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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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12. September 2018

Geistliche Verschiebungen

Geist bezeichnet in diesem Beitrag die gesellschaftlich treibende Kraft, und zwar jene, welche die christlichen Gesellschaften treibt, also eine Art gedämpften Heiligen Geist.

Die ersten sechs Siegel mit den sieben Trompeten vergleichend gelange ich, um es ganz kurz zu machen, zu dem Schluß, daß Johannes auf diese Weise zwei Phasen von einander unterscheidet, nämlich
  1. die Phase der Ahnungslosigkeit und
  2. die Phase der Mahnungslosigkeit,
mit anderen Worten bezeichnen die Siegel Katastrophen, welche den Ahnungslosen begegnen, und die Trompeten Übertretungen, zu welchen sich die Ungemahnten hinreißen lassen.

Diese beiden Phasen sollten mit der zweiten und dritten Phase des Glaubenszykels übereinstimmen, also mit der Konkretion des Glaubens in der Gesellschaftsordnung und jener im persönlichen Einsatz, denn die Etablierung einer auf den eigenen Glaubensgrundsätzen beruhenden Gesellschaftsordnung ist stets ein Aufbruch ins Ungewisse und die Fixierung einer Gesellschaftsordnung ist stets mit einer spirituellen Rigidität verbunden, welche zu Übertretungen führt.

Danach finge die persönliche Phase des christlichen Glaubenszykels also bereits 1581 an, aber dies mag ortsabhängig auch so stimmen, universell ist sie jedenfalls 1789 erklärt worden, beziehungsweise, mit Blick auf den göttlichen Fingerzeig, 1744.

Wiewohl wir uns weiterhin in der dritten Phase unseres Glaubenszykels befinden, hat sich erneut eine geistliche Verschiebung ereignet, welche das 21. Jahrhundert bisher kennzeichnet, nämlich der seit George Walker Bush zu beobachtende Bruch zwischen persönlichen Aspirationen und gesellschaftlichen, also daß seit ihm alle US-Präsidenten gesellschaftliche Aspirationen verfolgen, welche in keiner Beziehung zu ihren persönlichen stehen, es ist, könnte man sagen, eine Zeit der Sorge um die Moral der Anderen angebrochen.

Wie ich im Beitrag zum Hexagramm Die Insel schrieb, halte ich diese spirituelle Leere für ein Zeichen der Herrschaft der Unvernunft, und lägen zwischen den Schalen ebenfalls 85 Jahre wie zwischen den Siegeln und Trompeten statt dreieinhalb, so existierte sie für 510 Jahre, was wahrlich niemand überstünde, wobei mir persönlich auch schon die 21 lang werden, wiewohl ich einsehe, daß die Dinge wirklich nicht schneller voranschreiten können.

Dabei ist dieser Geist, welcher im eigenen Leben nichts Heiliges kennt und Seinesgleichen verschmäht, derart aus der eigenen Tiefe das Volk zu Höhen führen will, noch nicht einmal ein Gegner, sondern lediglich die Kruste, welche sich in der Kälte der Hoffnungslosigkeit über dem Glauben gebildet hat. Was Trump dabei von seinen beiden Vorgängern unterscheidet ist, daß Höhe für ihn nicht gleichbedeutend mit Konformität ist, aber seine Erfolgsaussichten teilt er mit ihnen.

Nun denn, hoffen wir, daß sich zur gegebenen Stunde der Geist erneut verschiebt, und zwar geschwind wie versprochen.

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7. September 2018

Matthäus 12:31-32

Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben. Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.
Das Vertrauen auf den Heiligen Geist bedeutet, es der Empfänglichkeit der Menschen für den Begriff des Heiligen zu überlassen, ein Problem ihrer Zeit zu lösen. Lästerung wider dieses Vertrauen bedeutet, sich einer Gruppe von Menschen anzuschließen, welche es besser zu können vermeint, denn auf sich alleine gestellt wird es keiner von sich denken.

