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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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5. Mai 2021

Zur Entstehung von Gebanntheit

Ich sprach davon, daß Gebanntheit möglicherweise durch Vertiefung in Verkörperung, Spiel oder Routine aufkäme. Der tatsächliche Mechanismus ist der folgende: Wie ich im Beitrag Eigenlaufsvarianten schrieb, hält
  • Abhängigkeit unseren Willen fest,
  • Ordnung unsere Wahrnehmung und
  • Verantwortung unser Tun.
Bei der Verkörperung sind Abhängigkeit, Ordnung und Verantwortung frei. Beim Spiel ist die Abhängigkeit vom Ziel des Spieles vorgegeben, Ordnung und Verantwortung hingegen sind weiterhin frei. Und bei der Routine ist sowohl die Abhängigkeit von ihrer Bewältigung, als auch die ihrem Algorithmus zugrundeliegende Ordnung vorgegeben, und nur die Verantwortung frei. Also vergessen wir beim Spiel unseren Willen und bei der Routine unsere Wahrnehmung, wobei, wenn wir diese vergessen, unser Wille, als von ihr abhängig, irrelevant wird. Also beginnen wir zu halluzinieren, wenn wir uns zu sehr in eine Routine vertiefen, denn das Übergehen der Wahrnehmung führt zu sie ersetzenden Vorstellungen, und indem unser Wille diese bewertet, werden daraus Tagträume.

Analog begünstigt die Vertiefung in ein Spiel das Aufkommen von Panik: Wir übergehen unseren Willen und an seine Stelle tritt ein vorgestellter Imperativ. Das ist bereits im Spiel so, doch einverstandenerweise, nur wenn wir zu lange von unserem Willen geschieden bleiben, werden wir generell für Ersatz empfänglicher: Unser Ich versucht gewissermaßen seine Vollständigkeit wiederzuerlangen. Aus diesem Grunde ist es gefährlich, den eigenen Tagesablauf zu sehr zu strukturieren.

Entrücktheit hingegen tritt ein, wenn wir innehalten, zurücktreten oder uns gezielt hemmen (zum Beispiel durch das Vor- und Zurückwippen des Oberkörpers), wenn also unser Tun fehlt, aber anstatt uns eigene Taten vorzustellen, findet unser Ich durch Entgrenzung Vollständigkeit, also die Antizipation dessen, was unsere Passivität mit sich bringt.

Hinsichtlich der Reaktionsmuster gilt folgendes: Indem
  • Angebote Lagen liefern, begünstigen sie Entrückung,
  • Belohnung Wollen hervorruft, begünstigt sie Panik (insbesondere als Traumatisierung), und
  • Hilfen Taten erleichtern, begünstigen sie Halluzinationen.
Ersteres sehen wir wohl am häufigsten, also daß Wohlstand Passivität hervorruft, mittleres vor allem in Form der Furcht, den täglichen Hürdenlauf zu verpatzen, und letzteres würde wahrscheinlich erst dann voll durchschlagen, wenn wir uns beim Denken auf Gehirnimplantate stützten.

Umgekehrt heilt uns Besinnung in Form
  • von Verfolgung von Panik,
  • von Einlösung von Halluzinationen und
  • von Auslösung von Entrückung.

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4. Mai 2021

Gestaltungsweisen des Schicksals

Ich sprach gestern davon, daß wir uns als von Schicksalsströmungen geleitet empfinden mögen, und daß dies ein Halt für uns ist, und das ist es auch, unabhängig davon, ob wir an eine Zukunft für uns in einer Strömung glauben oder nicht, denn allein die Tatsache, daß wir eine Strömung als bestimmend für unser Schicksal erkannt haben, hilft uns dabei, unser Schicksal zu gestalten.

Es gibt im wesentlichen nur zwei Gestaltungsweisen des Schicksals:
  • entweder wir glauben an eine Zukunft für uns in einer das Schicksal bestimmenden Strömung, dann bringen wir uns in sie ein,
  • oder wir glauben nicht an eine Zukunft für uns in einer das Schicksal bestimmenden Strömung, dann verfremden wir sie.
Verfremden bedeutet ganz wörtlich, daß wir die Fremdheit der betroffenen Strömung zu uns und unserergleichen herausarbeiten, sie also zunehmend fremd werden lassen, um sie zu überwinden.

Propaganda besteht gerade darin, dafür zu sorgen, daß sich die Zielgruppe in eine bestimmte Strömung einbringt und andere Strömungen als fremd betrachtet. Dabei geht Propaganda selbstverständlich vom Zukunftsglauben einer bestimmten Gruppe aus, und die Verbreitung entsprechender Propaganda ist auch ein ganz natürlicher Prozeß der Selbstorganisation. Problematisch wird es immer, wenn Gruppen ihren Glauben nicht diskutieren wollen, denn dann wird Propaganda zunehmend pathologisch: unsachlich und einschüchternd.

Die Strömung, welche ich für die bestimmende unserer Zeit halte, und von welcher ich mich geleitet fühle, ist die zunehmende Konzentration der Macht in Werkzeugen. Ich sehe keine Zukunft für mich in ihr, und mein Schreiben dient dem Ziel, den ganzen Menschen herauszuarbeiten, um seine Unverträglichkeit mit einer Welt, in welcher wir unsere Produktivität in Maschinenform gegossen haben, in welcher sie nun an allen unseren Fäden zieht, zu erkennen. Dabei ist es genauso wichtig zu verstehen, was alles von uns auf Maschinen übertragen werden kann, was sie also übernehmen können und uns dadurch zwingen, ihnen hinterherzulaufen, als auch, was sich nicht übertragen läßt, und also vom übertragenen Rest isoliert in uns verkümmerte. Mein Ziel wird ganz eigentlich erreicht sein, wenn die herrschenden Einrichtungen als monströse Auslagerung unseres Fleißes in automatische Entscheidungsprozesse erkannt werden.

