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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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6. Juli 2022

Eingeschleuste Weise: Das menschliche Gesicht der Schwarmkontrolle

Ich sprach die Ähnlichkeit zwischen der wechselseitigen Delegation und der Zusammenarbeit bereits im Beitrag Wechselseitige Delegation an. Hier möchte ich zunächst fragen, ob es militärische Gründe gibt, die Zusammenarbeit der wechselseitigen Delegation vorzuziehen.

Nun, es gibt keinen militärischen Grund, das Beispringen der Arbeitsteilung vorzuziehen oder die Offenherzigkeit dem Zusammenwirken, aber es gibt durchaus einen Grund, die Rechtweisung der Berichtigung vorzuziehen, da sich die Berichtigung an jeden richtet, der falsch liegt, und sich die Rechtweisung natürlicherweise vorrangig an jene wendet, welche die Beschlußhoheit innehaben, so daß es bei der Berichtigung dazu kommen kann, daß ein ehrgeiziger Hauptmann über eine militärische Fehleinschätzung informiert wird und die weitere Verbreitung der Nachricht verhindert oder allgemeiner formuliert, daß eine Berichtigung nur einen Teil eines Schwarms erfaßt, welcher seinen speziellen Vorteil aus ihr zieht.

Letzteres ist im Krieg durchaus nachteilhaft, im Frieden aber eher nicht, weshalb die Einschleusung von Weisen, welchen die Beschlußhoheit zugestanden wird, eine grundsätzlich militärische Einrichtung ist. Weisen wird die Beschlußhoheit natürlicherweise zugestanden, ebenso wie sie natürlicherweise als Mitarbeiter angesehen werden, welche rechtweisen und vorrangig rechtzuweisen sind, wenn sie sich einmal irren sollten. Aber das gilt per Definitionem und sagt nichts über die Neigung der Menschen aus, ihre Mitmenschen als Mitarbeiter oder gar Weise anzusehen, doch auf die kommt es an, wenn Weise zur Kontrolle des Schwarms in ihn eingeschleust werden sollen.

Ich denke, daß es sich bei den römischen Triumphzügen um so ein Mittel der Einschleusung gehandelt hat, welches die römischen Soldaten davon überzeugen sollte, daß die verherrlichten Heerführer ein Anrecht auf Beschlußhoheit und vorrangige Rechtweisung besäßen.

Heute kommt Ombudsmännern, Verbraucherschützern, selbstverständlich Priestern, und wie sie alle heißen, welche darauf achten, daß alles korrekt abläuft, just diese Rolle zu, also daß wir sie informieren, wenn etwas falsch läuft, anstatt die Mißstände öffentlich breitzutreten. Aber wie gesagt, im Frieden gibt es keinen Grund dazu, was natürlich nicht heißt, daß man im Frieden niemanden als Mitarbeiter ansehen sollte, sondern lediglich, daß eine Verwaltung, welche vorzugsweise auf dieses Mittel setzt, militärische Denkstrukturen aufweist. Oder ist Mr. Helpmann ein Zivilist?

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3. Juli 2022

Flußformen des Zeitgeists

Der Zeitgeist läßt sich als eine Art Fluß denken, welcher bergauf fließt, und sich immer dann in verschiedene Arme gabelt, wenn er sich verschiedenen Glauben zuneigt, ihn hinauf zu führen. Allerdings fließt er nicht immer durch ein Bett, sondern bisweilen in einem Strudel, nämlich genau dann, wenn er von einem Arm, welcher an ihm vorbeiströmt, getragen wird, also, um das Bild hier zu verlassen, wenn er der Geist einer Gemeinde ist, welche aufgrund ihrer strategischen Bedeutung für eine größere Gemeinde von dieser ausgehalten wird.

Typische Beispiele für Zeitgeiststrudel sind Marinestützpunkte, wie zum Beispiel Kiel, wo man immer den Eindruck hat, der Kaiser könne jeden Augenblick zur Inspektion vorbeischauen, was zum einen am Nord-Ostsee-Kanal und zum andern am Marinestützpunkt Kiel-Wik liegt, aber noch wesentlich stärker war der Effekt in Sewastopol 2011, als ich dort war und das Festhalten an sowjetischen Gepflogenheiten geradezu surreal wirkte.

Ich bringe das zur Sprache, weil die derzeitige deutsche Regierung erkennbar keinem Zeitgeistarm folgt, sondern sich in einem Zeitgeiststrudel befindet, was zwei Fragen aufwirft, nämlich
  1. wer sie aushält und wichtiger noch
  2. ob jemandem daran gelegen ist, das ganze Land auszuhalten,
denn wenn letzteres nicht der Fall ist, und ich bezweifle es, wird das Land gar nicht anders können, als sich in Glaubensfragen von der Regierung zu lösen.

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2. Juli 2022

300 Jahre des popkulturellen Zykels

Meine bisherige Betrachtung des popkulturellen Zykels reichte nicht weiter als bis ins Jahr 1820 zurück und blieb infolge dessen recht sporadisch.
Jahr
Titel Auslöser Vorbild Ziel
1720 Aufklärung Ende des
Absolutismus'
(Louis' XIV)
Renaissance
Selbstermäch-
tigtheitsaus-
gestaltung
1770 Frei-
maurerei

Ende des
7-jährigen
Kriegs
Jüdische
Könige
Autonomie-
abstimmung
1820 Vormärz
Niederlage
Napoléons
Humanismus
Demokratie-
anerkennung
1870 System-
theorie
Niederlage
Frankreichs
Holländische
Republik
Selbstermäch-
tigtheitsfolgen-
ausgestaltung
1920 Jugend-
bünde

Ende des
Deutschen
Kaisertums
GermanenWehrkraft-
abstimmung
1970 Hippies
Vietnam-
krieg
Pazifismus
Selbst-
bestimmungs-
anerkennung
2020 ?
Ende des
Globalismus'

Familie
Rothschild

Handels-
bedingungs
-
ausgestaltung

Das Vorbild einer Phase des popkulturellen Zykels folgt ihr als bewundertes Objekt im Besinnungskreislauf, denn die Bewunderung dient der Vorbereitung, das heißt
  • in der einlösenden Phase wird Können bewundert (das der Renaissance, Holländer oder Rothschilds),
  • in der auslösenden Phase Gespür (das der Jüdischen Könige oder Germanen) und
  • in der verfolgenden Phase Rechtschaffenheit (Humanismus oder Pazifismus).
Interessant ist die zeitliche Entfernung des Vorbilds, während die Rechtschaffenheit der Bewunderung unmittelbar voraufgeht und das Gespür in grauer Vorzeit liegt, liegt das Können stets an die 250 Jahre zurück, nämlich
  • der Fall von Konstantinopel 1720 - 1453 = 267 Jahre,
  • der Niederländisch-Portugiesische Krieg 1870 - 1602 = 268 Jahre und
  • die Geburt Meyer Amschel Rothschilds 2020 - 1744 = 276 Jahre,
was bedeutet, daß es in jeder einlösenden Phase des popkulturellen Zykels immer schon ein 100 Jahre zurückliegendes Ereignis gibt, welches die nächste einlösende Phase des popkulturellen Zykels bestimmt:
  • die Aufklärung war bereits durch die Holländer praktisch vorweggenommen und stellt also nur eine intellektuelle Ausweitung dar,
  • die Systemtheorie war bereits durch die Familie Rothschild praktisch vorweggenommen und stellt ebenfalls nur eine intellektuelle Ausweitung dar, und
  • die Handelsbedingungsausgestaltung ist bereits durch die Kommunistische Partei Chinas (* 23.7.1921) praktisch vorweggenommen und bleibt nur intellektuell auszuweiten.
Allgemein gilt, daß die Phasen des popkulturellen Zykels ihre Ziele, welche koordinierte Vorhaben beschreiben, durch wechselseitige Delegation und auch koordinierte Vorhaben vorzubereiten suchen, nämlich
  • die einlösende Phase die Ausgestaltung der Friedensversorgung (-standgestaltung) durch Berichtigung und auch Schulbildung,
  • die auslösende Phase die Abstimmung der Verbundenheitsbeteiligung (-ensembles) durch Arbeitsteilung und auch Standgestaltung und
  • die verfolgende Phase die Anerkennung des Rechtschaffenheitsverständnisses (der -schule) durch Zusammenwirken und auch Ensemblebildung.
Und damit ist die Theorie des popkulturellen Zykels vollständig gegeben, wobei Selbstermächtigtheitsausgestaltung gerade die dritte oder persönliche Phase des Glaubenszykels definiert und die Aufklärung also durch das Hexagramm 60 des I Chings Die Zisterne beschrieben wird. (Gerade, 2020, sind wir bei 31 Die Insel angelangt, womit die Herrschaft der Unvernunft nun 250 Jahre andauert und wohl demnächst zu Ende geht und mit ihr wohl auch der popkulturelle Zykel.)

