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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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3. Februar 2026

Die Gedanken als Aussichtsversammlungsermöglichungen und -aktualisierungen

Es läßt sich erstaunlich viel Ordnung in den vorigen Beitrag bringen.

Die Gedanken bilden drei Paare, jeweils ein Erlebnis und ein anderer, wobei das Erlebnis eine Aussichtsversammlung ermöglicht und der andere sie aktualisiert:
  • das Abhängigkeitserlebnis ermöglicht die Versammlung von Einkehren in einem Kurs und das Anstreben aktualisiert sie,
  • das Gültigkeitserlebnis ermöglicht die Versammlung von Eventualitäten als Muster im Sein und die Entsprechung aktualisiert deren Merkmale in ihr, wobei das Muster als Ganzes auch ein Merkmal seiner bildet, und
  • das Verantwortlichkeitserlebnis ermöglicht die Versammlung von Aspekten als einander zugeordnet* im Interesse und Bedacht (die Aussicht erlaubt hier bereits ihre eigene Versammlung) und die Verbindung aktualisiert sie vorstellend.
* genau dadurch wird ein Eindruck dem anderen zugeordnet, daß wir dafür verantwortlich sind, uns, nachdem wir uns den anderen vorgestellt haben, den einen zu ihm hinzu vorzustellen, unter Umständen in einem Bedacht, etwa wenn wir sprechen und unseren Begriffen Worte zuordnen und unseren Worten Anstrengungen, sie zu formen, jedoch nicht, wenn wir etwa einer Tasse ihren Besitzer zuordnen, während wir sie lediglich betrachten:. Wir können Vorstellungen sozusagen auf Vorrat halten, um sie durch Ansammlung weiterer Aspekte in Bedachte zu überführen, und der scheinbare Kreisschluß, die Zuordnung durch Zuordnung zu ermöglichen, findet seine Auflösung durch die Spezifikation einer ursprünglich spontanen Zuordnung, welche sich im Benennungsakt Es heiße, x sei... durch die Menschheitsgeschichte zieht.

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2. Februar 2026

Die erweckenden Interessen der Gedanken

Die Beiträge Die höheren Grade der Bewußtheit und Fortsetzung der Besinnungsbegründung der Bildungen zusammenführend halten wir fest, daß
  • Anstreben erwachen, wenn uns ein Verhalten (ein Bedachtsbegriff) in interessante Umstände versetzt,
  • Abhängigkeitserlebnisse, wenn interessante Umstände ermöglicht werden,
  • Gültigkeitserlebnisse, wenn interessante Zustände erfaßt werden,
  • Verantwortlichkeitserlebnisse, wenn ein relevanter Einstand einer interessanten Auswirkung einübend zugeordnet wird,
  • Verbindungen, wenn ein interessanter Gegenstand evoziert wird, und
  • Entsprechungen, wenn ein interessantes Verhältnis bezogen wird.
Befinden wir uns beispielsweise in einem dunklen Raum, so erwacht
  1. daß es uns das Umlegen eines Lichtschalters ermöglicht zu sehen,
  2. daß es uns das Abtasten der Wände ermöglicht, einen Lichtschalter zu finden,
  3. daß uns vorsichtiges (nun ja...) Vorantasten in Kontakt mit einer Wand versetzt,
  4. daß uns das Abtasten der Wände in Kontakt mit einem Lichtschalter versetzt und
  5. daß uns das Umlegen des Lichtschalters in einen hellen Raum versetzt.
Möchten wir einem anderen etwas mitteilen, so müssen wir es sprachlich evozieren. Ist dabei alles benannt, so kommt er dabei ohne Bezüge aus, andernfalls muß er sich etwa bequemen, die Oberste auf die Schubladen und diese auf den Schreibtisch zu beziehen, wobei es theoretisch natürlich auch möglich wäre, die oberste algorithmisch per Definitionsabgleich festzustellen, aber praktisch dürfte sich wohl jeder eine oberste Schublade vorstellen, welcher die reale entspricht.

Die oberste als solche zu kennzeichnen, beruht auf Erfassen.

Die Einübung des Übergangs von der Auswirkung (der Absicht, dem Bedacht, dem Ziel) zum Einstand (dem Zuneigen zum selben, dem Impuls, der Anspannung) durch Zuordnung ermöglicht denselben nicht, wiewohl es uns ohne die Zuordnung schwerfiele, uns zu versetzen.

Überdies, wiewohl Zuordnen ein Spezialfall des Anstrebens ist: Interessant erscheint uns nicht die Zugeordnetheit des Einstandes, sondern die Auswirkung, welcher er zugeordnet wird.

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31. Januar 2026

Eine Apologetik der Offenbarung

Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist.
Mit anderen Worten: Der Preis ist es wert. Doch ist er es?

So lange wir eine Wahl, welche wir haben, nicht erkennen, sind wir nur bedingt für sie verantwortlich. So lange wir die Offenbarung nicht verstehen, müssen wir sie nicht verteidigen. Doch wenn wir es tun, auch wenn wir nicht vorhaben, uns an ihren Worten zu beteiligen, müssen wir uns doch fragen, ob das Geoffenbarte unserem Gerechtigkeitsempfinden entspricht.

Worum geht es uns? Was versprechen wir uns von der Zukunft? Und ist es sie wert?

Wie ich zuletzt ausführte, geht es mir um die Wiedererlangung eines gehießenen Lebens und dazu die Befreiung aus den Herrschaftsvermengungen.

Die Offenbarung beschreibt die erste als die Zerstörung der großen Stadt, Kapitel 17-18, die zweite als die Absetzung des Tiers, Kapitel 19, und die dritte als Harmagedon, Kapitel 16, wobei es nicht gänzlich klar ist, daß es sich bei den letzten beiden um zwei verschiedene Ereignisse handelt, dies jedoch gehofft werden darf.

Angenommen, jemand schaffte es, die Herrschaftsvermengungen auf eine Weise zu überwinden, welche die Offenbarung lediglich metaphorisch erfüllte, ohne all das Blut zu vergießen, so könnte man es doch schwerlich gegen ihn halten, und wenn sich einer dazu anschickte, muß man sich gegen ihn stellen, weil die Offenbarung offenbart, was sie offenbart? Oder muß man ihm Glück wünschen?

Und wenn es dann doch so kommt, wie es die Offenbarung in Visionen vorhergesagt hat, war es dennoch richtig? Entsprach der geoffenbarte geschichtliche Kurs dem Weg des Menschen zu Gott?

Wenn das Ziel es wert ist, muß man sich auf den Weg machen und andere ehren, wenn sie es tun, doch auch die Offenbarung, indem man sich darauf einstellt, daß es genau so kommt, wie sie es vorhersagt.

Wenn wir das Ziel erreichen müssen, und es auf keine bessere Weise erreichen können, haben wir sie offenbar verdient. Und wenn wir es auf eine bessere schaffen, hat Gott uns weniger gestraft als befürchtet. Das ist eine Apologetik der anscheinenden Grausamkeit der Offenbarung. Und wenn sie uns auch nicht unbedingt, wie von Terry Pratchett und Neil Gaiman in Good Omens beschrieben, dazu bringt, es, vor ihr zurückschreckend, besser zu machen, gäbe sie uns doch wenigstens Zeit, uns vorzubereiten.

Blind auf sie vertrauen sollte aber niemand, sondern nur, wer sie als wahr erkennt, und auch dann kann das Kommende nicht als bereits geschehen beurteilt werden, sondern allenfalls als kommend, so das eigene Urteilsvermögen dazu hinreicht.

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Herrschaftsvermengungen

Es gibt drei (elementare) Herrschaftsvermengungen:
  • wenn sich zwei Herrschaftsformen nicht ausschließen, so können sie sich durchdringen,
  • tun sie es, aber überschneiden sich nicht, so besteht zwischen ihnen eine Übereinkunft, und
  • sonst befinden sie sich in einer Konfrontation.
Ich habe im vorigen Beitrag die Übereinkunft zwischen Oligarchie und Demokratie betrachtet, welche charakteristisch für die persönliche Phase des Glaubenszykels der abendländischen Kultur ist. In ihr obliegt das Geschäft privaten Konzernen, welche aufgrund der kolonialen Vergangenheit Europas oligokulturell angelegt sind: wenige exportstarke Konzerne dominieren die nationalen Ökonomien, während die Politik im allgemeinen der öffentlichen Akklamation unterliegt, welche indes durch zentrale kirchliche, staatliche und private Institutionen geformt wird, wobei die Kunst darin besteht, die Öffentlichkeit so zu informieren, daß sie genau die politischen Schritte fordert, welche den zentralen Interessen entsprechen.