Ich weiß, daß ich Recht damit habe, daß diese Strömung unser Schicksal bestimmt. Deshalb betrachte ich andere Strömungen auch als weniger wichtig. Ich wünsche mir keine Zuchtpolitik, ich betrachte die Menschenzucht als Privatangelegenheit. Unterschiede zwischen den Menschen sind für mich einerseits dasjenige, was den Menschen überhaupt erst ganz werden lassen, und zum anderen dasjenige, welches gesellschaftliche Institutionen zu berücksichtigen haben. Scherzend könnte ich wohl bemerken, daß es dem Rassisten, wenn er sogar die Unterschiede zwischen verschiedenen menschlichen Rassen erkennt, leichtfallen sollte, auch den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Faksimile eines Menschen zu erkennen, und daß sich umgekehrt das allgemein Menschliche nicht von einem Chatbot unterscheiden läßt: Mögen wir auch alle von demselben Ausgang nehmen, wir gehen doch unterschiedliche Wege. Und im Ernst glaube ich nicht, daß es einen bedeutenden Prozentsatz der Bevölkerung gibt, welcher Zuchtpolitik will. Eine solche Strömung wird den Meisten zu jeder Zeit fremd sein und versucht sich entsprechend auch stets heimlich einzuschleichen. Und was den Frieden angeht: Er muß die Lebendigkeit des Menschen aushalten.

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Something in astrology?

A selection of celebrities born in Aquarius, centered around central Aquarius, February 4th.

February 4th: Alice Cooper, Judd Omen.
  1. ± Michael Cimino, Michael Mann, Charlotte Rampling.
  2. ± Farrah Fawcett, Patrick Macnee, Brent Spiner, Rip Torn.
  3. ± Clark Gable, Chris Rock.
  4. ± Jonathan Banks, James Dean, Jack Lemmon, Mathilda May, Nick Nolte, John Williams.
  5. ± Christian Bale, Mia Farrow, Gene Hackman, Vanessa Redgrave.
  6. ± Laura Dern, Jerry Goldsmith, Tom Selleck.
  7. ± Jennifer Aniston, Q'orianka Kilcher, Leslie Nielsen, Burt Reynolds.
  8. ± Maud Adams, Jon Don Baker, James Cromwell, Donna Reed, Paul Shehar.
  9. ± Paul Newman, Kim Novak, Oliver Reed, Bo Svenson.
  10. ± Tobe Hooper, Lois Maxwell, Simon Pegg.
  11. ± John Belushi, Ernest Borgnine, Nastassja Kinski.
  12. ± LeVar Burton, Rutger Hauer.
  13. ± Michael Bay, John Hurt.
  14. ± Miloš Forman, Benny Hill, John Hughes, Terry Jones, George Kennedy, Jack Palance, Telly Savalas, Cybill Shepherd, John Travolta.
  15. ± George Burns, Federico Fellini, DeForest Kelley, David Lynch.

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3. Mai 2021

Die Antizipationen der passiven Betroffenheit durch den Eigenlauf der Welt

Es gibt eine spezielle Klasse der Antizipationen des persönlichen Anteils am Eigenlauf der Welt, bei welchen wir einen Eindruck
  • der Auswirkungen des Gesetzes,
  • der Verbindung der Wege und
  • der Strömung des Schicksals
gewinnen, wobei die Verbindung der Wege sich auf ihre Verbindung mit unserem bezieht. Ich möchte sie die Antizipationen unserer passiven Betroffenheit durch den Eigenlauf der Welt nennen. Es handelt sich in gewisser Weise um die Grundformen entgrenzender Transzendenz, denn durch sie nähern wir uns Gottes Ratschluß, wie er sich heilig, lebenskreislich und seinsmäßig ausdrückt. Beispielsweise mögen wir durch die Form unserer Aufgerufenheit antizipieren, welche Begegnungen uns später noch zu schaffen machen werden. Gelingt uns die Entgrenzung, so schätzen wir sie wert, indem wir uns
  • gewahr,
  • behütet und
  • geleitet
fühlen, und diese Empfindungen gehören zu jenen der Gewachsenheit in den Bestürztheiten, nämlich
  • gewahr zu Stolz, behaglich und gekränkt,
  • behütet zu Freude, fröhlich und albern und
  • geleitet zu Genugtuung, zärtlich und trotzig,
wobei die ersteren beiden Gefühle der zweitgenannten Gruppen jeweils aktive Gewachsenheit ausdrücken und die letzteren jeweils Ungewachsenheit. Gewahr, behütet und geleitet, hingegen, drücken eine Art passiver Gewachsenheit aus.

Ebenso gehören diese Gefühle jeweils zusammengenommen zu Tragödie, Komödie und Epos, und nachdem ich die Figur der lächelnden Frau bereits mit der Behütetheit in Verbindung gebracht habe, kann ich Zuordnung nun wie folgt zu Ende führen:
  • der blinde Mann versinnbildlicht das Gewahrsein der Auswirkungen des Gesetzes in Beklommenheit und Tragödie,
  • die lächelnde Frau die Behütung durch die Verbindung der Wege in Besessenheit und Komödie und
  • der stumme Mann die Geleitetheit durch die Strömung des Schicksals in Betretenheit und Epos.

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2. Mai 2021

Transzendenz: Komödie, Tragödie und Epos

Den ideellen transzendenten Akten gemäß erscheint uns unser Dasein als Bahn, Gnade unserer Erfahrungsweise und aus unserer Ordnung durch unsere Seele erwachsenes Amt. Dadurch, daß niemand versteht, wie sich die Bahnen verbinden, erscheint ihre Verbindung noch stets als Witz, basierend auf der Inkongruenz zwischen der persönlichen Wichtigkeit des Lebenslaufs und der Zufälligkeit der Verbindung. Also deckt die Komödie das Gebet um die eigene Bahn ab. Ja, nicht nur deckt sie es ab, Komödien drehen sich noch stets um dieses Gebet - drücken sich in ihm doch unsere Hoffnungen aus, welche den Stoff einer jeden Komödie hergeben.