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30. Juni 2022

Zusagen und wechselseitige Delegation

Im vorigen Beitrag habe ich die Formen der wechselseitigen Delegation den Formen der Zusammenarbeit verglichen, aber sie lassen sich ebenso gewinnbringend den Formen der Zusagen vergleichen, nämlich
  • die Arbeitsteilung den Versorgungszusagen zur Standgestaltung,
  • das Zusammenwirken den Beteiligungszusagen des Ensembles und
  • die Berichtigung den Verständniszusagen einer Schule.
Versorgungszusagen sind in unserer Gesellschaft Vererbungszusagen und entscheidend für die Eigentümlichkeit der lokalen Verhältnisse verantwortlich, also in wiefern sie das lokale Empfinden widerspiegeln. Als ich auf der Krim war, viel mir die große Dynamik der Menschen dort auf, und im Nachhinein stellt es sich mir nun so dar, daß unter den Russen (welche damals in der Ukraine lebten) die Vererbungszusagen im Vergleich mit den Niedersachsen schwächer ausgeprägt sind und die Arbeitsteilung stärker.

Beteiligungszusagen lassen sich etwa bei Eckbällen im Fußball studieren, wo die angreifende Mannschaft als Ensemble agiert. Wenn allerdings keine Standardsituation vorliegt, müssen die Mannschaften zusammenwirken, weil sie nur so auf die gegnerische Mannschaft reagieren können. Das ist übrigens auch im Krieg so: Der Angreifer kann in einem Manöver als Ensemble agieren, aber die Kriegsentwicklung erfordert das Zusammenwirken der verschiedenen Truppenteile.

Verständniszusagen liegen jeder Tradition oder Schule zugrunde, welche sich ja über ihr jeweiliges Verständnis austauschen. Die Berichtigung, hingegen, entwickelt ihr Verständnis aus der Notwendigkeit der Entwirrung. Betrachten wir etwa die sephardischen Juden, so haben diejenigen von ihnen, welche der Inquisition entgingen, wie Mose ben Jakob Cordovero, ihre Schule weiterentwickelt, wohingegen jene, welche die Inquisition durchliefen, wie Baruch Spinoza, die Scholastik berichtigten, was wohl der Sinn der von Johannes beschriebenen partiellen Versiegelung der zwölf Stämme Israels ist.

Räte, Parteien und Banden lassen sich alternativ durch ihre Zusagen und wechselseitige Delegation kennzeichnen, nämlich
  • Banden durch Beteiligungszusagen und Arbeitsteilung,
  • Parteien durch Verständniszusagen und Zusammenwirken und
  • Räte durch keine Zusagen und Berichtigung,
jeweils innerhalb des sozialen Gefüges (dort Zurückgezogenheit statt Rat), mit anderen Worten also als Grade der Wechselseitigkeitsbegrenzung, wobei die Bande sozial begrenzt ist und die Partei ideell.

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28. Juni 2022

Wechselseitige Delegation

Alle Formen der Delegation können wechselseitig erfolgen, nicht nur die Delegation der Haltung, sondern auch die Delegationen der Vorhaben und Erfahrungen, und wenn sie es tun, handelt es sich in gewisser Weise um Delegationen an den Schwarm, nämlich bei
  • der Arbeitsteilung zwischen wechselseitigen Auftragnehmern und -gebern um die Delegation der Verantwortlichkeit (beziehungsweise Vorhaben) an den Schwarm,
  • dem Zusammenwirken zwischen wechselseitigen Dienern und Herren um die Delegation der Abhängigkeit (beziehungsweise Erfahrung) an den Schwarm, und
  • der Berichtigung zwischen wechselseitigen Kandidaten und Prüfern um die Delegation der Gültigkeit (beziehungsweise Haltung) an den Schwarm.
Alle wechselseitigen Delegationen ähneln Formen der Zusammenarbeit, nämlich
  • die Arbeitsteilung dem Beispringen,
  • das Zusammenwirken der Offenherzigkeit und
  • die Berichtigung der Rechtweisung,
doch geht bei der Zusammenarbeit die Initiative vom Gerechten, Offenherzigen oder Unermüdlichen aus, wohingegen berichtigende Prüfer, zusammenwirkende Herren und arbeitsteilende Auftragnehmer gezwungen sind, auf ihr jeweiliges Gegenüber zu reagieren.

Durch die wechselseitigen Delegationen garantiert der Schwarm also seine Nebenordnungen,
  • durch die Arbeitsteilung seine Ermächtigung,
  • durch das Zusammenwirken seine Partnerschaft und
  • durch die Berichtigung seine Bildung,
wobei das Zusammenwirken dadurch charakterisiert wird, daß die Zusammenwirkenden einerseits der gemeinsamen Sache und ihren Herren dienen und sich andererseits, wenn es die Entwicklung erfordert, selbst zu Herren dieser Sache und ihrer Diener machen, mit anderen Worten also abwechselnd die Entwicklung tragen und gestalten, in ständiger Rücksicht auf ihre Partner.

Je nachdem, in welchem Zustand sich ein Schwarm befindet, dominiert ihn die Arbeitsteilung, das Zusammenwirken oder die Berichtigung, wobei das Potential von der Arbeitsteilung bis zur Berichtigung ansteigt und die Faßbarkeit abfällt und der Schwarm das Faßbare dem Potential so lange vorzieht, wie es vorhanden ist, so daß er
  • die Ermächtigung festigend von der Arbeitsteilung dominiert wird,
  • die Partnerschaft behauptend vom Zusammenwirken und
  • sich vereinzelt bildend von der Berichtigung.
Ich habe mich die längste Zeit meines Lebens einem vereinzelten Schwarm zugehörig gefühlt, in etwa so berichtigt, wie es Schopenhauer den Sinn des Schreibens betreffend schildert, aber als solcher besteht meine Hoffnung darin, einst eine Partnerschaft zu behaupten, und umgekehrt können jene, welche ihre Ermächtigung festigen, daran nur teilnehmen, wenn sich ihre Hoffnung zerschlägt und sie sich also der Behauptung zuwenden.

Der Schwarm ist nicht der Feind, sondern das Mittel, welches die Gebote der Zeit umsetzt. Manipulationen können die Umsetzung glatter oder rauher gestalten, aber entscheidend sind die Gebote der Zeit.

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27. Juni 2022

Instabile Theorien

Eine Aussage wird durch eine Beschreibung eines Modells gebildet, welche die Verhältnisse zwischen seinen Gegenständen festhält.

Und verfeinert werden Aussagen durch die Synthese von Modellen, etwa wenn verschiedene Auffassungen eines Gegenstandes in einem Dialog zur Sprache kommen.

