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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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28. Januar 2011

Deutsche Kinderlieder

Ich gönne mir mal wieder ein Thema von eher persönlichem Interesse.

Musik transportiert Stimmungen und Stimmungen korrespondieren Haltungen.

Was ist es nur, was da in deutschen Kinderliedern anklingt?

Natürlich klingt nicht in jedem Lied das gleiche an, aber öfter tut es das als nicht, und die Frage geht auf eben diese Stimmung. Die formale Seite dieser Gemeinsamkeit ist die nach oben springende, nach unten gleitende Melodie mit nur maßvoll eingesetzter Gegenbewegung. Das verleiht den meisten Liedern etwas Seufzendes, welches indes nicht in Resignation mündet, sondern Teil eines Wogens zwischen Hoffen und sich Ergeben ist. Während die Verdichtung dieser Gefühle in Mozarts Requiem etwas Schwindelerregendes hat, all das Unausgesprochene, Ungetane zusammen auf einem Haufen mit allen phantastisch ausgeschmückten Jenseitserwartungen, erweckt die Schlichtheit der meisten Kinderlieder ein Gefühl von Einsamkeit.

Man ist auf einem Weg durch ein Zauberland, schön, aber unwahr, und hofft darauf, einst jemanden zu finden, welcher einem das wahre Leben aufschließt, welcher den Schleier von den Dingen nimmt und ihre Verbundenheit unter einander enthüllt.

So lange aber bleibt man außen vor, im Stillen hoffend, daß man eingelassen werde und seinen Platz finde, wobei für manchen dies gleich ins Jenseits führen mag, für andere ins Geschäft.

Ich erspare mir eine großartige Kritik dessen, ich erspare mir sogar einzelne Blüten vorzustellen, welche es treibt, und treiben muß, da sich eine Nation auf die eine oder andere Weise nationale Grundbedürfnisse erfüllen wird - Grundbedürfnisse freilich, welche einst zu anderem Zwecke gesäät wurden. Viel wichtiger ist, daß die eigentliche Befreiung, selbst zum Strom der selbst für gut befundenen Dinge zu werden, ganz anders abläuft, von innen und nicht von außen kommt und daß kein Mensch, wie besonders er auch wäre, diesen ganzen Strom zu inspirieren vermöchte. Die Liebe, auf einen Menschen gerichtet, tut, wessen dieser Mensch bedarf, das inspiriert er, nicht mehr. Auch das ist Glück, aber die Masse des Guten bleibt weiterhin hinter dem Damm eines gekränkten Willens gestaut. Zugleich ist dieses stille Hoffen aber immerhin ein erster Schritt hin zu einem Bewußtsein dessen, was wirkliches Glück bedeutet. Man müßte sich nur fragen, wie man weitergehen könnte, wenn man nicht irgendwann darin gefangen sein möchte.

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14. Januar 2011

Vom dritten Akt letzten Vertrauens

Es ist mir schon ein wenig peinlich, daß ich ausgerechnet diesen Akt im letzten Beitrag übersehen habe, da er der am einfachsten vollziehbare dieser drei ist. Die Rede ist von der Auslieferung an die Zukunft, an die Erfahrungen, welche noch zu machen sind. Es ist dies der kindliche Akt, und so ist auch die Mahnung wie Kinder zu sein zu verstehen, nicht männlich oder weiblich zu urteilen, sondern kindlich um Inspiration zu bitten.

In allen Teilen unseres Bewußtseins, Handhabung, Gemüt, Verstand und Vertrauen, können wir Ideen aufnehmen und austeilen. Ersteres läßt sich bewußt durch einen Akt des Vertrauens auf Anleitung fördern, letzteres durch einen Akt des Vertrauens auf ein positives oder negatives Urteil, unter anderem, alle Urteile auf diese Weise zu unterscheiden, ist wenig sinnvoll, es betrifft wie gesagt die allgemeinen. Und natürlich ist auch die hier besprochene Art der Anleitung allgemein. Ob eine spezielle Anleitung möglich ist, muß ich aus Unkenntnis offen lassen, ein Beispiel wäre durch die Fähigkeit, die Gedanken einer bestimmten Person lesen zu können, gegeben. Allerdings kann die allgemeine Offenheit auch dazu führen, daß eine speziell adressierte Idee aufgenommen wird, wobei ich aber gleich hinzufügen muß, daß mir ziemlich unklar ist, wie eine solche Adressierung überhaupt funktioniert, lediglich daß sich diese Art der Adressierung von der Adressierung des Allgemeinen unterscheidet ist mir hinreichend klar. Es wäre also auch gut möglich, daß schlicht an irgendeinen Menschen adressiert wird, beispielsweise, und es dann an der Offenheit der Adressaten und Gottes Vermittlungsvorlieben liegt, wer die Idee letztlich aufnimmt. Freilich, ich kenne auch Beispiele, wo sich feste Kanäle gebildet haben, möglicherweise auf der Grundlage einer körperlichen Ansprache, aber dann auch wieder nicht so klar umrissen, wie man meinen könnte.

Ich beschrieb die Inspiration zuvor durch den Begriff der Seinsheimat, welche ich als Manifestation des individuellen Willens betrachtet habe. Doch diese Sichtweise scheint mir, wenn ich das Wesen der Suche nach Inspiration recht bedenke, zu einseitig. Unbeirrt davon, daß insbesondere unser Gemüt Verbindungen zwischen Haltungen und Stimmungen herstellt, welche für uns schwer verständlich sind, und welche wir daher für äußere Eingebungen halten könnten, obwohl sie schlicht auf seinem Übersetzungstalent beruhen, ist doch nicht jede Stimmung so erzeugt, und selbst Haltungen ergeben sich nicht stets aus mühsamer deduktiver Arbeit, sondern fliegen einem manchmal zu oder steigen in einem auf, ohne daß sich erklären ließe, warum es gerade dann geschieht.

Unser Wesen ist, von mir so genannten, jenseitigen Einflüssen unterworfen, wobei ich mich natürlich nicht auf eine Totenwelt beziehe, sondern schlicht auf die andere Seite unserer Verbundenheit neben der durch die Welt. Oftmals denken Leute über das selbe nach, ohne daß sie sich vorher darauf geeinigt hätten oder jemandem kommt ein Lied in den Kopf, welches ein anderer zuvor in seinem hatte. Und es schon eine logisch ästhetische Notwendigkeit, daß, wenn wir mit einander speziell auf diese Weise verbunden sind, wir es dann auch mit dem allgemeinen sind, das heißt mit Gott durch den heiligen Geist, da es sich ja mit den aktiven Vertrauensakten ebenso verhält.

Freilich, jemand kann davon überzeugt sein, daß es das beste ist, sich auf das Schöne und Gute zu besinnen und doch nicht davon überzeugt sein, daß es der lebendige Gott ist, welcher ihn zu ihm führt. Und es ist ja auch sehr schwer darüber Gewißheit zu erlangen, wenn einem dabei nicht nebenbei Dinge offenbart würden, welche niemand wissen kann, was üblicherweise natürlich nicht geschieht.

Wenn hingegen auf andere Weise, also durch ein Wunder, daß geschieht, was niemand bewirken kann, erst einmal die Existenz einer zentralen Instanz bewiesen ist, dann wird die Leugnung einer zentralen Inspiration zu einer geradezu widersinnigen Übung.

Schopenhauer spekulierte in die Richtung, daß Männer öfter dazu beitrügen, daß geschieht, was niemand bewirken kann und Frauen öfter erführen, was niemand wissen kann, was nicht ganz meiner Charakterisierung entspricht, bei mir müßten es die Kinder sein, welche öfter wüßten, was niemand wissen kann. Meiner Erfahrung nach stimmt das aber auch, der Instinkt eines Kindes ist besser als der einer Frau.

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8. Januar 2011

Von den letzten Akten des Vertrauens

Es gibt vielerlei Vertrauensakte, und oft ist es gar nicht so leicht ersichtlich, in wiefern es sich überhaupt um solche handelt, beispielsweise bei der Jagd, aber nur zwei Vertrauensakte beziehen sich allgemein auf die Welt und nicht auf einzelne Aspekte derselben, wobei, um dort nicht Anlaß zu Verirrung zu geben, auch jene partiellen Akte über den Weg des Allgemeinen vermittelt werden.

Diese beiden Akte kann man getrost als männlich und weiblich bezeichnen, und das nicht nur, weil es sich bei ihnen um entsprechende Stereotypen handelt, sondern auch weil es einen direkten Bezug zur weiblichen und männlichen Sexualität gibt, wobei der Chiasmus beabsichtigt ist und dem Umstand entspringt, daß Sexualität zum jeweils Anderen hinüberführt.

Die beiden allgemeinen Vertrauensakte nun sind einmal, das Üble vernichten zu lassen, auch wenn man dabei selbst zu Schaden käme und das andere Mal, das Gute stärken zu lassen, ohne daß man dabei seinen weiteren Weg kennte noch beeinflussen könnte.

Offenbar finden diese Vertrauensakte auch beim Geschlechtsverkehr statt, allerdings eben mit vertauschten Rollen und in nicht allgemeiner Weise, und das ist in sofern relevant, als diese sexuelle Vertrautheit des weiblichen Aktes für den Mann, beispielsweise, ihn daran hindert, diesen Akt in allgemeiner Transzendenz zu vollziehen, er also, wenn er das versucht, mit einer Erektion zu rechnen hat und der damit einhergehenden psychischen Ablenkung.