Um die Gnade einer Erfahrungsweise beten wir hingegen nur im Bewußtsein der Grenzen unserer eigenen. Darin besteht die Tragödie, daß wir dieses Gebet vergessen: Der Mensch wähnt sich so groß, daß er auf die Erfahrung des Göttlichen verzichtet (Romeo und Julia ist demnach keine Tragödie, doch führt Romeo und Julia zu Katharsis?)

Und indem unser Glaube wächst, beten wir um unser Amt, während unser Epos Gestalt annimmt.

Die Evangelien sind weder Komödien noch Tragödien*, sondern der Epos Christi. Und die Offenbarung ist die Offenbarung des Epos' der Christenheit. Wie nicht anders zu erwarten erleben wir gerade den verzweifelten Versuch, dieses Epos um ein weiteres Kapitel zu ergänzen, doch liegt darin gerade die Wurzel unserer Tragödie, wie die Offenbarung auch sagt (22:18).

Epos und Tragödie der Christenheit vor der Wiederkehr Christi sind vollendet, einzig in ihrer Komödie gibt es noch ein paar offene Stellen. Übrigens, wenn wir den Eindruck haben, daß wir uns auf die Komödie unseres Daseins beschränken können, so wandelt sich unser intuitiver Begriff Gottes zu Bernadette Soubirous' Immaculada Councepciou (oder Philip Kindred Dick's Diana). Es ist aber fraglich, ob wir uns jemals auf die Verfolgung unserer Bahn beschränken sollten.

* Jedenfalls einstweilen nicht. Erst wenn die Juden sagen werden Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. und sich selbst als die tragische Figur in ihnen betrachten, werden sie es sein.

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30. April 2021

Gare und ungare Herrschaft

Wie der vorige Beitrag zeigt, geht es
  • beim Einrichten darum, das Gewollte in einer Lage zu bestimmen und die Möglichkeiten, es zu erreichen,
  • beim Einholen darum, die Möglichkeiten dem Willen zu entsprechen zu bestimmen und die sich aus ihnen ergebenden Lagen, und
  • beim Hervorrufen darum, die sich aus Möglichkeiten ergebenden Lagen zu bestimmen und das in ihnen Gewollte.
Gelingt jeweils nur die erste Bestimmung, so heiße die Tätigkeit ungar, gelingen beide, so gar. Ist die Tätigkeit der Herrschenden gar, so folgen die Beherrschten ihnen nach:
  • richten die Herrschenden ein, so spezialisieren sich die Beherrschten durch die Einrichtung beholfen auf die beherrschte Lage,
  • holen die Herrschenden ein, so findet sich der Wille der Beherrschten durch die Angebote der Einholung bedrängt in den herrschenden Willen ein, und
  • rufen die Herrschenden hervor, so vertragen sich die Möglichkeiten der Beherrschten durch die Belohnung der Hervorrufung betroffen mit jenen der Herrschenden.
Indem die Beherrschten also Lage, Willen und Möglichkeiten der Herrschenden übernehmen, kommt es zu generationalem Fortschritt.

Ist die Tätigkeit der Herrschenden hingegen ungar, so kommt es zu keinem generationalen Fortschritt der Tätigkeit, sondern stattdessen zur Garung der Tätigkeit durch die Verlegung der Beherrschten auf solche Umstände, unter welchen die erste Bestimmung besonders leicht fällt und also die Hoffnung begründet, daß irgendwann auch die zweite gelingt:
  • richten die Herrschenden ein, so vertragen sich die Möglichkeiten der Beherrschten durch die Belohnung der Einrichtung betroffen mit ihr, rufen die Beherrschten also gar hervor und garen zur Einrichtung,
  • holen die Herrschenden ein, so spezialisieren sich die Beherrschten durch die Einholung beholfen auf ihr zuträgliche Lagen, richten die Beherrschten also gar ein und garen zur Einholung, und
  • rufen die Herrschenden hervor, so findet sich der Wille der Beherrschten durch die die Angebote der Hervorrufung bedrängt in sie ein, holen die Beherrschten also gar ein und garen zur Hervorrufung.
Statt also Lage, Willen und Möglichkeiten der Herrschenden zu übernehmen, hängen die Beherrschten ihr Fähnlein in den immer gleichen Wind, bis sie schließlich so auf Linie liegen, daß ihnen die Tätigkeit der Herrschenden gar gelingt. Das ist der Gedanke, welcher den Beitrag Herrschaftsform und (Re-)Aktionsmuster verständlich werden läßt.

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Eigenlaufsvarianten

Wenn ich vom Eigenlauf des Ichs spreche, bezeichne ich die zyklische Abfolge von Verfolgung, Einlösung und Auslösung gerne als idealisiert, also als nicht notwendigerweise praktisch so eintretend. Hin und wieder habe ich Gegenbeispiele angegeben, aber über die Muster der tatsächlichen Abläufe habe ich mich nur ein Mal geäußert, nämlich im Beitrag Hypostasen und Holostasen, welcher weiß Gott nicht gerade einfach zu lesen ist und neben diesem Punkte auch noch viele andere behandelt. Aufgrund meiner jüngsten Betrachtungen kann ich einige neue Bezüge zwischen den Besinnungen (Verfolgung, Einlösung und Auslösung) und der Ich-Struktur (Wahrnehmung, Wille und Tat) herstellen, welche es mir insbesondere auch erlauben, die Muster der tatsächlichen Besinnungsabläufe in einfacherer Form anzugeben. Sie stimmen im wesentlichen mit jenen im genannten Beitrag überein, nur das Steuerungsmuster der Fürsorge zerlege ich hier in einen unabhängigen Kopf und einen abhängigen Schwanz, das heißt, der Schwanz muß auf den Kopf folgen, aber der Kopf muß dem Schwanz nicht voraufgehen, sondern kann auf beliebige Weise fortgesetzt werden. Ob dies der Wahrheit näher kommt, weiß ich nicht, es ist auch eine hochgradig technische Frage, doch ist es in jedem Falle bequemer, weil flexibler, bei der Beschreibung von Besinnungsabläufen.