Umgekehrt wird eine Aussage durch eine Deutung ihrer verortet, welche nach ihr entsprechenden Modellen in geeigneten Gegenstands- und Verhältnisklassen sucht, wobei diese Klassen möglicherweise auch zu suchen sind, etwa bei Gleichnissen.

Nicht immer fällt die Verortung leicht, etwa wenn die Aussage lautet: Es läßt sich einsehen, daß es unendlich viele Primzahlzwillinge gibt, wo die Verortung dann in der Auffindung eines Modells bestünde, welches aus einem geordneten Netz von Aussagen bestünde, von welchen die Anfangsaussagen alle einsehbar wären, alle Knotenaussagen einsehbar aus den vorangegangenen Aussagen hervorgingen und die letzte Knotenaussage die Aussage über die Primzahlzwillinge wäre, oder wenn wir fragen, in wiefern ein bestimmter Bibelspruch auf die gegenwärtige Lage anwendbar ist, wo die Verortung den Kontext respektiert, in welchen wir die Lage stellen, und das Gleichnis, welchem wir ihn vergleichen.

Also kommt es bisweilen dazu, daß wir in unserem Urteil, ob und wie sich eine Aussage verorten läßt, schwanken. (Die Verortung einer Aussage ist eine Ausrichtung zu ihr, und ebenso die Beurteilung, ob sie sich verorten läßt.) Und eine Theorie, welche aus Aussagen besteht, deren Verortung schwankt, heiße instabil.

Ein wichtiges Beispiel einer instabilen Theorie begegnet uns gegenwärtig im Bereich der Ethik, nämlich die Vorstellung, daß das Gute in der verdienten Behandlung der Menschen bestehe, wobei es mir weniger um die Hartherzigkeit geht, welche im historischen Vergleich normal ist, als um den Wahn, Gutes zu bewirken.

Es ist nämlich so, daß die verdiente Behandlung von Faktoren abhängt, welche sich jederzeit ändern können und es bisweilen auch tun. Da sich diese Änderungen weder vorhersagen, noch auch nur alle momentanen Faktoren verläßlich registrieren lassen, schwankt das Urteil darüber, ob eine bestimmte Behandlung gut ist oder nicht, die ganze Zeit, was einen kopflosen Fanatismus erzeugt.

Stabilität gewinnt Ethik durch die sich nicht ändernde Liebe des Menschen, durch welche er seine Art und die Ordnung seiner Existenz bekräftigt, welche er durch seine Taten allgemein zu fördern vermag, ohne sich damit zu beschweren, wer diese Förderung verdient. So war es, und so wird es bleiben. Weiß ein Löwenzahn etwa, wohin sein Same weht? Muß er es wissen, um zu gedeihen? Groß ist die Mühe, um gnadenvoll zu wirken, aber wer die Gnade kennt, wird sie nicht scheuen, noch wird er anderen zusätzliche bereiten, er weiß, daß er ein Diener ist und andere gleich ihm in einem Dienst, der alles, was gnadenvoll ist, erzeugt, und sich also dem eingereiht hat, was er einzig liebt.

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26. Juni 2022

Zu den logischen Zusammenhängen des Rechtfertigungskreislaufs

Meine Beschreibung des Rechtfertigungskreislaufs läßt in technischer Hinsicht zu wünschen übrig.

Die Anfangsrechtfertigungen entspringen aus Erfahrungen, Vorhaben und Haltungen, nämlich
  • das Zurechtfinden aus Erfahrungen (Lagen),
  • das Beschäftigen aus Vorhaben (Taten) und
  • das Vorgeben aus Haltungen,
wobei die Haltungen in
  • Bestrebungen (Ansprüche),
  • Umgänge (Ausrichtungsregeln) und
  • Vorhaltungen (Berücksichtigungsregeln)
unterteilt werden.

Bestrebungen (oder Ansprüche) bestehen konkret aus Kennzeichnungen der Erfahrungen (oder Lagen), wobei die Erfahrung die eigenen Vorhaben und die eigene Haltung reflektiert und fremde Vorhaben abschätzt, indem
  • die anschauliche Erfahrung die Ermächtigung darstellt,
  • die verständige Erfahrung die Partnerschaft durch Vorhaben erfaßt und
  • die vernünftige Erfahrung die Bildung durch die Haltung.
Der Unterschied zwischen der Urheberschaft und der Bezeugung von Vorhaben und Haltungen sollte klar sein.

Das Rechenschaftsgeben besteht aus dem Zurechfinden und dem anschließenden Vergleich der Erfahrung mit der Bestrebung, durch welchen es einen Begriff ihrer Abweichung liefert, welcher die Erfahrung erweitert.

Das Ausrichten besteht aus der Bestimmung der expliziten und impliziten willensmäßigen Gefordertheit in der erfahrenen Lage und der anschließenden Beschäftigung, wobei die explizite Gefordertheit durch Umgänge und noch abzuarbeitende Vorhaben gegeben ist und die implizite durch verfehlte Bestrebungen. Über gewisse Grundbestrebungen, wie der Sicherstellung unserer körperlichen Unversehrtheit, geben wir uns immer Rechenschaft, und auch wenn die Bestrebung darin besteht, etwas vorzuhaben, was wir bisher noch nicht vorhatten, ist die Gefordertheit implizit, wiewohl die Implikation eindeutig ist.

Das Berücksichtigen besteht zunächst aus der Bestimmung etwaiger ratsamer Ansprüche an die Lage zur weiteren Verfolgung des Vorhabens und zugehöriger geeigneter Vorbereitungen desselben, bezüglich welcher wir gegebenfalls den Anspruch an uns stellen, sie vorzuhaben, in welchem Fall das gegenwärtige Vorhaben bis zu ihrer Abarbeitung auf Eis gelegt wird. Reaktiviert wird es durch die Ausrichtung, sobald die zu den Vorbereitungen gehörigen Bestrebungen erreicht wurden. Was darüberhinaus an Ansprüchen gestellt werden muß, erfolgt anschließend, also nachdem alle rekursiven Vorbereitungsabstiege des gerade betrachteten Vorhabens ihre Bestrebungen erreicht haben, in der Vorgabe.

Ja, und damit habe ich es quasi maschinenlesbar formuliert, nur zur Parameterweitergabe habe ich ein paar Details ausgespart, wobei die Regel da ist, daß das menschliche Gehirn keine Parameter auf den Stack legt, sondern das Vorhaben zum Parameter wählt, davon ausgehend, daß die näheren Bestimmungen, etwa welcher Druck auf die Türklinke auszuüben ist, in aller Regel anschaulich, also ohne begriffliche Leitlinien, und damit autonom erfolgen. Die völlige Unfähigkeit des menschlichen Gehirns, einen Stack anzulegen, ist einer der vielen Gründe, aus welchem ich nicht recht an die Erhöhung der menschlichen Intelligenz durch digitale Implantate glaube. Wiewohl marginal vielleicht das eine oder andere ginge, verhindert das Organisationsprinzip des menschlichen Denkens jegliche effektive Implementation vielschrittiger Algorithmen, und es ist schwer vorstellbar, daß es sich ganz ohne Intelligenzverlust auf sie verzichten ließe.

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24. Juni 2022

Irreguläre Bewußtseinszustände

Der Rechtfertigungszykel eignet sich nicht nur zur Aufzeigung des antizipationsmindernden Einflusses der Vernunft, sondern auch zur Klassifikation irregulärer Bewußtseinszustände.

Nervosität, etwa, wurzelt in einer oberflächlichen Zurechtfindung, welche die Lage nicht um ihrer selbst willen interessiert, sondern welche sich auf einzelne für ausrichtungsrelevant gehaltene Aspekte beschränkt.