Weil diese Sünde stets eine gemeinschaftliche ist, wird sie nicht vergeben, denn Gemeinschaften kehren nicht um, sondern zerfallen allenfalls.

Soweit die philosophische Sicht. Ich weiß bei mir, daß, wer sich dem Teufel an die Brust wirft, aus keinem anderen Grund als weil er meint, daß er es verdient, bessergestellt zu sein als er es ist, dem Teufel sicher ist, daß er etwas weggegeben hat, was er nicht wieder aufnehmen wird.

Der verruchte Wunsch, eine zerstörerische Tat vollendet zu sehen, ist's, denn auf Zerstörung läuft der Wunsch nach jäher Bereicherung noch stets hinaus, kostet es doch weniger Mühe, die Frucht vom Baum zu brechen als es diesem kostete, sie wachsen zu lassen.

Und Vergebung bringt ihn nicht zur Umkehr. Allenfalls unerwartete Gegenwehr.

Wir werden uns fraglos zur Schlacht bei Harmageddon rüsten müssen, lenkt der Teufel die Herzen von Verbünden und Einzelnen doch so (verfehlen Menschen doch in Gruppen und alleine das Angemessene also).

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6. September 2018

Matthäus 12:43-45

Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe, und findet sie nicht. Da spricht er denn: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's leer, gekehrt und geschmückt. So geht er hin und nimmt zu sich sieben andere Geister, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie allda; und es wird mit demselben Menschen hernach ärger, denn es zuvor war. Also wird's auch diesem argen Geschlecht gehen.
Bedeutung.
Ein Herz, welchem nichts errichtenswert ist, kann sich der Zersetzung auf Dauer nicht verschließen.
Vergleiche auch: The pre-Christian Saxon notion of empty-heartedness.

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4. September 2018

Das Böse in persönlicher und philosophischer Begegnung

Unter dem Bösen möchte ich auch hier schlicht das Unangemessene verstehen, wobei es damit schon klar ist, daß das Böse in der persönlichen Begegnung persönlich für unangemessen gehalten wird und in der philosophischen auf der Grundlage der verfolgten Philosophie.

Macht man also persönlich Bekanntschaft mit dem Unangemessenen, so erwartet man vom Recht in erster Linie, daß es darauf ausgelegt ist, die eigene Verunsicherung zu beenden. Aus dieser Ecke der menschlichen Psyche stammt denn auch der Wunsch nach grausamen* und einschüchternden Strafen.

Begegnet man dem Unangemessenen hingegen auf philosophische Weise, so besteht die Funktion des Rechts in der Minimierung des Unangemessenen: das Ziel ist die Entwicklung angemessener gesellschaftlicher Beziehungen und auf den Einzelnen bezogen seine Anleitung zur Angemessenheit.

Wenn man meine beiden Beiträge Der Grundgedanke des Islams und Der Grundgedanke des Christentums liest, wird man unschwer feststellen, daß der Islam danach dem Bösen auf persönliche Weise begegnet und das Christentum auf philosophische.

Die Frage ist natürlich, ab welchem Punkt sich die philosophische Betrachtung für einen Christen vor die persönliche schiebt. Daß das Unangemessene stets seine Strafe findet, gehört zu seiner Definition, und wenn man selbst derjenige ist, welchem Unangemessenes widerfährt, so geht diese Strafe natürlicherweise auch von einem selbst aus. Jesu Beispiel der hingehaltenen anderen Wange betont dabei den zur Einsicht bringenden Aspekt der eigenen Antwort, und allgemein wird man wohl sagen können, daß ein Christ nie aus persönlicher Verunsicherung heraus strafen darf, sondern nur in Hinsicht darauf, wodurch dem Recht, also angemessenen gesellschaftlichen Beziehungen, gedient sein mag - soweit sich das absehen läßt.

Es ist selbstverständlich, daß es diesbezüglich verschiedene Auffassungen gibt, aber ebenso selbstverständlich ist allen Christen, daß das Angemessene als Angemessenes von den Menschen freiwillig angenommen werden muß und die Strafe für etwas Unangemessenes den Frevler also lediglich aus einem verbotenen Bereich entfernen darf, ohne ihn dabei zu drängen, sich an einem erwünschten Ort einzustellen.