Zunächst möchte ich festhalten, daß es nur zwei verschiedene Verfolgungssituationen gibt:
  1. Wir haben einen Eindruck davon, was wir wollen, vielleicht in Form von etwas Heiligem, und fragen uns, was es ist.
  2. Wir erfassen einen Eindruck, welchen wir einordnen müssen, um unserer Haltung zu genügen, und fragen uns also, unter welchen Begriff er fällt.
Wir können uns aber auf den Standpunkt stellen, daß wir auch im letzteren Falle einen Eindruck davon haben, was wir wollen, nämlich unsere Begrifflichkeit auf Vordermann zu bringen, und daß uns die Klärung des passenden Begriffs die Antwort darauf gibt, was genau es ist, beziehungsweise wie genau es zu bewerkstelligen.

Also können wir sagen, daß die Verfolgung stets dazu dient, unseren Willen zu formulieren. Und damit können wir die verschiedenen Eigenlaufsvarianten wie folgt angeben.

Absichtliche Handlung.

Lage -Bewertung-> Wille -Konkretisierung-> Möglichkeit
      Verfolgung         Einlösung


             Tat
Möglichkeit -Aktualisierung-> Lage
             Auslösung


Neugierige Handlung.

Lage -Berücksichtigung-> Möglichkeit
      Einlösung


             Tat
Möglichkeit -Aktualisierung-> Lage
             Auslösung


Vorstellung.

                         Tat
Lage -Bewertung-> Wille -Konkretisierung-> Lage
      Verfolgung         Einlösung


Haltungsänderung.

                   Tat
vorgestellte Lage -Entschließung-> Lage
                   Auslösung


Einsichtsberücksichtigung.

      Tat
Lage -Folgerung-> Lage
      Einlösung


Dies klärt auch die im vorigen Beitrag angedeutete Beziehung zwischen Verfolgung, Einlösung und Auslösung einerseits und Wahrnehmung, Wille und Tat andererseits. Außerdem gibt es eine offensichtliche Beziehung zwischen den zurückblickenden Sinneskategorien und der Ich-Struktur:
  • die Abhängigkeit erfäßt den Willen,
  • die Ordnung die Wahrnehmung und
  • die Verantwortung die Tat,
was wiederum geistige Sphären und Aktionsmuster in Beziehung zu einander bringt:
  • einrichten geht mit empfangen einher, denn beide gehen von der Lage aus,
  • einholen mit verfolgen, denn beide gehen vom Willen aus, und
  • hervorrufen mit studieren, denn beide gehen von Möglichkeiten aus.

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28. April 2021

Die Erziehungsziele der Reaktionsmuster

Ich habe mich bei der Begründung der Reaktionsmuster etwas vergriffen. Rekapitulieren wir in Kürze: Der Eigenlauf des Ichs läßt sich nicht nur als Besinnungskreislauf auffassen, sondern auch als die zyklische Abfolge von Wahrnehmung, Wille und Tat, was selbstverständlich nicht heißt, daß die einzelnen Phasen dann mit einander übereinstimmen (lediglich die Auslösung stimmt mit der Tat überein). Wahrgenommen wird die Lage, gewollt der Wille und die Möglichkeit getan. Die Aktionsmuster bestehen darin, die nächsten beiden Folgen der Lage, des Willens oder der Möglichkeit im so verstandenen Eigenlauf des Ichs zu reflektieren,
  • beim empfangen reflektieren wir, ob wir wollen, was wir empfangen, und welche Möglichkeiten es eröffnet,
  • beim verfolgen, welche Möglichkeiten es gibt, das zu tun, was wir verfolgen, und zu welchen Lagen sie führen, und
  • beim studieren, welche Lagen aus dem entstehen, was wir studieren, und ob wir sie wollen.
Die Reaktionsmuster, nun, ergeben sich aus der Berücksichtigung der nächsten beiden Folgen der Lage, des Willens oder der Möglichkeit: Wenn wir
  • durch Behelfung beholfen sind, berücksichtigen wir in unserer Lage, welche Möglichkeiten wir besitzen, unserem Willen zu folgen, was zur Spezialisierung auf bestimmte Lagen führt,
  • durch Anbietung bedrängt sind, in unserem Wollen, welche Lagen sich aus unseren Möglichkeiten ergeben, was zur Einfindung unseres Willens führt, und
  • durch Belohnung betroffen sind, in unseren Möglichkeiten, ob wir die sich ergebende Lage wollen, was zur Verträglichkeit unserer Möglichkeiten mit unserem Umfeld führt,
und Spezialisierung auf bestimmte Lagen, Einfindung unseres Willens und Verträglichkeit unserer Möglichkeiten sind gerade die Erziehungsziele der Reaktionsmuster.

Ein wesentlicher Bestandteil meiner Erwartung eines Gutes besteht darin, daß die erbärmlichen Grenzen, welche die gegenwärtigen Hierarchien um unsere Lage, unseren Willen und unsere Möglichkeiten zu ziehen suchen, insbesondere durch Traumatisierung um unsere Möglichkeiten, hinfortgeweht werden werden.