Den männlichen Akt in allgemeiner Transzendenz zu vollziehen fällt Männern hingegen nicht übermäßig schwer, vorausgesetzt, daß sie das entsprechende Bewußtsein besitzen, welches natürlich die Voraussetzung bewußter Vertrauensakte ist. Allerdings reicht das erkennbar nicht aus, wozu das Üble vernichtet sehen, wenn das Gute nicht stärker wird?

Dabei ist es natürlich sowohl nötig, das Gute, wie auch das Üble, zuvor klar erkannt zu haben, und nur wer allgemein an der Welt ob dieser Einsicht verzweifelt, besitzt die Bereitschaft zu den beiden allgemeinen Vertrauensakten, wobei es natürlich auch sein kann, daß diese Bereitschaft auf einem Irrtum, einer vermeintlichen Einsicht also, beruht, was den Akt indes nicht unterbindet, wiewohl es ihn modifiziert, wobei kein Mensch wissen kann, nach welchen Gesetzen das geschieht.

Ich sprach schon des Öfteren aus, daß es eingedenk dieser Beeinflussungsmöglichkeit schwer fällt, allgemein an der Welt zu verzweifeln, doch das heißt natürlich nicht, daß mit der Einsicht der Möglichkeit die Möglichkeit sofort wieder dahinschwindet, die Verzweiflung ist lediglich das Tor, durch welches man eintritt. Allerdings ändert sich selbstverständlich vieles an der eigenen Ethik und damit auch der eigene Kurs.

Auch heißt es nicht, daß, wer nur davon gelesen hat, daß es eine solche Möglichkeit gebe, danach nicht mehr verzweifeln könne. Indes ist so viel wahr, daß, wenn nur eine Gemeinschaft Menschen so handelt, als ob es diese Möglichkeit gäbe, es dann bereits nicht mehr passieren wird, daß diese Gemeinschaft Anlaß zur Verzweiflung gibt und umgekehrt also gesellschaftlich verbreiteter materialistischer Atheismus die Grundvoraussetzung für diese Art der Beeinflussung ist.

Das ist, wenn man es bedenkt, leicht paradox, indes letztlich nicht weiter verwunderlich, da es sich hierbei auch nur um einen Regulationsmechanismus handelt. Wenn die Menschen glücklich sind, bleiben sie ungestört ihrem eigenen Wesen überlassen, aber wenn sie anfangen reihenweise psychisch zu erkranken, verkürzt der Herr ihre Tage.

Das ist natürlich ein durchgängiges Motiv in der Bibel, Katastrophe und paradisische Erneuerung. Es ist aber fraglich wie gut dieses Motiv ist, sicherlich sollte man den Leuten nicht einreden, daß es am besten wäre, wenn alles kaputt geht, weil nur dann wieder etwas heiles entstehen könne. Heute denken sicherlich schon zu viele so. Aber wenn man es transzendental betrachtet, so stimmt es natürlich (wenn man mal annimt, daß Frauen nicht bewußt transzendent tätig werden), zunächst wird ein Mann gewiß auf männliche Weise aktiv, bevor er es auf weibliche überhaupt kann. Jesus Christus wäre die Ausnahme, wenn man uns nicht seine männliche Akte vorenthalten hätte, wobei diese vielleicht durch das Zerreißen des Vorhangs angedeutet sind.

Aber das ist natürlich mit Bedacht so geschildert, denn gerade weil der weibliche Vertrauensakt für den Mann schwierig ist, gerade deswegen wird er zentral verherrlicht. Die Offenbarung hingegen schildert die Schatten, das Dunkel der Gottlosigkeit einerseits und der männlichen strafenden Akte andererseits. Wenn die Evangelien vom Paradies sprechen, dann die Offenbarung von der Hölle. Es wäre schön, wenn die Menschen das als Warnung verstehen würden, und nicht ernsthaft darauf hofften, daß, wenn dies nur erst alles über sie gekommen wäre, sie endlich Frieden und Erleuchtung fänden.

Letztlich liegt bereits im Johannesevangelium genug Weisheit vor ihnen ausgebreitet, um sich daraus eine paradiesische Welt zu bauen, aber dann ist es wohl auch wieder so, daß diese Weisheit wiederkehrender Konkretisierung bedarf, um sich mit der Zeit geistig entleerende Gesellschaften mit neuem Leben zu erfüllen.

Ich kann nur wiederholen, daß mir nichts an dramatischen Brüchen liegt, aber es muß andererseits auch klar sein, daß eine wellen- und schlagartige Begeisterung nur durch das Aufzehren angelegter Vorräte erreicht werden könnte und also eine schnelle Verbesserung nur durch einen Ressourcen freisetzenden Bruch erreichbar ist.

Freilich, es gibt gar nicht Wenige, welche bereits gewaltige Vorräte angelegt haben, nur verfolgen diese, ausnahmslos, mit ihnen den genau entgegengesetzten Zweck, nämlich sie gegebenenfalls einzusetzen, um entstehende Schockwellen zu stoppen. Und auch das ist ein guter Grund, warum man von schnellen Lösungen Abstand nehmen sollte. Derartig schlecht, daß die äußersten Strafen fällig würden, geht es uns noch nicht, jedenfalls nicht im körperlichen Leben, was die Verbreitung des atheistischen Materialismusses betrifft, das ist eine andere Geschichte. Nun gut, ich wende mich jedenfalls an diesem Punkt transzendental dem Konstruktiven zu.

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4. Januar 2011

Über die Sekundärität der beschriebenen Dysfunktionalitäten

Die gestern beschriebenen Störungen sind fast alle sekundär, was bedeutet, daß sich ihr isolierter Rückgang noch nicht einmal wünschen läßt.

Die einzige Ausnahme ist der erste Punkt, die Unausgewogenheit der Gesinnungen, allerdings, wenn sich da ein isolierter Rückgang auch prinzipiell wünschen läßt, so ist es doch ein starkes Stück, es auch zu tun, und für sich alleine wäre damit wenig gewonnen.

Geistlosigkeit ist die Folge einer Welt, in welcher sich jeder nur um seinen eigenen Kram zu kümmern braucht und Zynismus die Folge davon, es auch nur zu können.

Immanenz ist für Gemütsmenschen die Folge einer Welt, in welcher sie keine aufrechte Bewunderung erfahren und Minderwertigkeitskomplexe sind ganz allgemein ein Problem arrivierter Gesellschaften, da sie wenig Gelegenheit zur Persönlichkeitsentfaltung bieten, wobei das natürlich noch einen Entfaltungswunsch, und damit Transzendenz, voraussetzt. Wie ich schon sagte, die negativen Auswüchse dieser gegensätzlichen Störungen lassen sich wohl vermeiden, aber heil würden die Menschen, im jetzigen Lichte, dadurch auch nicht.

Die Welt, in welcher wir leben, ist wie sie ist. Und also zeitigt sie die ihr gemäßen Folgen. Spezialisierung und Individualisierung ließen sich womöglich aufbrechen, nur stellt sich da die Frage, warum man es tun sollte - allein der gesellschaftlichen Gesundheit wegen wird es kaum einer tun wollen. Bei der Immanenz sind einem hingegen gänzlich die Hände gebunden und bei den Minderwertigkeitskomplexen auch, jedenfalls bei den klügeren Zeitgenossen, den dümmeren könnte man eventuell durch geeigneten Betrug ihre Komplexe nehmen.

Die Welt wird sich den Menschen erst dann wieder öffnen, wenn ihnen ihre Möglichkeiten als ein großer, unerschlossener Raum erscheinen, auf dessen Erschließung sich ihre Sehnsüchte richten. Erst wenn sie spüren, daß ihnen heute etwas fehlt. Und erst wenn sie das höher schätzen als all die Dinge, welche ihnen heute zum Fraß vorgeworfen werden.

Vorher passiert nichts. Man könnte es auch so sagen, daß das christliche Bewußtsein in einem Punkt auszubauen ist, nämlich in der Freisetzung der menschlichen Potentiale (unter Befolgung sämtlicher Pflichten natürlich und als soziale Wesen.)

An und für sich könnte ein solcher Prozeß als Welle ablaufen, aber dabei würde man die heute existierenden Abhängigkeiten und Interessengegensätze ignorieren, also die doch sehr angespannte Lage, welche kaum irgendwo Freiräume zuläßt und damit auch keine freien Entscheidungen. Entsprechend wird eine Erneuerungsbewegung sich sehr einschränken müssen und also keine sonderliche Attraktivität entwickeln. Indes zeigt die Geschichte, daß dies kein Hinderungsgrund sein muß und sich eine solche Bewegung dennoch durchzusetzen vermag, wenn ihre Mitglieder nur ein klares Bewußtsein dessen haben, was sie durch ihre Mitgliedschaft für sich gewonnen haben, und dies kann ausdrücklich auch nichts weiter als eine neue Lebensauffassung sein.

