Monstrum zu errichten, ihrer Meinung nach den tiefsten Ernst erfordert, und in ihren Herzen wird jede liebliche Regung stumm.

Ich habe seinen Erbauern nie getraut. Wer kein Licht in sich hat, kann auch keines in die Welt setzen, und ihre Häßlichkeit ist offenbar.

Was aber die Wägung des Wahrgenommenen betrifft, auf was baut mein Herz?

Allgemein habe ich die Frage unter der Annahme des gottgewollten Fortschritts der Welt beantwortet, aber für mich persönlich?

Was heißt es für mich zu glauben, daß ich nicht alleine bin?

Hier bin ich alleine.

Indes, ich sollte die Gefühle vielleicht noch zu Göttern erklären und dieses oder jenes Formalisierungsproblem lösen, auch wenn das wichtigste bereits gelungen ist. Allerdings... es muß etwas aus jedem Glauben erwachsen, auch wenn das Nähere seltsam erscheint.

Ob man, nachdem der Stoff durch ist, über dem Stoff steht? Meine Liebe zu ihm ändert sich dadurch ja nicht und auch nicht mehr, wenn ich in ihm bliebe. Was hindert es also.

Andererseits, wer kennt die Zeit. Und vielleicht gibt einem ja gerade die Einsamkeit Zeit für andere, auch oder gerade wenn man dabei einsam bleibt.

Post Scriptum nach dem ersten Durchlesen. Ob Gott tatsächlich durch nichts gedient ist? Ganz so vielleicht nicht, aber jedenfalls ist ihm nicht dadurch gedient, daß man ihn preist. Mir will scheinen, es ist ihm dadurch gedient, daß man ihn von den Fesseln der Armut befreit, indem man glaubt. Aber woran ich für die Welt glaube ist eines und woran ich für mich glaube ein anderes, denn wir altern unterschiedlich.

Freilich, wenn ich wollte, könnte ich jederzeit mit dieser Erhobenheit Schluß machen und Machtausübung an ihre Stelle setzen. Aber ich will doch beten, zu was es mein Herz treibt.

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Parmenides: Über die Natur

Das Rossegespann, das mich fährt, zog mich fürder, soweit ich nur wollte, nachdem es mich auf den vielgerühmten Weg der Göttin geleitet, der den wissenden Mann durch alle Städte führt. Dort also ging meine Fahrt; dort fuhren mich nämlich die vielverständigen Rosse, die den Wagen zogen, und die Mädchen wiesen den Weg. Die Achse knirschte sich heißlaufend in den Naben mit pfeifendem Tone, wenn die Heliadenmädchen, welche das Haus der Nacht verlassen und nun den Schleier von ihrem Haupte zurückgeschlagen hatten, die Fahrt zum Lichte beeilten. Da steht das Tor, wo sich die Pfade des Tages und der Nacht scheiden; Türsturz und steinerne Schwelle hält es auseinander; das Tor selbst, das ätherische, hat eine Füllung von großen Flügeltüren; die wechselnden Schlüssel verwahrt Dike, die gewaltige Rächerin. Ihr nun sprachen die Mädchen mit Schmeichelworten zu und beredeten sie klug, ihnen den verpflöckten Riegel geschwind von dem Tore zu stoßen. Da sprang es auf und öffnete weit den Schlund der Füllung, als sich die erzbeschlagenen Pfosten, die mit Zapfen und Dornen eingefügten, nach einander in ihren Pfannen drehten. Dorthin mitten durchs Tor lenkten die Mädchen stracks dem Geleise nach Wagen und Rosse. Da nahm mich die Göttin huldreich auf. Sie ergriff meine Rechte und sprach mich mit folgendem Worte an: Jüngling, der Du unsterblichen Lenkern gesellt mit dem Rossegespann, das Dich trägt, unserem Hause nahst, sei mir gegrüßt! Kein böser Stern leitete Dich auf diesen Weg, sondern Recht und Gerechtigkeit. So sollst Du denn alles erfahren: der wohlgerundeten Wahrheit unerschütterliches Herz und der Sterblichen Wahngedanken, denen verläßliche Wahrheit nicht innewohnt. Doch wirst Du trotzdem auch das erfahren, wie man bei allseitiger Durchforschung annehmen müßte, daß sich jenes Scheinwesen verhalte.
Erste Hervorhebung. Es geht Parmenides um Rache, nämlich die Entstellungen der Wahrheit zu rächen.

Zweite Hervorhebung. Das gelenkte Rossegespann scheint eine allgemein griechische Metapher für die Seele gewesen zu sein. Die Sorge steht hier also im göttlichen Dienst, siehe Der Führer des Gespanns.

Dritte Hervorhebung. Der Schein muß sich im Bezug auf das Wahre ausdrücken lassen. Umgekehrt gilt es nicht, weshalb es bis heute auch noch keine naturwissenschaftliche Erklärung des Bewußtseins gibt.
Doch von diesem Wege der Forschung halte Du Deinen Gedanken fern und laß Dich nicht durch die vielerfahrene Gewohnheit auf diesen Weg zwingen, Deinen Blick den ziellosen, Dein Gehör das brausende, Deine Zunge walten zu lassen: nein, mit dem Verstande bringe die vielumstrittene Prüfung, die ich Dir riet, zur Entscheidung. Es bleibt Dir dann nur noch Mut zu Einem Wege.

Betrachte wie doch das Ferne Deinem Verstande zuverläßig nahe tritt. Denn er wird ja das Seiende nicht aus dem Zusammenhange des Seienden abtrennen, weder so, daß es sich in seinem Gefüge überall gänzlich auflockere, noch so, daß es sich zusammenballe.

Ein Gemeinsames aber ist mir, wo ich auch beginne. Denn dahin werde ich wieder zurückkommen.

Wohlan, so will ich denn verkünden, welche Wege der Forschung allein denkbar sind: der eine Weg, daß ist und daß es unmöglich nicht sein kann, das ist der Weg der Überzeugung, der andere aber, daß es nicht ist und daß dies Nichtsein notwendig sei, dieser Pfad ist gänzlich unerforschbar. Denn das Nichtseiende kannst Du weder erkennen noch aussprechen.

Denn denken und sein ist dasselbe.

Dies ist nötig zu sagen und zu denken, daß das Seiende existiert. Denn seine Existenz ist möglich, die des Nichtseienden dagegen nicht; das heiß' ich Dich wohl zu beherzigen. Es ist dies nämlich der erste Weg der Forschung, vor dem ich Dich warne. Sodann aber auch vor jenem, auf dem da einherschwanken nichts wissende Sterbliche, Doppelköpfe. Denn Ratlosigkeit lenkt den schwanken Sinn in ihrer Brust. So treiben sie hin stumm zugleich und blind die Ratlosen, urteilslose Haufen, denen Sein und Nichtsein für dasselbe gilt und nicht für dasselbe, für die es bei allem einen Gegenweg gibt.