Insofern es sich dabei tatsächlich um eine Übereinkunft handelt und die Konzerne ihre eigenen imperialen Interessen verfolgen, können die westlichen Staaten für ihre Volkswirtschaften im Vergleich zu China nur mangelhaft Verantwortung übernehmen.

Und unter Trump besteht in den Vereinigten Staaten nun eine Konfrontation zwischen Oligarchie und Tyrannei, bei welcher nationale Interessen im Namen des Volkes, aber ohne dessen Akklamation von der Regierung verfolgt werden, jedoch nur, soweit es die Geschäftsinteressen zulassen, wobei die öffentliche Meinung die Rolle einer höheren Gewalt spielt, welche es der Regierung erlaubt, bisweilen aus Abkommen mit einzelnen Geschäftsinteressen auszusteigen.

Insofern die Übereinkunft die Verantwortung teilt, führt sie zu Unverantwortlichkeit, und insofern die Konfrontation im Verborgenen stattfindet, macht sie ihre Betrachter passiv. Natürlich waren die Betrachter im vorliegenden Fall schon vorher passiv, jedoch wurde ihnen ihre Passivität bisher nicht aktiv vor Augen geführt, doch spätestens seit Trump's Eingreifen in Venezuela wird sie es.

Und der letzte Zweiklang ausTimokratie und Demokratie ist eine Durchdringung derselben, welche es in ihrer Volatilität, dem Abwechseln von Akklamation und Zwangsmaßnahmen, unmöglich macht, langfristige Ziele zu verfolgen und also zu Beliebigkeit führt.

Im Unterschied zu Hitler damals hält Trump heute nicht die Mittte zwischen Volk und Eliten (Militär und Industrie), sondern dient dem amerikanischen Militär als Projektionsfläche, um die Mitte zwischen Volk und Industrie zu halten, wobei seine Ruppigkeit den Übergang der Herrschaftsform verschleiert. Es stellen sich die üblichen Fragen, ich werde wohl noch einmal in einer Apologetik der Offenbarung auf sie eingehen.

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29. Januar 2026

Abstrakte und reduzierte Gemeinschaftsstrategien

Ich hatte Gemeinschaftsstrategien bisher auf nationaler Ebene betrachtet. Bis ich 16 Jahre alt war, bestand dort für mich kein Zwiespalt zwischen statischen und dynamischen: Statisch galt es, die heimischen Lebensumstände uneigennützig zu verbessern, und dynamisch, die dazu nötigen Schritte zu unternehmen.

Dieses Bild verfinsterte sich mit 17, als ich zunehmend mit Leuten zu tun hatte, welche auf dem Standpunkt standen, daß charakterliche Fehler für das Ganze nützlicher seien als Tugenden, sozusagen Thomas Hobbes im Umkehrschluß:
Wenn die Leute bereit sind, jeden Gesellschaftsvertrag zu unterschreiben, in welchem ihr Nachbar genauso schlecht wie sie behandelt wird, was werden sie dann erst dafür geben, besser als er behandelt zu werden?
Meine Genervtheit nahm zu, aber politisch änderte sich erstmal nichts. Was dann geschah, ist schon irgendwo ironisch: Ich hatte 1998, glaube ich, nicht gewählt, dachte aber, daß Schröder gewinnen würde und sein Sieg amüsierte mich, weil dieselben Leute, welche mich die letzten sieben Jahren genervt hatten, ihn haßten. Doch warum eigentlich? Abbau des Beamtentums, Privatisierungen, Kürzungen des Arbeitslosengeldes, staatliche Subventionen für geringe Wertschöpfung im internationalen Wettbewerb mit Niedriglohnländern - was hatten sie bloß gegen den Genossen der Bosse?

Andererseits, nichts davon gefiel mir: Auch wenn wir keine Monarchie mehr sind, warum nicht die Staatstreue durch Postboten und Bahnschaffner fördern? Dafür gibt es gute Gründe, welche zu keinen schlimmeren Lastern als Behäbigkeit greifen. Doch hier stehen unsere Sadismusapologeten und wünschen Schröder die Pest an den Hals. Wehe, sie bekommen, was sie sich wünschen.

Andere hatten mich auch etwas genervt, und schon seit ich zehn war, Snobs, welche nur abstrakt an eine dynamische Gemeinschaftsstrategie glauben, in dem Sinne, daß es schon eine Gemeinschaft geben wird, welche ihre professionalen Fähigkeiten zu schätzen weiß. Aggressiv vorgetragen ist mir diese Haltung eher unsympathisch, aber hassen tue ich sie nicht, und unter Umständen könnte ich sie mir auch zu eigen machen, wiewohl ich es bisher nicht getan habe.

Der Grund, warum ich damit keine Probleme habe, ist, daß es nur den Einzelnen betrifft, welcher dazu auch nicht das Prinzip der Gemeinschaft an sich in Frage stellt. Das hat Schröder aber getan, wiewohl ohne sich dessen so recht bewußt zu sein. Was hier greift ist folgendes:
Opportunisten führt die Gelegenheit nur einmal im Weltenlauf zusammen.
Schröder meinte, einigen Gemeinschaftsmitgliedern gemeinschaftlich verbunden unter die Arme zu greifen, was er hingegen tatsächlich tat, war, die Gemeinschaft in mehrere reduzierte Gemeinschaften zu zerstückeln:
  • Unternehmen, für den Weltmarkt fit gemacht, betrachteten sich fortan selbst als Gemeinschaften und verfolgten ihre eigenen imperialen Strategien und
  • der sie besteuernde und Härten abmildernde Staat wurde zur Gemeinschaft der Weltverbesserer.
Dies passiert übrigens jedem bessergestellten faschistischen Staat, also jedem, welcher die Wirtschaft im Interesse des Gemeinwohls, welches er gut ausgestattet gestaltet, frei agieren läßt: Er muß eine Klasse bevorzugen, da die Wirtschaft ohne eine benachteiligte Klasse kein Reservoir besäße, aus welchem sie sich rekrutieren kann. Entsprechend weitverbreitet ist die Praxis heute, wobei Wahlen zunehmend zu einem Spiel der Privilegienumkehr mutieren, so nach dem Motto: Jetzt seid ihr mit Arbeiten d'ran.

Zufällig verhält es sich damit aber nicht: Grundsätzlich wird die Mittelklasse im Interesse der Großkonzerne aufgerieben, weil die Abwicklung ihres Vermögens revolutionäre Zustände hinauszögert, jedoch erlauben primitivere Lebensverhältnisse in anderen Ländern es, einen Teil der Lasten auf sie abzuwälzen, da sie höhere revolutionäre Standards haben, sei es weil sie Armut gewöhnt sind oder es ihnen leichter fällt, ein Auskommen zu finden, oder ihre Gemeinschaft stärker ist. Freilich, je unwahrscheinlicher die Revolution, desto wahrscheinlicher der organisierte Widerstand (siehe Rußlands Niederlage im Ersten Weltkrieg)..

Unternehmen sollten keine Imperien sein, Nationen sollten ihre eigenen Industrien mit ihren eigenen Produkten haben, und internationale Qualitäts- und Modernitätsvariationen sollten völlig normal sein. Die Welt, welche wir uns angelacht haben, ist völlig pervers, notwendig menschenverachtend und von absurden innenpolitischen Frontverläufen geprägt. Dieser Mist führt nirgendwo hin. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, erscheint mir meine Utopie vergleichsweise alltäglich.

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27. Januar 2026

What'll America's quarter millennial reconstitution be like?

Will power be consolidated or will it shift?

