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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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16. Juli 2014

Das I Ching zur nationalen Lage

Deutschlands:
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Dämonenaustreiben und behutsame Reformen.

der Vereinigten Staaten:
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Empathische, charismatische Beeinflussung, nur zu wortlastig.

Chinas:
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Heilung dessen, was aus Starrsinn und Schwäche verdorben wurde, nur zu nachsichtig dem Starrsinn gegenüber.

Rußlands:
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Dämonenaustreiben.

des Vereinigten Königreichs:
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Baldiges Ende des Stillstands.

Frankreichs:
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Das Ideal drängt auf Ausdruck, doch gibt es Hindernisse und Gefahren.

Israels:
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Der Gegner ist übermächtig, es gibt einen gerechten und mächtigen Schlichter und selbst wenn der größte Sieg errungen würde, gäbe es keinen Frieden.

Saudi-Arabiens:
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Gute Miene zum bösen Spiel bis zum Schluß, danach Freiheit.

Irans:
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Instabilität, Sorge um das Gemeinwohl ohne Hintergedanken hilft, Sorge um bestehende Strukturen nicht.

Indiens:
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Nutzung angebotener Hilfe im großen Stil.

Japans:
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Arbeit an der eigenen Haltung.

Brasiliens:
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"One pushes upward into an empty city."

Argentiniens:
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Interessant, gerade in Verbindung mit Brasilien... Also wenn Argentinien Brasilien tatsächlich in den nächsten 20 Jahren angreift, ist das echt der Knüller. Es würde selbstverständlich Eingriff und nicht Angriff heißen, aber das ändert nichts.

Vielleicht werde ich auch zu müde. Trotzdem, einen Staat mache ich noch.

Vatikans:
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Rückzug inmitten von Dienern, welche einen nicht gehen lassen wollen, zum Untergang der niederen Menschen, zur rechten Zeit in aller Freundlichkeit vollzogen.

Steht da wirklich:
3. A halted retreat
Is nerve-wracking and dangerous.
To retain people as men- and maidservants
Brings good fortune.
4. Voluntary retreat brings good fortune to the superior man
And downfall to the inferior man.
5. Friendly retreat. Perseverance brings good fortune.
Nun, so sind die Münzen gefallen. Für sich genommen ist einiges doppeldeutig, zusammengenommen ergibt sich schon ein bestimmtes Bild, aber auch wenn einiges recht unabweisbar ist, muß doch nicht alles stimmen.

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Personelle und institutionelle Macht

Wenn wir das Ringen um die Macht als Spiel betrachten, so sind die Spieler Personen und die Spielregeln durch Institutionen gegeben, indem jene die Formen organisierter Machtausübung festlegen.

Bezüglich personeller Macht ist folgendes zu bemerken. Die Spieler haben kein Interesse daran, daß einer von ihnen einen vollständigen Sieg erringt. Es geht ihnen um partielle Siege, und wenn einer von ihnen einen vollständigen Sieg anstrebt, verbündet sich der Rest gegen ihn.

Indes mag eine Gruppe von Spielern einen signifikanten Machtvorsprung vor dem Rest der Spieler besitzen, in welchem Falle sie sich so lange zusammenschließen wird, bis der durch diesen Vorsprung zu erwartende Gewinn im wesentlichen eingefahren ist.

Zur institutionellen Macht. Institutionelle Macht beruht auf dem Glauben der Spieler an den Wert einer Institution, und dieser Glaube ist untrennbar mit der Schöpferischkeit dieser Institution verbunden, mithin insbesondere dem funktionalen Lebenszykel unterworfen.

Für die Kirche als Institution bleibt in der dritten Phase des Glaubenszykels nur die Seelsorge, sie hat ihre Schöpferischkeit dann also verloren, ihre Macht schwindet und schließlich muß sie neu gegründet werden. Das ist die Synchronizität des funktionalen Zykels einer Kirche mit dem Zykel des von ihr verbreiteten Glaubens.

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I Ching zu Damaskios und Dschingis Khan

Dschingis Khan:
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Damaskios:
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14. Juli 2014

Ironie

Und wenn Ihre Kühe keine Milch mehr geben, können Sie ja auch noch Ihre Schweine melken.
Laut Definition Ironie, für mich aber entweder ein Witz oder Sarkasmus, je nachdem, ob es ernst gemeint ist oder nicht (Chiasmus - eine Anmerkung, welche wiederum auf die nämliche Weise ein Witz oder Sarkasmus ist; oder aufrechte Hilfestellung, wie auch die Eingangsbemerkung?)

Ja, wer weiß es schon. Die Sache ist nämlich die, daß nur, weil jemand glaubt, etwas sei unsinnig, es noch lange nicht unsinnig sein muß, und was einer ironisch gesagt hat und ein anderer ernst genommen, mag letzterem am Ende noch helfen.

Sarkasmus ist es, wenn man sich eingesteht, daß man das scheinbar Unsinnige tun müssen wird - oder dies einem anderen nahelegt:
Ja, hier müssen Sie jetzt wohl Ihre Schuhe ausziehen. [...]
Das schon, aber Ihre Füße können Sie schneller wieder sauber kriegen.
Sarkasmus meldet sich also erst nach der Klärung zu Wort, und mir widerstrebt es ganz und gar, vor der Klärung Stellung zu beziehen. Wenn sich etwas ersichtlich anders verhält, welchen Sinn ergibt die Verstellung?

Außer vielleicht diesem einen, daß man sich klammheimlich darüber freut, Gott die Gelegenheit zu geben, die eigene Ansicht zu erschüttern, also gerade durch die ironische Anmaßung vorzugeben zu wissen, was sinnvoll ist und was nicht, die unwahrscheinlichste Bauchlandung einzuleiten.

Gerne auch so, daß andere darin verwickelt werden.
Je nun, das haben wir also geklärt. Sehen wir mal. [...]
(Hat DOCH geklappt! Hat DOCH, hat DOCH, hat DOCH geklappt!)
Mit anderen Worten, rhetorische Ironie ist blasiert, eine unersprießliche Zeitverschwendung. Wahre Ironie besteht darin, wenn es gegen die stärkste menschliche Vorhersicht anders kommt, das klassische Beispiel dafür, Orakelsprüche.
Solltest du dich je unterstehen, einen Sohn zu zeugen, so wird dieser seinen Vater erschlagen und seine Mutter heiraten.
Das ist ironisch. Aber erst im Nachhinein. Deshalb ist ein Mensch, der meint, er müsse ironisch sein, so ein Blasebalg. Ihm fehlt die Einsicht, daß nur ein Gott den Menschen mit Vorwissen in die Irre leiten kann.

Freilich, als Verteidigung ist Ironie erlaubt, wenn die Gegenseite kein Interesse an ergebnisoffener Diskussion hat. Aber eine sonderlich gute Verteidigung ist sie dann nicht. Eher ein Hinweis darauf, daß um des Kaisers Bart gestritten wird.
Ja, der HSV gewinnt sicher das nächste Spiel, so wie er zur Zeit spielt. [...]
Aber du weißt doch, das würd' ich niemals tun. (Stoß in die Rippen und ab.)