Eine Philosophie, nach welcher das Angemessene nicht freiwillig angenommen werden muß, dürfte in ihrem Umgang mit dem Unangemessenen noch hinter den persönlichen Umgang mit ihm zurückfallen und darf auch nur auf dem entsprechende Liebe der Menschen zu ihr hoffen, wobei eine organisierte Minderheit der Mehrheit indes schweren Schaden zuzufügen vermag, wenn letztere aus philosophischen Gründen in ihrer Gegenwehr behindert ist.

* Grausam ist, was beim unbeteiligten Betrachter Grauen auslöst.

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2. September 2018

Ich

Gemeinsam ist jenen Vieren, daß sie zunächst glauben, und dann danach leben. Ein Wagnis - und ein Stolz, welcher sich nicht darauf gründet, die Welt zu beeindrucken. Eine Haltung, welche von Natur aus leidet, weil sie danach trachtet, sich im Matsch zu bewähren. Eine Auffassung, nach der die Welt erst durch die eigenen Entscheidungen wird.

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31. August 2018

Drei Sorten Gläubige und wessen Schicksal die Offenbarung ist.

Ich teile einiges mit Heinrich Heine, die Handschrift, etliche Beobachtungen, aber beurteilen tue ich die Dinge doch anders, im besonderen die Bedeutung des Pantheismusses in Deutschland und das Ende der Christen Töchter mit den leuchtenden Augen - die gibt es nämlich immer noch.

Ich habe im Beitrag Life as a gift, tendance or creation drei Formen der Spiritualität unterschieden, und zwar die reine Inspiration, Inspiration und Gebet und das reine Gebet, um die Reihenfolge im Beitragstitel zu bewahren.

Hier nun möchte ich den Blick der entsprechend Begeisterten in den Blick nehmen.

1. Die Reininspirierten.

Die Augen leuchten als Zeichen des Lichts, welches die Gläubigen leitet bei ihrem Versprechen, das Ihre für die Verwirklichung der Inspiration, das Walten Gottes Willens auf Erden, zu tun.

2. Die Inspiriertundbetenden.

In den Augen brennt ein Feuer als Zeichen des Herrn, dessen Diener sie sind, dessen Ohren und dessen Zunge, dessen Arm und dessen Herz.

3. Die Reinbetenden.

In den Augen glüht die Wärme als Zeichen der Bereitschaft zu helfen, wo sich die Gebotenheit dazu einstellte.

Es sind die Deutschen doch, sofern sie überhaupt gläubig sind, ganz überwiegend Reininspirierte, im Gegensatz zu den Finnen, welche ganz überwiegend Reinbetende sind und den Indern, welche ganz überwiegend Inspiriertundbetende sind, und die Offenbarung handelt offenbar von dem Weg, welchen die Inspiration die Reininspirierten gehen läßt, und die sieben Schalen des Zorns Gottes sind dabei nichts anderes als die sieben Plagen, welche den Reininspirierten den Weg aus Ägypten öffneten, denn die Reininspirierten warten inniglich darauf, daß die Herrschaft der Unvernunft endet und der Glaube, welcher sie leitet, regiert. Damit ist nicht gesagt, daß alle Christen Reininspirierte sind. Sowohl Christus selber, als auch seine Geringsten, welche es bei schlimmerer Strafe als Ersäufen durch Mühlsteinumhängung verboten ist zu ärgern, müssen Inspiriertundbetende sein. Aber das Schicksal der Christenheit ist das Schicksal der Herde, das Schicksal derer, denen das Licht als Lohn ihrer Arbeit genügt, denen die Arbeiter im Weinberg des Herren als die Geringsten dienen.

Wer es nicht fassen kann, empöre sich nicht, in jedem Falle wird es geschehen, und wer es fassen kann, freue sich auf die verhießene Seligkeit.