Numen ergeben sich aus dem Gegenteil, also einer erweiterten Zurechtfindung, welche die gegenwärtige Lage mit ihr fremden Eindrücken, etwa Gerüchen, in Verbindung bringt. (Rudolf Steiners Hellsehen beruht hierauf.)

Beim Träumen unterbleiben hingegen Zurechtfindung und Vorgabe, es besteht aus reiner Beschäftigung, und wiewohl der vorige Beitrag äußerst spekulativ ist, läßt sich das dort Erwogene doch auf den Traum anwenden, insofern die punktförmige Zeit im Traum nicht hologen ist, was in seiner ganzen Tragweite aber erst erfahren wird, wenn man aufwacht, ohne den Traum abzuschütteln, sich also anfängt im Raum zu bewegen und ihn auch wahrnimmt, aber nur wie Holz, aus welchem Flammen der Halluzination schießen, und also nichts so bleibt, wie es bleiben müßte, wenn die Zurechtfindung störungslos funktionierte. Glücklicherweise scheint der Zustand aber nicht länger als ein Nu, also etwa eine Sekunde, anzuhalten.

Grundsätzlich scheint die Beschäftigung der Feind der Zurechfindung zu sein. Die Vorgabe, hingegen, ist das Element der Selbstbeherrschung.

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23. Juni 2022

Theoretischer materiell und ideell transzendenter Einfluß auf die wahrgenommene Welt durch die Vernunft

Im Einklang mit gewissen Vorstellungen Schopenhauers und Parmenides', und um einmal zu sehen, was in dieser Richtung geht, möchte ich in diesem Beitrag eine auf dem vorigen Beitrag beruhende subjektive Kosmogonie durchspielen.

Behauptung. Mit Vergegenwärtigung und Verortung sind automatisch materielle und ideelle transzendente Akte verbunden, welche das Sein und unsere Erfahrungsweise formen.

Erläuterung. Wenn wir unsere Ermächtigung vergegenwärtigen, wetten wir doch darauf, daß die einmal wahrgenommene Welt immer noch da ist, oder, um es anders zu sagen, daß vergangene punktförmige Zeiten in der gegenwärtigen enthalten sind, was ich als die Hologenität der punktförmigen Zeit bezeichnen möchte. Und wenn wir eine Tat verorten, wetten wir darauf, daß, was immer wir über ihre Ausführung gelernt haben, immer noch gilt, was ich als die Homogenität der punktförmigen Zeit bezeichnen möchte, welche also besagt, daß, wenn etwas anders läuft, sich etwas in der Zeit geändert haben muß und nicht etwas an ihr. Freilich, in dem Maße, in welchem unser Nervensystem versagt, verlieren wir diese Wetten, aber daß Wetten verloren werden können, widerspricht der allgemeinen Theorie nicht.

Es ist in beiden Fällen ein fügender materieller transzendenter Akt anzunehmen, welcher im ersten das gegenwärtige Sein dem erinnerten gemäß gestaltet und im zweiten die Wirkung in ähnlich wahrgenommenen Lagen der ursprünglichen annähert. Beides gehört zum Frieden der Vernunft, welche ohne Holo- und Homogenität der punktförmigen Zeit offensichtlich keinen hätte.

Außerdem ist es so, daß uns eine Lage bedeutsam scheint, wenn wir sie uns vergegenwärtigen, gleich ob es sich um eine Ermächtigung, Partnerschaft oder Bildung handelt, so daß wir ein Gelübde ablegen, sie zu berücksichtigen, und so uns diese Gnade zuteil wird, ändert sich unsere Erfahrungsweise entsprechend.

Und wenn wir eine Tat verorten, scheint uns zugleich ihre Ausführung bedeutsam, so daß wir ein Gelübde ablegen, unsere Ausrichtung ihr gemäß zu aktualisieren, also uns zu fragen, was als nächstes in ihrem Rahmen zu tun ist, und wiederum ändert sich unsere Erfahrungsweise gnädigenfalls entsprechend, so daß wir es nicht vergessen.

Anflüge von Humor hier sollten nicht darüber hinwegtäuschen, daß, nur weil die Hinterfragung des bereits Entschiedenen wenig praktischen Nutzen hat, die Art der Fragestellung die ursprüngliche Entscheidungsfindung nicht verfehlen muß.

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Beschränkung, Einspannung und Relativierung des Sinnes

Der vorletzte Beitrag bedarf der Aufbereitung.

Halten wir zunächst fest, daß Gespür (Adäquanz) und Stimmung Ausrichtung, Berücksichtigung und Rechenschaftsgebung anleiten, während die Aussichten sie bedingen, indem wir
  • uns nur demgemäß ausrichten können, worauf unsere Aufmerksamkeit gerichtet ist,
  • nur das berücksichtigen können, was wir verstehen, und
  • uns nur über das Rechenschaft geben können, was wir bedenken.
Die Erwartung leitet unsere Ausrichtung auf der Basis unserer Ermächtigung an, sonst nichts, was daran liegt, daß die anschauliche Zeit punktförmig ist.

Durch die Aussichten bestehen logische (netzförmig zeitliche) Beziehungen zwischen
  • Aufmerksamkeit und Ausrichtung,
  • Verständnis und Berücksichtigung und
  • Bedacht und Rechenschaftsgebung
und ebenso (linear) zeitliche Beziehungen zwischen
  • Aufmerksamkeit und Verfolgung,
  • Verständnis und Einlösung und
  • Bedacht und Auslösung,
und das führt auf die Frage, wie die Vernunft den Besinnungskreislauf des Verstandes modifiziert, um welche es in diesem Beitrag geht.

Die modifizierenden Vernunftakte sind
  • die Vergegenwärtigung der Lage durch Zurechtfindung oder Rechenschaftsgebung, welche die Verfolgung beschränkt,
  • die Verortung der Tat durch Beschäftigung oder Ausrichtung, welche die Einlösung einspannt, und
  • die Beachtung des Anspruchs durch Vorgabe oder Berücksichtigung, welche die Auslösung relativiert,
indem
  • die Vergegenwärtigung der Lage Erwartung, Aufgerufenheit und Heiligkeit beschränkt,
  • die Verortung der Tat Bedeutsamkeit und Geheuerheit einspannt und
  • die Beachtung des Anspruchs Sinnhaftigkeit und Stimmigkeit relativiert,
so daß wir also, um unsere anleitenden Antizipationen nicht zu vermindern, aus dem Rechtfertigungskreislauf ausbrechen müssen. Samsara heißt Kreislauf, und wer die Upanischaden gelesen hat, weiß, daß es genau hierum geht, also daß uns unsere persönlichen Vorstellungen von der Weite der Eindrücke ablenken, durch welche wir mit Gott verbunden sind. Platon spricht von der Zügelung des Verstandes durch die Vernunft und Albert Pike von einem Gefühl der Einheit mit der Welt, welches die Alten besessen und die Heutigen verloren hätten - und dieses Verständnis des Verstehens der Vernunft genügt mir für den Augenblick.

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22. Juni 2022

Standerringung und Standgestaltung

Etliches läuft aus dem Ruder und bedarf der Zusammenfassung.

Menschen, welche daran glauben, daß sich ihre Lage durch Koordination verbessern läßt, glauben an die Standgestaltung, und Menschen, welches es nicht tun, an die Standerringung.

Üblicherweise glauben Menschen dabei an die dynamische Standgestaltung, bei welcher sie zunächst die Koordination beherzigen, um sich dann der Möglichkeit, eine Verbesserung der Lage herbeizuführen, auszuliefern, darauf vertrauend, daß die dafür Verantwortlichen die Früchte des eigenen Bemühens der Allgemeinheit zukommen lassen. Aber es ist auch möglich, daß Menschen an eine statische Standgestaltung glauben, bei welcher die Koordination dem Standerhalt dient. Bei der dynamischen Standgestaltung handelt es sich um den generativen Zykel, und bei den von mir betrachteten Orden zur Standgestaltung um die Verantwortungsübernahme für Ermächtigung, Partnerschaft und Bildung, ohne sich glaubensmäßig festzulegen.