Denn unmöglich kann das Vorhandensein von Nichtseiendem zwingend erwiesen werden. Vielmehr halte Du Deine Gedanken von diesem Wege der Forschung ferne.

So bleibt nur noch Kunde von Einem Wege, daß existiert. Darauf stehn gar viele Merkzeichen; weil ungeboren, ist es auch unvergänglich, ganz, eingeboren, unerschütterlich und ohne Ende. Es war nie und wird nicht sein, weil es zusammen nur im Jetzt vorhanden ist als Ganzes, Einheitliches, Zusammenhängendes. Denn was für einen Ursprung willst Du für das Seiende ausfindig machen? Wie und woher sein Wachstum? Noch kann ich Dir gestatten aus dem Nichtseienden auszusprechen oder zu denken. Denn unaussprechbar und unausdenkbar ist es, wie es nicht vorhanden sein könnte. Welche Verpflichtung hätte es denn auch antreiben sollen, früher oder später mit dem Nichts zu beginnen und zu wachsen? So muß es also entweder auf alle Fälle oder überhaupt nicht vorhanden sein. Auch kann ja die Kraft der Überzeugung niemals einräumen, es könne aus Nichtseiendem irgend etwas anderes als eben Nichtseiendes hervorgehen. Drum hat die Gerechtigkeit Werden und Vergehen nicht aus ihren Banden freigegeben, sondern sie hält es fest. Die Entscheidung aber hierüber liegt in folgendem: es ist oder es ist nicht! Damit ist also notwendigerweise entschieden, den einen Weg als undenkbar und unsagbar beiseite zu lassen, den anderen aber als vorhanden und wirklich zu betrachten. Wie könnte nun demnach das Seiende in der Zukunft bestehen, wie könnte es einstmals entstanden sein? Denn entstand es, so ist es nicht und ebensowenig, wenn es in Zukunft einmal entstehen sollte. So ist Entstehen verlöscht und Vergehen verschollen. Auch teilbar ist es nicht, weil es ganz gleichartig ist. Und es gibt nirgend etwa ein stärkeres Sein, das seinen Zusammenhang hindern könnte, noch ein geringeres; es ist vielmehr ganz von Seiendem erfüllt. Darum ist es ganz zusammenhängend; denn ein Seiendes stößt dicht an das andere. Aber unbeweglich liegt es in den Schranken gewaltiger Bande ohne Anfang und Ende; denn Entstehen und Vergehen ist weit in die Ferne verschlagen, wohin sie die wahre Überzeugung verstieß; und als Selbiges im Selbigen verharrend ruht es in sich selbst und verharrt so standhaft alldort. Denn die starke Notwendigkeit hält es in den Banden der Schranke, die es rings umzirkt. Darum darf das Seiende nicht ohne Abschluß sein. Denn es ist mangellos. Fehlte ihm der, so wäre es eben durchaus mangelhaft. Denken und des Gedankens Ziel ist ein und dasselbe; denn nicht ohne das Seiende, in dem es sich ausgesprochen findet, kannst Du das Denken antreffen. Es gibt ja nichts und wird nichts anderes geben außerhalb des Seienden, da es ja das Schicksal an das unzerstückelte und unbewegliche Wesen gebunden hat. Darum muß alles leerer Schall sein, was die Sterblichen festgelegt haben, überzeugt, es sei wahr: Werden sowohl als Vergehen, Sein sowohl als Nichtsein, Veränderung des Ortes und Wechsel der leuchtenden Farbe. Aber da eine letzte Grenze vorhanden, so ist abgeschlossen nach allen Seiten hin, vergleichbar der Masse einer wohlgerundeten Kugel, von der Mitte nach allen Seiten hin gleich stark. Es darf ja nicht da und dort etwa größer oder schwächer sein. Denn da gibt es weder ein Nichts, das eine Vereinigung aufhöbe, noch kann ein Seiendes irgendwie hier mehr, dort weniger vorhanden sein als das Seiende, da es ganz unverletzlich ist. Denn wohin es von allen Seiten gleichweit ist, zielt gleichmäßig auf die Grenzen.
Erste Hervorhebung. Ob etwas ist oder nicht ist. Dem entspricht übrigens meine Beitragskategorie Wahrnehmungen.

Zweite Hervorhebung. Die Besinnung auf einen Gegenstand ist kein Herausreißen dieses Gegenstands aus seinem Zusammenhang, sondern läßt vielmehr den ursprünglichen Zusammenhang unberührt.

Dritte Hervorhebung. Nämlich mein Bewußtsein.

Vierte Hervorhebung. Was einzig ist, ist der Inhalt meines Bewußtseins, mit anderen Worten meine Gedanken, in einem weiteren Sinne.

Fünfte Hervorhebung. Was nicht ins Bewußtsein tritt, wird allenfalls erwartet.

Sechste Hervorhebung. Alles Bewußte ist im gegenwärtigen Augenblick bewußt.

Siebte Hervorhebung. Was immer du sagst oder denkst ist notwendig Bestandteil deines Bewußtseins.

Achte Hervorhebung. Es gibt keine abgetrennten Teile des Bewußtseins, alles ist in einem Bewußtsein bewußt.

Neunte Hervorhebung. Die Zukunft ist eine Erwartung und die Vergangenheit der gegenwärtige Erfahrungsschatz.

Zehnte Hervorhebung. Unsere Gedanken bestehen aus endlich vielen Elementen.

Elfte Hervorhebung. Der Sinn des Denkens besteht darin, bewußt zu sein.

Zwölfte Hervorhebung. Alle Teile des Bewußtseins sind als solche gleich.
Damit beschließe ich mein verläßliches Reden und Denken über die Wahrheit. Von hier ab lerne die menschlichen Wahngedanken kennen, indem Du meiner Verse trüglichen Bau anhörst. Denn sie haben ihre Ansichten dahin festgelegt, zwei Formen zu benennen; von denen man eine nicht sollte. Sie schieden aber Gestalt gegensätzlich und sonderten ihre Merkzeichen voneinander: hier das ätherische Flammenfeuer, das milde, gar leichte, sich selber überall gleiche, dem anderen, aber ungleiche. Dagegen gerade entgegengesetzt die lichtlose Finsternis, ein dichtes und schweres Gebilde. Diese Welteinrichtung teile ich Dir, scheinbar wie sie ist, ganz mit; so ist's unmöglich, daß Dir irgend welche menschliche Ansicht den Rang ablaufe.

Aber da alles Licht und Finsternis benannt und nach ihren Kräften diese Namen diesen und jenen zugeteilt worden, so ist das All voll von Licht und zugleich von unsichtbarer Finsternis, die sich beide die Wage halten. Denn keinem kommt ein Anteil am anderen zu.