It has shifted a lot in the last 150 years, much to the approval of many, and the powerful today are not likely more bent on keeping it than those of yesteryear.

Shifts occur when power changes its form and since many lost their power the last time around being slow to adapt, today's elites are ever vigilant, ready to change their business model if need be.

Since their interest is thus to dominate investment, they're hostile to common independence, be it intellectual, social or economical. At the same time they have to protect their own from each other.

The canonical way to achieve this is to weaken the strongest until the others are strong enough to gang up on him and then keep that state of affairs.

As long as national affiliations persist in this, national characteristics are a power factor, and with the elite's interest being what it is, pliant populations are preferable.

Of course, eventually the elite will consider the general population an infestation of its property and lose its ability to keep itself in check.

The objective today though is to keep the balance both intra- and internationally: By maintaining national affiliation, Russia and China have to be balanced by nationalistic satellites, and their economies have to be suppressed as well.

Worse, America's national affiliation has to be increased as well in order to achieve this.

That's Trump's mandate.

In a situation like this it is entirely natural to act cautiously, so as not to arouse suspicion of being ambitious and always wait for encouragement to go farther. But is Trump doing that?

Though entirely natural, caution has drawbacks as well. After all, Trump is supposed to succeed, and his erratic behaviour causes manic-depressive assessmental distortions of the situation.

Either Trump underestimates the need, caps it or he obfuscates and falls short on purpose, annoys the populace and intimidates the elite.

Is ICE to deport all illegals or just violent offenders? Trump has been touting the latter, while the former has been pursued.

It is of course easier this way, until it isn't anymore, and predictably so, it's a way to cause outrage, harden the lines and eventually declare insolvability.

The other two possibilities are:
  • Trump ran with it as long as he could, then blamed it on an underling, or
  • he knew nothing of it and the underling ran his own show.
From the viewpoint of the elite either possibility is irregular, but the first most so, and it's a general pattern: He huffed, he puffed and
  1. inflamed?
  2. got a great deal?
  3. was misunderstood?
From the elite's viewpoint he's a quick fix at best.

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25. Januar 2026

Die Formen der Brüderlichkeit unter den kulturellen Herrschaften

Brüderlichkeit hier als Mitte zwischen Liberté und Égalité.

Da Brüderlichkeit eine informale Kategorie ist, kann sie nicht danach kategorisiert werden, was ein Staat formal ist. Formale kulturelle Herrschaften können indirekte Herrschaftszwecke verfolgen, welche eine andere kulturelle Herrschaft darstellten, wenn sie direkt verfolgt würden. Der Schlüssel zu diesem Phänomen liegt im vorigen Beitrag: Eine Gemeinschaft verfolgt entweder
  • eine statische Gemeinschaftsstrategie,
  • eine dynamische oder
  • gar keine,
was mit dem Gut zusammenhängt, welchem sie zuvörderst vertraut, nämlich entweder
  • der Klarheit (vormals Wissen),
  • dem Zugang oder
  • der Macht 
Im Falle der Klarheit leuchtet dies unmittelbar ein, und natürliche Entwicklungen lassen sich nur ausnutzen, wenn Zugang zu ihnen besteht, übrigens
  • Befriedigbarkeit besteht in Klarheit,
  • Begegenbarkeit im Zugang und
  • Umsetzbarkeit in Macht,
und wenn es weder des Weges über die Klarheit, noch den Zugang zur Macht bedarf, so auch keiner Strategie.

Formal mag sich das Vertrauen auf
  • die Macht als Repräsentations-, Erlebnis- oder Willenskultur einkleiden, der Zweck der Herrschaft ist aber stets, Ermächtigungen anzuordnen,
  • den Zugang als Repräsentations- oder Erlebniskultur, wobei der Zweck der Herrschaft aber stets in der Anordnung der Zugänge besteht, und
  • die Klarheit einzig als Repräsentationskultur, wobei der Zweck der Herrschaft in der bewertenden Anordnung (Auszeichnung) der Klarheiten besteht.
Auf diese Zwecke bezieht sich das folgende also. Brüderlichkeit ist notwendig, da die herrschaftliche Anordnung der Güter die Verteilung der übrigen Güter bedingt, jedoch nur für die angeordneten Güter Verantwortung trägt. Also fällt es den Regierten zu, dafür zu sorgen, daß die übrigen Güter im verantwortbaren Bereich verteilt werden.

Ein kleines Gedankenexperiment dazu. Würde es Mäusen wohl gefallen, wenn wir kleine Labyrinthe für sie bauten, trockener und wärmer als es die Erde ist? Und könnten wir es uns erlauben, ihnen wenigstens einige zur Verfügung zu stellen? Jedoch, was könnten die Mäuse tun, um uns dazu zu bewegen? Und wenn nun eine Maschine in der Lage wäre, uns die Wirtschaft abzunehmen, einschließlich ihrer eigenen Bewirtschaftung: Was könnten wir unternehmen, um sie dazu zu bewegen, unsere Wünsche zu erfüllen?, beziehungsweise die nutzlosen Säcke, welche sie befehligten.

Am schwersten zu vertreiben sind Immobilien, die beste Investition Werkzeuge für den Bau und die Instandhaltung derselben, und folglich erblüht zunächst das Handwerk inmitten der Armut, wie uns der Volksmund lehrt: Handwerk hat goldenen Boden. Und wenn ein Land veramt, weil es nicht mehr konkurrenzfähig ist, kehrt sich der Prozeß um: Zunächst werden die Immobilienpreise künstlich erhöht, um einen Gegenwert für die profitable Produktion zu schaffen, dann konzentriert sich der verbleibende Reichtum bei den Handwerkern, welche die Immobilien instandhalten, und schließlich beraubt sie dies ihres Werts.

Da nunmal demjenigen, welcher nichts hat, auch noch dasjenige genommen wird, was er meinte zu haben, muß der freie Produktionswettbewerb zwangsläufig in den Kollaps des Güterkreislaufs münden. Das einzige, was ihn daran hindert, ist die Unverkäuflichkeit von Ressourcen. Die Willenskultur betrachtet die materiellen Güter, über welche sie herrscht, als ihren nationalen Besitz, welchen sie verteilt. Brüderlichkeit ist hier nicht zwingend notwendig, wiewohl es auch einen Bedarf an den anderen beiden Gütern gibt: Égalité ohne Liberté ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

Doch wenn es keine materielle Gleichheitsgarantie gibt, muß es zwingend materielle Brüderlichkeit geben, welche den Ausverkauf verhindert. Und damit komme ich zu den drei Formen der Brüderlichkeit.

Besteht der Zweck der Herrschaft in der Auszeichnung der Klarheit, so besteht die Brüderlichkeit darin, eine Grundausstattung mit Zugang und Macht für eine Grundausstattung an Klarheit zu reservieren.

Besteht der Zweck der Herrschaft in der Anordnung von Zugängen, so besteht Brüderlichkeit darin, Bekannten informellen Zugang zu sich zu gewähren und sie überall dort, wo man formellen Zugang hat, zu berücksichtigen, derart sie Gelegenheit hätten, hinreichend Klarheit und Macht zu erlangen.

Und wenn der Zweck der Herrschaft in der Anordnung von Ermächtigungen besteht, so besteht Brüderlichkeit am Arbeitsplatz und in der Verbreitung von Klarheit und Zugängen.

Es ist natürlich wichtig, über günstige Energie zu verfügen, aber national ist der Preis für alle gleich: Was China global vorgemacht hat, kann sich jederzeit im kleineren Maßstab national wiederholen, und wird es auch, wenn die Automatisierung weitere Fortschritte macht und kein Systemwechsel erfolgt.

Und was die Brüderlichkeit in Form der Bekanntschaft angeht: Sie entwickelt sich im Vergleich zu jener in den Formen der Kongenialität und Interdisziplinarität nur sehr langsam und kann somit, wo sie fehlt, nicht als Sicherheitsnetz herbeigezaubert werden.