Menschen, welche an die Standerringung glauben, haben einen ebenso guten Grund, die freie Koordination zu bekämpfen, wie Menschen, welche an die statische Standgestaltung glauben, wie ich in den Beiträgen Zur Spannung zwischen gesellschaftlicher Prägung und Ordnung, Selbstverwirklichung, Schicksal und ethische Eigenständigkeit und Zur Verschiebung der Machtbasis in der Spätphase des gegenwärtigen Zeitalters ausführte, ausführte, wobei im Zeitalter
  • der Wacht freie koordinierte Haltung, also statische und dynamische Verbündung, bekämpft wird, um den Wandel der Partnerschaft zu hindern,
  • der Werke freie koordinierte Erfahrung, also Zusammenarbeit, um den Wandel der Ermächtigung zu hindern und
  • der Wunder freie koordinierte Vorhaben, um den Wandel der Bildung zu hindern.
Verwandtheitsselige verhalten sich standespassiv und beten also unfrei, womit zum Katholizismus und Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. (Wie sollten sie's nicht, wenn ihre Obrigkeiten wider den Stachel der Zeit löcken?) so ziemlich alles gesagt ist.

Doch gibt es mittlerweile an Standerringung Glaubende, welche die Standgestaltung als Mittel ihrer Standerringung betrachten. Ich schrieb davon im Beitrag Endzeitliche Scheinlösungen, aber etwas undeutlich. Diese nun bekämpfen nicht die Beherzigung der Koordination, sondern kontrollieren die Auslieferung, und zwar im Zeitalter
  • der Wacht als Abrichtende durch Belohnung Erwartung und Können der sich der Aufgabe Ausliefernden,
  • der Werke als Direktion durch Angebote Adäquanz und Ausrichtung der sich der Lehre Ausliefernden und
  • der Wunder als Investoren durch Behelfung Stimmung und Bildung der sich der Teilhabe Ausliefernden.
Und damit hoffe ich, dieser ganzen Unerquicklichkeit Genüge getan zu haben.

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21. Juni 2022

Die Analyse der emanativen Vorstellungen

Was sind Lagen, Taten und Ansprüche?

Lagen lassen sich gemäß den Ordnungen in Ermächtigungen, Partnerschaften und Bildungen unterteilen, welche zugleich die immanenten Anteile der Welt sind,
  • die Ermächtigung das körperlich Gegenwärtige,
  • die Partnerschaft das sozial Beschlossene und
  • die Bildung der geistige Hintergrund,
welche ihrerseits den transzendenten Akten der transzendenten Einheiten unterworfen sind,
  • die Ermächtigung jenen des Seins,
  • die Partnerschaft jenen des Lebenskreises und
  • die Bildung jenen Gottes.
Ansprüche lassen sich den Antizipationen gemäß unterteilen, nämlich in durch
  • Erwartung antizipiertes Können,
  • Adäquanz antizipierte Eingebundenheit (vormals Gespür,  doch Gespür ist ein anderes Wort für Adäquanzgefühl) und
  • Stimmung antizipierte Rechtschaffenheit,
wobei
  • Können der Anspruch an Ermächtigung ist,
  • Eingebundenheit jener an Partnerschaft und
  • Rechtschaffenheit jener an Bildung.
Taten lassen sich den Folgerechtfertigungen gemäß in Ausrichtungen, Berücksichtigungen und Rechenschaftsgebungen unterteilen, wobei ich die Kombination von Beschäftigung und Berücksichtigung fortan nicht mehr als verfolgen, sondern als angehen bezeichnen möchte. Streng genommen bestehen Taten nämlich aus einer Anfangsrechtfertigung und einer oder mehr Folgerechtfertigungen, und da Taten verfolgt werden, suggeriert der Begriff das Übergehen von einer Rechtfertigung zur nächsten, was aber nicht gemeint ist, sondern vielmehr, was bei der Verfolgung der Tat zu berücksichtigen ist, und um dies zu bezeichnen, bietet es sich an vom Angehen der Tat zu sprechen. An dieser Stelle stellen wir uns allerdings auf den Standpunkt, daß es nur auf die erste Folgerechtfertigung ankommt. (Übrigens, die Handlungsstrategien bestehen dieser Definition gemäß aus zwei Taten.)

Jede Tat wird je nach emanativer Vorstellung, aus welcher sie hervorgeht, durch Adäquanz, Stimmung oder Aussicht angetrieben, wobei sich Ermächtigung, Rechenschaftsgebung und Können als anschauungsbasiert betrachten lassen, Partnerschaft, Ausrichtung und Eingebundenheit als verstandbasiert und Bildung, Berücksichtigung und Rechtschaffenheit als vernunftbasiert.
Basis der
Ausrichtung Berück-
sichtigung
Rechenschafts-
gebung
An-
schauung
sinnhaftig-
keitsgetrieben
bei Ermäch-
tigung
stimmigkeits-
getrieben
bei Rechen-
schaftsgebung
bedachts-
getrieben
bei Können
Verstand aufgerufen-
heitsgetrieben
bei Partnerschaft
heiligkeits-
getrieben
bei Aus-
richtung
aufmerksam-
keitsgetrieben
bei Einge-
bundenheit
Vernunft bedeutsam-
keitsgetrieben
bei Bildung
geheuerheits-
getrieben
bei Berück-
sichtigung
verständnis-
getrieben
bei Recht-
schaffenheit

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20. Juni 2022

The church and the nobles

Let me tell you a little story. Once upon a time there was a church that promised a bunch of chieftains the right of the nobility to the earth, if only they accepted Jesus Christ as their saviour.

This made the chieftains very happy and they prospered in their respective realms. Over the course of time though the new nobility got it into its head that instead of the church promising new realms to the local chieftains, it would be much better if it would be promising them to the established nobility. And so they fought about who would become the pope and whoever would would reward his supporters with heathen lands to be converted to Christianity. And so a German pope rewarded the German nobility with the heathen lands in the Baltics. And then a Spanish pope rewarded the Spanish and Portuguese nobility with, well, the rest of the heathen lands anywhere in the world.

This caused disaffection amongst Non-Iberian nobles and some eventually found a monk who told them the good news that it is sufficient to hearken to the Bible in order to accept Jesus Christ as their saviour. And when the Spanish nobles sent the English a frigid woman to be the lawful wife of their king, thus cutting short his dynasty, the English nobles joined the newly formed independent nobility.

However, the nobles continued to feud over their own lands, expecting the people to change their confession as easily as the nobles themselves so as to agree with that of their betters. But the people had started to like reading the Bible. And when the Spanish king demanded of the Dutch to stop doing that or face extinction, the Dutch nobility chanced open war against the Spanish.

As a punishment, the Spanish king forbade the Portuguese to sell pepper and cinnamon to the Dutch, who used to sell it to the rest of Northern Europe. And then Dutch nobles sent their ships to the Portuguese colonies in order to take them over and organise the spice trade themselves. Since Portugal was at the time ruled by the Spanish king, and the Spanish king needed his soldiers in Spanish colonies, the Dutch were very successful in their venture and drove the Portuguese out of all their Indian possessions, with the exception of an outpost here and there. Disaffected with this, the Portuguese henceforth declared their independence from the Spanish.

Well, that's it: The church and the nobles, as wise and noble then as now. So, always listen to your betters.

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Concerning the maturation of some immature speculations

I've taken on many vantage points over the years, sometimes deliberately reducing the world to a specific model. And so it is a little awkward to refer to these instances in an effort to illustrate the development of my reasoning.