Du wirst aber erfahren des Äthers Wesen und alle Sternbilder im Äther und der reinen klaren Sonnenfackel sengendes Wirken, und woher sie entstanden, und das irrende Wirken und Wesen des rundäugigen Mondes wirst Du erkunden, wirst aber auch erfahren, woher der rings umfassende Himmel entsproß und wie die Notwendigkeit ihn führend die Schranken der Gestirne festzuhalten zwang.

Wie Erde und Sonne und Mond und der allumfassende Himmelsäther und die himmlische Milchstraße und der äußerste Olympos und der Sterne heiße Kraft zur Geburt strebten.

Denn die engeren wurden angefüllt mit ungemischtem Feuer, die nach diesen folgenden mit Finsternis, dazwischen aber ergießt sich des Feuers Anteil. In der Mitte von diesen ist die Göttin, die alles lenkt. Denn überall regt sie weherfüllte Geburt und Paarung an, indem sie das Weib dem Manne zur Gattung sendet und umgekehrt den Mann dem Weibe.

Zuerst erschuf sie von allen Göttern den Eros.

Nachterhellendes, um die Erde irrendes fremdes Licht.

Stets schauend nach der Sonne Strahlen.

Denn wie sich der Sinn jedesmal verhält in bezug auf die Mischung seiner vielfach irrenden Organe, so tritt er dem Menschen nahe. Denn ein und dasselbe ist's was denkt bei den Menschen allen und einzelnen: die Beschaffenheit seiner Organe. Denn das Mehrere ist der Gedanke.

Auf der Rechten die Knaben, auf der Linken die Mädchen.

Denn wenn Mann und Frau der Liebe Keime mischen, formt die Kraft, die sie in den Adern aus verschiedenem Blute bildet, wenn sie die gleichmäßige Mischung erhält, wohlgebaute Körper. Doch wenn in dem gemischten Samen verschiedene Kräfte streiten und diese in dem gemischten Körper keine Einheit schaffen, so werden sie graunvoll das keimende Leben durch Doppelgeschlechtigkeit heimsuchen.

Also entstand dies nach dem Wahne und besteht noch jetzt und wird von nun an in Zukunft so wachsen und dann sein Ende nehmen. Einem jeglichen dieser Dinge aber haben die Menschen ihren Namensstempel aufgedrückt.

Aber darunter befindet sich ein Pfad, ein schauriger, lehmiger Hohlweg. Dieser führt am besten zum lieblichen Haine der weitverehrten Aphrodite.

Mit täuschendem Lichte.

Wunderbar schwer zu überzeugen.
Erste Hervorhebung. Sterne sind also Sonnen?

Zweite Hervorhebung. Wenn man weiß, wo Mond und Sonne stehen, dann weiß man auch, wie voll der Mond ist.

Dritte Hervorhebung. Der Inhalt des Bewußtseins ist materiell durch den Zustand der Organe bestimmt, einzig, daß die Qualität des Bewußt Seins darüber hinausgeht.

Vierte Hervorhebung. Wenn das mal nicht mein Gedicht Auf dem Weg sein ist, wobei, fürwahr, ein gewisser Zauber von der Unfähigkeit, das Sein recht zu erfassen, ausgeht, Aphrodite aber nicht das Ziel, sondern die Herumführende ist. Bis sie von Dike abgelöst wird? Oder auch umgekehrt Aphrodite Dike ablöst, oder auch es nicht schafft, sie abzulösen.

Letzteres stimmt, in allen Fällen.

Seltsam, seltsam, was Parmenides alles wußte.

Einsam, einsam, was ich alles weiß.

Sollte man wünschen, in der Zukunft oder der Vergangenheit wiedergeboren zu werden?

Und was ist es überhaupt mit der Zeit?

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Die Definition der Unterschiedlichkeit und der Gleichheit

Unterschiedlichkeit von a und b.
  • [ω, a], >[ω, b]<, [α, ]
In Worten. Es gibt eine Fixierung, welche a fixiert und b nicht fixiert, oder, dem letzten Beitrag entsprechend, es gibt eine Fixierung, in welcher sich a als Teil ihrer vergegenwärtigen läßt und die Vergegenwärtigung von b als Teil ihrer mißlingt.

Gleichheit von a und b.
  • >[ω, a], >[ω, b]<, [α, ]<
In Worten. Es gibt keine Fixierung, welche a fixiert und b nicht fixiert. oder die Vergegenwärtigung einer Fixierung, in welcher sich a als Teil ihrer vergegenwärtigen läßt und die Vergegenwärtigung von b als Teil ihrer mißlingt, mißlingt.

Streng genommen gibt es nichts, was verschieden, aber nicht unterschiedlich, gleich, aber nicht das Selbe ist, denn wenn jemand zum Beispiel sagte: Die Autos sind gleich, aber nicht die Selben, so sind sie ja doch nicht gleich, in sofern sie sich an unterschiedlichen Orten befinden und aus unterschiedlichem Material zu unterschiedlichen Zeiten oder an unterschiedlichen Orten gefertigt wurden

Mit anderen Worten privilegiert eine solche Ausdrucksweise schlicht eine Art von Unterschieden vor anderen. Nur weil das Material hinreichend ähnlich erscheint, nennen wir es gleich. Gleich ist aber allenfalls das Gesetz, nach welchem sich dieses Material verhält, worauf selbstverständlich Physik und Chemie fußen. Nur ist es dann eben nicht gleich, sondern lediglich gleichverhaltend.

Entsprechend könnte jemand zwei Menschen gleich, aber nicht die Selben, nennen, wenn sie den gleichen Charakter und die gleichen Fähigkeiten besäßen.

Aber an solchen Privilegierungen bin ich nicht interessiert.

Anmerkung. In der obigen Definition darf man a und b nicht selbst für die besprochenen Eindrücke halten, sondern man muß vielmehr annehmen, daß sie mit ihrem jeweiligen Eindruck in einer Beziehung stehen, etwa mit ihm zusammen fixiert sind. Handelte es sich dabei nur um einen Eindruck, so wäre dieser entsprechend mit a und mit b zusammen fixiert.

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5. Mai 2014

Besinnung und Verneinung

Wohlan ich will es dir sagen, welche Wege der Forschung allein denkbar sind. Du aber höre mein Wort und bewahr es wohl! Der eine ›zeigt‹, daß das Seiende ist und daß es unmöglich ist, daß es nicht ist. Das ist der Pfad der Überzeugung; folgt er doch der Wahrheit. Der andere aber ›behauptet‹, daß es nicht ist und daß es dieses Nichtsein notwendig geben müsse. Dieser Weg ist – das sage ich dir – völlig unerforschlich. Denn das Nichtseiende kannst du weder erkennen noch aussprechen.
›Mein‹ Scharfsinn ist erstaunlich. Ich behaupte mal frech, daß wirklich niemand außer ›mir‹ versteht, was Parmenides hier gemeint hat.