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29. August 2018

Grauen als Verdruß des anordnenden Geistes

Das Gefühl des Grauens entsteht, wenn die eigene Umgebung einen daran hindert, Dinge in die Ordnung zu bringen, in welcher man sie gerne sähe, ein Wald etwa den Flug von Bällen oder auch nur das eigene Blickfeld, und hängt damit wesentlich mit der Abneigung zusammen, auf die vorhandenen Dinge einzugehen.

Letzteres ist die Verhaltensweise der Lust, und deshalb stört ein unaufgeräumtes Zimmer ein Kind auch weniger als einen Erwachsenen.

Ich würde mich nicht als kindisch bezeichnen, aber ich bin bereit, auf den Wald einzugehen. Ein unaufgeräumtes Zimmer andererseits halte auch ich nicht für erstrebenswert, aber ich kann meinen Weg durch es finden.

Und doch, nach ein paar Nächten des Zeltens im Wald unter raschelnden Blättern vor dem Himmelszelt erscheinen mir Häuser wie kalte Höhlen. Was steht hinter dem Wunsch, diese Höhlen einzurichten? Oder gar Gärten? Was hofft der Künstler zu gewinnen? Jenseits praktischer Erwägungen. Mir genügt es, natürlich gewachsene Schönheit hier und da zu betonen, etwas Übersicht zu schaffen und hinreichende Zugänglichkeit.

Zuflucht zur eigenen Anordnung, und damit auch Grauen, scheinen mir Anzeichen von nervlicher Anspannung zu sein, welche durch die Einrichtung der eigenen Umgebung eingehegt werden soll.

Letztlich verstehe ich diese Dinge, aber mein Selbstbeherrschungsstandard ist so hoch, daß dieses Verständnis etwas Verrufenes und nach besten Kräften ausgeblendetes betrifft, das heißt einen partiellen Nervenzusammenbruch. Und ich vergesse zu oft, Arzt zu sein, und appelliere zu selbstverständlich ans Zusammenreißen. Ich mißverstehe Schwäche zu oft als Prinzipienlosigkeit.

Post Scriptum vom 31.8.2018. Ich sollte vielleicht an dieser Stelle meine Angewohnheit, Ordnung in anspruchslose Dinge zu bringen, wenn ich selbst unter nervlicher Anspannung stehe, nicht übergehen. Nur handelt es sich dabei stets um rein intellektuelle Fragen, das heißt Fragen der richtigen Benennung und Inbeziehungsetzung, welche durch keine weltliche Unordnung gestört werden, weshalb mir das hier beschriebene Grauen auch kaum jemals begegnet, und ich deshalb geneigt bin, es als verächtlicher zu betrachten, als es das verdient.

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27. August 2018

Die gesellschaftliche Wirkmacht Gottes

Wir können Gottes geschichtliches Wirken auf zwei Weisen erfahren: zum einen in der Zuversicht, daß für uns gesorgt werden wird, daß die Verfügungsbedürfnisse der Menschen durch Ihn verbunden und dadurch gedeckt werden, und zum anderen in der Zuversicht, daß Gott die Bedeutung der an der Gesellschaft Anteilnehmenden durch Sein Wirken vergrößert.

Im ersteren unterstützt Er den Wuchs der Gesellschaft, deren Körper just aus dem besteht, was sie zur Verfügung stellt, und im letzteren legt Er ihren Wuchs in menschliche Hände, indem Er die Heiligen erhört, jene, welche an ihrem Wuchs erhöht anteilnehmen.

Solange der funktionale Zykel voranschreitet und die Strukturiertheit der Gesellschaft zunimmt, empfangen die Heiligen ihren Lohn in dem Gebilde, an welchem sie hangen. Wenn der funktionale Zykel aber zurückgesetzt wird, so empfangen sie ihn in Form erhöhten Ansehens von Heiligkeit, so daß sie den Samen für den Neuanfang pflanzen können.