Anyway, I'm opposed to injustice and unjust wars and oppression in particular. Actually, I'm even opposed to unrighteousness. And in March 2020 I realised that unrighteous people would prefer it, if war became impossible, unrealistic though it is. Do I think that unrighteous people allow themselves this degree of unrealism? No, I don't. I was then only considering the possibility that some progress in the war on war could be achieved along the trend line of false promises, i.e. Bush promising faith and Obama wisdom, while delivering nothing of the kind.

Yet, the cause du jour then and still, conventions, ran out of steam to persuade to further discrediting wars. So I said that the unrighteous were reduced to sabotage in the absence of the ability to call to arms. And that in itself is an odd turn of thought, since the premise of the whole consideration was that the unrighteous wanted to rid themselves of war, which they would have achieved at that point - but then, they hadn't achieved it, since even then the Corona pandemic looked like biological warfare to me.

So, I got caught up in the peculiarities of my vantage point. Still, the trend line is real, conventions are being used to shield sabotage. No conciser description could be given of the political situation in the United States today.

But why? In November 2020 I followed another tangent. I assumed that Biden would wield the strength to wage another discrediting war, thinking Corona would be phased out after it served its purpose to dethrone Trump and that the necessary public support would be somehow secured. I also stated my concerns about the coming unveiling of deep state activities, if Trump would win.

Well, by now it is clear that Biden sabotages America's projection of power and that the United States have been paralysed right out of the halls of power by means of affronting their own people, devaluing discourse and hollow grandstanding. And that being so, the unveiling of deep state activities remains pertinent.

In this situation, seeing the United States paralysed, other powers are tempted to make their own moves, but at the same time they don't want to jerk the United States out of their paralysis. So they move cautiously.

Biden is the president who delivers Trump's program. Without Biden, there wouldn't have been any credibility to the dismantling of the deep state.

That lies in plain sight. The why? As I've pointed out in the previous few posts, the Westphalian Peace established the coexistence of Catholics and people of at best good will (as the Catholic Church puts it now) and that means as much as coexisting with the or mafias of one kind or another. And in this kind of environment it is imperative to pay attention to one's economic standing, the more so the less dynamic one's economic development is.

Well, in fairness, the second law of thermodynamics pulls us into that direction anyway, but if we had nations, in which there were no conspiracies of people, who are convinced that any economic power of outsiders is a problem to be solved (for instance, it is not enough to point out the beliefs in which the Anthroposophists diverge from Christianity, it is also necessary to list all the companies they own in a hit-piece on them), there would be less financial shackles and more trust. And in this way the Westphalian Peace is connected with Meyer Amschel Rothschild and the secularism of the French Revolution.

Anyway, there's a way out, whether the second law of thermodynamics is supported by mafias or not, namely technological progress. What the support does is to add to the natural selection of the fittest, thus effectively handing over cultural decisions to the boldest innovators. And they may become convinced that they can shape everything.

Can they? Klaus Schwab's transhumanism, supported by the Corona pandemic of bioengineering, is a bogeyman, aimed at driving people into skepticism towards technological progress. The question only is how the situation will be resolved. The Catholic Church is able to run the United States, but it cannot run the American people. It can paralyse the state - and has - but what good comes of it?

Now Russia and China have free reign - for a while. Nothing comes from nothing, and the current window of opportunity comes at a price as well. Shouldn't it be suitably worthwhile?

The people are in the chains of the system and the system provides worsening perspectives. It is built on agreement and the chains hence are of a deceiving nature. Deception is the currency that is about to lose its value, agreement among people, who have just awaken, is of little practical use or significance (the only thing it's good for is getting something on the way without considering the troubles). The result seems clear. Neither does it, in the words of Klaus Schwab, just happen, nor can anyone pride himself on causing it.

Man's power is to kill, hurt and hinder, not to create. Creation is the miracle man marvels at when looking back and asking himself what led his steps. A good warden is determined by what he watches, a bad one turns it into his desire. Bad wardens ruin their inheritance, good ones accompany it on its way. Punks are erased from the pages of history.

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18. Juni 2022

Freies und unfreies Gebet

Im Mittelpunkt meines im vorigen Beitrag zu Tage tretenden Unbehagens steht die soziale Akzeptanz von Gebeten und Wundern.

Gebete können willkürlich und unwillkürlich erfolgen, wobei unwillkürliche Gebete Verteidigungsreflexen gleichen und willkürliche Anstrengungen darstellen. Das materielle fügende Gebet dient der reflexartigen Verteidigung dabei im besonderen, etwa bei Autounfällen. Dieses Gebet stellt wie gesagt eine Wette dar, und zwar eine, bei welcher das Risiko des Vertrauens auf das Gebet um des Friedens Willen, um welchen es geht, zumeist die eigene körperliche Unversehrtheit, angenommen wird.

Körperliche Risiken aus anderen Gründen anzunehmen mag pauschal als frivol verworfen werden, ist es aber natürlich nicht. Worum es hier im Kern geht, ist die Frage, ob es eine Gesellschaft akzeptiert, wenn jemand seine gesellschaftliche Stellung nur mit Gottes Hilfe erlangen konnte. Tut sie es, so ist das Gebet frei, andernfalls unfrei.

Ist das Gebet unfrei, so besteht die Gesellschaft darauf, daß sämtliche Leistungen mit regelmäßiger Zuverlässigkeit erbracht werden können, singuläre Leistungen werden ignoriert. Wunder sind nur dort erwünscht, wo das Unglück zuschlägt oder sich die Führung irrt und die Geführten es ausbaden müßten. Und das ist das Gebet für die Obrigkeiten: Wir beten für sie, indem wir sie aus der Patsche hauen, nachdem sie uns in den Schlamassel hineingezogen haben. Mit anderen Worten sind Wunder gut genug, um die Stellung der Obrigkeiten zu erhalten, aber nicht gut genug, um die eigene Stellung zu verbessern.

Und das ist mir unter keinen Umständen besonders lieb und teuer. Allerdings, es läßt sich staatsphilosophisch verteidigen, nicht so leicht wie pater familias, aber es läßt sich verteidigen. Nur, es ist gerade das Bestehen auf regelmäßiger Zuverlässigkeit durch das Ignorieren singulärer Leistungen, welches uns den Computer als seine reinste Verkörperung beschert hat, an welcher wir nun zu ersticken drohen. Und was die gegenwärtige Lage angeht, in welcher die Obrigkeiten aus lauter Dr. Mengeles bestehen: Für was beteten wir denn da? Daß sie den Eindruck gewännen, daß sie die Fähigkeit besäßen, unseren Körper nach Belieben umzuprogrammieren? Weil es uns ansonsten an den Kragen geht? Das wollen wir doch lieber sein lassen.

Nein, bei aller Wertschätzung der Zuverlässigkeit sollten wir Gottes Beistand mehr Platz einräumen.

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17. Juni 2022

Metaphysik als unpersönliches Lenken, Entdecken und Nutzbarmachen

Die Beziehung des Menschen zu Gott hat drei Dimensionen, nämlich Gottes Macht, Gottes Nähe und Gottes Güte, welche es uns erlauben, jenseits unserer Person zu lenken, zu entdecken und nutzbarzumachen.