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Liberalisierung und Hierarchisierung

Die Quintessenz des vorigen Beitrags ist, daß es den Menschen stets zu dem zieht, was er als gut erkannt hat. Karl der Große erkannte das staatsbegründende Potential des Christentums und schuf damit die europäischen Gottesstaaten (in Anlehnung an De Civitate Dei von Aurelius Augustinus). Später erkannte die englische Gentry das Potential größerer Selbständigkeit und legte damit den Grundstein der britischen Kolonisation Nordamerikas und Australiens. Ersteres Ereignis war der Beginn der zweiten Phase des gegenwärtigen Glaubenszykels und letzteres der Beginn der dritten, und beide bezeichnen so den Weg, welchen der Glaube nahm, sich in der Welt zu verkörpern, nachdem er Menschen fand, welchen er in seiner jeweiligen Entwicklungsstufe einleuchtete.

Ersteres Ereignis ist ein Beispiel für Hierarchisierung, letzteres für Liberalisierung, doch wenn wir die Dinge auf der weltgeschichtlichen Ebene betrachten, gehen uns bald die Beispiele aus. Wenn gegenwärtig wieder etwas weltgeschichtliches ansteht, wäre allerdings schon viel gewonnen, wenn wir verstünden, welche Art Gut uns zu Liberalisierung zieht und welche zu Hierarchisierung.

Damit verhält es sich aber so:
  • Das erwartete Gut zieht uns zur Liberalisierung und
  • das absehbare Gut zur Hierarchisierung,
Erwartung und Absicht wie im Beitrag Wesentlichkeitserwartung erklärt.

Ich befinde mich in der leicht ironischen Situation, die Hierarchisierung als Gut zu erwarten und gerade deshalb von bestehenden Hierarchien Abstand zu nehmen. Allerdings wird meine Vorfreude wohl getrübt werden, wenn die ersten Hierarchisierungsversuche Gestalt annehmen. Nichtsdestotrotz haben die Menschen viel absehbar Gutes zu verkörpern, bevor das erwartete Gute wieder die Oberhand gewinnt, auch wenn es weltgeschichtlich betrachtet sehr schnell gehen mag.

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27. April 2021

The Lord as judge

God alone recognises the good of everything. Better people recognise it more often than worse. When worse people call upon God to judge better people, God simply ignores them. However, God neither listens unconditionally, when better people call upon him to judge worse. Only when the good under contention has been demonstrated by better people in such a way that even worse people recognise it does God decide the issue.

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Same Old Story

25. April 2021

Leben in unterschiedlichen geistigen Sphären

Einheit
Sinn AuswahlTätigkeit
Gott / Heil Ordnung Gesetz Einrichten
Lebenskreis Abhängigkeit Weg Einholen*
Sein Verantwortung Schicksal Hervorrufen
* von Erfahrungen

Die Tätigkeit beschränkt das Gespräch auf ihre Auswahl, wodurch Verstimmung zwischen den verschiedenen Tätigkeiten entsteht. Ein plötzliches Erwarten des Schönen, Wesentlichen oder Mächtigen weist auf eine Verschiebung der Gewichtung von Einrichten, Einholen und Hervorrufen hin, wobei Einrichten den natürlichen Vorrang vor Einholen besitzt und Einholen den nämlichen vor Hervorrufen, welchen erst geeignete Umstände aufheben. Insbesondere ist es schwierig, sich unter Menschen, welche das Leben einzurichten gedenken, auf das Einholen zu konzentrieren, da dies eine sprachlose Schroffheit in einem hervorruft. Und doch bewertet meine Erwartung die Umstände nun so, daß einzuholen mir am meisten verspricht.

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23. April 2021

Wesentlichkeitserwartung

Wenn ein Mensch einen anderen liebt, so spürt er seine Abhängigkeit von ihm, daß er wesentlich für ihn ist, und wer solches spürt, von dem sagen wir, daß er verliebt ist. Es gibt ein verwandtes Gefühl, welches genauso selten ist, nämlich die eigene Abhängigkeit als solche zu spüren und sich zu fragen, was wohl das eigene Leben ist, was sich als wesentlich für einen erweist, und welches ich also als Wesentlichkeitserwartung bezeichnen möchte.

Heute ist der dritte Tag meines Lebens, an welchem ich dieses Gefühl verspürt habe. An dem ersten Tag fuhr ich durch Nordestland und bewunderte Wiesen voller Trollblumen. An dem zweiten ging ich durch einen sumpfigen Wald in unmittelbarer Nähe meines Hauses und hielt meine Gedanken dabei im Beitrag Von den vollständigen Wahrnehmungen fest. Und heute ging ich meine übliche Runde und fragte mich, was mir dabei begegnete.

Zum einen liegt es am Wetter, am Sonnenschein, am frischen Gras, alles glänzt, alles wird wieder bunt, der Waldbolden ist mit Schneeglöckchen geschmückt. Zum anderen liegt es am vorigen Beitrag: Ich habe mich von den selektierten medialen Darstellungen losgerissen und der Erwartung vertraut, daß es eine klarere Auffassung gibt, welcher die Welt folgen muß.

Es ist der Glaube daran, daß sich das Faktische aus hinreichender geistiger Höhe meistern läßt, selbst wenn die Macht in anderen Händen liegt.

Und da der vorige Tag bereits zwölf Jahre zurückliegt, möchte ich noch einmal die dort verwendeten Begriffe den derzeitigen gegenüberstellen. Schwierig ist es nicht: Die Erwartung bezieht sich auf Verfolgung und Einlösung und die Absicht auf die Auslösung. Die Erfahrung hingegen bezieht sich auf die autonome Anschauungs- und Verstandesleistung. Man vergleiche dies auch mit dem im Beitrag Hypostasen und Holostasen Gesagten, und wo ich gerade dabei bin: Die Adäquanz tritt in all ihren Formen wie die Sicherheit im Eigenlauf des Ichs auf.

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22. April 2021

We're all living in an Amiga demo, Amiga demo, Amiga demo.