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Soviel dazu

Hegend die Verantwortung überlassen oder in ihrem Dienst den Glauben weitergeben.

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13. Juli 2014

Ein Ende

Still ist der Geist | geworden,
nichts Absichts | volles | treibt ihn mehr,
fremd allem | Begehren,
fremd aller | Ahnung,
fremd selbst dem | Gebot | zu gestalten.

Wie im Traume | wandelt er,
sieht Märchen | wesen | im Nächsten,
sucht die Geißeln | in seinem | Gesicht | zu lesen,
welche | ihn zu ihm | kommen ließen:
das Leid,
die Erschöpfung,
die Mahnung,
des Herzens | Anklang.

Merket es wohl,
ihr Spötter | des Glaubens.

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11. Juli 2014

Wertschätzung und Interesse

Ich habe an diesem Abend spaßeshalber einmal nach
Men are assholes and women are a pain in the ass.
gegoogelt. Ein einziges Ergebnis! Nunja, bisher jedenfalls.

So unverständig können die Menschen doch nicht sein. Und auch die promiskuitive Lesbe, welche diese Worte nur gefunden hat, um sich zu fragen, ob sie mehr Mann oder Frau ist, zeigt damit gleich Unverständnis im Verständnis mit, denn so zu fragen ist ausgesprochen weiblich.

Die alte Leier: Du schätzt mich nicht! Du interessierst dich überhaupt nicht für meine Gedanken!

Deswegen, nur deswegen, wird sie zum Arschloch. Oder... zum pain in the ass?

Größer ist der Unterschied nämlich nicht, das Arschloch nimmt keine Rücksicht und der pain in the ass verlangt, was ihm nicht zusteht, nämlich Interesse an der Stelle der Berücksichtigung.

Kann eines Menschen Wertschätzung mir Wert verleihen?

Nein, nur Gott kann mir Wert verleihen.

Aber was ist dieser Wert? Daß er sich für meine Gedanken interessiert?

Selbstverständlich nicht. Berücksichtigen, allerdings, würde er sie gegebenenfalls.

Und so ist es auch zwischen Mann und Frau. Selbstverständlich interessieren sich Männer nicht für die Gedanken von Frauen, aber berücksichtigen sollten sie sie gegebenenfalls. Sonst sind sie Arschlöcher. Und Frauen ein pain in the ass, wenn ihnen diese Berücksichtigung nicht genügt.

Diesbezüglich bin ich auch froh, meine Predigt bisher stets gelebt zu haben. Ich habe Beiträge von Frauen stets berücksichtigt, wenn sie es wert waren, ohne mich im geringsten für sie zu interessieren. Also beispielsweise Kinderbücher von Lagerlöf und Lindgren. Daran ist nichts interessantes, aber sie sind sehr schön zu lesen.

Interesse bedeutet, auf der Spur etwas Liebenswertens zu sein. Das aber sind die Frauen selbst, nicht ihre Gedanken. Liebenswerte Gedanken sind solche, welche die eigene Seele zum Wachstum anregen - und nur solche, also technisch gesprochen solche, welche die eigene Haltung in für die eigene Stimmung wesentlichen Bereichen zu verbessern vermögen.

Dergleichen wird ein Mann aber niemals von einer Frau vernehmen.

Von einer, welche ihn liebt, nicht, da dieser seine Haltung gefiele, und von einer, welche ihn nicht liebt, auch nicht, da diese so lange nicht weiß, was sie liebt, bis es vor ihr steht, vorher bestenfalls Gemeinplätze zum Thema von sich gibt und nachher von einzelnen Aspekten ihres (idealisierten) Lieblings schwärmt, welche in sich abgeschlossen sind, wie etwa die Treue in Lindgrens Brüder Löwenherz. Dergleichen kann die Seele eines Menschen aufnehmen wie den Duft einer Blume, aber wachsen tut sie dadurch nicht.

Die begriffliche Fixierung ihrer Idealvorstellungen ist dem Wesen der Frau, als einer interessiert Aufnehmenden, nicht gemäß, da ihr der Mann leibhaftig gegeben ist, wohingegen Gott...

Deshalb interessieren wir Männer uns für unsere Gedanken, weil uns Gott nicht leibhaftig gegeben ist. Um es auf die Welt der Frauen zu übertragen, Männer leben sozusagen zeitlebens im Mädcheninternat und tuscheln die ganze Zeit über über die Liebe.

Nicht?

Genau so ist es. Und Frauen können leisten was sie wollen, es sind Annehmlichkeiten, zum Thema haben sie nichts zu sagen, weil es sie nicht interessiert. Sie haben ja den Mann als Konkretion alles Abstrakten, welche er aber nur sein kann, wenn ihn das Thema interessiert.

Ein Mann muß dankbar annehmen, was Frauen ihm aus ihrem Verständnis von Wert heraus geben, aber mehr noch muß er sich seiner Rolle als Haltungsbringer bewußt sein und darf nicht nachlässig sein, vor allem diese anzunehmen und vorzuleben.

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10. Juli 2014

Edward Graf von Sievers

Hin und wieder stößt man durch Zufall auf bemerkens Wertes.

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9. Juli 2014

Koranische Bilder

Je konzentrierter man aus zweifelhaften Quellen extrahiert, desto besser.

Knabenopfer. Die Färse, die Frauen, die Höhle.

Freie. Die Färse, die Frauen, er runzelte die Stirn.

Mündel. Die Frauen, er runzelte die Stirn.

Ethische Notwendigkeit der Adoption. Die Frauen, er runzelte die Stirn, die Stadt, die frühen Stunden.

Keimzelle. Die Höhle.

Gnädige Erhabenheit im ewigen Mißstand. Die Stadt, der Beweis.

Seelenreinigung und -wachstum. Die Höhle, die Sonne, der frühen Stunden, die Erweiterung, die Zeit.

Schwinden der Lust. Die Feige, die Zeit.

Transzendenz. Die Majestät.

Ethischer Tunnelblick. Der Krampf.

Wachsamkeit. Der Elephant.

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D - BR 7 : 1

Bedeutung dessen laut I Ching:

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Doppeldeutig, aber mit unzweifelhaftem Bezug.

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7. Juli 2014

Zeichen

Zeit, aufzuhören, mich im Kreis zu drehen.

Transzendente Akte werden aus Ehrfurcht oder Verzweiflung geboren, das stimmt schon, aber eine solche Empfindung ist nicht spontan, sondern spiegelt die eigene Lebenserfahrung wider, genauer gesagt das, woran sie zu glauben lehrte.

Und dies ist von dreierlei Art, wie ich schon im Beitrag Die Abfolge der Glauben schrieb, erstens an Gott, zweitens an die Güte und drittens an die Absicht.