Die Geschichte unserer Aspirationen ist in der Offenbarung umrissen, die Entwicklung der Gesellschaft, zu welcher uns das Lamm führte, und der Weg zur Herrschaft seiner Heiligen ebenso, denn nichts Endliches kann unbegrenzt weiterwachsen und nichts Treibendes kennt den Weg. Es ist, was wir empfangen haben mit dem Wort zugleich.

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25. August 2018

Offenbarung, 16: Der Weg zur Annahme des Heiligen

Und ich hörte eine große Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engeln: Gehet hin und gießet aus die Schalen des Zorns Gottes auf die Erde! Und der erste ging hin und goß seine Schale auf die Erde; und es ward eine böse und arge Drüse an den Menschen, die das Malzeichen des Tiers hatten und die sein Bild anbeteten.
Deutung. Das Spiel, den Dienern des Tiers ihre Mißachtung gewahr zu machen, insbesondere im Rahmen des Einsatzes von Uranmunition.
Und der andere Engel goß aus seine Schale ins Meer; und es ward Blut wie eines Toten, und alle lebendigen Seelen starben in dem Meer.
Deutung. Das Spiel, dem Volk seine Mißachtung gewahr zu machen, insbesondere durch den Umgang mit dem Deepwater Horizon-Rohrbruch.
Und der dritte Engel goß aus seine Schale in die Wasserströme und in die Wasserbrunnen; und es ward Blut. Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: HERR, du bist gerecht, der da ist und der da war, und heilig, daß du solches geurteilt hast, denn sie haben das Blut der Heiligen und Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; denn sie sind's wert. Und ich hörte einen anderen Engel aus dem Altar sagen: Ja, HERR, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht.
Deutung. Das Spiel, der Welt die Greuel der Machinationen des Tiers gewahr zu machen, insbesondere durch die beiden Zeugen vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings.
Und der vierte Engel goß aus seine Schale in die Sonne, und ihm ward gegeben, den Menschen heiß zu machen mit Feuer. Und den Menschen ward heiß von großer Hitze, und sie lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und taten nicht Buße, ihm die Ehre zu geben.
Deutung. Das Spiel, den Benachteiligten ihre anhaltende Benachteilung gewahr zu machen, insbesondere gefördert durch den unsachlichen Umgang mit der Politik Donald Trump's. Zugleich auch die Ankündigung großer Waldbrände.
Und der fünfte Engel goß aus seine Schale auf den Thron des Tiers; und sein Reich ward verfinstert, und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen und lästerten Gott im Himmel vor ihren Schmerzen und vor ihren Drüsen und taten nicht Buße für ihre Werke.
Deutung. Das Spiel, die Ungewißheit über die bestehenden Machtverhältnisse gewahr zu machen. Zugleich die Ankündigung deren Erschütterung, wahrscheinlich durch den Ausbruch Yellowstone's (Offenbarung 19:20).
Und der sechste Engel goß aus seine Schale auf den großen Wasserstrom Euphrat; und das Wasser vertrocknete, auf daß bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang der Sonne. Und ich sah aus dem Munde des Drachen und aus dem Munde des Tiers und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister gehen, gleich den Fröschen; denn es sind Geister der Teufel, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen auf dem ganzen Kreis der Welt, sie zu versammeln in den Streit auf jenen Tag Gottes, des Allmächtigen. Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und hält seine Kleider, daß er nicht bloß wandle und man nicht seine Schande sehe. Und er hat sie versammelt an einen Ort, der da heißt auf hebräisch Harmagedon d.i. "Berg von Megiddo".
Deutung. Das Spiel, in einer Zeit der ungehinderten Leidenschaften das Gute gewahr zu machen. Zugleich die Ankündigung des Zusammenbruchs der globalen Meinungssteuerung durch aufgezwungene Konflikte.
Und der siebente Engel goß aus seine Schale in die Luft; und es ging aus eine Stimme vom Himmel aus dem Stuhl, die sprach: Es ist geschehen. Und es wurden Stimmen und Donner und Blitze; und ward ein solches Erdbeben, wie solches nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden gewesen sind, solch Erdbeben also groß. Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden fielen. Und Babylon, der großen, ward gedacht vor Gott, ihr zu geben den Kelch des Weins von seinem grimmigen Zorn. Und alle Inseln entflohen, und keine Berge wurden gefunden. Und ein großer Hagel, wie ein Zentner, fiel vom Himmel auf die Menschen; und die Menschen lästerten Gott über die Plage des Hagels, denn seine Plage war sehr groß.
Deutung. Alles ist vollendet. Die Plagen, die Siegel, die Trompeten, und insbesondere die siebte, die Zerschlagung New York's in Staten, Manhattan und Long Island.