Der zweite Teil der Rede bezieht sich auf den Widerspruchsbeweis. Man stellt eine absurde Behauptung auf und zeigt, daß diese Absurdität notwendig nicht sein kann, weil sie mit dem Seienden im Widerspruch steht.

Schon das verstehen Viele falsch, aber es läßt sich andererseits ja doch recht leicht verstehen, wenn man nicht zu sehr an den Worten klebt.

Was hingegen wirklich schwer zu verstehen ist, ist Parmenides' Kritik am Widerspruchsbeweis.

Parmenides behauptet, daß auch der Widerspruchsbeweis auf etwas Seiendem beruhen müsse, da er ansonsten völlig unverständlich wäre.

Seine Kritik ist also eine formale, sie besagt in etwa: Diese sind zu faul, das Seiende zu erfassen, von welchem sie reden.

Genau das ist mein Thema hier. Viel habe ich gar nicht darüber zu sagen, aber die Gelegenheit, an mein Vorbild anzuknüpfen, wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Die Wahrheit ist, daß wir niemals einsehen, daß ein Gegenstand nicht auf eine bestimmte Weise erscheint, sondern immer nur, daß er auf eine bestimmte Weise erscheint.

Platon hat Parmenides im Sophistes also auch nicht verstanden. Es geht gar nicht um die Frage des absoluten versus relativen Gebrauchs des Wortes ist, sondern darum, daß, wer zum Beispiel sagt:
Der Theaitetos, mit dem ich jetzt rede, fliegt nicht.
streng genommen eine Behauptung aufstellt, von welcher er lediglich erwartet, daß sie wahr ist, und zwar, weil es ihm unmöglich ist, sich den sitzenden Theaitetos als fliegend zu vergegenwärtigen.

Wie ich in den vorigen Beiträgen schrieb, fixieren wir geschachtelte Bündelungen von Eindrücken gewisser Art. Fixieren diese Einsichten, so nennen wir sie Aussagen, fixieren diese Einsichten unvollständig, so handelt es sich um Auszeichnungen oder Anzuordnende, alles wie gehabt.

Auf derartige Fixierungen können wir uns nun besinnen, und wenn diese Besinnung gelingt, so gelangen wir zu einer bestätigenden Einsicht einer der folgenden Arten:
  • die Aussage ist wahr
  • es gibt etwas der Auszeichnung entsprechendes
  • die Anzuordnenden lassen sich anordnen.
Formal tun wir das, indem wir die Fixierung a vergegenwärtigen:
  •  ο(a).
Oder aber, die Besinnung gelingt nicht. Dieser Fehlschlag ist uns als solcher bewußt, nicht als ein Nichtsein, sondern als das Sein von Gegenwärtigkeit (in welcher wir wiederum die Gedankenlosigkeit vermuten) und Frustration.

Wir sagen dann, es hat uns aus unseren Gedanken gerissen, oder daß wir desorientiert wurden, beides wieder nach einer kurzen Analyse.
Der Theaitetos, mit dem ich jetzt rede, fliegt!
Nein, nein, der ist ja eingebildet!
Der, den ich sehe!
Häh?
Nicht immer, wenn uns eine Besinnung mißlingt, wo ist der Autoschlüssel?, werden wir sagen, daß
  • die Aussage falsch ist
  • es nichts der Auszeichnung entsprechendes gibt
  • die Anzuordnenden sich nicht anordnen lassen,
sondern oftmals verschieben wir unsere diesbezügliche Erwartungsanpassung, aber irgendwo muß er doch sein!, bis wir schließlich hinreichend von ihrer Notwendigkeit überzeugt wurden, tja, der ist weg, da kann man nichts machen.

Freilich, wenn die Besinnung in hinreichendem Umfang mißlingt, so erwarten wir genau das auch weiterhin, und auf diese Weise können wir dann auch erwarten, daß etwas nicht auf eine bestimmte Weise erscheint, da nämlich, wo es gewahrt wird, seine Vergegenwärtigung, als auf die nämliche Weise erscheinend, mißlingt.

Wir stützen uns dabei auf die Reflexion unseres Handelns, in welcher das Nichterscheinen auf die beschriebene Weise auf ein Erscheinen zurückgeführt wird.

Der Vollständigkeit halber ist diese Reflexion als solche zu formalisieren, aber natürlich können wir für negative Fixierungen im Sinne der Unvergegenwärtigbarkeit einer Fixierung a eine Kurzschreibweise verwenden, etwa wie bisher
  • >a<.

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3. Mai 2014

Kleine technische Bemerkung zum letzten Beitrag

Selbstverständlich läßt sich auch die Fixiertheit von Fixierungen reflektieren, also etwa
π/ε{a, b}],
aber wenn man das tut, so muß man a, b in diesem Ausdruck strukturlos betrachten, also nicht als den Eindruck a und den Eindruck b, sondern als den Eindruck a und b.

Formal kann man einfach klammern, also folgendes für die Fixierung der obigen Einsicht schreiben.
  • Λπ/ε, [a, b]
Besagt: Der Eindruck der nämlichen Fixiertheit und der Eindruck a und b.

Die Bemerkung über die Komponenten einer fixierten Konjunktion im vorletzten Beitrag ist entsprechend einzuschränken, so heißen, die zuletzt angegebene Fixierung hat nur zwei Komponenten und nicht drei.

Auch ist es sinnvoll die Verschachtelungstiefe einer Fixierung zu zählen und wie folgt auszudrücken.
  • 2π/επ/ε, [a, b]}]
Diese Schreibweise dient indessen nur der besseren Übersicht.

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2. Mai 2014

Erwartung und Bestätigung

Zunächst, da β (βάσις) frei geworden ist, möchte ich fortan
  • Δθ,β
schreiben, um die Überschneidung mit der Vergegenwärtigung ο zu vermeiden.

Desweiteren besteht zwischen zwei Fixierungen ein Verhältnis, nämlich das der Verfeinerung:
  • α (ἄλφα) übernimmt Fixierungen
  • ω (Ὂ μέγα) Fixierungen werden übernommen
Üblicherweise werden wir aber a->b schreiben, wenn wir α(a), ω(b) meinen.

Und dann ist festzuhalten, daß Λ in zwei Teile zerfällt, nämlich
  • Λπ (πρόλογος) Erwartungshaltung
  • Λε (επίλογος) potentielle Bestätigungen
Potentiell, da ein a der Art Λε{a} nur dann ein b der Art Λπ{b} bestätigt, falls
a->b
Ich wollte heute morgen eigentlich über etwas anderes nachdenken, aber dann stieß ich darauf, daß die Wendung es gibt nichts anderes bedeutet als folgt aus meiner Erwartungshaltung.