Der Glaube an die Absicht ist der bestimmende Glaube unserer Zeit, und das seit langem. Er basiert darauf, daß transzendente Akte in Vergessenheit gerieten, und mit ihnen Ehrfurcht und Verzweiflung als Grundstimmungen des Lebens. Sein Bewußtsein ist das der Machbarkeit, und seine höchsten Gedanken gelten den gesellschaftlichen Tugenden der Seele, wie im vorigen Beitrag beschrieben.

Der Glaube an die Güte basiert hingegen auf weit verbreiteter Kenntnis der transzendenten Akte, und dazu gehört folgendes.

Das Leben vollzieht sich in bestimmten Formen, bestimmte Zeichen folgen einander, welche als Ergebnis transzendenter Akte gedeutet werden können, also zunächst einmal als Erscheinungen des Mächtigen oder Wesentlichen.

Es ist allerdings nicht klar, ob eine solche Form tatsächlich das Ergebnis eines transzendenten Aktes ist, nur umgekert ist es klar, daß jeder transzendente Akt sich in einem seiner Art gemäßen Zeichen äußert.

Genauer gesagt äußern sich die materiellen transzendenten Akte in Segen oder Erfolg, die funktionalen im Zufall oder der Gelegenheit und die ideellen in Inspiration oder Glaubenssprung, wobei letzterer darin besteht, sich aus dem Glauben einer Zeit zu lösen und den Glauben der nächsten zu finden, und erstere in der Öffnung dem Heiligen gegenüber. Es fällt schwer, mehr dazu zu sagen.

Dieses also muß in der Zeit des Glaubens an die Güte bekannt sein - und zugleich gefürchtet. Genauer gesagt werden die aus der Verzweiflung entspringenden Akte gefürchtet, also die fortschreitenden, welche tendentiell dramatisch wirken. Und die Güte besteht darin, sich freiwillig in Ehrfurcht zu verneigen, anstatt an der Zuspitzung des Dramas mitzuwirken.

Gott als Erhöher der Menschen wird in dieser Zeit also als eine Konstante gesehen, mit welcher es auf die rechte Weise umzugehen gilt, indem der Zeichen, welche er gewährt, gedacht wird, den Stand des Dramas vor Augen, auf die Güte der Menschen vertrauend, sich nicht sehenden Auges gegenseitig ins Unglück zu stürzen.

In dieser Zeit erlöschen die transzendenten Akte schließlich aufgrund der Einseitigkeit ihrer Wertung, und das führt zum Verdruß am konservativen Geist dieser Zeit. Der Glaube kehrt sich von der Güte ab und der Absicht zu.

Am Ende jener Zeit steht dann der Verdruß an der Erniedrigung des Menschen durch seine Werke, und Gott als Erhöher der Menschen wird als solcher bejaht.

Immer wieder verzweifelt etwas in uns an etwas anderem in uns. Die Güte verzweifelt an der Machbarkeit, welche sie verdrängte, und wird zu Bestimmtheit, der Sinn für's Machbare verzweifelt an der Bestimmtheit, welche ihn verdrängte, und wird zu Güte, und die Bestimmtheit verzweifelt an der Güte, welche sie verdrängte, und wird zum Sinn für's Machbare.

Zeichenfreie, zeichenbeschwörende und zeichenzähmende Zeit, unvollkommen sind sie alle, notwendig - und zugleich größer als alles, was wir uns vorstellen können.

Was sagt das Heilige?

Gehorche der Zeit.

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3. Juli 2014

Insignien

Die Rollen gemeinschaftsstiftender Erzählungen besitzen Insignien.

Dabei besitzen die elementaren Rollen körperliche Insigien und die kombinierten ästhetische.

Das Insignium der Brüder ist der Bart, das der Glieder die Glatze und das der starken Männer der aufgerissene Mund, und es stimmt, Berater haben immer Bärte, Mönche oftmals Bärte und Glatzen und fanatische Anhänger von Bewegungen oftmals Glatzen und aufgerissene Münder.

Gottkönig paßt aber nicht? Na, na, na.

Ungläubige!

Man verzeihe mir den kleinen Spaß, werden wir wieder ernst. Kommen wir zu den ästhetischen Insignien, als da wären:
  • für Schlichter / Verteidiger die Ideale der Geschiedenheit / Wuchtigkeit,
  • für Zwinger / Bringer die Ideale der Ewigkeit / Fülle,
  • für Forscher / Errichter die Ideale der Harmonie / Ordnung.
Sollte das so stimmen, wäre zu erwarten, daß die Sakralbauten des Islams, Shintos und Christentums in derselben Reihenfolge durch die ästhetische Verbindung von Geschiedenheit und Wuchtigkeit, Ewigkeit und Fülle, beziehungsweise Harmonie und Ordnung gekennzeichnet sind.

Sehen wir mal.

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Von den subjektiven Sichtweisen auf die Herrschaftsformen

Es ist an der Zeit den Beitrag Eine Klassifizierung von Ordnungsmächten hinsichtlich ihres Verhältnisses zum sie tragenden Geist zu aktualisieren.

Starke Männer, Glieder und Brüder fühlen sich durch ihre Herrscher vertreten, wenn die Herrschaftsform ausschließlich von ihresgleichen getragen wird, also eine Autokratie, Technokratie, beziehungsweise eine Beratung ist.

Falls es sich um eine Herrschaftsform handelt, an welcher neben ihresgleichen noch ein weiterer Geist beteiligt ist, sehen sie in ihrer Herrschaftsform etwas Ermöglichendes, genauer gesagt Brüder im Gottkönigtum etwas Bewahrendes und in der Kirche etwas Hegendes, beispielsweise.

Falls es sich um eine Herrschaftsform handelt, welche von nur einem anderen Geist getragen wird, sehen sie in ihr ein Instrument.

Und falls es sich um eine Herrschaft handelt, welche von den beiden anderen Geistern getragen wird, sehen sie in ihr etwas Rücksichtsloses, und zwar genauer gesagt die Brüder in der Bewegung etwas Unheiliges, die Glieder im Gottkönigtum etwas Willkürliches und die starken Männer in der Kirche etwas Ungerechtes.

Dabei wird eine Herrschaft dann als natürlich empfunden, wenn die Herrschenden sich mit den Beherrschten identifizieren, was nur dann möglich ist, wenn sie von ihnen größtenteils als ermöglichend angesehen wird, wohingegen eine solche Herrschaft sonst als zähmend empfunden wird.

Aus diesen subjektiven Sichtweisen ergeben sich zwei verschiedene Arten von gesellschaftlichen Konflikten, nämlich:
  1. herrschaftliche Konflikte,
  2. bürgerliche Konflikte.
Ein herrschaftlicher Konflikt besteht zwischen der Regierung einer Gesellschaft und jenen ihrer Mitglieder, welche sie als rücksichtslos ansehen.