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3. Januar 2011

Verbindung verschiedener Gedanken zu gesellschaftlicher Dysfunktionalität

Ich habe zuletzt, und auch schon vorher, verschiedene Theorien aufgestellt, worauf gesellschaftliche Mißstände zurückzuführen seien. Ich möchte diese Gedanken hier noch einmal rekapitulieren und dann sehen, ob sich ein geschlossenes Bild ergibt.
  1. Schuld ist eine unausgewogene Gesinnung, insbesondere bei zu vielen Gemütsmenschen.
  2. Schuld sind Minderwertigkeitskomplexe.
  3. Schuld ist Geistlosigkeit, ein mangelndes Interesse am Großen Ganzen.
  4. Schuld ist Asozialität, die mangelnde Begeisterung für ein gesellschaftliches Projekt.
  5. Schuld ist Immanenz, das Aufgehen in den Freuden der Welt.
Zweitens läßt sich als Spezialfall von Erstens betrachten, allerdings nicht als unbedingten, sondern durch Unvereinbarkeit mit Fünftens bedingten. Fünftens wiederum steht in keiner logischen Beziehung zu Erstens. Der Komplex Erstens, Zweitens und Fünftens bildet also bei Vorliegen von Erstens die beiden pathologischen Typen Neider und Narzist aus. Wenn sowohl Zweitens als auch Fünftens nicht vorliegen, scheint mir indessen Erstens alleine keinen großen Schaden anrichten zu können. Es ist allerdings fraglich, ob beide jemals zusammen ausbleiben. Steuert man dem Neid entgegen, wird sich Selbstgefälligkeit ausbreiten, und von ihr ist es nur ein kleiner Schritt zum Hochmut (Hochmut und Narzißmus treffen die Sache besser als Arroganz oder Überheblichkeit, gemeint ist aber ein aggressiver Narzißmus, welcher bedeutungsgleich zu Hochmut ist.) Freilich, wenn man zurück in die Geschichte solcher Gesellschaften blickt, so scheint eine rigide Regelung des alltäglichen Lebens das Potential zu besitzen, beide Phänomene zugleich unterdrücken zu können, nur stellt sich da auch die Frage nach der Wünschenswertheit. Liegt hingegen Erstens im Sinne einer Übergewichtung der Gemütsmenschen nicht vor, sondern ein anderes Ungleichgewicht, so werden sich daraus gewiß auch Dysfunktionalitäten ergeben, nur nicht solche, welche einem in modernen Gesellschaften begegnen, weswegen ich mir diese Fälle an dieser Stelle ersparen werde. Allenfalls Fünftens bei Idealgewichtung verdiente vielleicht noch eine Betrachtung, aber die Immanenz der Verstandesmenschen ist ausgesprochen langweilig und die der Handhabungsmenschen auch.

Kommen wir also zu Drittens und Viertens. Offensichtlich handelt es sich bei ihnen um zwei Facetten des selben Problems, bei Drittens um eine intellektuelle Störung der Sozialität und bei Viertens um eine willentliche. Diese Störungen sind indes beide unabhängig von der jeweiligen Ausprägung eines Menschen, jedenfalls weitestgehend, ein Verstandesmensch kann nicht intellektuell gestört sein, sonst sind indessen alle Störungen möglich. Insbesondere verfolgen Menschen sämtlicher intellektueller und willentlicher Ausprägungen gesellschaftliche Projekte, von denen ich auch schon an früherer Stelle gehandelt habe, das heißt, wenn sie gesund sind. Die beiden Typen Gestörter hingegen sind Zombie und Zyniker, wobei ich es dahingestellt sein lassen möchte, ob es auch zynische Zombies gibt (aus irgendwelchen Gründen fällt mir dazu Dilbert ein.)

Gänzlich unkorreliert werden Neider und Narzisten gegenüber entweder Zombies oder Zynikern nicht sein, wohl mit Präferenz für neidische Zombies und hochmütige Zyniker, aber zunächst einmal liegen diesen Phänomenen mit einander nicht verbundene Stöungen zu Grunde (Cartman aus South Park mag als Musterbeispiel für einen hochmütigen Zombie herhalten, neidische Zyniker sollten leichter zu finden sein.)

Damit möchte ich diese Betrachtung abschließen. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, daß diese Störungen in Comics verarbeitet werden, und dieser Umstand gibt mir auch einige Zuversicht, das Thema einigermaßen zielgerichtet und umfassend analysiert zu haben.

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29. Dezember 2010

Zum Volksbewußtsein

Ich schreibe Volksbewußtsein statt sozialem Bewußtsein, weil letzteres doch immer als Feigenblatt gebraucht wird, um den Mangel an ihm selbst zu verdecken.

Es genügt nicht dies und das zu tun, es geht darum, das Schicksal der eigenen Lebensgemeinschaft zu gestalten, wobei ich mit Lebensgemeinschaft die Gesellschaft meine, als deren Teil man lebt.

Diese ist eine Gesellschaft, kein Orden, und das ist auch notwendig so, da die entsprechende Homogenität nur durch stets wiederholte Selektion erreicht werden könnte. Und auch wenn es auf dem Papier eine einfache Sache ist zu fordern, daß sich die Menschen unterschiedlichen Orden anschließen möchten und die Orden unter einander auf das Gemeinwohl bedachte Regeln einhalten, so wird dies realistisch doch nur dann geschehen können, wenn die Mitglieder der betroffenen Gesellschaft es, wie Kant es sagt, als ihre sittliche Pflicht ansehen, das ihre zu tun, um das gesellschaftliche Leben so vorteilhaft wie möglich zu gestalten oder, wie ich es nennen möchte, ein Volksbewußtsein besitzen.

Es ist aber nicht selbstverständlich, daß ein Mensch denkt, daß er eine sittliche Pflicht hat oder ein Volksbewußtsein besitzt. Und gerade Bürger haben normalerweise kein Volksbewußtsein, was daran liegt, daß das Volk für sie ein Wirt ist, von dem sie leben müssen. Nun ist Bürger natürlich keine ökonomische Kategorie, aber man irrte schwer, wenn man dächte, daß Bürger und Bauer, beispielsweise, stochastisch unabhängig von einander wären. Und also gilt von bürgerlichen Regierungen, daß sie weder selbst einer sittlichen Verpflichtung folgen, noch das Volksbewußtsein der Bevölkerung stärken.

Bürger bilden Oligarchien aus und Oligarchien ein Stammesrecht, welches auf die Interessen der stärksten Stämme zugeschnitten ist. Heute sind die Gruppen, welche die stärksten Fraktionen der bestehenden Oligarchie bilden, noch keine Stämme im biologischen Sinn, aber das käme schon noch, wenn der Prozeß nur lange genug anhielte.

Dieser Prozeß ist aber der Untergang all jener Menschen, welche von Natur aus sittliche Pflicht empfinden oder anders ausgedrückt es vorziehen, sich als Volk zu organisieren denn als Stamm.

Es stellt sich also die Frage, wodurch sich die Zersetzung des Volksbewußtseins verhindern läßt. Mit Blick auf Deutschland bin ich geneigt zu sagen, daß der uniformen Verblödung offenbar viel zugetraut wird, aber da ich es nicht tue, wende ich mich lieber der grundlegenden Situation zu, ohne viel zu tricksen.

Warum sollte jemand die sittliche Pflicht akzeptieren?

Nun, entweder, weil er sie selbst verspürt oder weil er einen äußeren Anreiz dazu hat.

Der äußere Anreiz wiederum ist entweder positiv oder negativ, entweder wird jemand gezwungen oder gekauft. Zwang bedeutet in diesem Zusammenhang eine autoritäre Staatsform, aber von welchen Preisen reden wir hier?

Es kann kein materieller Preis sein, denn die entsprechende Machtfülle, um ihn zu bezahlen, könnte sich die Elite der sittliche Pflicht Verspürenden nur durch Zwang sichern, womit die ganze Übung hinfällig wäre.

Was bleibt ist die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse, die Erweisung von Achtung und Aufmerksamkeit, je nachdem, ob es sich um jemanden des eigenen Geschlechts handelte oder nicht, bzw., bei Fehlverhalten, der Entzug derselben.

Ob letztere Mittel überhaupt genügen können, ein Volksbewußtsein zu bewahren, hängt natürlich auch von der wirtschaftlichen Situation ab, genauer gesagt davon, wie viele Menschen selbständig sind.

Ich bin mir indes sicher, daß jedes Volk, welches weder durch eiserne Hand geeint wird, noch frei genug ist, daß die Scham den Edlen gegenüber die weniger Edlen, indes nicht Schamlosen!, in die Schranken weist, was auf Seiten der Edlen auch echte Anteilnahme an ihnen voraussetzt, vergehen wird und in ihm alle Menschen, welche ein Volksbewußtsein besitzen.

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16. Dezember 2010

Sexiness and sexual liberation

Keine Bange, ich schreibe wie immer auf deutsch, aber ich wollte keine Sprachpanscherei im Titel und Sexiness ist nun einmal mit definierender Bestandteil der anglo-amerikanischen Kultur.

Meine Sicht auf dieses Thema ist weder wirklich neu, insbesondere Feministinnen sehen es nicht selten ähnlich, noch wirklich Konsens, da es mir fern liegt, alles einzuschließen, was irgendjemand gerne eingeschlossen sähe.

Andererseits möchte ich den Schwerpunkt hier nicht auf Gesellschaftspolitik legen, sondern auf Psychologie.

Der Mann, wenigstens, was weiß ich von Frauen?, beginnt sein sexuelles Leben in einem Zustand der Wut, so könnte man es jedenfalls nennen, welche üblicherweise auch noch über den Zeitpunkt hinaus andauert, an welchem er aufgrund seiner schließlich abgeschlossenen körperlichen und seelischen Entwicklung aufhört einen Grund zu haben, wütend zu sein.