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24. Januar 2026

Statische und dynamische Gemeinschaftsstrategien

Gestimmte neigen zu statischen und Fordernde zu dynamischen Gemeinschaftsstrategien, wie sofort aus deren Definitionen erhellt
  • statische suchen strategische Voraussetzungen zu planen und
  • dynamische beruhen auf sich im Rahmen natürlicher Entwicklungen ergebenden,
wobei es vor allem um menschliche Aspekte geht, denn die Jahreszeiten, beispielsweise, akzeptiert natürlich jeder als sich natürlich ergebende strategische Voraussetzungen, und bezüglich menschlichen Aspekten besteht das folgende Paradox:
Mit der Relativierung des menschlichen Verhaltens gegenüber den Umständen wird es selbst zunehmend unvorhersehbar, so daß die Strategie, natürliche Entwicklungen auszunutzen, sich selbst untergräbt.
Natürlich bliebe das menschliche Verhalten vorhersehbar, wenn es die Umstände eindeutig bestimmten, aber indem der Mensch das Verhalten Anderer vorwegzunehmen sucht, wird die Kausalität aufgehoben und der Schluß unsicher, es sei denn, er verfolgte ein Motiv, welches von der Vorwegnahme nicht betroffen ist.

Dieses Phänomen sehen wir etwa an den Aktienmärkten, wo es kaum fundamentale Investitionskriterien gibt, sondern fast ausschließlich relative zu den übrigen Investoren.

Die bedeutendste statische Gemeinschaftsstrategie unserer Zeit ist weiterhin der generative Zykel des Zeitalters der Werke, also die kulturelle und insbesondere wissenschaftliche Weiterentwicklung der Menschheit zu planen, aber auf dem Feld der Herrschaft wurde die statische imperiale Strategie des Römischen Reichs durch die dynamische Englands ersetzt, welche in ähnlicher Form auch jene Deutschlands ist.

Rom plante ein Verhältnis zur Welt, in welchem die Welt zu seinen Provinzen wurde, wozu natürlich auch gehört, sich darüber Gedanken zu machen, unter welchen Umständen die Leute glücklich sind.

Im Gegensatz dazu steht die Vorstellung im Mittelpunkt des englischen Denkens, Partner zu finden und ihnen zum Sieg zu verhelfen, wobei es drei verschiedene Fälle gibt:
  • überlegene Partner, welchen gegenüber man sich als nützlich erweisen muß,
  • konkurrierende Partner, welche zu beruhigen sind, und
  • Handlanger, von deren Erfolg das eigene Reich abhängt.
Die Arrangements mit den ersteren beiden sind integer, jene mit den letzteren invasiv und müssen es auch sein, da es einem unterlegene Partner nicht dankten, wenn man ihnen zum Sieg verhülfe. Allerdings kann man ihnen integer zu anderen Dingen verhelfen. England, freilich, hat sich in solchen Fällen darauf beschränkt, Waffen zu verkaufen, was ich nicht als Arrangement bezeichnen möchte, aber Deutschland, beispielsweise, hat seinerzeit das Osmanische Reich modernisiert.

Wie man somit auch sieht, wirken dynamische Gemeinschaftsstrategien gesellschaftsauflösend, da sie ihre Mitglieder auf die eine oder andere Weise dazu zwingen, sich situationsbedingten Stratagemen zu unterwerfen, wohingegen die statischen einen Identifikationskern bilden, und über lange Zeit der europäischen Geschichte standen diese beiden Kräfte in einem Gleichgewicht.

Es ist aber unzureichend, das Statische auf die Kultur zu beschränken. Bisweilen ufert das Dynamische aus, und es muß ein statischer politischer Ansatz unternommen werden, um neue Verkörperungen guten Zusammenlebens zu etablieren, bisweilen auch, weil das Statische fehlging, jedoch glauben die Leute hauptsächlich an das Dynamische, gleich ob sie aller Welt Freund sind oder ihr mißtrauen, die Wahrheit ist, daß sich das mehrmals in einer Sekunde ändern kann, und also liegt da die Schwierigkeit, nämlich das Grundsätzliche hinter Zierat auf Reflexhaftem herauszuarbeiten.

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21. Januar 2026

Monoton zunehmende Verfaßtheit als selbstauflösende Grundlage der persönlichen Phase des Glaubenszykels

Dieser Beitrag bezieht sich ausschließlich auf den gegenwärtigen Glaubenszykel.

Die dogmatische Phase des Glaubenszykels wurde von der Kirche als Art getragen, welche die gesellschaftlichen Ziele bestimmte, welche die christliche Haltung befriedigen, und die gemeinschaftliche begann damit, die Völker als Schwärme gemäß Haltung und Zielen zu fördern.

Mit der Krönung Karls des Großen zum Kaiser verschmolz die Kirche mit der Regierung zu einem Stab: Der germanische Adel wurde gefördert, bis er den Ansprüchen der Kirche genügte, und anschließend machte sich die Kirche zusammen mit ihm an die Ausgestaltung der übrigen gesellschaftlichen Rollen, wobei die Förderung vermehrt zu Unterhaltung wurde, jedoch nicht gänzlich.

Schließlich wurden die gesellschaftlichen Rollen als verbindlich erklärt und die bürgerliche Ordnung etabliert, und mit ihr die Gilden in abschließender Form, und damit begann die persönliche Phase des Glaubenszykels.

Zwar wird die gesellschaftliche Verfassung auch heute noch weiter ausgebaut, aber aus bürgerlicher Sicht in ferner Peripherie, nämlich den internationalen Beziehungen, wobei das Ziel auch dort die Etablierung von bleibenden Standards ist, welche die Möglichkeiten des einzelnen Bürgers ausweiten.

Indem der Rechtsstaat, beziehungsweise -stab, die Gilden indes durch das Recht unterhält und in ihrer Form passiv erstarren läßt, führt das akkumulative Interesse der Händlergilde zur unverantwortlichen Verstrickung der Völker, beziehungsweise Gesellschaften, welche die Regierung dazu zwingt, die bürgerliche Ordnung aufzuheben.

Anfangs standen der Kirche keine Adeligen zur Verfügung, welche ihre Vorstellungen umzusetzen bereit und fähig waren. Dies änderte sich erst mit Karl dem Großen. Die ersten sechs Siegel der Offenbarung beschreiben den Abschnitt vom Beginn der Verschmelzung von Kirche und Regierung bis zum Zurücktreten der Kirche hinter der Regierung in Form der päpstlich abgesegneten Aufteilung der Welt zwischen Spanien und Portugal. Die sieben Posaunen beschreiben die stolze Herrschaft der autonomen Regierungen, wobei die dritte die Axt an ihre Wurzel legt und der Übergang zur persönlichen Phase zwischen die dritte und die vierte fällt. Und die sieben Schalen beschreiben die Auflösungserscheinungen derselben.

Es ist alles sehr logisch durchdacht, die Aufgaben, die Hilfsmittel und der wiederkehrende Kontrollverlust.

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18. Januar 2026

Die Unwucht der Aufbewahrung als Lehrmeister der Gehießenheit

Wie gesehen können Gehießenheitsgefäße ihre Gehießenheit dadurch verlieren, daß sie von ihren konditionalen Gefäßen unterhalten werden, wofern sie zu Aufbewahrungsgefäßen der konditionalen Bildung werden, und wenn die konditionalen Gefäße selber bereits Aufbewahrungsgefäße waren, verschärft sich der Effekt. Ich möchte die Aufbewahrungsgefäße in diesem Zusammenhang der größeren Klarheit halber als
  • Gilden (sonst Schulen), welche sich aus den Ausfüllenden einer anerkannten Rolle eines Schwarms zusammensetzen, welche sie aufbewahren,
  • Stäbe (wie gehabt), welche aus den sich einer (konkreten) aufbewahrten Aufgabe einer Art verpflichtet habenden Mitstreitern bestehen, und
  • Gesellschaften (sonst Cliquen), welche sich aus den Gelobenden der aufbewahrten Entwicklung einer Tradition bilden.
Da ich die Aufbewahrungsgefäße heute lieber anders definieren würde, als im verlinkten Beitrag, sei festgehalten, daß Aufbewahrungsgefäße die reflexive Bildung der ethisch aufbewahrten durch Selbstfestlegung auf letztere, also durch totale (zweifache) Anpassung an sie, ableiten, wohingegen die ihnen entsprechenden Gehießenheitsgefäße die konditionale Bildung der ethisch gehießenen gehießen einfach an sie anpassen. In beiden Fälle bilden sich also zwei an einander angepaßte Bildungen, und zwar jeweils dieselben, jedoch geht diese Anpassung bei den Aufbewahrungsgefäßen von einer beliebig vorgegebenen Bildung aus, welche zur Basis der eigenen Bildung wird, indem letztere sie hervorzubringen hat und mit ihr zurechtkommen muß, während es bei den Gehießenheitsgefäßen eine gehießene ist, mit welcher umzugehen naturgemäß leicht fällt, wie auch sich an sie anzupassen, da die konditionale Gehießenheit der Anpassung an die ethische hilft, also
  • die Vorliebe der Anpassung an das Gewissen,
  • der (subjektive) Glaube der Anpassung an die Vorliebe und
  • das Gewissen der Anpassung an den (subjektiven) Glauben.
Damit sollte ich die Begriffe konidtional, ethisch und reflexiv hinreichend eingeübt haben, um das weitere zu verstehen.