Zum Beispiel. Den Baum, an welchem ich gerade vorbei gegangen bin, gibt es noch, weil es keinen Baum gibt, welcher ohne Lärm verschwindet.

Das sieht natürlich zunächst einmal nach einer zirkulären Definition aus, aber wenn in unserer Erwartungshaltung schlicht: Ein Baum, welcher verschwindet, macht Lärm. liegt, so folgt aus der Abwesenheit von Lärm in der Tat, daß der zuerst angesprochene Baum immernoch da ist.

Konkret ist unsere Erwartungshaltung natürlich wieder durch eine endliche Anzahl von konjungierten Eindrücken gegeben, wie ich es im letzten Beitrag für Λ beschrieben habe.

Der einfachste Fall wäre etwa Λπ{Sonnenaufgang}.

Und wenn ich dann das nächste Mal einen Sonnenaufgang fixiere, λε(Sonnenaufgang), so wird meine Erwartung, daß es einen Sonnenaufgang gibt, bestätigt.

Eine solche Erwartung, daß es einfach nur einen bestimmten Eindruck gibt, kann selbstverständlich nur bestätigt und nie widerlegt werden.

Aber wenn wir eine fixierte Einsicht betrachten
Δθ,β, [Δα,ε{b1, ..., bn}]; Δθ,β, α/ε, b1; ...; Δθ,β, α/ε, bn
so kann diese durchaus widerlegt werden, wenn die bi nämlich nicht in der angegebenen Weise erscheinen.

Und es kommt noch besser. Die Fixierung könnte unvollständig sein, etwa
α/ε, b1; ...; α/ε, bn-1; α
und beschriebe dergestalt die Erwartung, daß es ein bn gibt, welches im angegebenen Verhältnis zu den b1, ..., bn steht.

Entsprechend behauptet
Δθ,β, [Δα,ε{b1, ..., bn}]
die Anordenbarkeit der bi.

Freilich, sollte eine Fixierung eine Erwartung widerlegen, so nehmen wir das nicht notwendigerweise als Beweis dafür, daß unsere Erwartung falsch war.

Oft versuchen wir die Einsicht zu verbessern, indem wir den Ort wechseln oder Werkzeuge zu Hilfe nehmen, etwa ein Maßband.

Es ist auch möglich, daß wir unsere Erwartung spezifischer gestalten, indem wir zusätzliche Voraussetzungen machen.

Genauer gesagt tun wir das ausschließlich, wenn wir uns davon überzeugt haben, eine echte Widerlegung vor uns zu haben, denn die Alternative wäre, unsere gesamte Erwarungshaltung zu opfern, denn deren Teile stehen selbstverständlich in mannigfachen logischen Abhängigkeiten von einander, so daß wir ohne entsprechende Reparaturen völlig hilflos zurückblieben.

Es ist interessant, daß ich bisher überhaupt nicht über die Erwartungshaltung gestolpert bin. Über unsere Maximen, unsere Begriffe und unseren Glauben ja, aber nicht über die Erwartungshaltung.

Nun, natürlich erwarten wir auch, woran wir glauben, das wird der Grund dafür sein. Der Witz beim Glauben ist allerdings, in einer erwartungsgemäß auswegslosen Situation erwartungslos auf Gott zu vertrauen. Mit anderen Worten bedeutet Glauben aktiv auf sein Vertrauen Einfluß zu nehmen und nicht ausschließlich passiv auf das zu vertrauen, was man erwartet.

Der Rest, die Anpassung der eigenen Erwartungshaltung, ist sozusagen trivial. Jeder tut das ständig und jeder ist sich dessen auch bewußt.

Nichtsdestotrotz ein wichtiger Begriff, welchen ich auf dem  hiesigen Wege gefunden habe.

Übrigens, wo wir die formalen Fragen hier einmal kurz ruhen lassen, ist das Vorhandensein eines prologischen Logos auch in Bezug auf eine andere Frage sehr interessant, nämlich in wiefern Vorstellungen des jüngsten Gerichts oder des Lichts am Ende aller Dinge natürlich sein könnten.

Nun, es ist Mai, der April war sehr trocken und heiß, ich hatte schon Angst, Estland versteppt, und pünktlich vom 30. April zum 1. Mai fiel das Thermometer und die Luftfeuchtigkeit stieg. Es ist sehr seltsam, Angst vor dem jüngsten Gericht, Furcht vor Frauen, Abwendung von der Welt, das ist alles eins. Ursächlich von denen ist aber wohl die Angst vor dem jüngsten Gericht. Nun, sie erhält einen jung. Ein paar Tage werde ich jetzt vielleicht lieben wollen, aus Dankbarkeit, nicht mehr fürchten zu müssen, uneigennützig, meine ich. Aber ob ich die Rolle annehmen kann?

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1. Mai 2014

Nochmals zur Reflexion

Nach einiger Erwägung der Sache denke ich, daß jeder fixierte Eindruck in der Form a1, ..., an fixiert wird, wobei das Komma für die logische Konjunktion steht und normalerweise n = 1 oder n = 2 ist, wenn wir Dinge in der Hand halten manchmal auch n = 3, sehr selten höher.

Die Konjunktion ist das einzige Strukturelement in Λ und die einzigen Gleichungen in Λ sind also von der Form b = a1, ..., an. Falls so eine Gleichung gilt, setzen wir bi = zi, wobei b = z1, ..., zn diejenige Gleichung mit dem höchsten n sei.

Es ist unmöglich, das relative Verhalten einer Gruppe von Eindrücken zu einander zu reflektieren, wenn diese Eindrücke nicht vorher sämtlich fixiert wurden (gegenwärtig müssen sie selbstverständlich auch sein).

Und weiterhin müssen diese Eindrücke selbstverständlich alle von einer Art sein, welche das nämliche relative Verhalten zu einander überhaupt zuläßt.

Deshalb beschreibt [Δα,ε{b1, ..., bn}] einen Eindruck, welcher vor einer Reflexion zwar nicht vorliegen muß, zu welchem man aber vor jeder Reflexion gelangen können muß, und wir tun nicht schlecht daran, jede (einzelne!) Reflexion als von diesem Eindruck ausgehend zu betrachten.

Die Fixierung dieses Eindrucks in Λ lautet Δα,ε , b1; ...; Δα,ε , bn, wobei das Semikolon unterschiedliche Elemente in Λ von einander trennt, und besagt: bi und der Begriff der Einsehbarkeit durch die Begriffe α, ε, was ein Vorgeschmack auf das weitere ist.

Wie gesagt, b1; ...; bn würde als Fixierung genügen, um das Verhalten der bi zu einander zu reflektieren, aber nur, wenn die vollständige Fixierung wenigstens gebildet werden könnte.