Diese Wut ist also subjektiv etwas anderes als das, was sie objektiv ist, nämlich die Klage darüber, sich bereits gut ein Jahrzehnt bevor er dazu schließlich in der Lage ist paaren zu wollen. Bei Tieren sieht man die selbe Wut, indes leiden Tiere wohl nicht unter ihrem Nachklingen.

Ersparen wir uns also weitere vergleichende biologische Betrachtungen und forschen dem nach, was im Herzen eines Mannes vor sich hin kocht und sich zu Zeiten auch dann noch gewaltsam entlädt, wenn er bereits saturiert sein sollte.

Es ist nicht ganz leicht, es zu beschreiben. Am ehesten kommt man wohl auf Neid, und Neid begleitet es oft, aber nicht immer. Als nächstes erwöge man vielleicht einen ernsthaften Haß auf die Weiber, weil sie einen aufziehen. Nur, das kann es ja auch nicht sein, wenn man es recht bedenkt. Dieses allgemein weibliche Aufziehen ist dabei größtenteils eine Erscheinung der Art, nicht des Individuums, dient also in den wenigsten Fällen dem Interesse der aufziehenden Frau, sondern vielmehr der Steigerung der Aggressivität des männlichen Nachwuchses. Haß allerdings, um nicht länger dieses und jenes zu verwerfen, ist es schon, nur nicht Haß auf Frauen, sondern Haß auf die eigene Animalität.

Ein Tier kann das natürlich nicht hassen (streng genommen kann ein Tier natürlich gar nichts hassen), für den Menschen bleibt seine Animalität aber auch dann noch ein Problem, wenn er seinen biologischen Pflichten nachkommen kann, denn ein Mensch steht da vor der Frage, was er in diesem Moment eigentlich ist, wobei er sich bis dahin bereits daran gewöhnt hat, sich von seiner Geschlechtlichkeit zu distanzieren, diese Distanzierung ihn aber in ihrer Totalität daran hindert, mit sich ins Reine zu kommen.

Ein Mann, welcher klar versteht, daß er beim Sex nicht Tier sein will, das allenfalls bei großer geistiger Verwandtschaft mit einer Frau im Spaß erwägt, sondern seinen Schwanz dahin lenkt, wohin es ihm im völligen Einklang mit seiner ganzen Persönlichkeit richtig erscheint, ist sexuell befreit und nur der.

Sexiness ist hingegen die gezielte Präsentation des Tierischen (so definiere ich sie) und vergiftet das allgemeine Bewußtsein, dergestalt sie die sexuelle Befreiung nach Kräften hindert. Für Frauen ist es wohl nur wieder Teil des Aufziehens, andererseits sollte es einem zu denken geben, daß die anglo-amerikanische Kultur die erste und einzige der Menschheitsgeschichte ist, welche diesen Bereich für das vorbewußte Spiel der Weiber freigibt.

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11. Dezember 2010

Warten auf die nächste Depression

Es scheint, als ob sich mein Gemüt von meinem Verstand entkoppelt hätte, jedenfalls nun schon seit ein paar Tagen. Zum ersten Mal in meinem Leben empfinde ich die Gegenwart nicht als einen stumpfen, zerreibenden Ort, sondern spüre so etwas wie einen süßen Frieden.

Ein etwas ambivalentes Zeichen, vielleicht die Ruhe vor dem Sturm oder das Hochgefühl nach langer Krankheit, bevor man ihr schließlich erliegt, aber vielleicht auch der endgültige Vollzug einer lange ausgestanden habenden Entscheidung. Die Frage ist nur, zu was ich mich entschieden hätte.

Wenigstens sind mir die beiden Alternativen nun intellektuell klar geworden, mein Glück zu versuchen mit dem, was ist oder, was ich alleine tun kann, abzuschließen. So formuliert scheint das Zweite wenig verlockend, aber gerade durch den Abschluß des eigenen Wollens wird es Allgemeingut und dadurch zur geteilten Voraussetzung all dessen, was man vom eigenen Wollen abgerissen hat. Tut man es nicht, bleibt, wie ein Taufspruch sagt, das Samenkorn alleine.

Es ist natürlich ein schlechter Taufspruch, zur Beerdigung wird er auch benutzt - ich frage mich, ob die Pastoren wissen, was sie da tun?, nicht, daß jemand denke, die Anmaßung läge auf meiner Seite, man mache sich es klar, sie sprechen Jesu Worte zur Begründung seines Kreuzestodes zur Beerdigung einer alten Frau, und das heißt nicht, daß sie ein guter Christ gewesen wäre sondern, daß sie wie Christus den heiligen Geist durch ihren Tod über die Welt gebracht hätte.

Intellektuell ist es also ziemlich klar, was ich tun sollte, aber ob mein Gemüt damit einhergeht? Aus unerfindlichen Gründen scheine ich zur Zeit zu glauben, daß schon alles gut gehen wird, was freilich auch zweideutig ist.

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29. November 2010

Et voilà, ein paar Worte zur Diplomatie der USA

Sie erinnern sich vielleicht, ich hatte vor ein paar Jahren lapidar angemerkt, daß es leichter sei, sich anzulehnen als auf eigenen Beinen zu stehen, und daß darum in einem Umfeld, in welchem Anlehnung möglich ist, ein systematischer Schwund selbständiger Kräfte zu beobachten sein würde.

Das ist natürlich auch so, und um sich dessen zu vergewissern, braucht man keine Auslandserfahrungen, Schulbesuch reicht dafür in der Regel vollkommen aus. Aber weil der SPIEGEL angesichts der jüngsten WikiLeaks Enthüllungen auf diesen Gedanken gestoßen wurde und also subsumiert Vor allem die Nahost-Depeschen enthüllen die Schwäche der Supermacht, wobei natürlich nur der Geier weiß, warum dieses Phänomen vor allem im Nahen Osten zu finden sei, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um an ihr das Wesen einer Hegemonie im allgemeinen und der US-Hegemonie im besonderen zu veranschaulichen.

Interessanterweise führt so eine Hegemonie, soweit es die Regierungsstrukturen betrifft, zu einem einer Tyrannei entgegengesetztem Zustand, also daß anstatt daß jeder jeden fürchtet, niemand niemanden fürchtet, was freilich die Relevanz der Regierungsstrukturen unterhöhlt, wobei die Erkenntnis der wahren Verhältnisse sich natürlich zunächst wieder einmal durchsetzen muß.

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26. November 2010

Über den Gebrauch des Vorstellungsvermögens

Wenig widert mich mehr an als Menschen, deren Ideale sich schlicht aus dem speisen, womit sie gefüttert wurden, welche einzig etwas sehen und sich denken, daß sie es auch wollen, ohne auch nur ein einziges Mal versucht zu haben, ein zusammenpassendes Ganzes zu entwickeln.

Nun bezeichnete ich den Entwurf als eine wesenhaft männliche Leistung, aber wenn Frauen sich da auch sehr zurückhalten, so haben sie doch Erwartungen und neigen von sich aus nicht mehr zu obigem Verhalten als Männer, wobei der Unterschied zwischen Entwurf und Erwartung darin besteht, daß der Entwurf den Weg und die Erwartung nur das Ziel vorgibt. Übrigens muß man in der Regel die möglichen Wege kennen, um zu verstehen, daß Ziele sich ausschließen - aber das ist ein anderes Thema.

Frauen sind es also nicht, welche sich jenes zu Schulden kommen lassen, sind es dann vielleicht die heroisch Gesinnten?

Nun, unmöglich kann es ein philosophisch Gesinnter sein, ein materialistisch Gesinnter könnte es hingegen auch sein. Und nicht alle heroisch Gesinnten sind so, wie man an den Plänen ihrer Größten sieht.

Diese Lahmheit hat also ihre Ursache in etwas anderem, etwas, das ich bisher nicht betrachtet habe. Freilich hat der heroisch Gesinnte schon eine charakteristische Tendenz zu ihr, da er sich ja an den Maßstäben seiner Mitmenschen orientieren muß und eine gewisse Stumpfheit in der Sache förderlich ist, diese zu akzeptieren. Aber das macht eben den Größeren aus, daß er nicht durch das gegebene Einzelne, sondern durch die allgemeinen Prinzipien dahinter bestimmt wird, welche er erst auskleidet.

Einem philosophisch Gesinnten kann nichts einzeln gegeben werden, deshalb erübrigt sich die Sache für ihn. Nur, was heißt das eigentlich, sich an allgemeinen Prinzipien zu orientieren?

Oder umgekehrt gefragt, was heißt es, es nicht zu können?

Letztere sind buchstäblich geistlos oder, noch deutlicher ausgedrückt, sie gleichen, soweit es ihren Antrieb betrifft, Tieren. Wohl haben sie Vernunft, aber ihr Wille assoziiert nicht vernunftgemäß, denn das ist es, was Begeisterung ausmacht, daß der Geist nicht ruht, sondern von einem Gut zum nächsten übergeht, daß er ohne bewußte Anstrengung die Abgeschlossenheit der Beziehungen anstrebt.

Natürlich ist niemand fortwährend begeistert, im Alltag zeigt sich dieses Streben nach Abgeschlossenheit denn auch mehr als ein stets erneutes Aufleben, welches freilich, je mehr es zum Dienst gezwungen wird, mit der Zeit auch erlahmt. Aber wahrlich schlimm sind jene, welche schon lahm auf die Welt gekommen sind!

