Thematisches Interesse als Motivation der Materienbildung
- Warum? und
- Für wen?
Schopenhauer meinte in Bezug auf Fichte, daß das thematische Interesse des Philosophen aus der Betrachtung der Welt entspringen sollte, und nicht aus der Betrachtung des Werkes anderer Philosophen, in Fichtes Fall Schopenhauer gemäß von Kants Begriff des Dings an sich.
Die Dreifaltigkeit der Seele in allen ihren Ausformungen, insbesondere in den seit Jahrtausenden symbolisierten, der von Platon im Phaidros metaphorisch beschriebenen, der den Trigrammen des I Ching's zugrunde liegenden und der von Kant und Schopenhauer in Form von Anschauung (Apperzeption), Verstand und Vernunft vorgenommen, entspringt dem Interesse am Zustandekommen unserer Wahrnehmungen: Warum denke und fühle ich, was ich denke und fühle? Was bewegt meinen Geist auf welche Weise? Wessen kann ich bewußt werden und wie?
Das thematische Interesse der Wissenschaft besteht hingegen darin, wie Körper auf andere Körper wirken. Parmenides hat dies in Über die Natur bereits klar benannt: Die Materie der Verwandlung der Teile kann den einen unwandelbaren Geist, welcher in jedem Augenblick unseren Wahrnehmungen begegnet (im normalsprachlichen Sinne, technisch mit ihnen umgeht), nicht beschreiben.
Die Wissenschaft ist die Materie eines thematischen Interesses und die Philosophie jene eines anderen. Weitere Beispiele:
- Clem Grogan, welcher lebenslang für die Enthauptung von Donald Shea im Auftrage Charles Manson's bekam, zeigte ein thematisches Interesse (You dig?) an den kindlichen Erfahrungen, welche unseren Hemmungen zugrunde liegen.
- Ben Shapiro und Tucker Carlson zeigen ein thematisches Interesse am professionellen Erfolg als Journalist, wobei beide um die Grenzen der Argumentation wissen und daß es vorrangig darauf ankommt, einen Standpunkt zu pushen oder einen Talking Point zu wiederholen, wobei Tucker im Gegensatz zu Ben aber versteht, daß dies ein Mißstand ist, welcher Journalisten in den Augen der Öffentlichkeit verächtlich macht (übrigens schon zu Albert Pike's Zeiten, wie man in Morals and Dogma nachlesen kann), weshalb es besser ist, ein selbstironischer als konsequenter Journalist zu sein: Natürlich pusht Tulsi Gabbard einen Standpunkt, welches Shapiro nicht paßt, wenn sie sagt, daß Atomkriege schlecht sind, aber wenn die Einsicht, daß Argumente letztlich nichts zählen zu ernst genommen wird, wird aus einem Argument eine Anspielung und es entsteht eine Äquivalenz von Atomkriege sind schlecht. und Trump und/oder Netanjahu ist schlecht, welche einem nicht professionell journalistisch, sondern normal Denkenden abscheulich ist, und insbesondere, wenn sie herangezogen würde, um eine etwaige strafrechtliche Relevanz der letzteren Aussage auf die erstere zu übertragen: Ob man für die Aussage, daß Atomkriege schlecht sind, in den Knast geht, hängt vom Kontext ab - es wäre nicht das erste Mal, daß die professionelle Schulung die Geschulten der Farce zum Fraß vorwirft.
- Young Nick zeigt hingegen noch ein Interesse an einem ganz anderen Thema, nämlich an einer Gruppe, ihrer Ausrichtung, ihren Fähigkeiten und seiner Stellung in ihr.
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