Ein bürgerlicher Konflikt besteht zwischen zwei verschiedenen Geistern einer Gesellschaft, welche die Regierung als Instrument ansehen, denn in dem Fall sehen sie sie als Instrument zu verschiedenen Zwecken an, die Brüder etwa die Technokratie als Errichtungswerkzeug, während die starken Männer sie als Zwangswerkzeug ansehen, alle weiteren Konflikte gemäß dem vorigen Beitrag.

Daraus folgt einiges, etwa, daß wer die ganze Welt beherrschen will, und also dem Problem gegenübersteht, es mit allen drei Geistern in seinem Weltvolk zu tun zu haben, in seinem eigenen Interesse keinen herrschaftlichen Konflikt herbeiführen wird, also entweder eine Autokratie, Technokratie oder Beratung als Herrschaftsform wählen wird, wobei von dieser Wahl abhängt, wen er gegen wen ausspielen muß, in der Autokratie Glieder gegen Brüder, in der Technokratie starke Männer gegen Brüder und in der Beratung starke Männer gegen Glieder.

Man darf dabei aber nicht übersehen, daß jene, welche die Regierung als Instrument betrachten, sich eine schwache Regierung wünschen, da sie sie nur dann als Instrument verwenden können, wenn sie als Bürger hinreichenden Spielraum haben.

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Gemeinschaftsstiftende Erzählungen

Ein Zusammenleben von Menschen ohne eine Erzählung, in welcher die Rollen dieses Zusammenlebens festgelegt wären, ist unvorstellbar.

Die elementaren Erzählungen sind die der starken Männer, der Glieder und der Brüder. Sie entsprechen in derselben Reihenfolge den Erregten, Erwartenden und Gestimmten. Herrschaftlich entsprechen ihnen, wieder in derselben Reihenfolge, die Autokratie, die Technokratie und die Beratung, wobei Technokratie in einigen Fällen zu hochtrabend sein dürfte, die Sitte wäre dort angemessener.

Die herrschaftliche Entsprechung kommt dadurch zu Stande, daß die gemeinschaftsstiftende Erzählung nur unter den Herrschenden kursiert, während umgekehrt die elementaren gemeinschaftsstiftenden Erzählungen auf natürliche Weise den drei Geistern, also den gefühlsmäßig beherrschenden Seelenteilen, entsprechen.

Die meisten Völker, und alle mit einer höheren Kultur, werden aber von einer beherrschenden Kombination zweier Geister gebildet, und in diesem Fall muß die Erzählung dem jeweils anderen Geist den Wert des ihm fremden Geistes verdeutlichen. Auf diese Weise kommt es zu den kombinierten Erzählungen, als da wären:
  • die Erzählungen von den Schlichtern und den Verteidigern, denn dem starken Mann ist der Bruder als Schlichter willkommen und dem Bruder der starke Mann als Verteidiger. Die Herrschaftsform, welche diese beiden vereinigt, ist das Gottkönigtum.
  • die Erzählung von den Zwingern und Bringern, denn dem starken Mann ist das Glied als Zwinger willkommen und dem Glied der starke Mann als Bringer. Die Herrschaftsform, welche diese beiden vereinigt, ist die Bewegung.
  • die Erzählung von den Forschern und Errichtern, denn dem Glied ist der Bruder als Forscher willkommen und dem Bruder das Glied als Errichter. Die Herrschaftsform, welche diese beiden vereinigt, ist die Kirche.
Dies als Ergänzung zum letzten Beitrag, der Forderung, das eigene Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, nachkommend, sowie als weitere Klärung der Begründung des I Chings.

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2. Juli 2014

Der Grundgedanke des Islams

Oftmals wiederholt, zum Beispiel hier:
Wieviele Völker haben Wir ihrer Frevel wegen gänzlich vernichtet, und andere Völker an ihre Stelle gesetzt? Doch wenn sie Unsere Strafe spürten, siehe!, fliehen sie vor ihr. Fliehet nicht, sondern kehrt zu den guten Dingen des Lebens, welche euch gegeben wurden, zurück, und zu euren Heimen, auf daß ihr zur Rechenschaft gezogen werden könnt. Sie sagten: "Oh! Weh uns! Wir waren wahrhaftig Frevler!" Und ihr Schrei verklang nicht, bis Wir sie machten wie ein gemähtes Feld, wie Asche, stumm und erloschen.
und hier:
Wir sandten Noah zu seinem Volk  Er sagte: "O mein Volk! Betet zu Gott! Ihr habt keinen Gott außer Ihm! Empfindet ihr keine Furcht?" Die Anführer der Ungläubigen unter seinem Volk sprachen: "Er ist nur ein Mann wie ihr. Seine Absicht ist, sich über euch zu stellen. Wenn Gott gewollt hätte, hätte er Engel herabsenden können. Niemals wurde eine solche Rede unter unseren Ahnen vernommen." - "Er ist nur ein Besessener. Laßt ihn eine Weile." Er sagte: "O mein Herr! Hilf mir, da sie mich der Falschheit zeihen!" Also gaben Wir ihm ein: "Baue die Arche unter unseren Augen und unserer Führung. Dann, wenn unser Befehl kommt, und die Brunnen der Erde überlaufen, nimm von jeder Art ein Paar an Bord, männlich und weiblich, und deine Familie - außer jenen, gegen welche das Wort bereits gesprochen wurde, und rufe mich zu Gunsten der Frevler nicht an, denn sie werden ersäuft werden. Und wenn du mit der Arche ausgelaufen bist - du und die mit dir - sage: 'Gelobt sei der Herr, welcher uns vor den Frevlern gerettet hat!' Und sage: 'O mein Herr! Erlaube es mir mit deinem Segen einzulaufen, denn du bist der Beste, dies zu ermöglichen.' Wahrhaftig, hierin sind Zeichen. Wir prüfen."
Der Witz ist, daß es immer so weitergeht - oder auch der Mangel an Witz. In der Bibel ist es ja das letzte Mal, daß dergleichen passiert, die Menschen halten sich an die Noah'schen Gesetze und müssen nicht mehr mit der Sündflut rechnen, siehe Genesis, Kapitel 1-7.

Im Islam hingegen wird dergleichen überhaupt nicht versprochen. Gott mäht und mäht und mäht, und der Muslim schaut zu, daß er nicht unter die Sense kommt, wozu freilich auch gehört, für die göttliche Ordnung zu kämpfen und sterbend oder siegend die Früchte dafür zu ernten.

Ein Zykel ist auch das, genau wie beim Christentum, nur ein kürzerer und einer, bei welchem kaum Größeres wächst, dem Wesen der Natur der Regionen, in welchen Christentum und Islam beheimatet sind, entsprechend, siehe Zeit und Klima.

Der Christ lebt in einer größeren zeitlichen Schleife, er wirkt im Sommer an Höherem mit und muß, wenn der Winter kommt, tiefer in sich gehen, um den nächsten Frühling zu erleben. Gerade weil über den Sommer so viel gewachsen ist, genügt es nicht, sich an das Bewährte zu halten, denn es wird von dem sich legenden Gras erdrückt, um im Bild zu bleiben. Nein, im Grund selbst schlummert das neue Leben. In der Wüste hingegen kann man an Wasserstellen nichts falsch machen, mag die Gelegenheit auch Viele weglocken.