A society organised like a pack of wolves and proud in its ways will tear itself completely to pieces, if the competing factions are of similar strength, but see no merit in the other.

A good part of evil consists of befuddlement.

Breath Control by Virgill from the Misery dentro by Masque
(in reference to the novel by Stephen King)

Postscript from the following morning. Lest somebody thinks I'm making it up. Voilà, it's 1993 again.

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Fear not them which kill the body, but are not able to kill the soul.

I never knew what a man was supposed to be, I never wanted the responsibility,
but you know it seems, that the situation's getting serious.


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21. April 2021

Eesti elamise viis oder das Heil im Spiegel

Wie ich schon zuvor sagte, ist das Leben in der Peripherie der Zivilisation eklektisch. Hier möchte ich einen Wahrnehmungsunterschied betrachten, welcher sich aus dieser Eklektizität ergibt.

Wenn man die Welt aus der Ferne der Peripherie betrachtet, mag der eigene Einfluß auf ihren Lauf gering erscheinen, so daß man sich darauf verlegt, das herauszupicken, was einem gefällt, und ansonsten argwöhnisch darauf zu achten, was einen umspült und wie man mit ihm fertig werden könnte.

Mit anderen Worten wird das Heil nicht als Auftrag, die Welt zu gestalten, erfahren, und sei es nur im Gebet für diese Gestaltung, sondern lediglich im Spiegel der Menschen, welche die Welt ihm gemäß gestalten. Das macht das eigene Leben sehr einfach. Auf der einen Seite steht der eigene Geschmack und was er heischt, und auf der anderen Seite steht die Welt und was sie heischt. Und so bespricht man sich denn auch über den eigenen Geschmack und notwendige gemeinschaftliche Maßnahmen zur Behauptung in der Welt.

Aufgrund dieser Abgeschiedenheit vom Heil ist der Lebenskreis die höchste Erscheinungsweise Gottes, und entsprechend aufmerksam wird er wahrgenommen. Und weil das Heil als Auftrag unbekannt ist, gibt es auch kein Gefühl, ihm nicht gewachsen zu sein, das heißt kein Gefühl der Albernheit (Modus der Unsicherheit). Das höchste Verständnis betrifft den Weg zum Gefallen durch die Wogen der Zeit.

Mich hat dieses Umfeld nicht vom Heil geschieden, nur von Gleichgesinnten, welcher ich indes bis heute nicht bedurfte. Und doch ist es unverantwortlich, in der Gefahr auf etwas anderes zu vertrauen, als auf die Menschen, welchen das Heil etwas bedeutet, da Gott einen Bund mit ihnen geschlossen hat.

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20. April 2021

Eine kleine Phänomenologie der Diktatur

Kennzeichnend für die Diktatur ist der Zusammenbruch des öffentlichen Vertrauens auf die gesellschaftlichen Regeln. Doch indem Regeln durch Diktate ersetzt werden, verliert die Gesellschaft an Ordnung und Effizienz, was der Diktatur in den Augen aller zivilisierten Völker etwas cartoonmäßiges verleiht: Ihr ererbter Instinkt macht sich über Planungsverläufe lustig, welche ihr Verstand aus dem Stand zu übertreffen vermag, und dieser Eindruck des Lächerlichen bemächtigt sich selbst noch der Diktatoren und ihres Umfelds, wie etwa Aufnahmen aus dem Umfeld Adolf Hitlers belegen, in welchen sich die Teilnehmer über die Aufzüge auf den Nürnberger Parteitagen lustig machen.

Da sich dies so verhält, ist von zivilisierten Völkern nicht zu erwarten, daß sie leichten Sinnes in eine Diktatur gehen. Warum also gehen sie? Platon meinte, entscheidend sei die Vermessenheit des Volkes, welches Ansprüche an das Gemeinwesen stelle würde, welche unvernünftig, also gegen dessen Interessen gerichtet, seien, und so mancher Politiker heutzutage verspricht wohl auch zu viel und schürt unsinnige Erwartungen.

Ich halte aber einen anderen Faktor für entscheidend, nämlich die Weigerung der Gesellschaft sich mit bestimmten Problemen zu befassen, also Reise nach Jerusalem zu spielen und auf persönlichen Gewinn zu hoffen, wo alle absehbar verlieren. Weil es nicht genug politische Selbstbeherrschung gibt, spitzen sich Probleme zu, bis Diktate als probates Mittel erscheinen, die Weigerung zu überwinden.

Sind die in Frage stehenden Probleme behoben, so ist es ein leichtes, zu allgemein akzeptierten Regeln zurückzukehren, wobei die Gläubigkeit der Menschen darüber entscheidet, ob diese Regeln mehr Spiel oder Verkörperung sind.

Doch möchte ich die Situation betrachten, in welcher wir uns zur Zeit befinden. Vor zweieinhalb Jahren beherrschte die Effizienz der etablierten Regeln Deutschland: auf der einen Seite Verhärtung (Wat mut, dat mut), auf der anderen Schönredung. Heute sind beide gewichen, statt effizienter Regeln beherrschen ineffiziente Diktate Deutschland, und aus den Verhärteten werden Subversive und aus den Schönrednern Gehorsame.