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Die Neigung des ausgewachsenen Menschen zum Spiel: Politik als Informationsspiel

Das Informationsspiel besteht im Austausch von Informationen, und jede Weitergabe einer Information hat zwei subjektive Aspekte:
  1. eine Information empfangen zu haben,
  2. eine Information verbreitet zu haben.
Politik besteht in der Fähigkeit gemeinschaftliche Aufgaben
  1. zur Sprache zu bringen,
  2. sich zu ihrer Bewältigung zu entscheiden und
  3. sie anzugehen.
Eine gemeinschaftliche Aufgabe ist dabei ein Punkt gemeinsamen Interesses, welches als solches erkannt werden muß, was natürlicherweise dadurch geschieht, daß Menschen sich gegenseitig ihr Leid klagen, oder anders ausgedrückt:
Das natürliche Informationsspiel besteht darin, einander zu fragen, wie es einem geht, und dabei das Gespräch auf mögliche politische Übereinkünfte zu lenken. Wenn es unterbleibt, findet die Bestimmung der gemeinsamen Interessen nicht statt.
Freilich können Menschen auch ohne Erkenntnis ihrer gemeinsamen Interessen zu gemeinschaftlichen Aufgaben eingespannt werden, aber dann handelt es sich nicht um Politik, wobei sich gemeinsam auf die Mitglieder einer Polis bezieht, also eine Gesellschaft, und nicht auf eine über ihre Gesinnung definierte Gruppe, einen Orden.

Betrachten wir die zentral organisierte, unidirektionale Informationsverbreitung durch die entsprechend strukturierten Medien, Presse und Rundfunk, so ist es auf Anhieb klar, daß der einzige politische Nutzen dieser Einrichtungen in der Verbreitung beachtenswerter Neuigkeiten bestehen kann, und daß jeder politische Kommentar aus ihrem Munde der Politik schadet, sofern die gemachten strukturellen Annahmen zutreffen, also solange die Meinungsmacht nicht hinreichend dezentral verankert ist.

Ich lag die letzte Woche an der Etzer Kiesgrube vorzugsweise nackt herum, und es war mir ein Vergnügen zu beobachten, wie die entblößte Schön- und Häßlichkeit das heute allgegenwärtige Prahlen, der letzte Urlaub, das letzte Kleid, das letzte Mal, als man mal so richtig verrückt oder lustig war, vertrieb, wie sonst nur das Feuer die Mücken. Wer preist sich an? Kuck mal! Ich kann sitzen, liegen, sogar apportieren... Das ist natürlich auch ein Spiel, andere in Verlegenheit zu bringen, und wenn nicht unbedingt das edelste, so doch sicher eines der formenreichsten, woraus Narren und Witzbolde denn auch seit tausenden von Jahren ihren Honig saugen.

Nein, die Leute fragen sich heute nicht mehr, wie es ihnen geht, denn die Gefahr der Aufdeckung von zu mehr als Höflichkeit zwingenden Unterschieden ist einfach zu groß. Stattdessen preisen sie sich an und hoffen, auf eine grünere Wiese gelassen zu werden.

Und dennoch, der Wunsch zu spielen ist noch da, auch das Informationsspiel, und es läßt sich sogar zur Verbesserung der politischen Lage einsetzen, wie ich es im folgenden Beitrag noch einmal darstellen werde, wenn auch nur von den von Johannes instruierten Engeln.