Soviel zur vergleichenden Gegenüberstellung, denn es ist gut zu wissen, mit was man es zu tun hat. Und diesbezüglich möchte ich noch eine kleine Anmerkung anfügen.

Der Islam wurde von Damaskios sowohl konzeptuell als auch diplomatisch auf den Weg gebracht, aber natürlich hat er sich nach seinem Tod bald verselbständigt. Es gibt einige Suren, welche inhaltlich auf Damaskios zurückgehen sollten, etwa die Färse, die Frauen und die Höhle. Bei den Frauen ist es weniger klar, aber ich denke, daß die Anweisungen Waisen betreffend an ihrem Anfang gleichnishaft zu verstehen sind, also jeder Mensch als Waise zu betrachten ist, da von Gott geschieden, welcher unter glücklichen Umständen seine Wahrheit erkennt und dann sein Erbteil erhalten möge und andernfalls wie ein Tier zu versorgen ist.

Andere Suren hingegen sind purer Ungeist, wie etwa Maria. Und auch die Suren die Propheten und die Gläubigen scheinen mir als Ganze gesehen unter Damaskios' Niveau zu liegen, wiewohl in letzterer eine aristotelische Betrachtung zur Entwicklung von Embryos enthalten ist. Freilich, wenn es stimmen sollte, daß der Koran Stück für Stück weiterentwickelt wurde in den ersten Jahrhunderten islamischer Herrschaft, dann sollte man erwarten, daß er selbst diese Entwicklung kommentiert, und zwar stützender Art, wobei die Stützung etwa eine Rechtfertigung oder eine Drohung sein könnte.

Nun, er tut's auf drohende Weise, eine offensichtlich bestanden habende Diskussion über den Verlust der ursprünglichen islamischen Idee mit dem Wort Schnauze! abwürgend:
Er ist es, der dir das Buch herabgesandt hat. In ihm gibt es einfache, grundsätzliche Verse. Diese sind das Fundament des Buchs. Andere sind metaphorisch. Aber jene, in deren Herzen Perversität ist, folgen seinem metaphorischen Teil, Zwietracht suchend und verborgene Bedeutungen, aber niemand kennt seine metaphorischen Bedeutungen außer Gott. Und jene, deren Wissen auf fester Basis steht, sagen: "Wir glauben an das Buch, alles in ihm ist von unserem Herrn." und niemand wird die Bedeutung verstehen außer verständigen Männern.
Es gibt Diskussionen, welche dem Gemeinwohl nicht zuträglich sind. Insbesondere sollte man Unverständige an Dinge glauben lassen, welche ihrem Unverständnis angepaßt wurden.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Wenn man es so hält, darf man sich nicht darüber wundern, wenn Unverständige schließlich mit eben jener Parole gegen die Verständigen putschen, denn ihrer sind stets mehr und jene läßt den Borniertesten in den Augen der Vielen als den Gerechtesten erscheinen.

Es ist die Schwäche aller Geheimgesellschaften. Niemand merkt, wenn sie übernommen werden. Deshalb soll man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Es ist einfach genug zu verstehen, aber offensichtlich war dieser Einwand in einer bestimmten Phase der islamischen Entwicklung politisch inopportun.

Die Forschung sagt, soweit ich weiß, das Gegenteil, also daß sich platonische Tendenzen später gebildet hätten. Die Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache. Der Islam war ursprünglich esoterisch, dann wurde er öffentlich, und in Folge dessen erweitert. Und diese Erweiterung zwang die esoterische Lesart zunächst ins Verborgene, und schließlich putschte sie gegen sie und beseitigte sie ganz.

Äußerlich entspricht das grob Mohammeds mekkanischer und medinischer Phase, aber der wirkliche geschichtliche Verlauf ist ein anderer, weitaus gewöhnlicher und aus diesem Grunde auch ziemlich frustrierend. Letztlich ein Kuriosum, daß ein Mörder mit dem hergerichteten Leichnam hausieren geht und es nicht wenige gibt, welche ihn darob für einen Weisen halten.

Obwohl... wenn ich es recht bedenke... so kurios ist es auch wieder nicht. Ganz im Gegenteil. Nicht nur, daß der Ungeist den Geist ermordet ist gewöhnlich, sondern auch, daß er sich anschließend mit seinem Leichnam schmückt. Gott allein gehört alle Ironie. Auch die, daß derselbe Damaskios, welcher sich im Tod der Hypatia darüber beklagt, daß das Christentum sich mit der Würde der von ihm ermordeten Philosophen schmückt, eine Entwicklung auf den Weg gebracht hat, welche dasselbe mit ihm anstellen würde.

Zuletzt haben die Wagnerianer es mit Wagner getan. Nein, es ist nicht kurios.

Was kann der Geist tun, solches zu vermeiden?

Geschmacklos sein, oft genug. Hat bei Platon einigermaßen funktioniert und bei Schopenhauer auch. Schimpfe niemand auf die Verbitterung!

Wir sind nur Menschen, was in Gottes Händen liegt, können wir nicht halten. Er entscheidet darüber, wer für ihn siegt, nicht wir selbst. Und wir sollten also auch nichts unternehmen, was in Richtung einer persönlichen Parteinahme in dieser Angelegenheit geht. Was sie betrifft, muß ewig keiner und jeder gelten.

Das heißt aber natürlich nicht, daß sich Diener nicht unabhängig von ihren Siegesaussichten verbrüdern sollten.

Gut, damit kommt diese kleine Anmerkung an ihr Ende. Eine Mahnung, sich nicht blenden zu lassen, sondern überall hinzusehen, welcher Geist einen erwartet.

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Entschlossenere Zeiten?

Natürlich besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen der Welt der politisch Interessierten und der Welt der am Leben Interessierten.

Das hab' ich mir gestern Abend, oder auch schon heute früh, dunkel wird's hier ja zur Zeit nicht, gedacht, als Deutschland in die Verlängerung gegen Algerien ging und ich mir vornahm, jetzt doch noch das estnische Fernsehprogramm zu verfolgen, wo das Erwartete so hartnäckig auszubleiben gewillt schien.

Gerade als die Internetverbindung stand, machte Lahm irgendein Machoposing, danach waren damit Müller und Schürrle an der Reihe, aber bei Lahm wirkte es etwas peinlich, schülertheaterhaft, eigentlich so, als wollte er sagen: Hey, auch der Coolste kann sich mal verschießen.

Da regte sich gleich etwas Feindliches in mir: Spiel gefälligst Fußball, du Affe! Jetzt weiß ich auch, warum es noch 0:0 steht!

Aber so ist es eigentlich nicht. Seit Klinsmanns Zeit gehört es dazu, dieses Posen, und als es unter Völler zuletzt ausblieb, paßte es schon nicht mehr in die Zeit.