Wenn uns Gottes Macht bewußt wird, so beten wir darum, daß Er sich uns gnädig zeige. Wir suchen Ihn also genauso zu beeinflussen, wie gesetzmäßige Abläufe, nur daß wir jene zu beliebigen Zwecken lenken können, während das Gebet unpersönlichen Zwecken gilt. Das Monument, welches Gottes Macht bewußt macht, ist das Wunder, ja, sogar die Mitternachtssonne genügt bereits, insofern die Neigung der Erdachse einen Eindruck davon gibt, daß die Erde zur Besiedelung eingerichtet wurde. Die katholische Kirche hat übrigens keine einzige Kirche nördlich des Polarkreises gebaut, die orthodoxe schon. Und sogar in Gegenden, in welchen es am 21. Juni nicht mehr dunkel wird, heißt es in Kirchenliedern trotzig: Sogar an den längsten Tagen geht die Sonne unter. Ich folgere, daß die katholische Kirche die Macht Gottes haßt.

Wenn uns Gottes Nähe bewußt wird, glauben wir an etwas. Glaube erlaubt es uns zu beten, und indem sich unser Glaube bildet, bilden sich unsere Gebete und wir entdecken die transzendente Wirklichkeit, doch mit dem Unterschied zur Entdeckung der physikalischen, daß wir nicht persönlich darüber entscheiden, welchen Ansatz wir verfolgen, sondern unpersönlich durch unseren Glauben. Das Monument, welches Gottes Nähe bewußt macht, ist die Prophezeiung. Der Codex Vaticanus enthielt bis 1415 die Offenbarung nicht. Ich folgere, daß die katholische Kirche die Nähe Gottes haßt.

Wenn uns Gottes Güte bewußt wird, nehmen wir Gottes Ordnung an. Dies geschieht bei jedem Gebet:
  • materielle Gebete sind angenommene Wetten,
  • funktionale Gebete angenommene Verträge und
  • ideelle Gebete angenommene Verantwortungen, Abhängigkeiten oder Gültigkeiten.
Das Angenommene beschreibt die Rollen der Betenden und stiftet bedingte Sicherheit. Wir empfangen es und unterwerfen es konstruktiver Kritik, machen es also nutzbar, aber können doch nur annehmen, was wir mehr als nur persönlich empfangen. Wesentlich ist, daß die Betenden sich durch das von ihnen Angenommene gegenseitig bedingen, wodurch sie es in der Hand haben, spirituelle Türen zu öffnen und zu verschließen. Und deshalb ist das Monument, welches Gottes Güte bewußt macht, die Unschuld, nämlich weil die Unschuld mannigfach bedingt: Vieles kann nicht sein, weil es dem Unschuldigen nicht widerfahren kann, und von manchem muß man abstehen, um sich zu erhalten. Was die katholische Kirche in dieser Angelegenheit tut, ist, die Katholiken unschuldig zu erhalten, damit sie keinen Schaden nehmen. Es ließe sich also sagen, daß die katholische Kirche die Güte Gottes liebt, nur ist sie wohl etwas zu weit gegangen, als sie die erzwungene Teilnahme an medizinischen Großexperimenten einforderte, darauf spekulierend, daß all die unschuldigen Katholiken schon sicherstellen würden, daß diese Experimente keinen Schaden anrichten würden, und vielleicht sogar darauf, daß auf diese Weise alle Schuldigen gezielt getötet werden könnten (vergleiche Mk. 16:18), aber wie es sich jetzt darstellt, wurden zwar spirituelle Linien gezogen, an welche sich die Betenden halten müssen, aber sie laufen nicht auf den Erhalt des Status quo hinaus, um welchen es der katholischen Kirche zu gehen scheint.

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16. Juni 2022

Zum Nebeneinander von Krieg und Frieden

Ich habe den viert- und drittletzten Beitrag vielleicht etwas zu knapp gefaßt. Zunächst einmal ist es möglich, Gelegenheiten auszuloben, ohne sie zu vermarkten. Vermarktung bedeutet, daß bei der Auslobung der Profit im Mittelpunkt steht, aber das muß er nicht. Dann besteht eine Angewiesenheit der Gelegenheitsauslobung auf eine Willensgemeinschaft hinsichtlich der Verteidigung der staatlichen Ordnung. Aus diesem Grund sind England und Holland konstitutionelle Monarchien, also weil es dem niederen Adel bedenklich erschien, die willenseinbindende Wirkung der Monarchie aufzuheben, mit anderen Worten wollte er die Geschäfte führen, ohne Anspruch auf den Besitz des Ladens zu erheben, wohlwissend, daß das zu Zank führen würde.

Es wäre denkbar, daß die Gelegenheitsauslobenden sich dergestalt von der Allgemeinheit entfernten, daß sie große Willensgemeinschaft im kleinen Kreis besäßen, aber der Allgemeinheit gegenüber nur gerade genug täten, um die allgemeine Wehrbereitschaft zu erhalten. So jedenfalls geht die revolutionäre Mär. Das ist aber grundverkehrt: Nirgends findet sich eine Elite, welche unter sich uneigennütz dem Guten, Wahren und Schönen diente und die Masse mit Brosamen abspeiste. Ja, die entsprechende Bibelstelle (Matth. 15:27) ließe sich so lesen, daß Jesus ursprünglich genau das vorhatte, aber daß selbst er es nicht vermochte.

Das Problem besteht nicht in Exklusion, bestand nie in Exklusion und wird auch nie in Exklusion bestehen, und zwar weil das Licht in der Finsternis scheint und die Finsternis es nicht in Beschlag nehmen (κατέλαβεν) kann. Das Problem besteht darin, daß die Uneigennützigkeit fließend durch Profitkalkül verdrängt wird und das Licht des Lebens verlustig geht, welches es birgt.

Da Jacob Rothschild nun genau diesen Punkt im israelischen Fernsehen angesprochen hat: Auch in Israel geht's bergab, selbstverständlich findet sich noch viel Licht in der Welt, aber es gibt keine Belege dafür, daß sich Heile Welt-Reservate, ob Israel nun eines ist oder nicht, überdurchschnittlicher Helligkeit erfreuten, denn wo in der Welt strahlte es heller als zur Zeit gehörig?

Doch ob die revolutionäre Mär von der Exklusion nun geglaubt wird oder nicht, der Ansatz zur Lösung zivilisatorischer Probleme besteht gleichfalls darin, Operationsrahmenbedingungen aufzustellen, denn dazu allein ist die Politik fähig. Zwei Betrachtungen dazu:
  1. Läge Exklusion vor, so ließe sich Inklusion zwar formal erzwingen, aber die Frage bliebe, was unfreiwillige Inklusion wert ist (Tipp: Kooperation und Koexistenz sind nicht dasselbe), doch wenn Markthörigkeit das allgemeine Problem der Zeit ist, welche Chancen bestehen dann, daß die Operationsrahmenbedingungen nicht selbst durch Profitkalkül motiviert sind?, also mit anderen Worten darauf zielen, den Wettbewerb zum eigenen Vorteil zu verzerren, was zu Rückständigkeit führt (außer im Krieg, also wenn die Koexistenz nicht garantiert wird), oder gesetzt den Fall, daß die Vernunft nur dem Opportunismus den Riegel vorschöbe, zu was für einer Vernunft könnte sie ihm durch Operationsrahmenbedingungen verhelfen, welche über das Einhalten von strafbewehrten Ge- und Verboten hinausgeht? Wiederum: Gnade läßt sich nicht erzwingen.
  2. Wenn wir die Perspektive wechseln und die Regierung als Gelegenheitsauslobenden betrachten, welcher Unternehmen die Gelegenheit gibt, in seinem Hoheitsgebiet zu operieren, und es so ansehen, daß all die Auflagen, welche die Regierung erläßt, Geldbeträge darstellen, welche vom Gewinn abgezogen werden, und welche die Regierung also gleichsam für ihre Zwecke verlangt, so verhält sich die Regierung gewissermaßen genauso profitmaximierend wie der Handel, und es nähme wenig Wunder, wenn sie genau wie er desto gewagtere Abkommen schließt, mit je härteren Bandagen gekämpft wird. Und was außer angeborener Zurückhaltung begrenzt in der gegenwärtigen Konzeptualisierung wirtschaftlicher und politischer Prozesse die Härte der Bandagen?, ist die Lehre doch, daß nicht der Willensgemeinschaft zu opfern ist, sondern die Willensgemeinschaft (die jesuitische Subversion zur Kenntlichkeit entstellt).
Ja, so kann ich schlecht schließen. Die angesprochenen Heile Welt-Reservate zeichnen sich dadurch aus, daß sie die jesuitische Lehre offen zurückweisen, nur daß sie es nicht aus gelegenheitsauslobender Uneigennützigkeit heraus tun, also weil sie das Licht nicht verkaufen mögen, weil sie Kooperation höher schätzen als persönliche Macht, sondern weil sie glauben, daß sie zu dem selben Grad, zu welchem sie Koexistenz frei gestalten können, auch zur Kooperation fähig werden, was aber nur negativ gilt, ohne Koexistenzmöglichkeit auch keine Kooperationsmöglichkeit, doch der Grund, warum gerade besonders kooperative Menschen der jesuitischen Lehre zum Opfer fallen, ist gerade der, daß sie sich keine Gedanken über die Koexistenz machen, sondern sich ganz selbstverständlich an die Regeln halten, ohne sich zu fragen, ob es die andere Seite auch tut, was umgekehrt heißt, daß, wer ständig an Koexistenz denkt, sich dem Licht verschließt.