Während Gesinnungen und Horizonte ihre Berechtigung haben, zur gesunden Vielfältigkeit der menschlichen Existenz gehören, so ist dieses halbe Herabsinken zum Tier eine Krankheit, welche, in dem Maße, wie sie sich ausbreitet, den Menschen verzehrt, der Art, daß dereinst nur noch menschliche Hüllen die Welt bevölkerten.

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21. November 2010

Ein Gedanke bezüglich erhöhter weiblicher Attraktivität

Ich behaupte, daß nichts eine Frau attraktiver macht als Eigensinn.

Eigensinn bei Frauen ist üblicherweise die Folge einer Traumatisierung, ich schätze, daß ich auch schon darüber schrieb, indes geht es mir hier nicht um die Ursache, sondern um die Folge und deren Begründung, also warum sie folgt. Ebensowenig geht es mir hier darum, Ratschläge zu geben, wie man es erreichen könne, die eigene Tochter attraktiver werden zu lassen. Es wird sich zeigen, daß die Dinge in dieser Frage einer kalten Logik folgen, und wie üblich in solchen Fällen liegt es nicht im Interesse eines vernünftigen Menschen, irgendetwas an der natürlichen Situation zu ändern.

Um zu verstehen, warum eigensinnige Frauen im erhöhten Maße attraktiv sind, muß man sich nur ihr Gegenteil verdeutlichen, also eine Frau, welche klar zu erkennen gibt, daß sie ihren Sinn etwas anderem, und was könnte das anderes sein als gesellschaftliche Regeln?, unterordnet. Ein solche Frau, indem sie sich allgemeinen Regeln unterordnet, wird ein Mann nicht dazu bringen können, sich ihm unterzuordnen. Vielmehr muß er sich, wenn er mit ihr in eine Beziehung eintreten will, zuvor verpflichten jene Regeln zu beachten.

Die scheinbar starke Frau gehört immer zu den schwächsten, weil sie die gesellschaftliche Unterstützung nicht in Anspruch nimmt. Und genau das wirkt auf Männer wie Licht auf Motten oder Honig auf Bären, Wärme auf Schlangen oder Blut auf Haie.

Männer sind also, auch wenn sie das im Normalfall nicht zugeben würden, alle asozial, sie streben instinktiv alle von den etablierten gesellschaftlichen Regeln weg und versuchen eigene aufzustellen. Freilich entspricht das auch dem, was man grob als männliches Prinzip umschreiben würde, also die Initiative zu suchen, wobei selbst die Spielregeln zu bestimmen selbstverständlich die gründlichste Form der Initiative ist.

Indes sollte man bei alledem doch auch die andere Seite sehen, nämlich die Gefahr des Scheiterns und den Wert des Althergebrachten. Deswegen setzen sich natürlicherweise auch nur die wenigsten Frauen dieser Gefahr aus, und jene, welche es tun, haben zumeist handfeste Gründe dafür, die bestehende Ordnung nicht zu mögen, wobei eine schlechte Ordnung auf diese Weise ganz von alleine die Schöße schafft, aus welchen ihre Abweichler hervorgehen. Männer sie zu suchen gibt es zu allen Zeiten genug, die Natur regelt die Stabilität allein durch das weibliche Geschlecht. Freilich nutzen Männer aber den so gewonnenen Raum auf sehr unterschiedliche Weise, Männer bestimmen die Richtung, Frauen die Geschwindigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung.

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15. November 2010

Über die Organisationsprinzipien einer Tyrannei

Wenn heute von einer Tyrannei die Rede ist, so wird dabei üblicherweise der Eindruck erweckt, daß aller Zwang vom Tyrannen ausginge.

Das ist aber nie der Fall. Entweder der Zwang geht letztlich von einer Kerngruppe aus, welche dem Tyrannen hörig ist, weshalb, das erläutere ich gleich, oder es handelt sich nicht um eine Tyrannei, dann nämlich, wenn der nur so genannte Tyrann den Rückhalt der Bevölkerung hat.

Wenn ein Alleinherrscher im Sinne seines Staatsvolkes regiert, so ist er kein Tyrann. Das wesentliche Merkmal einer Tyrannei ist es ja, daß sie allen verhaßt ist, sich aber keiner aus ihr befreien kann, weil alle gezwungen sind.

Kommen wir also zu der Frage, wie man es anstellt, eine Gruppe Menschen zu finden, welche bereit ist, andere zu unterdrücken, es aber nicht wagt, sich gegen einen selbst aufzulehnen, und daß obwohl man selbst buchstäblich keinen einzigen Freund hat.

Nun, wenn man selbst diese Gruppe nicht zwingen kann, was kann man dann noch tun? Man kann sie beschützen, indem man sie leitet, indem man die Verantwortung für die Schreckensherrschaft beansprucht und sie nach eigenem Gutdünken ausgestaltet.

Konkret läuft es darauf hinaus, daß man im Klima allgemeinen Mißtrauens das Zepter der Waffenruhe schwingt. Spitzelwesen ist wichtig, und, weil ansonsten die Menschen irgendwann doch merken, daß sie keine Angst vor einander zu haben brauchen, die Sammlung und Einspannung von Individuen, welche dies auch unter natürlichen Umständen nicht hoffen dürfen, also die Bewaffnung einer allgemein verhaßten Minderheit.

So scharte beispielsweise der Sultan des Osmanischen Reichs eine Gruppe von Menschen um sich, welche als Kinder ihren christlichen Eltern geraubt und dann zur Konversion zum Islam gezwungen wurden und als solche in keiner der beiden Welten auf Rückhalt hoffen durften.

Historisch spielte auch Homosexualität in dieser Angelegenheit eine Rolle. Heute hingegen, im Klima allgemeiner Toleranz, muß man schon tiefer in die Kiste öffentlicher Verdammung greifen. Neben Pädophilen, über welche man zur Zeit auch noch Gewalt hat, rücken dabei in jüngerer Zeit die unzweifelhaft pathologischen Fälle zunehmend ins Zentrum des Interesses, also sadistische Psychopathen.

Freilich ließe sich auf Grundlage der heutigen Situation auch noch über diese oder jene Minderheit, dieses oder jenes Szenario spekulieren, aber warum sich auf Unwägbarkeiten einlassen, wenn das, aus tyrannischer Sicht, ideale Menschenmaterial heute reibungslos erkannt und eingesammelt werden kann?

Neu ist dabei übrigens auch nur die psychoanalytische Komponente, Gewaltverbrecher stellen selbstverständlich schon seit jeher eine wertvolle Ressource für Tyrannen dar.

Dies alles ist, und darum geht es mir hier, nicht nur historische Realität, sondern geradezu schon der historische Alltag. Es ist zu erwarten, daß sich tyrannische Strukturen überall dort, wo sie nicht aktiv bekämpft werden, ausbreiten werden, so wie sich auch ein Pilz in einem lebenden Organismus ausbreitet, wenn er nicht hinreichend bekämpft wird.

Was dabei der Tyrannei heute noch ganz besonders in die Hände spielt, ist die Schwäche der heutigen Herrschenden und ihr damit einhergehendes Interesse, man kann getrost schon von einer Obsession sprechen, die von ihnen Beherrschten systematisch zu schwächen, also der Vorsorge halber Mißtrauen zu streuen und bestehende Gruppen gegenseitigen Vertrauens zu zersplittern.

Möglicherweise erleben wir gerade wie die Oligarchie unter Auslassung der Demokratie direkt in die Tyrannei übergeht. Ein Fall von Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

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13. November 2010

Zur Liebe aus subjektiver Sicht

Ich habe hier ja schon öfters erörtert, welche Rolle der Liebe zukommt, was ihre objektive Funktion ist, und es fiele nicht schwer, daraus alles Subjektive abzuleiten. Dennoch möchte ich nun noch ein paar Worte darüber schreiben, wie es sich anfühlt, wenn man liebt.

Es wäre praktisch diesen Zustand Verliebtheit zu nennen, nur schlösse das mehrere Formen der Liebe aus, welche sich aber genauso anfühlen wie die Verliebtheit.

Liebe, wenn sie wahrhaft zu einem Menschen empfunden wird, führt zu einer unmittelbaren Anteilnahme am Befinden dieses Menschen der Art, daß an die Stelle des eigenen Wohlergehens das Interessengespann der geliebten Personen, einschließlich eines selber, so man sich nicht haßt, tritt. Das Auseinanderdriften dieser Interessen wird als Belastung empfunden, aber zugleich ist die Liebe auch ein Band, welches sich, wenn man es zu sehr dehnt, mit sanfter Bestimmtheit wieder zusammenzieht.

Nicht immer sind solche Verbünde vollständig gegenseitig, und das mag sie zerrütten. In einer Familie, beispielsweise, mögen sich Geschwister nicht ausstehen können, während ansonsten die Beziehungen intakt sind. Und in noch höherem Grade tritt dieses Problem auf, wenn jemand seine Mitmenschen wie ein Vater oder eine Mutter liebt, da sich diese, allein auf diese Weise mittelbar mit einander verbunden, gegenseitig noch lange nicht mögen müssen, so daß der Zerfall einer solchen Struktur vorprogrammiert ist. Cliquen mögen sich auf solche Weise so manches Mal um jemanden bilden, dessen Liebe die Gemeinschaft sucht. Und nicht, daß dies per se irregeleitet wäre! Nur ist es irregeleitet, wenn die gesuchte Gemeinschaft sich nicht kennt, wenn sie einzig auf das Versprechen eines Menschen baut, schon das Richtige für jeden zu finden, weshalb dies jeder, welchem solches am Herzen liegt, beherzigen muß, daß er die Autonomie seiner Brüder einfordert und wahrt! Autonomie bedeutet aber, wie ich bereits vor langem schrieb, daß jemand weiß, was er will, diszipliniert genug ist, es zu befolgen und die Macht und das Können besitzt, auch die Welt durch seine Taten nach dieser Richtung hin umzugestalten, wobei es keine Rolle spielt, wie wenig er dazu auch nur beitragen mag.