Als es noch paßte, wurden deutsche Urlauber im Ausland angespuckt, und (fast) jeder Deutsche kultivierte zwei Gesichter, ein oberflächlich freundlich verschlossenes dem Ausland zugewandtes und ein leidenschaftlich offenes anderen Deutschen zugewandtes. Und so war denn auch der deutsche Fußballspieler: Nach außen etwas verstockt, innerlich von der Bedeutung des Sieges für die eigene Gruppe entflammt.

Und so ist es heute einfach nicht mehr. Die Deutschen, und die deutschen Fußballspieler im besonderen, suchen gleichermaßen Anklang in aller Welt. Sie sind heute so, wie die Argentinier schon vor 30 Jahren waren, als der deutsche Zuschauer sie noch als Selbstdarsteller beschimpfte, als eine Truppe von Stars ohne Mannschaftsgeist, bei welcher es halt manchmal läuft und manchmal nicht.

Alles so, wie heute unter Löw. Aber heißen tut's nichts anderes, als daß das Selbstbewußtsein der deutschen Fußballspieler gesundet ist. Es ist der natürliche Zustand, junge, durchtrainierte - obendrein noch erfolgsverwöhnte - Männer geben an. Und alles, was sie sich für sich nehmen, nehmen sie sich von der Mannschaft.

Lassen wir ihnen das, es ist auch gerecht, denn alle tun's, außer, sagen wir, Japan, aber die gewinnen deswegen noch lange nicht - das Handicap der Natur selbst.

Haben unsere Politiker Anteil daran?

Insgesamt, über die Jahrzehnte, durchaus, aber mit den derzeit Wirkenden hat es nichts zu tun. Und auch insgesamt über die Jahrzehnte ist es lediglich das Verdienst der Unterlassung, die Zeit daran zu hindern, Wunden zu heilen.

Übrigens kann man dieses an der deutschen Fußballnationalmannschaft studierte Phänomen auch als Gleichnis für den politischen Sinn, welcher nicht mit dem Interesse für Politik verwechselt werden sollte, von Völkern verstehen: Sind Völker gesund, durchtrainiert und erfolgsverwöhnt, lahmt er etwas, sind sie's nicht, spannt er sich an.

Und damit möchte ich auf das titelgebende Thema kommen. Es ist mir nämlich noch etwas aufgefallen in der letzten Zeit, nämlich daß politisch Interessierte zunehmend auf dem Standpunkt stehen, genug gehört zu haben, und vermehrt so etwas wie einen heiligen Eifer bei der Verbreitung ihrer Sichtweise entwickeln.

Es ist kein schönes Bild. Aber so ist es: Einer sieht den Andern aufbrechen und bricht selber auf. Alle allerdings in unterschiedliche Richtungen.

Aber es ist ein Aufbruch von Affen in einer Zeit ohne politischen Sinn. Andererseits, wovon dessen Anspannung abhängt ist bekannt, und vielleicht zeigt sich dieser Aufbruch der Affen im Rückblick als Warmlaufen.

Das Indiz ist mir wichtiger als ihr Schicksal, aber wenn es so kommt, was steht zu erwarten?

Sinndiskussionen? Welterklärungen und -entwürfe? Plötzlich überall? Im Wettstreit mit einander, jenseits der Fähigkeit zur Synthese?

So ist der Mensch! Eifer entwickelt er erst, wenn er schon alle Antworten kennt! Das Zusammentragen, erwägen und verbinden lockt keinen Hund hinter'm Ofen hervor.

Und die allermeisten meinen umgekehrt auch, alle Antworten zu kennen, wenn sie vom Eifer angesteckt werden.

Etwas in der Art. Es läßt sich nicht vermeiden, so wie sexuelle Erregung sexuell erregt. In der heutigen Lage könnte man es auch im doppelten Sinne Johannestrieb nennen. Der falsche Prophet gehört zur historischen Funktion des echten, wär' man bös', könnte man sich an der - unwiderlegbaren - Aussage weiden, daß der echte Prophet existiert, damit der falsche existieren kann.

Seiet also gewarnt!
und haltet eure Entschlossenheit am Pflock des Lebens gebunden,
daß sie nicht von den Täuschungen grase,
an welchen die Masse wie ihren Schäflein hängt,
sie gegen alle Einsicht ins Trockene zu bringen,
wo nichts als bodenloses Meer ist.

Und doch, es sind stets jene, welche sich verirren, welche finden werden. Das betrifft fremde Länder genauso wie die Wahrheit der göttlichen Existenz. Es hat also auch ganz unmittelbar seine gute Seite.

Aber gleich, ob wir vergaßen oder nicht, der abgeschnittene Baum treibt von unten wieder aus, wir müssen das Tote vergessen, damit das Totscheinende auferweckt wird, wobei Lazarus hier die Erfahrung des Mächtigen oder Wesentlichen ist, welche in alle Teile des Lebens führen.

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29. Juni 2014

Der Grundgedanke des Christentums

Es ist so leicht, daß Christentum zu verspotten. Was meint der, wer singt:

Ehr sei dem Vater und dem Sohn
und dem heiligen Geist.
Wie es war im Anfang,
jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Welche Ehre erfuhr der Sohn, als er am Kreuz hing?

Und doch, ich weiß, daß es wahr ist, weil ich es ansonsten nicht aus vollem Herzen singen könnte. Und nach einiger Überlegung weiß ich auch, warum.

Gott hat die Menschen so geschaffen, daß es stets solche gibt, welche Menschen, welche sich von dem vom Vater ausgehenden Geist leiten lassen, ehren.

Oder biblisch:
Das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat's nicht ergriffen.
Man singt, reiht sich in die Ehrenden ein und es wird heller.

Zu einigen Zeiten gibt es Viele, welche sich einreihen, zu anderen Wenige.

Am Kreuz, zum Beispiel, waren es Wenige.
Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Der einzige Mann in dieser Runde trägt den Namen Johannes.

Man kann es so verstehen, muß es auch, wenn man überhaupt etwas verstehen möchte, daß die Letzten, welche das Wirken des heiligen Geistes noch ehren, Johannes genannt werden. Die anderen haben sich den Systemzwängen ergeben, Johannes nicht.

Das - genau das - ist mit folgendem Ausspruch gemeint:
Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!
Johannes bleibt immer wieder bis Jesus kommt, das definiert ihn, gleich ob er Täufer, Apostel oder Prophet ist, man vergleiche den vorstehenden Ausspruch nur mit den folgenden:
Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des HERRN! wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Es spricht, der solches bezeugt: Ja, ich komme bald. Amen, ja komm, HERR Jesu!
Dabei ist der letztere ein Aufruf an den Leser der Offenbarung, dies mitzusprechen, wenn er die Offenbarung für eingetreten hält. Deshalb, letztlich nur deshalb, heißt es:
Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; 
wobei die Gewaltigkeit der Zeichen  der Gewaltigkeit des Abgrundes korrespondiert, über welchen die letzten Getreuen gelangen müssen.