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24. August 2018

Von den Grenzen der Beliebigkeit

Es ist schon seltsam wie, nachdem man sich eine Nacht über eine Maus beim Zelten geärgert hat, man es am nächsten Abend schon vermißt, mit den Mäusen zu leben.

Wir können unser Leben durch viele Aktivitäten mit Sinn erfüllen, aber es gibt nur einen Punkt der Ruhe.

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23. August 2018

Gründe und Zwecke der sieben Schalen des Zorns Gottes

Ich war mir meiner Deutung des 16. Kapitels der Offenbarung bisher nicht sicher, aber nun fügt sich alles mit Zwangsläufigkeit.

Die erste Schale beschreibt Krebs bei den Gefolgsleuten des Tiers, insbesondere aber in Folge des Kontakts mit Uranmunition im Laufe des zweiten Irakkrieges. So strafte Gott den willkürlichen Einsatz der US-Armee mit dem Mißtrauen der Soldaten.

Die zweite Schale beschreibt das Deepwater Horizon-Unglück im Golf von Mexiko. So strafte Gott die Kungelei der Großkonzerne mit der Politik im Rahmen von Obamacare mit dem Mißtrauen des Volkes.

Die dritte Schale beschreibt die beiden Zeugen aus dem 11. Kapitel. So bestrafte Gott den Versuch der Ausbreitung der Lüge im Rahmen des Arabischen Frühlings mit der Enthüllung der Wahrheit.

Die vierte Schale beschreibt die gegenwärtigen Brände, insbesondere aber das Verbrennen knechtender Vereinbarungen. So straft Gott den Hochmut der Vorzugsbehandelten mit der Entschlossenheit der Benachteiligten.

Die fünfte Schale beschreibt den Zerfall der Bündnisse in einer Zeit ungewisser Kräfteverhältnisse. So bestraft Gott die Zuflucht zum Recht des Stärkeren. Insbesondere beendet sie auch das Bündnis des Tiers mit der großen Stadt.

Die sechste Schale beschreibt das Ende der syrisch-irakischen Intervention. So bestraft Gott den Willen, die Geschichte auf eine vorgeschriebene Bahn zu zwingen, indem Er den entfesselten Teufelsgeistern das Schlachtfeld öffnet,

allda Er sie wie durch die siebte Schale beschrieben richtet.

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22. August 2018

Glaube in großen und in kleinen Bahnen

Als ich letzten Freitag die Sterne zwischen den Wolken sah, schienen sie mir ganz nah und fröhlich lockend, ein Inbegriff der göttlichen Fürsorge, aber ich wußte, daß es für mich keinen Ausweg aus dem Netz gab, welches die Tücke für mich gewoben hatte.

Können wir im Großen alles in Gottes Hand legen, so sind wir im Kleinen doch an unsere persönliche Verantwortung gebunden. Mag Petrus auch Jesu Lehre geteilt haben, so konnte er es doch nicht geschehen lassen, daß die Pharisäer ihn mit Gewalt fingen

Ist unsere persönliche Kraft indes im Kleinen gebrochen, so weist uns Gott nicht minder als im Großen, welchen Schritt wir als nãchsten gehen müssen, um die Dinge zu Seinem Ratschluß zu wenden, wobei es im Kleinen allerdings Trippelschritte sind.

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17. August 2018

Ererbte Solidität in den Zeiten des Niedrigzinses

Wenn die Ansprüche nachlassen,
weil der Standard sinkt,
fühlt sich der Bedachte urplötzlich beschenkt,
wenn er sich gehenläßt.

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13. August 2018

Bürgerkrieg in Deutschland?

Es gibt zur Zeit definitiv zwei Sorten Deutsche, wessen ich mich täglich vergewissern kann, jene, welchen ihre Lage behagt, und jene, welchen ihre Lage nicht behagt. Sie sind räumlich getrennt und finanziell auch. Die eine Sorte ist mit sich selbst beschäftigt und die andere hält vorsichtig Ausschau.