Mit anderen Worten, diese Liebe ist nicht für Jugendliche, sondern für Erwachsene. Warum es nicht positiv sehen? Sollte es etwa keinen Lohn dafür geben, sich zu bewähren? Gleichzeitig zerstört eine Kultur, welche die Blüte zur Unzeit treiben läßt, aber deren Frucht, wenn sich der Organismus nicht durch ein Wunder regeneriert.

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1. November 2010

Genii loci

Ich behaupte, daß sich die Bewegungsrichtung eines Ortes intuitiv erfassen läßt, daß bereits bei der Ankunft klar ist, worin die Menschen einer Stadt oder eines Landstriches die zu bewältigenden Herausforderungen ihres Lebens sehen und auf welche Weise sie ihnen beizukommen suchen.

Schön, aber traurig und letzten Endes schlimm sind Orte, an welchen die Menschen versuchen, sich ihr Glück so lange wie möglich zu bewahren, ohne daß sie etwas tun könnten, um es zu erneuern. Dennoch ist ein solcher Ort immer noch erträglicher als eine Stadt, in welcher es nur um Macht geht. Und auch solche Städte lassen sich noch weiter unterteilen in angenehmere und unangenehmere Varianten. Am angenehmsten sind sie dann, wenn der Gier offen gefröhnt wird. Weniger angenehm schon, wenn sich Wohlstand nur nach bestimmten Regeln ausdrücken darf und gänzlich widerlich, wenn selbst bei größtem Wohlstand der Geiz die äußere Fassade nüchtern hält.

Ab der zweiten Stufe wirkt so eine Stadt erstickend auf den Geist, es ist die kulturelle Anmaßung, welche ihn erdrückt - konnte er die ungezügelte Gier noch belächeln, Kindern ihren Spaß lassen, so entsetzt ihn der Grad ihrer Durchdachtheit und Ordnung.

Andere Städte versuchen sich ständig neu zu erfinden. Viel greift der Geist dort auf, wenig führt er zu Ende, und wenn's ihm gelingt, dann lag's an der Kürze des Weges zum Ziel. Es gibt sogar ganze Länder von der Art, wie es auch ein ganzes Land gibt, in welchem der Gier offen gefröhnt wird, mit Ausnahme einer einzigen Stadt, welche ihre Fassade nüchtern hält.

Dann gibt es auch Städte, welche versuchen sich durch die ungehemmten Leistungen Eingeladener zu schmücken, angenehm sind sie, aber leider ist alles in ihnen nur halb, alles aufgeblasen und unfertig.

Ein kämpferischer Geist, das Eigene verteidigend und formend, ist ein großes Glück, welches heute kaum noch einer Stadt oder einem Landstrich zuteil wird. Nicht weniger glücklich ist eine Stadt, welche träumen kann, ohne fürchten zu müssen.

Manches hängt mit den Menschen zusammen, das meiste mit der Geschichte, und beides ist Warnung und Verheißung zugleich.

Verschließe sich niemand dessen, was er bei sich weiß!

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26. Oktober 2010

Eine Mitteilung

Die Gegenwart hat sich in den letzten Monaten in Deutschland nicht zum Schlechteren entwickelt. Es gibt heute eine größere Offenheit in vielen Bereichen. Und selbst wenn sich in der näheren Zukunft die Wogen wieder glätten, überall Ruhe einkehrt, so werden sich auch künftig weniger Menschen vertreten fühlen als zuvor, und das zwingt die Übrigen dazu, sich selber Gedanken zu machen und selber Vorkehrungen zu ergreifen, um ihre Interessen zu schützen.

Das ist etwas sehr Gutes, ein frischer Morgen, sozusagen. Ich denke indes, daß die Geburtswehen jetzt vorbei sind, und ich weiß, daß das Geborene auch bloß frisch ist, amorph, nach einer Form suchend, Nebel über Feldern. Und also werden die Meisten in ihren Vorkehrungen von tradierten Bruchstücken geleitet werden, immerhin, es findet wieder Besinnung statt, es gibt wieder so etwas wie Geschichte, persönlich und öffentlich.

Viel wird so nicht zusammenkommen, ein frischer Morgen, aber ein bewölkter Tag. Natürlich nicht der letzte Tag. Einst sollen die Menschen erkennen, daß ihr Leben selbst die eine Wahl ist, welche sie haben, daß die Haltung, welche sie annehmen, das eine Feld ist, welches sie bestellen können und daß es keine süßere Frucht gibt, als in der Welt, welche sie so gestalten, zu leben - eine Welt nicht nur aus Dingen, sondern auch aus Sitten, Organisationen und Regeln.

Wie oft werden sie noch scheitern müssen, wie oft enttäuscht werden, bis es so weit ist?

All die Weil zieht der Troß nach Kräften den Karren immer weiter in den Sumpf aus Funktionserfüllung und Transzendenzabtötung. Aber die Transzendenz ist ein Geheimnis, welches er nicht recht versteht, das, was am Stärksten an ihr scheint, ist nur die Gischt auf der Welle, und je mehr dieser sanfte Arm gehindert wird, desto öfter wird der gewalttätige durchschlagen.

Das Risiko liegt ganz auf seiner Seite. Naturgemäß werden das die Wenigsten verstehen, aber es wird dazu kommen, daß es genügend Viele glauben werden. Sie werden es glauben, nicht durch Worte aus Menschenmund, sondern durch die Zerrüttung ihrer Gewißheiten. Eine bittere Medizin fürwahr, doch das Nötige wird verabreicht werden.

Das Leben ist nicht überraschend für den Weitsichtigen, genau so wenig, wie es den Schweren aus der Bahn wirft. Guru deshalb.

Nichts ist neu, die Wahrheit unserer Existenz ist seit Ewigkeiten bekannt. Wer sie erkennt, den macht sie zur schwingenden Saite, und es ist ein Ton, welchen sie erzeugt, und seine Länge ist ohne Belang für den Schwingenden.

Wie gesagt, das muß jemandem nicht widerfahren, um im gebotenen Sinne zu leben, aber wer Antworten haben möchte, dem muß es widerfahren.

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23. Oktober 2010

Vier verschiedene Umgangsformen

Ich habe bisher kaum detailliert über einzelne Gefühle geschrieben, werde das allerdings vielleicht noch einmal systematischer angehen. An dieser Stelle möchte ich mich mit jenen Gefühlen beschäftigen, welche unseren Umgang mit unseren Mitmenschen lenken.

Der Grund, warum ich das tue, ist, daß diese Gefühle wesentlichen Anteil an dem haben, was gemeinhin Rassismus genannt wird. Und entsprechend unaufrichtig wird in unserer Zeit über sie geredet, das heißt nicht geredet.

Was ich hier nicht tun möchte, und zwar aus Prinzip nicht, weil ich mich mit dieser Art von Dingen nicht beschäftige, ist ein so genanntes rassisches Bewußtsein zu besprechen, denn das ist im Gegensatz zur instinktiven Haltung seinen Mitmenschen gegenüber lediglich eine künstlich entworfene Begrifflichkeit in den Köpfen mancher, welche dabei auch keinesfalls normiert ist.

Diese Erklärung verwundert vielleicht, wenn man bedenkt, daß ich selbst schon über rassische Unterschiede spekuliert habe, indes gehören diese Spekulationen zu einer Überprüfung meiner eigenen Theorien an der Welt, wie wir sie vorfinden und sind somit unverzichtbare Gelegenheiten zur Falsifikation, wie übrigens alle anderen Spekulationen, welche ich anstelle, etwa über geschichtliche Zyklen, auch.

In der Ethik vertrete ich bekanntlich das Prinzip, daß jeder das tun sollte, was er für richtig hält, und zwar letztlich in seinem Gemüt, denn dazu ist das Gemüt ja da, sich zu Haltungen zu bekennen, was freilich nicht heißt, daß man nicht vorher auch mal über eine Sache nachdenken dürfte. Das Nachdenken muß aber darauf abzielen, die Entscheidung klar und soweit wie möglich isoliert vor das Gemüt zu bringen und nicht verwirrt und mit einem Haufen unzusammenhängender Fragen verwoben.

Damit denke ich, an dieser Stelle das Nötige gesagt zu haben. Kommen wir nun zu den vier verschiedenen Umgangsformen.

1. Offene Feindseligkeit, Verachtung.

Das Gefühl, welches diese Haltung auslöst, ist jenes der Bedrohung der eigenen Persönlichkeitsrechte und tritt bei mir in schöner Regelmäßigkeit auf, wenn ich auf politische Agitatoren treffe.

2. Distanzierte Freundlichkeit, Gastfreundschaft.

Das Gefühl hier ist das der Achtung des Gegenübers bei gleichzeitigem Empfinden eines unüberbrückbaren Interessengegensatzes.