Gottes Versprechen haben sie indes, in ihren Herzen, in ihren Erfahrungen und auch in der heiligen Schrift.

Das Königreich Gottes ist nicht von dieser Welt, sondern in uns. Es ist das Wirken des heiligen Geists, unser dreifältiger Dienst im Schönen, Mächtigen und Wesentlichen.

Darum geht es dem Christentum letztlich nur, daß Gottes Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für seine Gnade.
Darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade.
Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, nun ist groß Fried' ohn' Unterlaß.
All Fehd' hat nun ein Ende.

Wieder der Spott. Welcher Friede ohne Unterlaß?

Wieder die Antwort. Das ununterlassene Wirken des heiligen Geistes.

Singend unterwerfe ich mich dem heiligen Geist und bestärke ihn so.

Allerdings ist eine Kleinigkeit dabei zu beachten. Der Empfang des heiligen Geistes hat Voraussetzungen, ich kann mich nicht ohne Grenzen gehen lassen, ohne ihn zu verlieren. Es braucht also Vorkehrungen, welche selbst nicht dem heiligen Geist entspringen, sondern Mittel zum Zweck des ihm Entspringens sind, oder anders ausgedrückt Disziplin, wie zum Beispiel die Ehe:
Wenn sie von den Toten auferstehen werden, so werden sie nicht freien noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.
Die Ehe gehört nicht zum Reich Gottes, sie entspringt nicht dem heiligen Geist, sondern praktischen Erwägungen zur Vermeidung von Konstellationen, wie sie Shakesspeare schildert, etwa im Monolog des Geistes in Hamlet: If thou hast nature in thee, bear it not. Sie ist heilbringende Disziplin, nicht Heil selbst.

Es ist nun aber nicht so, daß Disziplin und Inspiration streng proportional zu einander wären. Selbstverständlich kann erstere auch zu einer lebensfeindlichen Bürde werden. Man wird das stets im konkreten Fall entscheiden müssen, wobei jeder wohl ein Gespür dafür hat, was ihm selbst gut tut und was nicht.

Die Ehe allerdings sollte man nicht verspotten, indem man sie zur Disziplinierung Homosexueller feilbietet - selbst wenn jene es wünschen sollten. Sie besitzt die Würde einer wichtigen Vorkehrung - und nur noch die - und wird sie durch jenes Angebot auch noch verlieren.

Ich weiß, es ist trivial.

Ich erwähne es hier nur noch einmal explizit, weil es dabei helfen kann, daß der Groschen fällt, welchen Zustand genau unsere Gesellschaft eigentlich zu erreichen sucht.

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27. Juni 2014

Von der Herrlichkeit des Menschen

Des Menschen Herrlichkeit ist zwiefältig.

Zum ersten liegt es in seiner Natur, die Welt so lange zu erforschen, bis er in die Lage versetzt wird, Werke zu erschaffen, welche mächtiger als er selbst sind.

Zum zweiten wiegt er seine Herrschaft durch Erhabenheit, Demut und Not.

Wahrlich, fehlte der zweite Teil, der Mensch wäre nicht herrlich zu nennen, sondern selbstabschaffend.

Wir haben es wieder einmal geschafft, wir können Maschinen bauen, welche die Welt mit für uns unermeßlicher Kraft und Intelligenz umgestalten können.

Wie kommen wir da wieder heraus?

Viele Dinge könnten uns da wieder heraus bringen, die Entdeckung physikalischer Effekte, welche sich auf elektrische Schaltkreise auswirken, die Bewußtseinserweiterung um Akte, welche sich auf elektrische Schaltkreise auswirken, die Änderung physikalischer Eigenschaften von Halbleitern, welche sich auf elektrische Schaltkreise auswirken und wer weiß was noch.

Die erste dieser Möglichkeiten unterscheidet sich von den anderen beiden genannten dadurch, daß sie durch Überhebung, also durch den Dienst am Schönen, zu Stande käme. Sie gewährte einen Aufschub, wir wären gezwungen nach neuen Materialien Ausschau zu halten, welche gegen diese Effekte immun wären. Solche müßte es ja geben, da wir selbst gegen diese Effekte immun sein müßten, um unseren Machtvorteil wiederzuerlangen.

Bedeutet diese Möglichkeit also, daß man einstweilen noch nicht verzweifeln muß?

Nein, denn die Verzweiflung gilt dem durch die gegenwärtige Erwartung Implizierten. Erwartungsgemäß gibt es keinen Ausweg. Also bildet sich der Wille sich dem Unbekannten auszuliefern, um von diesem Hier zum Da zu gelangen.

Das Da, jenseits dieses Hiers, ist hingegen gänzlich unbekannt, und wir mögen erst später und indirekt von ihm Kenntnis erlangen.

Und im konkreten Fall hier, die von Schaltkreisen ausgehende Gefahr betreffend, mag das Da auch darin bestehen, daß jemand den Gedanken fäßt, etwas zu untersuchen, sich überhebt und etwas findet, was das Problem für's erste löst. Oder eben in irgendeiner anderen seiner Lösungen.

Es liegt nicht an uns, das zu wählen. Aber es liegt durchaus an uns, unserer Erwartung gemäß zu glauben und zu handeln. Und diesbezüglich möchte ich folgendes festhalten.

Es gibt zwei Arten der Erwartung des Erscheinens bei der Auslieferung.
  1. Man erwartet ein Nichts.
  2. Man erwartet ein Etwas.
Wahrscheinlich muß jeder erst einmal ein Nichts erwarten. Danach erst wird er ein Etwas erwarten.

Der Erwartung eines Nichts geht eine Konzentration auf ein Nichts voraus, die Betrachtung des eigenen Ichs als einen Punkt im Nichts, zu welchem zu werden man sich ausliefernd einwilligt.

Der Erwartung eines Etwas geht eine Verzerrung von Raum und Zeit voraus, derart, daß die Welt einerseits größer erscheint und zugleich langsamer. Aus dieser mikrokosmischen Perspektive heraus liefert man sich dem aus ihr geboren werdenden Horizont aus.

Ersteres habe ich schon getan, letzteres nicht. Ich schreibe es aber vielleicht besser vorher auf.

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26. Juni 2014

666

6 bedeutet von Natur aus Ordnung, siehe Zahlensymbolik. Und laut
Also ward vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.
handelt es sich dabei um eine weltliche Ordnung, da die 7 an Gottes Stelle über der 6 steht.

Das ist sozusagen das Judentum in Kurzfassung: 6 unter 7, das in diesem Sinne auserwählte Volk.

Auserwählt aber nur als ausführendes Organ der Ordnung, nicht als Ersinner der Ordnung.

Ich behaupte, daß sich die einzelnen 6en in 666 auf die unterschiedlichen Teile der Seele beziehen, in welchen die Ordnung des christlichen Glaubens bereits verwirklicht wurde, und damit für die Phasen seines Zykels stehen.