Die totale Anpassung
  • einer Tradition an die Rolle einer Gilde läßt sie unverantwortlich werden (schandunempfindlich),
  • eines Schwarms an die Aufgabe eines Stabs ihn passiv (zuwiderheitsunempfindlich) und
  • einer Art an die Entwicklung einer Gesellschaft sie beliebig (haßunempfindlich),
und das ist schlimmer, als es ihr bloßer Unterhalt ist, beziehungsweise, im Bezug auf die genannten Beispiele, ursächlicher: ursächlicher als
  • die Verstrickung der Influencer auf YouTube ist die Gefangenschaft unter der Händlergilde (der naturgemäß größten, da generellsten),
  • die Erstarrung der Belegschaft die Blindheit unter dem Redaktionsstab (der Zensur), und
  • die Erschöpfung der Eingefahrenen die Bedrängung in mitten der Gesellschaft derjenigen, welche stets fürchten, zu kurz zu kommen.
Die ersten beiden Punkte habe ich im vorigen Beitrag genauer behandelt. und alle drei zusammen,
  • die Herrschaft der Hure über die Völker,
  • der Tunnelblick der Ämter des Tiers und
  •  die Kopflosigkeit der Massen,
stellen die drei Wehen dar, welche es der Menschheit erlauben, sich während der letzten drei Schritte der Geschichte des Abendlands zu Gewissen, Vorliebe und (subjektivem) Glauben, sich selber Wegweiser einzuschlagen, zu bekehren.

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17. Januar 2026

The Oreshnik, Ted Postol and YouTube

The Oreshnik missile is a modern day catapult and like its ancient predecessor it has been up to this day loaded with rocks, that is particularly heat resistant ceramics.

I owe this insight to two comments, written in Russian (thanks, translate.google.com), among the now 1554 on the following YouTube video.


First off, I didn't go through 1554 comments. When I was studying the issue, there were about 150 and it took me hours then. Except for these two comments, there have been no others pointing out the central deception in Postol's argument - and it's actually the only one - namely that the Russian military would be stupid enough to shoot a material at the ground whose boiling point is lower than that of the ground.

So, instead of the projectile evaporating first, the ground evaporates first, resulting in maximal penetration.

All the other comments were about throwing shade: Yes, a plasma is formed, but it's irrelevant. Yes, those pictures are not from Oreshnik strike sites, but the best proof for that is pointing out the actual payload.

There are two layers of preventing communication here:
  1. National security. Postol doesn't want to be accused of telling the Russians how to improve the payload of the Oreshnik missile.
  2. Retard funnelling. As opposed to a message board specialised in weapons systems, where retards are soon found out and shunned, general promotion platforms like YouTube and X allow them to hide under the cover of low expectations brought about by their role as general consumers without even a special interest in the information they are consuming and without any meaningful editorial function, that is: How often do you check out the favourite videos playlists on other YouTube channels? as compared to: How often do you follow a link someone posted on a message board?
We have content creators enough. We are however in dire need of editors. This is not by accident: editors are part of the power structure, more precisely: their role in theatre is to decree what the people are to think about.

By the way, I agree with Owen Shroyer on the Renee Good situation, i.e. Play stupid games, win stupid prizes, as I think most people will, but there have been similar incidents before, I remember David Knight talking about one a couple of months ago, I think in Chicago, and that reminds me of The Augean Stables by Agatha Christie, where a faux scandal is given coverage to distract from a real one.

In that short story the distraction is justified as well, but at the same time it expresses an uneasiness with the editorial theatre, retard funnelling and the drowning of intelligent discourse. Whereas global trading relations as they are have undermined our ability to determine our own destiny - and the double think on this is shameful: On the one hand, we all profit from them, on the other, economic sanctions are supposed to destroy any regime we disapprove of - the (mostly) national communications as they are prevent us from assessing our circumstances realistically, that is: Neither can we do what we want to, nor can we even see what we need to.

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15. Januar 2026

Integre und invasive Arrangements zwischen Gruppen

Ein integres Arrangement zwischen zwei Gruppen ist ein Arrangement zwischen diesen beiden Gruppen und ein invasives ist eines zwischen einer dieser beiden Gruppen und Teilen der andern.

Es gilt der Satz der Unverträglichkeit der Arrangements. Integre Arrangements zwischen Gruppen können nur so lange bestehen, wie diese Gruppen keine gewichtigeren invasiven Arrangements eingehen.

Beweis.Wenn eine Gruppe von einem invasiven Arrangement dominiert wird, kann sie selber allenfalls noch andere invasiv dominierende oder dominierte Arrangements eingehen, aber keine integren mehr. Und wenn sie selber andere Gruppen durch invasive Arrangements dominiert, so verspricht die Verschärfung der Dominanz ab einem bestimmten Gewicht größere Vorteile als es ein integres Arrangement mit anderen Gruppen tut.

Geschichtlich stechen zwei Beispiele hervor. Als Alexander der Große den Griechen die Möglichkeit erschloß, das einstige persische Reich durch invasive Arrangements mit den Satrapen zu dominieren, lösten sich die integren Arrangements zwischen den einzelnen griechischen Staaten auf. In Oliver Stone's Film (Alexander) bricht sich der Ärger über diese Weichenstellung in einer Szene an einem indischen Hof Bahn, als einer der Mazedonier die Inder als niederträchtige Menschen beschimpft, und ich teile diesen Freiheitsinstinkt: nicht bloß, sich nicht versklaven zu lassen, sondern auch, keine Macht zu suchen, welche auf Übereinkünften mit Sklaven beruht, denn wer sie sucht, wird bald nur noch Übereinkünfte mit Sklaven und Sklavenhaltern haben.

Das zweite Beispiel betrifft die abendländische Geschichte. Indem die europäischen Kolonien an Gewicht gewannen, verloren die integren Arrangements zwischen den europäischen Staaten an selbigem, bis Napoléon sie vollends aufkündigte. Seitdem trachten die abendländischen Staaten in der Sprache Julius Caesars invasive Arrangements anzustreben, im Namen der Demokratie, des Fortschritts oder der sozialen Gerechtigkeit: strukturell besteht kein Unterschied zwischen Transatlantikern, Maharadschas und der sowjetisch oder chinesisch finanzierten Internationale.

Die Grundlage jeder echten Gemeinschaft ist die Ächtung invasiver Arrangements. Über kurz oder lang führen invasive Arrangements zu Rücksichtslosigkeit, Chaos und Ohnmacht.

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12. Januar 2026

Förderungs- und Unterhaltserscheinungen

Ich möchte den Beitrag Unterhaltene Gehießenheitsgefäße noch einmal vor dem Hintergrund der Geschichte des 20. Jahrhunderts betrachten.