Was hier begegnet ist die Befreiung der Achtung. Nicht huldigt sie mehr der etablierten Ordnung, sondern ihren eigenen Projekten wendet sie sich zu. Was für Projekte das sind, hängt von der Situation der Achtenden ab:
  • Sind sie an den Hebeln der Macht, so sinnen sie auf Putsch,
  • sind sie ihnen unterworfen, so auf Subversion, und wenn
  • sie aus sicherer Ferne mit der Diktatur Umgang haben, so sinnen sie fortan nicht mehr auf den Lauf der Geschichte, sondern auf Kuhhändel.
Nur übereilen wir uns nicht. Das Zeitalter der Werke hat uns ein Problem beschert, mit welchem wir uns nicht befassen, nämlich Effizienzsteigerung und Machtkonzentration in Form künstlicher Intelligenz. Dieses Problem zeugt indes Folgeprobleme in Form der Ansprüche derjenigen, in deren Händen sich die Macht konzentriert. Diese Ansprüche laufen konträr zu jenen des Gemeinwesens, was zur Weigerung der Mehrzahl der Menschen geführt hat, sie zu gewähren. Andererseits konnten die Mächtigen in Vielen unsinnige Ansprüche erwecken, und so haben wir zur Zeit zwei Blöcke, welche sich weigern, die ethischen Vorstellungen des jeweils anderen zu akzeptieren. Der politische Wettstreit ist dazu verkommen, einander gegenseitig solche Probleme zu bereiten, welche sich als Beweis der politischen Konzeptlosigkeit des Gegners medial ausschlachten lassen. Und da die Fronten verhärtet sind, läßt sich politisches Handeln nur noch als Diktieren denken.

Diktatur ist kein erstrebenswerter Preis, sondern ein geschichtlich notwendig werdendes Werkzeug. Wer meint, er sei nicht weniger konzeptlos als sein Gegner und lasse sich nicht einfach so von den Hebeln der Macht entfernen und Diktate über sich ergehen lassen, sondern er schaffe es schon, seinen Gegner als noch unverantwortlicher darzustellen, und Diktate gegen ihn zu schleudern, ohne sich mit den notwendigen Problemen zu befassen, beschädigt nur das Ansehen der etablierten Regeln, befreit damit die Achtung, wie im vorigen beschrieben, und erschwert die Rückkehr zu einer problemhinausschiebenden Ordentlichkeit.

Auch kann er dadurch das Ziel der Überwindung der diktatorischen Ära nicht ändern: Die Diktate enden erst, nachdem das Grundübel behoben wurde, bis dahin jagt eine Diktatur die nächste, wenn sich nicht trotz der Erschwerung noch restaurative Phasen dazwischenschieben.

Freilich, Restauration bleibt die ganze Zeit über ein moralisches Ziel, schließlich können Diktatoren nicht zaubern, und bei hinreichender politischer Selbstbeherrschung läßt sich alles auch einvernehmlich regeln. Nur wenn es anders läuft, sollte niemand Gott der Logik der Geschichte wegen lästern.

Wenn die diktatorische Ära zu einem Ende kommt,
  • führt der Putsch zu allgemein akzeptierten gesellschaftlichen Regeln,
  • besinnen sich die Subversiven wieder auf ihre gesellschaftliche Verantwortung und
  • orientieren sich die Kuhhändler neu.

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18. April 2021

Looks like a duck, swims like a duck, quacks like a duck... Well, if it isn't Mahatma Gandhi!

If the best argument against the use of nuclear weapons is the retaliation anyone who used them had to expect and the greatest advantage in determining the aggressor is the effort required to build them, then, in the interest of peace, the development of anti ballistic missiles and the proliferation of nuclear weapons should be regulated.

If the best argument against the use of biological weapons is their uncontrollable nature, then, in the interest of peace, biological warfare drills, i.e.
  • the restriction of movement,
  • the conditioning of the public to accept and self-enforce said restriction,
  • mass vaccination programs,
should be forbidden.

I already wrote about it five months ago, but the spectacle of a bunch of draft evaders laying the foundations for World War III with military precision though quite unaware of it really turns my stomach. It does no good to warn a slave of the consequences of his practices. A slave needs to see the plight, so that he may know what to do to help. But a free man is free because he determines the circumstances of his life.

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16. April 2021

Die erfahrungslose Gewachsenheit der Ungeformten

Die Bestürztheiten werfen uns in Wachstumsprozesse, doch das Leben bestürzt uns nicht zwangsläufig, wiewohl die schöpferische Teilnahme am generativen Zykel des Zeitalters, mit anderen Worten das aktive Wirken in der Gemeinde oder die Verkörperung des Glaubens, es tut.

Also gibt es Urzustände, welche ich als Ungeformtheit bezeichne und als unteres Trigramm Erde im I Ching betrachtet habe, welche abhängig davon, ob jemand bestürzt wird oder nicht, ein ganzes Leben anhalten mögen, was konkret für die Hexagramme des I Chings bedeutet, daß die Ungeformtheit nur in der ersten Phase, also jener der untersten Zeile, garantiert ist, von welcher ab sich der Lebensweg des Ungeformten wie beschrieben entfaltet. Ursprünglich identifizierte ich die Ungeformten mit den Verträumten, Sportlichen, Schwülen und Parteiischen, dann schloß ich die Parteiischen aus und sprach von passiven Verlangen nach
  • Verkörperung (verträumt),
  • Spiel (sportlich) und
  • Routine (schwül),
und schließlich erwog ich, in wiefern die Ungeformten der Gemeinde von Nutzen sein könnten.

Allerdings übersah ich dabei eine Weise, in welcher sie es können, nämlich als hilfreiche Geister, wozu bald mehr. Indes ist hier zunächst die Frage zu stellen, wodurch es kommt, daß manche Ungeformte verträumt sind und andere verspielt und dritte schwül. Und dies führt uns auf den Begriff der erfahrungslosen Gewachsenheit, welcher in der Art und Weise, wie Kinder in die Welt hineinwachsen, wurzelt, denn zunächst lernen Kinder von ihren Eltern, was was ist und wie es sich mit ihm verhält, ohne es durch eigene Erfahrungen zu überprüfen (stattdessen neigen Kinder dazu zu überprüfen, ob ihre Eltern reparieren können, was sie kaputtmachen können, was, wenn man so will, denselben Zweck auf effektivere Weise verfolgt).