Die Reflexion erzeugt nun den Eindruck [Δθ,ο{[Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b1)], ..., [α/ε(bn)]}], wobei ich diesen Ausdruck hier nur aus Gründen der Kontinuität angebe, und dazu folgende Fixierung, und zwar unabdingbar:
  • α/ε, b1; ...; α/ε, bn
Möglicherweise darüberhinaus auch, wie durch den Ausdruck suggeriert:
  • Δθ,ο, [Δα,ε{b1, ..., bn}]; Δθ,ο, α/ε, b1; ...; Δθ,ο, α/ε, bn
Allerdings halte ich das wirklich für optional und die Folge einer weiteren Reflexion, nämlich daß sich die nämlichen Eindruckspaare als Reflexion von [Δα,ε{b1, ..., bn}] verstehen lassen.

Kann man natürlich sagen: Tut nicht weh, und wir können den schon erarbeiteten Formalismus beibehalten.

Allerdings ist folgendes festzuhalten:
  • [α/ε(bi)] = α/ε, bi
Die gegenwärtige Erscheinung ist mit der fixierten identisch, es ist ein und derselbe Eindruck, einen anderen gibt es nicht.

Und folglich handelt es sich bei Δχ,β um kein elementares Objekt, sondern um eine Erfindung über der verwendeten Syntax.

Sonderlich viele auf einander bezügliche Begriffspaare bleiben nicht übrig, ich glaube auch, daß von jenen vier möglicherweise zwei, mit Sicherheit aber wenigstens eines ebenfalls überflüssig ist.

Aber das soll mich nicht stören, im Gegenteil, ich bin froh darüber, wenn sich die Dinge einfacher und damit auch klarer darstellen.

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30. April 2014

Vom Ursprung der Aussagen

Ich habe mich in der zweiten Hälfte des letzten Beitrags zu ziemlich merkwürdigen Verrenkungen hinreißen lassen, weil ich eine wichtige Frage bisher noch nicht beantwortet habe.

Wie schaffen wir es, von dem Eindruck einer Einsicht zu den ihn beschreibenden Aussagen überzugehen?

Wenn uns [α(b)] gegenübersteht, was stellen wir dann damit an?

Ich denke, wir analysieren das.

Wir sagen, gut, b kenne ich schon, aber da ist jetzt noch etwas anderes, nämlich α. Wir stellen also fest, daß uns ein Gegenstand gewahr ist, welcher b jedenfalls um das Gewahrsein von α erweitert hat, wobei uns mehr oder weniger instinktiv klar ist, daß da sonst nichts weiter hinzukommt.

Das führt also darauf, daß wir ein Verständnis der Konjunktion der Existenz von Eindrücken verschiedener Art besitzen derart, daß wir Gesamteindrücke durch Konjunktion von Eindrücken unterschiedlicher Art in unserem Denken erzeugen können.

Beispiel. Ein Gegenstand sei schwarz und schwer.

Es ist natürlich wichtig, daß es sich dabei um Eindrücke unterschiedlicher Art handelt, also solche, welche sich nicht gegenseitig ausschließen können.

Wahrscheinlich wäre also [α,b] eine vernünftige Urbezeichnung für den nämlichen Eindruck.

Da b bereits vor der Reflexion gewahr war und α erst nach der Reflexion dazukommt, brechen wir die Symmetrie und schreiben [α(b)], um anzuzeigen, daß α hinzugekommen ist.

Aussagen sind also nicht von Haus aus bewußt, wenn wir reflektieren, sondern sie werden wie folgt gebildet:
  • a; Δθ,ο{a}: (∃b; Ο{b}: a=[b,γ]) => λ(b(γ))
Sicher, das ist unfertig und auch etwas schief in Bezug auf das bisher formalisierte, aber ich denke, daß es in der Tat nur etwas schief ist und gerade gerückt werden kann.

Hoffen wir das beste.

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Zur Gewahrbarkeit und Fixierbarkeit von Einsichten

Jeder gewahre Eindruck ist zunächst einmal in einem leicht fließenden Zustand, in welchem er verbleibt, bis wir uns dazu entschließen, ihn zu fixieren.

Diese Fixierung besteht in nichts anderem, als den gesamten Eindruck in eine endliche Anzahl von gewahren Teileindrücken zu zerlegen, welche dadurch von einander und vom Rest des ursprünglichen Eindrucks unterscheidbar werden.

Diesbezüglich gelte auch weiterhin:
  • Ο{a} a ist gewahr
  • Λ{a} a ist fixiert
Jede Einsicht bezieht sich, wie beschrieben, auf eine solche endliche Gruppe, die erscheinende Gruppe.
α,ε{b1, ..., bn}]
Im letzten Beitrag hat sich dabei von mir unbemerkt das Problem ergeben, daß durch die Gleichungen
  • α,ε{b1, ..., bn}] = [Δθ,ο{[Δν,φα,ε, b1, ..., bn}], [ν(Δα,ε)], [φ(b1)], ..., [φ(bn)]}]
  • [γ(c)] = [Δθ,ο{[Δχ,β{γ, c}], [χ(γ)], [β(c)]}]
notwendigerweise unendlich viele Gegenstände zugleich gewahr sein müßten.

Diese Gleichungen sind also unhaltbar. Die Unterworfenheit einer erscheinenden Gruppe [Δα,ε{b1, ..., bn}] unter Δα,ε und die von c unter γ läßt sich zwar reflektieren, aber sie wird nicht notwendigerweise reflektiert.

Entsprechend setzen wir
  • ον([Δα,ε{b1, ..., bn}]) = [Δθ,ο{[Δν,φα,ε, b1, ..., bn}], [ν(Δα,ε)], [φ(b1)], ..., [φ(bn)]}]
  • οχ([γ(c)]) = [Δθ,ο{[Δχ,β{γ, c}], [χ(γ)], [β(c)]}]
für die Vergegenwärtigung der Unterworfenheit unter ν, in diesem Beispiel Δα,ε, und die unter χ, in diesem Fall γ.

Wenn man es allerdings so fäßt, stellt sich die Frage, was eine erscheinende Gruppe von einer gewöhnlichen Gruppe unterscheidet. Nun, daß sie einem Einsichtsvermögen unterworfen ist, auch wenn einem das nicht bewußt ist. Da wir dazu neigen, impliziten Vorgaben unbewußt zu folgen, ist eine solche Bezeichnungsweise ein probates Vehikel, um uns auch formal nicht mit der Frage herumplagen zu müssen, warum eine Gruppe paßt.