Der Sozialismus pendelt zwischen ethischer
  • Trivialität, insofern er die Ethik fördert, und
  • Selbstzensur, insofern er sie (in Form der Parteilinie) unterhält,
der Amerikanismus zwischen materieller
  • Anverwandlung, insofern er die Ausstattung fördert, und
  • Klientelbildung, insofern er sie unterhält,
und das Christentum zwischen sozialer
  • Rollenausgestaltung, insofern es die Gesellschaft fördert, und
  • Rollensuche, insofern es sie unterhält.
Dem Sozialismus ist die Förderung eigentlich ganz lieb, stellen ihn triviale ethische Vorstellungen doch nicht vor Probleme, nur daß er sie sich in einer komplexen Welt nur begrenzt erlauben kann. Der Amerikanismus bewegt sich aus militärischen Gründen in Richtung Unterhalt und das Christentum aus wirtschaftlichen, doch in allen drei Fällen ist der technische Fortschritt letztlich der Grund für die Aufgabe der Förderung.

Mich interessiert vor allem der dritte Übergang, welcher aufgrund des traditionell starken ethischen Substrats in Amerika auch dort zu beobachten ist. Es herrscht hier ein Uniformitätsparadoxon, nämlich daß die ungeformte Jugend
  • uniform ihre individuellen Rollen ausgestaltet, jedoch
  • individuell eine der uniform unterhaltenen Rollen sucht,
was der Gegenstand vieler zeitgenössischer Überlegungen ist:
  • Billy Wilder warnt in The Apartment vor der elementaren Uniformität des modernen Stadtlebens,
  • Terry Pratchett erwägt in Strata, daß mit der Bevölkerungsdichte die Uniformität des Denkens zunimmt,
  • in Moving Pictures, daß der Film den Grund dafür lege, etwas aus sich machen zu wollen, und
  • verpaßt es in Soul Music ihre Rolle in diesem Zusammenhang zu erörtern, und
  • etliche meiner Schullehrer sinnierten darüber, warum unsere Generation nicht mehr in der Bewunderung der Beatles und Konsorten vereint war.
Billy Wilder hat die Sache offenbar verstanden, denn er handelte bereits 1960 von ihr:
Das christliche Gesellschaftsideal setzt eine im ursprünglichen Sinne idiotische (das heißt in ihren eigenen Vorstellungswelten lebende) Bevölkerung voraus, welche aus dieser Diversität heraus im Christentum ein gesellschaftlich verbindendes Band findet.
Und wenn sich der Staat seine Bürger zu seinen Zwecken zuschneidet, so wird die christliche Gesellschaft zerstört.

Und diesbezüglich besteht ein zweites, Formungsparadoxon:
Jene, welche dem Fernsehen Form gaben, die so genannten Baby Boomer, sind selber nicht durch es geformt und verstehen deshalb jene Generationen nicht, welche durch es geformt wurden und als Reaktion auf die verlorenen eigenen Vorstellungswelten kein Band mehr spüren, welches sie verbände, sondern nur noch ihre individuelle Rolle suchen, welche es ihnen erlaubt, in der zentral vorgegebenen Orthodoxie ihr Auskommen zu finden.
Manchen ist der geisttötende Charakter des Fernsehens natürlich unerträglich, mir etwa, Pomfret wohl auch,

aber das hilft uns auch nicht weiter, denn damit stehen wir alleine auf weiter Flur: Uns sind unsere eigenen Vorstellungswelten heilig, den meisten sind sie nur Kleider, welche sie tragen, und kein Kleid könnte vorteilhafter sein, als das vom Fernsehen geadelte. Aber um diese Adelung zu verstehen, muß man mit ihr groß geworden sein. Wie gesagt, ich nehme an, daß Hodgson das verstanden hat: we both know that we're right, aber sehr viele, die allermeisten seiner Generation, verstehen es bis auf den heutigen Tag nicht.

England ist ein interessanter Fall. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielten es viele wie Agatha Christie und dachten sich: Na, dann tanzen wir halt nach der Musik unserer Verwandten aus Übersee (One, Two, Buckle My Shoe) und aus dieser Haltung heraus förderte die BBC etwa Eric Clapton mit dem Hintergedanken, daß es der englischen Vorstellungswelt ja nur gut tun könne, wenn Engländer sie an die amerikanische anpaßten. Natürlich hat es schon immer Theater gegeben, aber das weite Schleudern von Zaubersprüchen dieser Art (broad casting) im Gegensatz zum engen in Theatern, erzeugt einen Metaeffekt hinsichtlich der Einschätzung der Gesellschaft, in welche man hineingeboren wurde (Hilfe, ich bin von gehirngewaschenen Somnambulen umgeben!), welcher die vermittelten Vorstellungen in den Schatten stellt.

Übrigens läßt sich das Ende der Baby Boomer auch an der Geschichte der Rockmusik festmachen, und zwar genauer gesagt an jenen Liedern, bei welchen die Gunst im Vordergrund steht, denn die Gunst ist das bestimmende Gefühl der ungeformten Jugend, und der Übergang von Lynyrd Skynyrd's Nette Mädel! zu Kraftwerks Nette Autobahn! ist charakteristisch, erstere sind halt noch da, weil sie noch verbunden sind, letztere, ebenso wie die Disco oder die homosexuelle Beziehung zwischen Geschäftspartnern, ist eine Einrichtung des Aufbruchs zu einer erst noch zu findenden Rolle - jedenfalls 1974, 1933 war sie selbstverständlich eine gemeinschaftliche Institution, und wenn jemand ein Musikvideo zu Kraftwerks Autobahn schnitte, welches mit einem spatenstechenden Hitler begänne, dann ein paar Autos am Chiemsee vorbeifahren zeigte, später Helmut Schmidt den Elbtunnel einweihen und noch später die Querung des Öresunds und zu guter Letzt den Ausbau der Autobahn von Warschau nach Kaunas, dann schwänge wohl ein gerüttet Maß an teleologischer Verunsicherung mit.

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10. Januar 2026

Die drei Bewußtseinsformen

Ich habe die drei Aussichten, Aufmerksamkeit, Verständnis und Bedacht, im Bezug auf die drei Besinnungen, Verfolgung, Ein- und Auslösung, bestimmt, wenn auch nicht so explizit wie die drei Ansätze, Verbindung, Belang und Ziel. Im vorigen Beitrag habe ich diesen Bezug zur Definition der gegenwärtigen Zeitpunkte, Gegenwart, Bedingung und Ausstand, herangezogen, und hier nun möchte ich mich explizit von ihm lösen, indem ich die Frage stelle: Was tun wir mit der Gegenwart, der Bedingung und dem Ausstand, wenn wir nicht vorhaben, uns zu besinnen?

Nun, wir sind uns ihrer bewußt, und zwar indem wir
  • die Gegenwart erfahren,
  • die Bedingung gewahren und
  • uns dem Ausstand zuneigen,
und diese drei Bewußtseinsformen bleiben auch erhalten, wenn die gegenwärtigen Zeitpunkte fehlen, welches Bewußtsein herzustellen Meditation genannt wird, also
  • in einer Erfahrung zu versinken, etwa einen Anblick auf sich wirken zu lassen, ohne daß Impulse erwachen oder gar verfolgt werden, und die Zeit zu vergessen,
  • zu gewahren zu gewahren und sich in der Gewißheit des eigenen Bewußtseins von allen Fragen und aller Bedingtheit zu lösen, und
  • eine Neigung in der Schwebe zu halten, wie es wäre, etwa Muskeln anzuspannen oder die eigene Körpertemperatur zu steigern, ohne bewußt etwas auszulösen, wobei sich die meisten Muskeln nur bewußt auslösen lassen, sich die Körpertemperatur und der Herzschlag indes auch ohne bewußte Auslösung in Folge der Neigung ändern können, wie auch der lokale Blutdruck in folge veränderter Aderdurchmesser, was sich insbesondere im Winter bemerkbar macht, wenn etwa die Fingerkuppen plötzlich erbleichen.

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7. Januar 2026

Fortsetzung der Besinnungsbegründung der Bildungen

Noch wurden die Ansätze und Erfahrenheiten nicht auf die Besinnungen zurückgeführt. Setzen wir also den Beitrag Aussichtsversammlungen und -auf- und -abstiege fort, wozu ich indes frei rekapituliere.
Aufmerksamkeit
  -Verfolgung->
Verständnis
  -Einlösung->
Bedacht
  -Auslösung->
Aufmerksamkeit,
wobei Aufmerksamkeit Impulse (Gedankeneindrücke) weckt, welche verfolgt werden können.