Und insbesondere lehren Eltern ihre Kinder auch, Bestürztheiten zu bewältigen, so daß also schon Kinder wissen,
  • an was sie in Besessenheit glauben können,
  • an was sie sich in Betretenheit halten können und
  • was sie in Beklommenheit ermächtigt,
und in sofern das erste, zweite oder dritte dabei den Vorrang einnimmt, sind sie
  • verträumt,
  • sportlich oder
  • schwül,
und indem wir dies auf die generativen Zyklen der Zeitalter anwenden, kommen wir auf die hilfreichen Geister.
  • Die Anerkennung im Zeitalter der Wacht beruht auf der Bildung des Zeitalters der Wunder, und indem letztere bereits Kindern bekannt ist, können Verträumte als hilfreiche Geister der Unterrichtung der Anerkennung dienen (etwa als geweihte Jungfrauen in griechisch-römischen Tempeln).
  • Die Unterstützung im Zeitalter der Werke beruht auf der Partnerschaft des Zeitalters der Wacht, und indem letztere bereits Kindern bekannt ist, können Sportliche als hilfreiche Geister der Animation zur Unterstützung dienen (wie etwa Laura Dern in Blue Velvet).
  • Die Gewährung im Zeitalter der Wunder beruht auf der Kultur des Zeitalters der Werke, und indem letztere bereits Kindern bekannt ist, können Schwüle als hilfreiche Geister bei der Gewährung dienen (wie etwa Kachiri im Smaragdwald).
Doch heißt das natürlich nicht, daß Verträumte, Sportliche und Schwüle stets diese Rollen ausfüllen, und diesbezüglich gilt es, aufmerksam zu sein.

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14. April 2021

Vorausschauende und zurückblickende Sinneskategorien

Der Ausdruck Besinnung verweist darauf, daß wir uns eines bestimmten Sinnes werden lassen. Die Besinnungen aber sind Verfolgung, Einlösung und Auslösung, und aus der Verfolgung entsteht Verständnis, aus der Einlösung Flucht und aus der Auslösung Aufmerksamkeit, so daß Verständnis, Flucht und Aufmerksamkeit Sinneskategorien bilden. Allerdings halten diese drei Ausdrücke nur das fest, was für die nächste Besinnung relevant ist (vorausschauende Kategorien), und nicht das, was es bei der vorangegangenen war. Die Gefordertheiten bei den Besinnungen,
  • das Angezeigte zu verfolgen,
  • das Bedeutsame einzulösen und
  • das Sinnhafte auszulösen,
stellen einen Bezug zwischen dem angestrebten Sinn und ihnen her, und dieser führt auf die zurückblickenden Sinneskategorien:
  • die Verfolgung läßt die Abhängigkeit werden,
  • die Einlösung die Ordnung und
  • die Auslösung die Verantwortung.
Beteiligung führt zu Abhängigkeit, und wo es Abhängigkeit gibt, da gibt es auch Beteiligung. Hier müssen wir aber von Abhängigkeit sprechen, denn erst dadurch, daß
  • wir abhängig von Verfolgungen sind, sind sie angezeigt,
  • Einlösungen zu einer Ordnung führen, sind sie bedeutsam,
  • wir verantwortlich für Auslösungen sind, sind sie sinnhaft.
Die Zeitalter werden dadurch gekennzeichnet, daß jeweils eine zurückblickende Sinneskategorie im öffentlichen Fokus steht, so daß sich die Menschen im Zeitalter
  • der Wacht als Verantwortungsträger betrachten, welche erwarten, was sie zur Erfüllung ihres Schicksals zu bewältigen haben,
  • der Werke als Ordnungsliebende, welche sich für Gesetze begeistern und sie ehren, und
  • der Wunder als Abhängigkeitsanpassende, welche Wegen durch das Leben vertrauen.
Es gibt drei Formen der Abhängigkeitsanpassung. Ich möchte sie am Beispiel schlechten Wetters veranschaulichen. Die erste ist die Unabhängigmachung, sei es durch einen Regenschirm oder eine körperliche und geistige Verfassung, welche sich von schlechtem Wetter nicht beeindrucken läßt. Die zweite ist die Beachtung, also nur bei gutem Wetter auszugehen. Und die dritte ist die Abhängigmachung, von welcher ich zuletzt ein paar Mal sprach, also die Abhängigkeit zu ignorieren und die eigene Gesundheit vom Wetter abhängig zu machen. Beim Glauben ist dies kein Problem, da wir eh nur leben, so lange es Gott gefällt, so daß wir, wenn uns etwas als notwendig zum Wesen Gottes gehörig erscheint, uns ruhig von ihm abhängig machen können.

Die Gesetze, welche ich ehre, gewinnen beständig an Form, wie nicht anders im Zeitalter der Werke zu erwarten. Die einzigen beiden nicht elementaren Wege durch das Leben, welchen ich vertraue, sind die Öffnung für das Heilige (die Vermeidung meiner Unabhängigmachung von ihm) und die Beachtung der heiligen Tradition, was zur Erfüllung des Heilsversprechens offenbart wurde. Und das Schicksal, welches ich zu bewältigen habe, besteht in der Bewahrung des Heilsversprechens durch die dazu gehörigen Gebete.

Letzteres ist immer so gewesen, daß ich zu keinem anderen Zweck lebe, war mir immer klar, also wenigstens seit ich drei Jahre alt war. Was die Wege betrifft, so war ich vormals experimentierfreudiger, doch muß sich auch strecken, wessen Schicksal ihn in ein Vakuum stellt. Es ist nicht so, daß ich meine Mitmenschen verachte, auch wenn ich Begeisterung für Gesetze und Ordnungsliebe nicht gerade häufig unter ihnen vorfand, es ist nur so, daß der Boden dieser Liebe ausgelaugt ist: Die Ernte ist eingefahren. Bleibt nur, das Leben in eine andere Richtung zu wenden.

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