3. Distanzierende Unfreundlichkeit, Bärbeißigkeit.

Das Gefühl hier ist eine Mischung aus der Achtung des Gegenübers einschließlich des Empfindens einer Interessengemeinschaft mit ihm und einer nicht näher bestimmten von ihm ausgehenden Unausstehlichkeit. De facto ist diese Haltung freundlicher als die vorangegangene, danach aussehen tut sie allerdings nicht. Der Grund hierfür ist natürlich, daß man einen Gast, im Gegensatz zu seinem Nachbarn, nicht jeden Tag auf's Neue ertragen muß.

4. Nähesuchende Freundlichkeit, Offenherzigkeit.

Hier ist das Gefühl die ungetrübte Sympathie. Diese Haltung ist die Voraussetzung freiwilliger konkreter Kooperation, übermäßig stark muß das Gefühl dafür indes nicht sein - wenn es nicht zur Fortpflanzung führen soll.

Wenn jemand allen Mitgliedern einer bestimmten Rasse instinktiv mit Verachtung gegenübertritt, so ist er sicherlich xenophob, indessen ist nicht gesagt, daß er in der Einschätzung der Bedrohung seiner Persönlichkeitsrechte auch nur einmal falsch lag.

Auch ist es recht einleuchtend, daß nicht jeder von derselben Abweichung von der allgemeinen Achtung der Persönlichkeitsrechte im selben Maße bedroht ist. Für den einen ist dies grundlegend und für den anderen das, und also meiden sich verschiedene Typen, welche es auf der anderen Seite auch einmal hier und ein andermal da etwas lockerer mit ihrer Achtung nehmen.

Diese Dinge sollte man besser beachten, schließlich verdanken wir unseren Instinkten im Großen und Ganzen unser Überleben. Wie man dabei individuell mit einem Gefühl der Bedrohung umgeht, ist eine Sache, daß man Menschen nicht planmäßig in derartige Spannungen treibt, eine andere.

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20. Oktober 2010

Vom Hinübergleiten

Es gibt zwei geistliche Phasen, die Inspiriertheit und die Unterstützung.

Natürlicherweise geht jedes Lebewesen von der einen zur anderen über, denn in diesem Übergang liegt der Sinn des bewußten Lebens, der Inspiration folgend die Möglichkeiten des Lebens zu entdecken und das Leben hernach durch die eigene Stellung in die unterstützenswerteste Richtung zu lenken.

Beides beruht auf Transzendenz, beides auf unserer Beziehung zu Gott.

Aber ich will an dieser Stelle nicht nur von einem Einzelnen sprechen, sondern von vielen Einzelnen und wie der individuell empfundene Druck hin zur Unterstützung mit dem Zustand der Gesellschaft zusammenhängt, in welcher sie leben.

Zunächst zur individuellen Wahrnehmung solchen Drucks. Manch einer wird, wenn er solchen erfährt, an die Worte Jesu Christi zur Verfolgung seiner Jünger denken, man will nur Gutes und man erntet nur Mißgunst, oftmals erkennbar mit Neid vermischt. Ich bin indes nicht sicher, daß diese Deutung der Stelle die richtige ist, zu klar stechen Gegenbeispiele hervor von Menschen, welche ihre Mitmenschen geradezu beseelen. Aber mir geht es hier ja auch nicht um Exegese, sondern um die Wahrnehmung im freien, uneigennützigen Engagement zurückgewiesen zu werden, manchmal sogar mit der Unterstellung, daß es gar nicht uneigennützig sei.

Diese Unterstellung ist in sofern interessant, da sie geraden Wegs zur Erklärung dieses Phänomens führt. Die freie, inspirierte Tat ist deswegen nicht uneigennützig, weil sie von keinem anderen zur Erfüllung seiner Bedürfnisse gefordert wurde.

Der Neid entspringt aus dem Umstand, daß man selber nicht mehr frei ist und vor der Zeit von der Inspiration lassen mußte. Also wechselte man in die unterstützende Phase, nur daß, wer solches verbittert tut, später mehr verflucht als segnet. Oder aber er rechtfertigt die herrschenden Verhältnisse vor sich selbst und preist den mit Würde geleisteten erzwungenen Dienst höher als den freien, der heiligen Inspiration folgenden.

In jedem Falle ist aber die Gesellschaft, welche dem Einzelnen auf diese Weise begegnet, eine Gesellschaft der Unfreien, sich gegenseitig Zwingenden, und in einer solchen Gesellschaft wird, traurigerweise, das, was heilen könnte, mit dem größtmöglichen Druck hin zum Tod bringenden Gift umgestaltet, wodurch Gesellschaften denselben Weg gehen wie einzelne Menschen, nämlich zur Erneuerung durch den Tod.

Aber wie gleitet eine Gesellschaft zu diesem moribunden Zustand hinüber? Was bewirkt, daß sie sich nicht mehr an jenen erfreuen kann, welche sie beschenken?

Wir alle werden ursprünglich beschenkt, von der Sonne, wenn man so will. Sie läßt die Pflanzen wachsen, welche uns und die Tiere, welche wir zu verspeisen pflegen, ernähren. Was läge näher als selbst auch etwas zu schenken?

Und wie könnte, wenn wir alle uns als Beschenkte verstünden, auch nur einer böse auf jemanden werden, welcher sich vorgenommen hat, selbst auch zu schenken?

Nun, die Antwort ist sehr einfach. Sobald jemand die schöne Regelmäßigkeit erkannt hätte, mit der Menschen wie Nutzpflanzen und -tiere verwertbare Güter produzieren und sich darauf verlegt hätte, sein eigenes Auskommen durch deren Verwaltung zu finden, sobald gäbe es wenigstens einen, welchem die Freiheit dieser Produktion zunehmend zuwider wäre.

Nicht der Handel ist das Problem, sondern der Händler. Und heute gibt es freilich noch ganz andere Verwaltungstätigkeiten, welche sich ebenso stets noch zu rechtfertigen wissen wie der Handel, doch deren Personal ebenfalls ebenso wie das des Handels zu einem stetig wachsendem Problem wird. In diesem ganzen Zusammenhang sollte man einmal die Frage nach dem Verhältnis zwischen der Krebsrate und der Größe des Dienstleistungssektors eines Landes stellen, es wunderte mich nicht, wenn es ein Beispiel für metaphorischen Realismus abgäbe. Aber selbst wenn die Krebsrate dabei unerwartet niedrig bliebe, fragte ich mich immernoch, was für ein Schwachkopf man sein muß, um in einer Dienstleistungsgesellschaft etwas Erstrebenswertes zu erblicken.

Den Unterschied in der Gesinnung erkennt man auch, wenn man die Frage danach stellt, was die eigenen Wünsche erfüllt. Wer das natürliche Sprießen akzeptiert antwortet darauf: "Glück!", wer es nicht tut: "Planung!" Planung garantiert unseren Wohlstand, wer so antwortet, dessen Erfüllung seiner Wünsche ist Folge seines Wohlstands. Aber das ist eine erbärmliche Art zu wünschen. Die Welt ist größer als unsere Vorstellung von ihr, und wie sehr beschneiden wir uns, wenn wir unsere Wünsche aus Katalogen auswählen!

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17. Oktober 2010

Kulturschaffen heute

Ich möchte an dieser Stelle ein paar konkrete Punkte ansprechen, welche Kulturschaffende heute betreffen.

Am Anfang steht die Erkenntnis, daß die heute vorherrschenden Kulturen ausgewachsen sind. Wer in ihrem Rahmen Kultur schafft, erhält lediglich den Zustand, welchen wir heute vorfinden. Nicht einen Fuß breit werden diese Kulturen noch voranschreiten, und damit haben sie das kennzeichnende Merkmal menschlicher Intelligenz verloren, die Welt aus Einsicht heraus zu formen.

Wer Augen hat zu sehen, der weiß, daß er in unseren modernen Gesellschaften Systemen gegenübersteht, welche das genaue Abbild von vernunftlosen Ökosystemen sind. Und genau so sollte man sich auch in ihnen bewegen, den Füchsen und Mäusen nicht unterstellen, daß sie Pläne gegen einen schmieden und den Bären aus dem Wege gehen.

Wer Augen hat zu sehen, der steht heute wieder wie die ersten Menschen vor der Welt. Es ist seine Aufgabe, Pläne zu schmieden und die Welt umzugestalten, eine Gegenwelt inmitten der ihn umbrandenden vernunftlosen Strömung aufzubauen.

Es ist zwecklos alternative Lebensentwürfe zu entwickeln oder zu versuchen, eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Wäre es möglich, Menschen auf diese Weise zu etwas Neuem zu bewegen, so wären die heutigen Kulturen noch nicht ausgewachsen oder, um es deutlicher zu sagen, dann hätte sich im Spiel mit diesen Zügen noch kein Patt eingestellt.

Wer gut spielt, dem winkt rascher Gewinn.

Es ist diese Triebfeder, welche dafür sorgt, daß sich die wenigsten Menschen, trotz des geahnten Patts, radikaleren Ansätzen zuwenden. Doch mittlerweile heißt das Zeit und Energie zu verschwenden.

Im Regelwerk unserer Gesellschaften können wir nicht mehr weiter kommen, aber wenn wir einen Schritt zurücktreten und sie als etwas vernunftloses und zwangsläufiges betrachten, dann schon. Dann können wir uns, langsam zwar und schwach, Schritt für Schritt wieder in eine andere Richtung bewegen.