Oder weniger umständlich gesagt: Die Jesuiten fordern die freien Christen seit 374 Jahren dazu auf, sich auf einen Koexistenzmodus einzulassen, in welchem Gelegenheitsauslobung als Mittel der Machtausübung zunehmend die freie Kooperation verdrängt, so daß sich die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen verhärten, bis die Koexistenz selbst zum Problem wird, wohlwissend, daß die freien Christen darauf nicht gefaßt sind.

Nur, wer die Dunkelheit umarmt, kommt nicht zum Licht.

Was mein Verhalten angeht: So lange es nicht Gott selbst oder genauer gesagt die Gemeinschaft der Heiligen durch Engel feige oder inkonsequent nennt, denn das hat sie bereits einmal getan, betrachte ich mich in meiner jetzigen Position als Diener genug. Und das Seltsame ist, daß ich das alles schon gesagt hatte. Was sich die Welt wohl vorgenommen hat? Ich meine die Menschen, jeder wählt sein Schicksal, einzeln und im Ganzen.

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15. Juni 2022

500 Jahre stummes Einverständnis: 343 (BWV 639) 221 243 440

Einkehr, Würdigung, Treue, Mut.

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The case for open-ended logarithmic ratings

Really, how are you to rate Depeche Mode's albums? If Violator is a 100 and you rate in terms of percentage, A Broken Frame would be about a 25.

Well, but other bands've made albums as well. Let's say the self-titled The Doors album is a 100, Violator is then about a 12.5 and A Broken Frame a 3.125. And if The Prodigy Experience is a 100, The Doors is only about a 12.5 and A Broken Frame a 0.390625.

Differently put, if we gave 10 stars to Supertramp's Crime of the Century, we would give 5 stars to The Prodigy Experience, 2.5 stars to Breakfast in America, Even in the Quietest Moments, Crisis, What Crisis? and Indelibly Stamped, 1.25 stars to The Fat of the Land and that would be it, because we wouldn't have to give a single star to any album ever again.

So, what happens? You end up giving albums like Violator 9 stars, because you need room to differentiate A Broken Frame from Tears for Fears' The Hurting.

In order to escape this, we need a ladder of standards, each standard crushing the previous one by knocking it out of its park, just like for earthquakes measured in the Richter scale:
  1. Diverting. Depeche Mode A Broken Frame.
  2. Intriguing. Level 42 World Machine,  Thompson Twins Into the Gap, John Farnham The Age of Reason, Tears for Fears The Hurting, Billy Idol Rebel Yell, Rick Wakeman Journey to the Center of the Earth.
  3. Masterful. Huey Lewis & The News Sports, Hubert Kah Goldene Zeiten, ZZ Top Eliminator, INXS Kick, Supertramp Brother Where You Bound, Depeche Mode Violator, Jefferson Starship Nuclear Furniture, ABBA Arrival.
  4. Signs of Genius. Cream Fresh Cream, The Who The Who Sell Out, Spooky Tooth It's All About, Supertramp Famous Last Words.
  5.  Achieved Genius. Spooky Tooth Spooky Two, The Stone Roses The Stone Roses, Electric Light Orchestra Face the Music.
  6.  Master of the Plane. The Doors The Doors, Santana Abraxas, Supertramp Supertramp.
  7.  Breaking the Plane. The Prodigy The Fat of the Land.
  8.  A World in Itself. Supertramp Indelibly Stamped, Crisis, What Crisis?, Even in the Quietest Moments, Breakfast in America.
  9.  Manifest Grace. The Prodigy Experience.
  10.  Active Grace. Supertramp Crime of the Century.

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Zur Verschiebung der Machtbasis in der Spätphase des gegenwärtigen Zeitalters

Die traditionelle Machtbasis des Adels ist die Willensgemeinschaft. Doch mit dem Anbruch des Überseehandels verschob sie sich zur Gelegenheitsauslobung hin.

Länder, in welchen dies frühzeitig geschah, wie Holland und England, etablierten bald konstitutionelle Formen der Monarchie, da es im gewandelten Interesse ihres Adels lag, Länder, in welchen sich die Machtbasis des Adels nicht verschob, wie Deutschland und Rußland, hielten an Autokratien fest. Aber auch in letzteren machte sich die Macht der Gelegenheitsauslobung bemerkbar, und in vielen Fällen spielte der Status der Monarchie für das tägliche Leben keine entscheidende Rolle.

Ein von Willensgemeinschaft dominierter Körper zeichnet sich durch seine Willkür aus, ein von Gelegenheitsauslobung dominierter durch Talentförderung und ein Streben nach Berechenbarkeit, wenn keine Willensgemeinschaft vorliegt, und nach Erforschung, wenn sich die Gelegenheitsauslobung mit Willensgemeinschaft verbindet.

Die Verwaltung im Zeitalter der Wacht ist ein Beispiel für Gelegenheitsauslobung, welche sich nicht mit Willensgemeinschaft verbindet, also diplomatischer Natur und als nach Berechenbarkeit strebend konservativ. Die Gelegenheitsauslobung der Moderne verbindet sich hingegen traditionell mit Willensgemeinschaft und ist also progressiv.

Die Gelegenheitsauslobung stellt ein hinterfragendes Element dar, welches, wenn es sich selbst überlassen bleibt, in Unschlüssigkeit verfällt, und, wo es auf Willensgemeinschaft trifft, dem blinden Drange Fortschrittskriterien zur Seite stellt. Allerdings kommt es hier zu folgender Komplikation.

Während sich die Willensgemeinschaft auflöst, bildet sich kein diplomatisches Verhalten, vielmehr kommt es zur Vergröberung der Gemeinschaft, also ihrer Ausrichtung auf das Niedere, welches umso unbedingter gewollt wird, je fundamentaler es ist. Und im Rahmen dessen wird die Erforschung immer verwegener, die Willensgemeinschaft selbst gerät in das Ansehen der Herstellbarkeit, und Versprechen werden bereits für Erfolge gehalten. Die Fluidität der Verhältnisse nimmt zu und mit ihr die Verschätzung, und indem sich der Fortschritt als unbefriedigend erweist, bricht sich die Unberechenbarkeit Bahn. Daß es nicht gutgehen kann, liegt auf der Hand, wenn man die Sache aus der nötigen Distanz betrachtet:

Open the gates
and let opportunity
wash the pillars away.

Shut the gates
and let audacity
take their place.

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