Halten wir fest, es gilt
  • Δα,ε{b} => Ο{b}, Λ{b}
ausgenommen Δθ,ο, wofür:
  • Δθ,ο{[a]} => Ο{a}
  • Δθ,ο{[Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b1)], ..., [α/ε(bn)]} => Ο{b1}, ..., Ο{bn}, Ο{α}, Ο{ε}
  • Δθ,ο{[Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b1)], ..., [α/ε(bn)]} => Λ{b1}, ..., Λ{bn}
 aber nicht:
  • Δθ,ο{[a]} => Λ{a}
was indes nachgeholt werden kann, wenn die in der Reflexion gewahren Gegenstände fixiert werden, welche nicht ohnehin schon fixiert waren.

Eine kleine Bemerkung dazu. Alles, was durch griechische Buchstaben ausgedrückt wird, ist sowieso schon fixiert. Es handelt sich dabei ja um die ausgesuchten Eindrücke, durch welche ich meine Eindrücke überhaupt zu ordnen gedenke.

Was sich dann einzig an einer Reflexion noch fixieren läßt, sind die Aussagen
  • Δα,ε{bi}
  • α/ε(bi)
und genau das wird auch gemacht, wenn man eine Reflexion in eine Aussage überführt,
  • λκ([Δθ,ο{[Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b1)], ..., [α/ε(bn)]}]) = λ(Δα,ε{b1, ..., bn}, α/ε(b1), ..., α/ε(bn))
κ wie κατηγορία.

Man kann die Reflexion also auch als die Vergegenwärtigung der eingesehenen Aussagen bezeichnen, wodurch sie die Grundlage zu deren Fixierung liefert.

Übrigens, [Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b1)], ..., [α/ε(bn)] sind deshalb nicht gewahr, weil sie nur zusammen in der Reflexion gewahr sein können:
  • Ο{[Δθ,ο{[Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b1)], ..., [α/ε(bn)]}]}
Jedenfalls seien die Dinge einstweilen so niedergelegt.

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29. April 2014

Erscheinende Gruppen

Vorweg sei noch einmal gesagt, daß mir meine Beiträge zur Zeit weit mehr noch als sonst als Leitersprossen dienen.

Anmerkung. Ich habe genug vom Schlamm und ersetze π durch ο (ὄν), in der Erwartung, daß sich ein natürlicher Bezug zu Ο einstellen wird.

Zu jedem Paar auf einander bezüglicher Begriffe α, ε gibt es ein Einsichtsvermögen Δα,ε so, daß jedes b, welches in Δα,ε erscheint, in Zeichen Δα,ε{b}, auf die Weise α oder ε erscheint, in Zeichen Δθ,ο{[Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b)]}, wobei b = bi, i aus 1, ..., n und wenigstens ein bi als α und wenigstens ein bi als ε erscheint, und entsprechend zu allen bi, welche auf die entgegengesetzte Weise erscheinen, in dem durch α und ε ausgedrückten Verhältnis stehen.

Die bi aus diesem Beispiel bilden eine erscheinende Gruppe, und diesen Gegenstand, welchem die Reflexion dessen, daß die bi gemäß dem Einsichtsvermögen Δα,ε erscheinen, entspricht, bezeichne ich durch [Δα,ε{b1}], ..., [Δα,ε{bn}] oder auch [Δα,ε{b1, ..., bn}], einmal den Reflexions- und einmal den Gruppencharakter betonend.

Es ist wichtig, diese Einsicht von der Aussage Δα,ε{b1}, ..., Δα,ε{bn} zu unterscheiden, auch wenn ich dies bisher versäumt habe.

Und entsprechend muß wie folgt unterschieden werden.
  • α(b), b erscheint als α, von der Einsicht, daß b als α erscheint, [α(b)]
  • Δθ,ο{[Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b1)], ..., [α/ε(bn)]}
    die erscheinende Gruppe wird durch die entsprechenden Erscheinungen reflektiert von der Einsicht, daß es so ist [Δθ,ο{[Δα,ε{b1, ..., bn}], [α/ε(b1)], ..., [α/ε(bn)]}]
Alle erscheinenden Gruppen des Reflexionsvermögens sind Einsichten irgendwelcher Einsichtsvermögen und insbesondere, den vorigen Beitrag leicht verbessernd,
  • α(b) = Δθ,ο{[Δχ,β{α, b}], [χ(α)], [β(b)]}, sowie
  • Δα,ε{b1}, ..., Δα,ε{bn} = Δθ,ο{[Δν,φα,ε, b1, ..., bn}], [ν(Δα,ε)], [φ(b1)], ..., [φ(bn)]}.

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Zur Gegenständlichkeit der Erscheinungen

Für die Erscheinung α(b) gilt eine inhaltliche Identität, welche sich formal nicht ergibt. Also muß sie postuliert werden.
  • α(b) ist identisch mit der Verdeutlichung der Bezogenheit von χ und β auf einander über α und b, welche durch χ(α) und β(b) reflektiert wird, also mit jenem Δχ,β{α, b}, für welches Δθ,πχ,β{α, b}, χ(α), β(b)} existiert, 
wobei Δα,ε{a1, ..., an} eine Verdeutlichung ist, für welche Δα,ε{b} genau dann gilt, wenn b=ai, i = 1, ..., n.

Ich hatte zwei auf einander bezügliche Begriffe a, b durch σ(a), ς(b) mit einander in Beziehung gebracht, wobei ich angenommen hatte, daß sie jeweils zu einander disjunkte Paare bilden. Aber dem muß nicht unbedingt so sein, denn ich behaupte, daß auch
  • ν (νοῦς) dasjenige, welches wahrnimmt
  • χ (χαρακτήρ) Erscheinungsweise eines Gegenstandes
ein auf einander bezügliches Begriffspaar bilden, vermöge dessen sich die zu einem Wahrnehmungsvermögen a gehörigen Erscheinungsweisen finden lassen, und zwar durch jedes b, für welches Δθ,πν,χ{α, b}, ν(α), χ(b)} existiert.

Damit können wir nun auch fragen, wodurch eine Verdeutlichung a{c1, ..., cn} formal gekennzeichnet ist, nämlich durch
  1.  Δθ,πν,φ{a, c1, ..., cn}, ν(a), φ(c1), ..., φ(cn)} existiert
  2.  zu jedem ci gibt es ein b so, daß Δθ,πν,χ{α, b}, ν(α), χ(b)} und Δθ,πχ,β{ci, b}, χ(b), β(ci)} existiert.

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Reflexionen

Wir brauchen zwei weitere auf einander bezügliche Begriffe, hoffentlich gehen uns dabei die griechischen Buchstaben nicht aus, um zu bezeichnen, daß sich eine Reflexion auf ihren Gegenstand bezieht.
  • θ (θέμα) Reflexion
  • π (πηλός) das Reflektierte
Sicher ließe sich der Lehm auch auf den Prägestempel beziehen, aber die unreflektierte Wahrnehmung ist ihrem Wesen nach mehr Schlamm als Fuß, und umgekehrt ist ein erscheinender Gegenstand mehr Fuß als Schlamm.

