Verbundenheit im Bau und in der Gegenwärtigkeit
Das erste Mal, daß ich ein Hemd trug, war zur goldenen Hochzeit meiner Großeltern mütterlicherseits, ich war 6 Jahre alt und empfand Ehrfurcht gegenüber dem die Zeiten überbrückenden Werk, auch wenn ich mich damit beschäftigte, durch die Schwingtür des Lokals in den Festsaal zu laufen, ohne sie mit den Händen aufzustoßen, was damit endete, daß ihre Scheibe zerbrach und ich eine Narbe auf der Wange unter dem rechten Auge davontrug - Ehrfurcht ist eine Sache, Langeweile die andere.
Als ich später Mathematik studierte, trug ich wieder Hemd als Uniform der Ehrung des Zeitenüberbrückenden.
Auch heute trage ich Hemden, wenn ich unter Leute gehe: Es ist eine Erinnerung daran, im Bau am Zeiten überbrückenden Werke verbunden zu sein.
Allgemein betrachtet sind Menschen entweder im Aktualen oder im Potentialen verbunden, und letztere Verbundenheit besteht darin, zum Bau von etwas beizutragen. In dem Sinne sagt Johannes:
und nicht für das Volk allein, sondern daß er auch die Kinder Gottes, die zerstreut waren, zusammenbrächte,also daß Christus den Grundstein für einen Bau gelegt hat, in welchem die Kinder Gottes verbunden sind, gleichsam als idealisiertes Muster, welches der Geist Gottes werden läßt, indem er sagt: Es sei! (man übersehe nicht den gestrigen Nachtrag dazu).
Im Kern besteht die Verbundenheit im Bau stets in der Auslieferung im Rahmen des generativen Zykels eines Zeitalters, also sich auszuliefern, um im Zeitalter der
- Wunder das Fazit aus der Teilhabe mitzuteilen,
- Wacht die Technik in der Aufgabe und
- Werke das (Begleitungs-)Wissen der Lehre,
So wichtig ist es Menschen, im Bau verbunden zu sein, daß die Regierenden bisweilen eine bloße Hülle idealisieren, das nationale Prestige, getragen von modischen Einrichtungen und Leistungen zur Schau, und sei es im Sport, an welchen die Menschen bitte mitbauen möchten.
Aber auch dafür gibt es stets einen wahren Grund, welcher nur eben nicht in der Verbundenheit im Potentialen, sondern in jener im Aktualen besteht.
Die Verbundenheit in der Gegenwärtigkeit besteht zwischen den Verantwortungsübernehmenden und betrifft dasjenige Gut, welches im jeweilen Zeitalter die Verantwortungsübernahme erlaubt, derart es sie im Zeitalter der
- Wunder in einer schulmäßigen Aristokratie um das entwickelte Wissen um Fazite herum verbindet,
- Wacht in einer stabsmäßigen Timokratie um den entwickelten Zugang zu Techniken herum und
- Werke in einer cliquenmäßigen Oligarchie um die entwickelte Macht infolge des (Begleitungs-)Wissens herum,
- die aristokratische Schule jenes Voraussetzungs- oder Umgangswissen aufbewahrt,
- der timokratische Stab die jenen Techniken entsprechenden Vorhaben und
- die oligarchische Clique die jenem (Belgeitungs-)Wissen entsprechenden Pläne
- eine Aristokratie dadurch definiert sei, daß diejenigen herrschen, von welchen bekannt ist, daß sie es am besten können, also im Zeitalter der Wunder die Ältesten, weil sie die größte Erfahrung besitzen,
- eine Timokratie dadurch, daß diejenigen herrschen, von welchen befürchtet wird, daß sie es am besten tun, also im Zeitalter der Wacht die überzeugendsten Führer, und
- eine Oligarchie dadurch, daß diejenigen herrschen, welche über die größte Macht verfügen, also im Zeitalter der Werke die Reichsten oder Vermögendsten.
Deshalb hält die katholische Kirche den Feudalismus eben auch für kontrollierbar: weil er nur über einen schwachen Zusammenhalt verfügt und sie mit der Einigkeit der im Bau Verbundenen sprechen kann - theoretisch, sofern dem nicht nationale Vereinnahmungen des Baus entgegenstehen, weshalb sie eben seit 1763 versucht, sämtliche nicht katholischen christlichen Staaten zu vernichten, von welchen die Vereinigten Staaten von Amerika nun als letzter an der Reihe sind.
Sie handelt formulaisch, nach dem gleichen Rezept wie seit 2000 Jahren - und leugnet die Existenz verschiedener Zeitalter. Daß sie dabei ebenfalls Hüllen idealisiert, etwa in Form der Klimarettung, abgesehen davon, daß Philadelphias Tür für immer offen steht, da es auf immer Arme geben wird, zeigt indes, daß sie ihre Macht über die Kinder Gottes verloren hat, was erklärt, warum sie dem Marxismus ideologisch nichts entgegenzusetzen hat.
Letztlich habe ich es seit dem Anfang meines Blogs gesagt: Es gibt keinen überzeugenden Zukunftsentwurf mehr, welcher uns in eine bessere Zukunft führte. Alles, woran die Alten denken, ist, daß die Jungen verwöhnt sind, und man es ihnen nur übel genug zurichten muß, damit sie das Leben wieder schätzen - und wenn sie's nicht tun, tun's halt die Armen aus aller Herren Länder. Es ist nicht unbedingt ein gutes Omen, wenn diese Sicht regiert.
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