Die Kirche begann nämlich genau in dem Moment damit, überall in Europa Juden anzusiedeln und ihnen das Finanzgeschäft zur (späteren) gärtnerischen Pflege ihrer feudalen Sprosse zu überlassen, als die Phase der Glaubensfindung, die Einigung auf den christlichen Kanon, ein Detail, welches ich bisher übergangen habe, abgeschlossen war.

Das war die Zeit der einen 6, die zweite Phase des Glaubenszykels, die 1000 jährige Herrschaft der Heiligen.

Diese endete wie gesagt mit der Entdeckung Amerikas, was allerdings nicht überall zum Eintritt in die dritte Phase führte, sondern nur in dem Raum, welcher katholisch blieb. Der nicht katholische Raum verlängerte seine zweite Phase um ein selbst geschriebenes Kapitel.

Kennzeichen der zweiten Phase ist, daß sich der Glaube in der Ausprägung lokaler Gepflogenheiten ausdrückt, diese Entwicklung also noch anhält. Und während sich diesbezüglich in der katholischen Welt seit Jahrhunderten nichts mehr getan hat, entwickelte sich Nordeuropa kulturell weiter.

1913 sah die katholische Kirche dann den Zeitpunkt gekommen, die zweite Phase global zu beschließen, nachdem es 1813 noch gescheitert war, das heißt globale Gepflogenheiten zu etablieren, deren Entwicklung abgeschlossen ist.



Der Federal Reserve Act sieht vor, daß die Eigentümer der beteiligten Banken 6% der Seigniorage der Ausgabe des Dollars alle 6 Monate einstreichen. Das heißt zweierlei.
  1. Die Zeit der 66 hat begonnen, die dritte Phase des Glaubenszykels, der Aufstieg des Antichristen.
  2. Die Ankündigung den Dollar zur globalen Leitwährung zu machen, denn nur dann handelt es sich beim Federal Reserve Act nicht um ein Minusgeschäft für den amerikanischen Staat, wenn wenigstens 6% des Dollarvolumens vom Ausland gehalten wird.
In der dritten Phase stehen die Gepflogenheiten wie gesagt fest. Das einzige was in ihr noch entwicklungsfähig ist, ist die Form des persönlichen Dienstes.

Und wenn dieser Dienst auch wieder eine festgefügte Form gewonnen haben wird, dann ist die Zeit der 666 gekommen.

Natürlich waren die Aktivitäten 1913 zur Beendung der zweiten Phase Verbrechen. Aber richtig ist, daß die zweite Phase so oder so irgendwann ein Ende genommen hätte. Die katholische Kirche hielt sich hier an die Verkürzung der Tage, oder, wie Nietzsche schrieb:
Was fällt, das soll man auch noch stoßen.
Eine Maxime, welche vor kurzem Ewald Stadler wenig subtil unter die Nase gerieben wurde, Rekos hatte einfach zu wenige Stimmen geholt.

Wenn die katholische Kirche also der Meinung ist, wir sollten möglichst bald die Zeit der 666 erleben, und das ist sie, dann sollten wir heute Bemühungen bemerken können, die Form des persönlichen Dienstes festzuzerren und möglichst wenig Gestaltungsspielräume dort zuzulassen.

Nun, ich denke, es gibt sogar zwei solche Bemühungen.
  1. Agenda 21, Zwang zur materiellen Einschränkung.
  2. Verspottung sozialer Anliegen durch pseudosoziale Anliegen.
Mit der Vollendung der antichristlichen Ordnung ist also in unmittelbarer Zukunft zu rechnen.

Der Sinn dieser Ordnung ist ihre Unmöglichkeit. Es ist das bewußte Zusteuern auf die für alle bestehende Notwendigkeit die Grundlagen ihres Lebens in Frage zu stellen und neu zu verhandeln.

Auch das geschähe ohne derartige Bemühungen. Nur später. Wie groß das Verbrechen dieses Mal sein wird, vermag ich nicht zu sagen. Indes, gleich wie viel fingiert wurde, was kommt, das kommt, die Zurücksetzung des Glaubenszykels unserer Kultur steht bevor.

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Platons Geheimnis

Aus einem Wirken muß ein Erwarten werden.
Es ist so, ein Wirken wirkt in der Welt und wenn wir es verstehend wahrnehmen, die Zusammenhänge des Anklingens erfassen, gleicht sich unsere Erwartung diesem Wirken an.

Es gibt sozusagen einen Geist, welcher sich auf diese Weise bildet, einen Geist, welcher das Mächtige kennt und schätzt, einen Geist, welcher unter den gegebenen Umständen an eines glaubt, weil aller Glaube aus Erwartung fließt.

Genauer gesagt, um Herrn Professor Wolfgang Deppert eine kleine Freude(?) zu machen: Erst verzweifelt man, dann erwartet man ein Erscheinen, dann nimmt man wahr, dann glaubt man. Und analog bei den Diensten im Mächtigen und Schönen: Erst empfindet man Ehrfurcht, dann erwartet man ein Erscheinen, dann nimmt man wahr, dann ist man in seinem Glauben bestärkt, beziehungsweise: Erst überhebt man sich, dann erwartet man ein Erscheinen, dann nimmt man wahr, dann ist man begeistert.

Es ist dieser eine Geist, welcher dafür verantwortlich ist, daß Menschen aller Zeiten immer wieder auf die Vorstellung verfallen sind, daß es einen Weltgeist gibt, mit welchem man verschmelzen könne. Ganz so viel will ich nicht sagen. Es ist eher so, daß wir, indem wir unsere Erwartung ausbilden, zu berücksichtigende Sinninseln für das Wirken des Weltgeistes werden, denn je genauer unsere Erwartung ist, desto eher legt sie dringende Gebete nahe.

In der heutigen Kultur ist diese Vorstellung natürlich weitgehend in Vergessenheit geraten. Wir alle fühlen vielleicht einen Splitter in unserem Bewußtsein, aber was dieser Splitter sein könnte, dazu gibt es kaum persönliche Erfahrungen.

Es ist aber dies: Die Aussicht ein Erwartender zu werden, das Mächtige zu verstehen und so in den Dienst des Wesentlichen treten zu können.

Indes, soll man aus derlei Gründen die Knaben richtig lieben?

So lange es richtig ist, warum nicht. Wenig Uneigennützigkeit gibt es indes in der Hinsicht in der Welt, und Platon selbst verwirrte erklärtermaßen Sokrates' Verhalten. Es ist auch nur natürlich, je verständiger ein Kind ist, desto weniger wird es annehmen, daß ein Erwachsener nichts von ihm will. Es selbst hat seine egoistischen Motive und erwartet sie also auch bei andern. Von daher mag sich das Ganze einfach nicht richtig machen lassen.

In Indien und Südostasien ist das freilich alles etwas anders, aber auch dort bereitet die Tradition Probleme.

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