Jedenfalls, wenn man die Dinge syntaktisch sieht.

Denn ich bin heute über eine syntaktische Schlammhaftigkeit des letzten Beitrags gestolpert.

Woher weiß man eigentlich, auf welche Verdeutlichung sich angegebene Erscheinungen beziehen?

Nun, man weiß es gar nicht. Und entsprechend weiß man von einer Verdeutlichung auch nicht mehr, als daß es sich dabei um irgendeinen Schlamm handelt.

Soviel zur Motivierung der Begriffsbildung. Werden wir wieder ernster.

Unser ganzes Denken beginnt mit Wahrnehmungen. Und wir können an jeder Wahrnehmung zwei Dinge weitgehend unabhängig reflektieren, nämlich zum einen, daß sie auf eine bestimmte Weise wahrgenommen wird, und zum anderen, auf welche Weise sie erscheint, das Daß und das Wie oder auch die Bestimmtheit und die Bestimmung.

Beispiel. Ich nehme meine rechte Faust als gelegen war. Ich nehme eine bestimmte Lage wahr, an welcher meine rechte Faust erscheint.

Die erste Art der Reflexion habe ich durch Δα,ε{ai} formalisiert. Und die zweite möchte ich wie folgt formalisieren.
Δθ,π{α/ε(ai), Δα,ε{ai}}, wobei das erste ai hierbei für ein bestimmtes steht und das zweite für alle.
Zur Rechtfertigung. Es ist unmöglich, daß etwas auf eine bestimmte Weise erscheint, ohne daß es Teil einer Wahrnehmung einer bestimmten Art ist. Ich kann also stets so tun, als ob sich eine Reflexion zweiter Art nicht auf die ursprüngliche Wahrnehmung bezieht, sondern auf deren Reflexion erster Art. Dadurch ist nichts verloren, aber etwas gewonnen, nämlich die Formalisierung der ursprünglichen Wahrnehmung durch den Ausdruck für die Reflexion erster Art.

Machen wir uns das am obigen Beispiel klar. Die ursprüngliche Wahrnehmung ist die Wahrnehumung meiner Faust im Raum. Was kann ich von ihr aussagem?
  1. Daß sie eine räumliche Wahrnehmung ist, aber das ist implizit äquivalent dazu, daß meine Faust räumlich wahrgenommen wird,
  2. daß sie meine Faust enthält, aber auch das ist wieder implizit äquivalent dazu, daß meine Faust räumlich wahrgenommen wird,
  3. daß meine Faust an einer bestimmten Lage erscheint, aber dafür kann ich auch schreiben, daß diese Erscheinung eine Reflexion der Reflexion der räumlichen Wahrgenommenheit meiner Faust ist.
Das ist also soweit unproblematisch. Eine andere Bedenklichkeit ergibt sich dadurch, daß wir unseren ursprünglichen Formalismus nicht formal, sondern nur inhaltlich verbessert haben.

Δθ,π{α/ε(ai), Δα,ε{ai}} wird formal nicht genauer bestimmt, die Erscheinungen der wahrgenommenen Gegenstände werden nicht angegeben. Aber ist das ein Problem?

Nein, denn es gibt nur eine einzige Weise, auf welche diese Gegenstände erscheinen können. Die Anordnung dieser Gegenstände ist also eindeutig. Denn eine Art dieser Gegenstände sind Erscheinungen mit den Erscheinungsweisen χ(να,ε) und die andere sind Erscheinungen mit den Erscheinungsweisen χ(α/ε).

Ich fürchte, an dieser Stelle schließen sich weitere Formalisierungsfragen an, aber die behauptete Eindeutigkeit stimmt jedenfalls. Und damit hätten wir das ursprüngliche Bezugsproblem gelöst, wie ein Gegenstand erscheint, wird immer als die Reflexion dessen, daß er erscheint, verstanden, wobei Erscheinungen und Wahrgenommenheiten als von Δθ,π wahrgenommen angegeben werden.

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28. April 2014

Zu den Erscheinungsweisen eines Gegenstandes

Gegenstände werden wahrgenommen, und oftmals erscheinen sie dabei auf Weisen, welche dem sie wahrnehmenden Vermögen eigen sind.

Ein visuell wahrgenommener Körper erscheint beispielsweise gelegen und farbig. Halten wir diesbezüglich fest,
  • χ (χαρακτήρ) Erscheinungsweise eines Gegenstandes
  • β (βάσις) erscheinender Gegenstand 
  • α(b) Erscheinung für jede α, b so, daß χ(α) und β(b)
liefert zwei auf einander bezügliche Begriffe, welche es erlauben, Gegenständen Qualitäten zuzuordnen.

Darum geht es übrigens immer, die Begriffe zu finden, auf welchen Zuordnungen beruhen. Zuordnungen sind nicht elementar, sondern komplex.

Ohne die Begründung für das folgende hier anzugeben, es ist wohlbegründet, das Einsichtsvermögen ist von sehr viel spezifischerer Art, als bisher von mir verstanden. Es gilt folgendes:
  • Zu je zwei auf einander bezüglichen Begriffen gibt es ein zugehöriges Einsichtsvermögen, konkret also bisher
    • Δχ,β
    • Δν,φ
    • Δσ,ς
  • Für jedes Einsichtsvermögen Δα,ε gilt:
    • ∀Δα,ε{ai}: (α(ai), >ε(ai)<) ? ((>α(ai)<, ε(ai)), wobei
      (∀Δα,ε{ai}, α/ε(ai): Δχ,β{ai}, β(ai)), Δχ,β{α/ε},  χ(α/ε).
    • Sämtliche erfaßten Erscheinungsweisen gelten gleichzeitig in Bezug auf alle Erscheinungsweisen, auf welche sie sich beziehen lassen, mit anderen Worten erscheint jedes ai, welches als α erscheint, in Bezug auf jedes aj, welches als ε erscheint, als α (und umgekehrt).
Die in den vorigen beiden Beiträgen betrachtete Funktion δα,ε(A) muß als Verdeutlichung der Bezogenheit von α und ε auf einander verstanden werden, wobei sich die Vorgaben unterscheiden.
  • δα,εα,ε{ai}) steht für eine gültige Anordnung der ai, einige erscheinen als α, andere als ε, wie es gerade paßt
  • δα,εα,ε{ai}, α/ε(ai)) steht für eine Entsprechung eines zusätzlichen a mit ε/α(a)
  • δα,εα,ε{ai}, Δα,ε{aj}, α(ai), ε(aj)) steht für die Verifikation der entsprechenden Aussage
Es sollte so gehen, ich werde es morgen weiter verfolgen.

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