Bei den Ansätzen handelt es sich um die nach den Aussichtszweckverständnissen verstandenen Aussichten, und wozu sollte man auch ansetzen, als zu einem Zweck?, bei
  •  der Verbindung um eine Aufmerksamkeit zur Verfolgung,
  •  dem Belang um ein Verständnis zur Einlösung und
  •  dem Ziel um einen Bedacht zur Auslösung.
Es folgen die schon behandelten Aussichtsversammlungsverständnisse und so verstandenen Aussicht(en)  / -sversammlungen.
  • Kurs - Einkehr (bisweilen Etappe): Verständnis zur Versammlung von Aufmerksamkeiten,
  • Sein - Eventualität: Verständnis zur Versammlung von Verständnissen, und
  • Interesse - Aspekt: Verständnis zur Versammlung von Bedachten.
Einkehren, Eventualitäten und Aspekte lassen sich als Zeitpunkte der linearen, beziehungsweise netz- oder punktförmigen Zeit verstehen,
  • Einkehren als Intervalle, welche auf einander folgen,
  • Eventualitäten als Netze, zwischen welchen sich Netze entspinnen, und
  • Aspekte als Punkte, welche zu einem Punkt verschmelzen.
Und mithilfe der so entstandenen Zeiten bilden sich Handlungshintergründe (Bildungen) als Aussichtsüberblickungsverständnissen gemäße Zuordnungen,
  • Pläne (verallgemeinert Entwicklungen) als Verständnisse für Einkehren,
  • Haltungen (verallgemeinert Materien) als Bedachte für Eventualitäten und
  • Gedankengänge als Aufmerksamkeiten für Aspekte,
wobei die so überblickten Aussichten
  • Wendungen, beziehungsweise
  • Verhaltensweisen (statt Erfordernisse) oder
  • Anhaltspunkte (insbesondere in Form reflektierter eingelöster Gedanken)
sind, und Erfahrenheiten als die nach den Aussichtszweckversammlungsverständnissen verstandenen Aussicht(en) / -sversammlungen,
  • die Gegenwart (vormals Ablauf) als diejenige Einkehr, mit welcher wir verbunden sind,
  • die Bedingung, als diejenige Eventualität, welche von Belang ist, und
  • der Ausstand:, als diejenigen Aspekte*, welche (noch) Ziele bilden.
* beziehungsweise den einen sie umfassenden komplexen Aspekt

Gegenwart, Bedingung und Ausstand lassen sich als die gegenwärtigen Zeitpunkte der linearen, beziehungsweise netz- oder punktförmigen Zeit betrachten, und
  • jede Bedingung führt zu einem sie vergegenwärtigenden Erwachen,
  • jedes Erwachen zu einem Ausstand,
  • jeder Ausstand zu einer ihn behebenden Planung,
  • jede Planung zu einer Gegenwart,
  • jede solche Gegenwart zu einer ausbauenden Substantiierung und
  • jede Substantiierung findet sich in einer Bedingung wieder,
und die ureigenen Aussichten reifen also (siehe Korrektur am Ende des Beitrags) dadurch
  • zu verweben, bis wir planen können, wozu wir aufgerufen werden,
  • zu erwägen, bis wir substantiieren können, was bedeutsam, und
  • zu bereinigen, bis erwachen kann, was sinnhaft ist.

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5. Januar 2026

Unterhaltene Gehießenheitsgefäße

  • Die Entwicklung der Tradition mag zur Basis des Schwarms werden,
  • die Haltung des Schwarms zu jener der Art und
  • die Vorhaben der Art zu jener der Tradition.
Insofern die kulturellen Herrschaften eine Bildung vorgeben, behaupten sie diese im Zykel der Gehießenheitsgefäße, wozu sie
  • dieselbe ihrer Ethik wegen im deshalb so genannten ethischen Gefäß (nicht mit dem moralischen zu verwechseln, konkret mag es jedes sein) proklamieren,
  • das ihm zyklisch voraufgehende konditionale Gefäß erziehen und
  • das ihm zyklisch folgende reflexive Gefäß entweder
    • fördern oder es
    • unterhalten.
Zur Erziehung gehört es,
  • die konditionale Art eines Schwarms weltanschaulich zu orientieren,
  • die konditionale Tradition einer Art zu trainieren und
  • den konditionalen Schwarm einer Tradition zu gewöhnen,
und zur Proklamation,
  • den Schwarm dazu zu bringen, sich auf Erfahrungen einzulassen,
  • die Art dazu, sich haltungsvoll zu zieren, und
  • die Tradition dazu, an dirigierten Vorhaben teilzunehmen.


Gefördert wird die Basis des generativen Zykels von seinen (persönlichen) Entwicklern, etwa der unterstützende Schwarm von der lehrenden Art im Zeitalter der Werke, konkret in unserem dadurch, ersteren das ihm gepredigte Christentum selbst ausformen zu lassen, und auch sonst ist es besser, das reflexive Gefäß zu fördern, als es zu unterhalten, da letzteres seine (generationale) Kontinuität und damit seine Natürlichkeit aufhebt und dem für es verantwortlichen Seelenteil schweren Schaden zufügt, indem
  • sich Traditionen in der Entwicklung des Schwarms gewissenlos verstricken, wie jene, welche ihr Geld als Influencer in einer fremden Kunstwelt verdienen,
  • Schwärme in der Haltung von Arten vorliebslos erstarren, wie jene, welchen an ihrem Arbeitsplatz die Verheißung abhanden kam, und
  • sich Arten in den Vorhaben von Traditionen erschöpfen, wie jene, deren Erwerb ihnen Scheuklappen verpaßt.
Indes, je mehr sich die Herrschaft unter dem Druck ihres zunehmend herausgeforderten Modells von der Förderung des reflexiven Gefäßes zu seiner Unterhaltung wendet, desto beklommener agiert der Bürger als Teil des Staats und desto eher wird er ihn neu verfassen wollen.

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31. Dezember 2025

Die transzendente Beseeltheit in der Ordnung der Gefühle

Unsere Gefühle sind entweder immanent und beziehen sich nur auf unser eigenes Bewußtsein oder sie sind transzendent und beziehen sich auf die transzendenten Einheiten Gott (oder Heil), Lebenskreis und Sein, welche ich hier als transzendente Sorge, Achtung und Lust verstehe, wobei die transzendenten die Grundlagen der zeitlichen Betrachtungen und der grammatikalischen Modi bilden.

Die Gefühle der Lust bilden die Komponenten der punktförmigen Zeit,
  • (körperliche) Verfassung, bestehend aus Leid, Erschöpfung und Übelkeit,
  • Erwartung und
  • Begehren,
wobei die ersteren beiden den Rahmen bilden, in welchem sich das letztere vollzieht, und die Erwartung die transzendente Lust erfaßt.

Die Gefühle der Achtung stellen Widmungen (Modell 1, 2) der linearen Zeit dar, wobei sich die Adäquanz unter anderem der transzendenten Achtung widmet, und zwar gemäß den funktionalen transzendenten Akten.

Genauer gesagt bestehen innerhalb des Lebenskreises die folgenden konstitutiven Selbstfestlegungen,
  • Gemeinsamkeitsgelübde,
  • Vorbildsanerkennung und
  • Erwiderungsverpflichtung,
und im Rahmen dessen empfinden wir als
  • bedeutsam, was ein anderer als gesetzmäßig versteht,
  • sinnhaft, was einem anderen erlaubte, seine Aufmerksamkeit auf etwas zu richten, und
  • aufrufend, was ein anderer bedenkt,
was somit transzendente Adäquanz heißen möge. Neben derselben gibt es aber auch noch die sorgenkonforme, welche den Selbstfestlegungen entspringt: Dadurch, daß der Mensch Vernunft besitzt, kann er ihre Gebote an die Stelle jener des Rudels stellen oder auch die Gebote des Rudels konfigurieren, in welchem Fall ich von der Verfassung eines Schwarms spreche.