Wer heute kulturell mit bleibender Wirkung tätig sein möchte, der darf weder Einsamkeit noch Nähe scheuen, der muß in Beschränkung auf das Tragfähige eine Welt schaffen, welche zunächst ihn selber trägt, um aus ihr heraus für das sich aus allen freien Anstrengungen gemeinsam ergebende Projekt einer stetig wachsenden Gegenwelt zu werben.

Die Regeln freien Zusammenlebens sind einfach genug, die Schwierigkeit besteht im Übergang.

Warum ist das so?

Weil jeder Mensch zunächst seine eigenen Abhängigkeiten berücksichtigt und sich absichert, ein Unfreier also immer daran denkt, wie er andere unfrei hält, damit er seine Abhängigkeiten nicht zu fürchten braucht.

Das sind die Fesseln, in welche wir uns gegenseitig geschlagen haben, und nur wenn wir uns gleichsam zusammenziehen oder genügend abspecken, werden wir es schaffen uns aus ihnen zu befreien.

Und natürlich wird das lange dauern, Zoll für Zoll müssen wir unser Haupt aus der Schlinge ziehen.

Aber das, worum es geht, ist nichts weniger als weiterhin Mensch sein zu dürfen.

Ich spielte mit dem Gedanken, ein Forum einzurichten. Vernetzung ist ab einem bestimmten Punkt auch sinnvoll (freilich für mich noch lange nicht), allerdings ist ein Forum deshalb keine gute rechtliche Form, weil der Forumsbetreiber für sämtliche Inhalte haftet. Diese Art Zentralisierung muß man vermeiden, Hyperlinks helfen dabei und Verweislisten zusammenzustellen ist auch weniger Arbeit als ein Forum zu moderieren.

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13. Oktober 2010

Wessen es bedarf

Kann eine Gesellschaft ein Ideal verfolgen, ohne daß sie eine substantielle Zahl an Bürgern enthält, welche sich naturgemäß zu ihm hingezogen fühlen?

Kann man Ehrsüchtigen wissenschaftliche Traditionen anvertrauen?

Oder Herrschsüchtigen?

Oder Herrschsüchtigen die Ehrung eines allgemeingültigen Ehrenkodexes?

Oder kann man dem Herrschsüchtigen nur darin vertrauen, daß er das Gesetz aufrecht erhält, weil er es braucht, um seinem Leben Sinn zu geben, damit das einmal Gewonnene nicht über Nacht entwendet werde?

Dem Ehrsüchtigen darin, daß er die Allgemeingülitgkeit des Ehrenkodexes ehrt, damit auch er als solcher in Zukunft verehrt werde?

Und nur dem Einsichtsliebenden darin, daß er auf die wissenschaftlichen Traditionen die nötige Sorgfalt verwendet?

Und wer diese Fragen nicht zu beantworten weiß, wenn er mit der Regelung des Staatslebens betraut ist, muß er den Staat dann nicht ins Unglück stürzen?

So ruht die Kultur eines Staates also auf dem Wesen und der Einsicht seiner Bürger, denn stärker noch als ich es von den Süchtigen und Liebenden schrieb, gilt das Vorherige für die in ihrem Denken auf diese Bereiche Beschränkten.

Insbesondere ist Sinnfindung ein intellektueller Vorgang, welcher stärker durch den geistigen Horizont beeinflußt ist als durch die eigene Vorliebe.

Der einfacheren Übersicht halber sei aber im Vorigen angenommen, daß Horizont und Vorliebe zusammenfallen, denn es geht hier nicht um Vollständigkeit, sondern um Anschaulichkeit.

Freilich muß ich diesen Einwurf an dieser Stelle machen, um auf die vierte Komponente einer Kultur übergehen zu können, da ihr nur ein geistiger Horizont entspricht und keine Vorliebe.

Wir sind uns bewußt, daß unsere Stellung zur Welt, unser Umgang mit Not durch Vertrauen, nicht Ohnmacht ist, sondern Macht. Lieben freilich können wir die Not nicht, weil sie gerade als Gegensatz zu unserem Willen definiert ist. Derartiges anzunehmen, hieße also einen kategorischen Fehler zu machen.

Aus diesem Bewußtsein heraus, daß unsere Stellung alles ist, unser höchster selbst gelebter Lebenssinn, denn ihn gegen die Fortpflanzung auszuspielen führte zu nichts, ergibt sich der Zwang zur Freiheit, sich in die Lage zu versetzen, seine Ideale in die Welt strömen zu lassen und sich zu diesem Zweck zusammenzuschließen, also Selbstbestimmungsbünde zu bilden oder auch, wenn man den Blick auf's Praktische richtet, Bereitschaftsbünde, denn darauf läuft es immer hinaus, wenn denn ein solcher Bund überhaupt etwas wert sein soll.

Freilich, wie auch sonst, kann eine Gesellschaft nur dann durch solche Bünde mitgeprägt werden, letztlich sind sie nichts weiter als Orden, wenn sie entsprechende Bürger besitzt. Hierarchische Ansprüche aus Orden heraus auf Außenstehende sind nicht ungewöhnlich, und zumeist auch leicht umzusetzen, indes schlecht für ihre Substanz, denn sie verleugnen dadurch ihr innerstes Wesen als Gemeinschaft zur Selbstbestimmung. In einer offenen Gesellschaft kommt Orden vielmehr die Rolle des Kulturschaffenden zu, und auch nur ihnen, wie man an der heutigen kulturellen Entwicklung unschwer erkennen kann.

Historisch bestehen Beziehungen zwischen Nationen und Orden, welche sich behutsam weiterentwickeln ließen, doch das ist reine Träumerei, denn das Ansinnen der heute Mächtigen ist es, sämtliche Orden entweder auszumerzen, oder, wo das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, ihnen jedenfalls Fesseln anzulegen und vor allem anderen zu verhindern, daß sich neue Orden bilden, wozu von ihnen auch schon Gegenorden mit Geburtsfehlern gegründet worden sind, um ideologische Energie abzuziehen.

Schätzungsweise 50% der Arbeit der CIA richtet sich gerade auf solche Dinge an der Heimatfront, um die Interessen der Besitzenden zu schützen, was keinesfalls verwunderlich ist, sondern in der von mir bereits zuvor beschriebenen Feindschaft zwischen Orden und Ständen wurzelt.

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7. Oktober 2010

Der Umgang mit dem Holocaust im größeren Zusammenhang

War Adolf Hitler ein Märtyrer der katholischen Sache?

Objektiv gesehen war er es wahrscheinlich, nicht per se, aber durchaus in seiner Funktion im heutigen moralischen Konsenz.

Ganz offen wird behauptet, daß nach dem Holocaust nichts mehr so sein dürfe wie vorher, und was damit gemeint ist, gleich ob es dem, wer es sagt nun bewußt ist oder nicht, ist, daß das Anrecht des Individuums darauf, die letzte moralische Instanz zu sein, erloschen ist.

Ja, wenn man es so sagt, scheint es natürlich im krassen Gegensatz zu all den Beteuerungen des Individualismusses, welcher unsere Zeit ausmacht, zu stehen, und welche üblicherweise von genau denselben Personen hervorgebracht werden, welche sich so über den Holocaust äußern, nur ist dieses, was nicht mehr sein darf, das Vertrauen darauf, daß die Menschen aus eigenem Antrieb zum Guten in Freiheit und Stolz auf die eigene Leistung die Gesellschaft zum Besseren gestalten werden.

Und wieviele haben schon vergessen, daß Menschen an die 200 Jahre lang unter Beweis gestellt haben, daß sie dazu fähig sind?

Individualismus wird heute, planmäßig, muß man annehmen, gegen Moral ausgespielt. Den Menschen wird Individualismus zugestanden, aber nur um schlechte oder bestenfalls törichte Dinge zu vollbringen, absehend, daß die Gegenreaktion auf dieses Treiben darin bestehen wird, den Anspruch der katholischen Kirche auf die moralische Aufsicht über alle Europäer zu unterstützen.

Strukturell sind wir durch schlechte Ersätze wie den Zentralrat der Juden heute schon daran gewöhnt, daß obersten moralischen Instanzen Folge geleistet wird.

Dies sind aber Ablenkungen, es geht nicht um die Krümel, sondern um den Kuchen. Es geht um den durchschnittlichen Europäer, nicht um all die Minderheiten, welche heute dermaßen ins Rampenlicht gerückt werden.

Wir müssen uns klar darüber sein, wohin wir treiben, um unsere Kräfte sinnvoll darauf verwenden zu können, uns das zu bewahren, was uns die Strömung nicht von selbst beschert, und das ist, so viel ist klar, unsere Freiheit und die Grundlagen unserer Freiheit, Wissen und darauf aufbauend eine unverdorbene Gesinnung. Diese beiden sind weit wichtiger als die materielle Freiheit und zu ihrer Bewahrung ist nichts wichtiger, als die moralische Autorität anderer anzuerkennen, sie nicht wie Kinder zu behandeln, welche ihr Leben nicht zu leben wissen, sondern wie Erwachsene, welche noch stets aus ihren Fehlern lernen werden und den Weg zu sich selbst finden und beschreiten werden.

Selbstverständlich wendet sich der Gesetzgeber heute mit aller Macht gegen dieses Prinzip, aber weit wichtiger als er sind die Bürger selbst in ihrem täglichen Umgang mit einander.

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