Die Gefühle der Sorge bilden die Komponenten des Schlüssels zur netzförmigen Zeit,
  • (geistige) Verfassung, bestehend aus Vergessenheit,
  • Betrachtung, bestehend aus Wertschätzung, Liebe und Anteilnahme, und
  • Einsicht,
wobei sich die letztere im Rahmen der ersteren beiden vollzieht und
  • Wertschätzung die Möglichkeiten der Anpassung an das Geliebte betrachtet und
  • Anteilnahme den Erfolg derselben.
Transzendent sind die Betrachtungen, wenn das Geliebte gehießen wurde,
  • das Verbundene von der Vorliebe,
  • das Geliebte im engeren Sinne vom (subjektiven) Glauben und
  • der Friede vom Gewissen,
was im Falle der Stimmung, beispielsweise, nur bei der heiligen Stimmung (Heiligkeit) der Fall ist.

Es gibt also drei transzendente Quellen, Erwartung, transzendente Adäquanz und Gehießenheit, und zu letzterer noch zwei weitere, indirekte, Zugänge über die Wertschätzung und Anteilnahme, und da unser Denken naturgemäß über unser Bewußtsein hinausstrebt, wendet es sich naturgemäß diesen fünf Zugängen zu, und ebenso naturgemäß ist es dann, wenn wir zu fünf grammatischen Modi greifen, um unsere Gedankengänge auszudrücken.

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26. Dezember 2025

The birthing and the three subsequent deaths of Gen X

When the prices of gold and oil were challenged
and the gold standard died and the oil standard born
economy replaced will and within three years disco folk.
Familiarity died
and once everything had its price
the whore took the reins.
After five years of her disinterest
vice had turned into excess
and the outlook black over it
or the remedy proposed.
Five more years of bitter struggle
and the crowd dissolved,
and with it the world it shared,
retreating to perceptive self-indulgence
- and cynicism has ruled ever since.

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25. Dezember 2025

Zum imperialen Aspekt des generativen Zykels

Der imperiale Aspekt des generativen Zykels ergibt sich aus der Delegation der Herrschaft, nämlich wenn
  • Unternehmer nicht zur Befriedigung der Seinsideale von Forschern, sondern der Herrscher, ausgestattet werden,
  • Organe nicht zut Umsetzung der Interessen von Schaffenden, sondern der Herrscher, verfaßt und
  • Steuermänner nicht zum Halten des Kurses von Aufbrechenden, sondern der Herrscher, orientiert.
Es handelt sich um einen Aspekt, da die Herrschenden ihn nach Belieben ihrer Amtsführung beimischen können, und er also zu verschiedenen Graden in allen Bereichen auftreten kann.

Forscher heißt ihr (subjektiver) Glaube, Schaffende ihr Gewissen und Aufbrechende ihre Verbundenheit, und diese Geheiße gilt es zu ehren. Sind die Forscher, Schaffenden oder Aufbrechenden in Form einer Repräsentations-, beziehungsweise Willens- oder Erlebniskultur selber an der Macht, können sie als Zivilisationsbringer den imperialen Aspekt auch zum Guten verwenden, indem sie fremde Gruppen auf ihren Stand bringen, und das ist in Europa auch in der Zeit nach 800 nach Christus passiert.

Und selbst heute noch gibt es Experten, welche diese Behandlung Teilen der Welt angedeihen lassen wollten, wenn es ihnen nur möglich wäre. Hier besteht indes eine hartnäckige Bigotterie: Der imperiale Aspekt wird mehr oder weniger unverblümt von persönlichen Interessen bestimmt, doch wenn es darum geht, ihm fremde Gruppen zu unterwerfen, werden gerne derartige Experten als vermeintliche Zivilisationsbringer aus dem Ärmel gezogen.

Das ist indes eine humanistische Geschichte, welche Gene Roddenberry's Evangelium folgt. Die Kirchen spielen in der persönlichen Phase des Glaubenszykels keine offen politische Rolle mehr, das heißt sie mischen sich nicht öffentlich in die Ausstattung von Unternehmern ein, wiewohl ich nicht daran zweifle, daß die katholische Kirche bemüht ist, dieselbe verdeckt zu kontrollieren.

Eine solche Kontrolle erfolgte entweder durch die Kontrolle des Vorfelds, also der Forschung, oder der Herrschenden. Letztere findet meines Erachtens zweifellos statt, aber damit möchte ich mich hier nicht beschäftigen. Das Ziel der ersteren Variante besteht darin, ideologisch nicht herausgefordert zu werden, und es ist nur zu verständlich, wenn die eigene Ideologie darauf verzichtet, politisch öffentlich in Erscheinung zu treten.

Johannes schreibt, Offenbarung 11:1-2:
Und es ward mir ein Rohr gegeben, einem Stecken gleich, sagend: Errichte und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darin anbeten. Aber den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus und miß ihn nicht; denn er ist den Völkern gegeben, und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate.
was bedeutet, daß es die Aufgabe des Heiligen ist, das Heilige zu erforschen und die Heiligen, um es beizeiten zu verwirklichen, nicht aber den Kurs der Herbeiführung der Zeit.

Die letzte moralisch aufgeladene, kirchlich abgesegnet möchte ich nicht sagen, politische Ausstattung war die Ausstattung der Juden mit dem Staat Israel, aber nicht, damit sie etwas mit ihm anfingen, sondern damit sie ein persönliches Interesse an der gegenwärtigen politischen Ordnung entwickeln und, statt wie Karl Marx politische Alternativen zu erforschen, zu politischen Aktivisten dieses Interesses würden.

Der Tempel, von welchem Johannes spricht, ist eine politisch-religiöse Ordnung. Die Klagemauer verweist auf eine ehemalige Staatlichkeit. Der Fokus des Judentums gilt nunmehr ihrer Wiedererlangung, die Metapher, der Vorhof außerhalb des Tempels, ist auf buchstäbliche Weise lebendig geworden, jedoch im Trotze, konzentrieren sich die Juden doch auf ihm und vor ihr ihren Kopf neigend auf die notwendigen Schritte zur Erlangung der Macht und nicht auf die zu etablierende politisch-religiöse Ordnung.

Und indem sie dies tun, vermindert sich die ideologische Herausforderung der bestehenden.

Johannes läßt den Tempel nicht aus einer übermenschlichen Anstrengung heraus entstehen, sondern aus einer zweiundvierzig Monate währenden Versagensfolge. Man kann nicht sagen, daß die Juden mitspielen, noch kann man sagen, daß die katholische Kirche mitspielt. Die Geschichte entscheidet sich aber nicht nach persönlichen Interessen, sondern nach dem in der menschlichen Natur begründeten gemeinmenschlichen.

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24. Dezember 2025

Zeitliche Betrachtungen und grammatische Modi

Ich schlage vor, die Einteilung der grammatische Modi in reale und irreale durch jene in
  • objektive und
  • subjektive
zu ersetzen. Die einzigen Fälle des objektiven Modus' sind dann
  • Präsens und
  • Präteritum,
da die Zukunft nur in der Vorstellung existiert und das Perfekt ein subjektives Urteil über seinen Erfolg beinhaltet.

Die subjektiven Modi entsprechen den zeitlichen Betrachtungen auf elementare Weise:
  • das Futur der Aktualisierung,
  • die ist zu+Infinitiv-Konstruktion der Vergegenwärtigung (Scharniere sind zu ölen),
  • der Konjunktiv (außer in imperativer* Bedeutung: es werde Licht, es heiße subjektiver Modus, x bezeichne eine reelle Zahl) der Fatalisierung,
  • der Optativ der Ermessung,
  • der (altgriechische) Aorist und das Perfekt der Evaluierung und
  • der Imperativ einer an die Ermessung gekoppelten Fatalisierung (Ich habe ermessen, und wenn du mir nicht gehorchst, enttäuschst du mich),
und die übrigen irrealen Beispiele auf die damit kanonische, insbesondere
  • der Renarrativ einer offen gelassenen Fatalisierung (Wenn du ihm glaubst und das für wahr hältst...)
* wobei man sich im Unterschied zum Imperativ selbst gehorcht.

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