Die nicht so gut gestellten Deutschen werden zunehmend in ein Haifischbecken gezwungen, in welchem sie sich verdutzt umsehen und sich fragen, warum sie sich auf einmal nach Regeln behaupten müssen, welche nicht die ihren sind, und warum ihre althergebrachten Tugenderweise, Kulanz im Umgang mit Kunden, beispielsweise, heute nichts mehr gelten sollen. Sie sehen ihre Kollegen die Kunden einseifen und fragen sich: Soll ich das jetzt auch?

Es ist fast, als hätten die Alten beschlossen, ihren Kindern beizubringen, was sie zu ehren heißt. Die stehen nun da und fragen sich, ob König Lear millionenfach um sie herum aufgeführt wird.

Mohammed mag ja dadurch zu Geld gekommen sein, daß er eine ältere Frau geheiratet hat, aber als besseren Sohn hat er sich keinem älteren Paar angedient, und die sich heute auf diesem Weg befinden wissen bei sich auch, daß sie sich vergeblich mühen, und können ihre Unzufriedenheit darüber nur schwer unterdrücken.

Es ist völlig klar, was aus diesen Umständen erwächst, nämlich die Bereitschaft der deutschen Dienerklasse, das Leben auf neuen Wegen anzugehen. In ihren Mitgliedern wird ein erneuerter Geist darbende Anhänger finden. Der Heilsrat hat sie ausgespuckt, und nun sind sie frei.

Nicht, daß man alle Deutschen in diese Lager einteilen könnte. Es gibt noch ein paar Unverdrossene, Offene, allseitig Interessierte, bescheiden und gerecht und vom Schicksal verschont. Aber auch sie müssen ja den Rest der Gesellschaft derart um sich zerfallen sehen.

Wobei das Lager der Bessergestellten auch nicht eines Geistes ist. Interessanterweise finden sich hier die tödlichsten Feinde Seit' an Seit', die größten diktatorischen Machtmenschen mit den liberalsten Bürgern vereint. Es ist das scheinbar ungünstige Geschick, welches die an sich ehrenwerte Zurückhaltung der Liberalen vor ihrer pervertierenden Vereinnahmung bewahrt. Es ist der Kot, welcher die Augen öffnet und das Urteil schärft.

So muß man von all diesen Dingen reden, welche Aufgaben sich stellen und wem. Deutschland wird sich dem Behemoth anschließen, wenn er den Leviathan bezwingt, und im umgekehrten Falle wäre es nicht anders, denn nicht Deutschland ist's, wer vor die Aufgabe gestellt ist, ihren Kampf zu entscheiden, die Aufgabe hier ist nur, neuerlich zu Gott zu finden und den Körper seiner Kirche zu bilden.

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11. August 2018

Frauen als Mägde der Götter

Ich habe mich an meinen Beitrag Das Pantheon der urbildlichen Verhaltensformen erinnert, in welchem ich die drei Seelenteile Sorge, Achtung und Lust jeweils in eine Unbestimmte und eine Geformte Variante ihrer zerlegt habe, um mit Hilfe dieser den griechischen Götterhimmel wie folgt aufzuspannen:
  • Lust unbestimmt: Aphrodite,
  • Achtung unbestimmt: Athene,
  • Sorge unbestimmt: Apollon,
  • Lust geformt: Pan,
  • Achtung geformt: Artemis,
  • Sorge geformt: Themis,
  • Lust und Achtung geformt: Ares,
  • Lust und Sorge geformt: Zeus,
  • Achtung und Sorge geformt: Dike.
Dieses ist zum einen bemerkenswert, weil ich hier den Gegensatz zwischen Unbestimmtheit und Geformtheit lange vor meiner Beschäftigung mit ihm im Rahmen des I Chings beschrieben habe (unbestimmt: Erde im unteren Trigramm, geformt: Himmel im unteren Trigramm), und zum anderen, weil sich die weiblichen Charakterziele, soweit ich sie überblicken kann, in dieses Pantheon als Mägde der Götter einfügen.

Konkret habe ich nur vier verschiedene weibliche Charakterziele in Form ihrer Vertreterinnen vor meinem inneren Auge stehen, aber ich bin guter Dinge, daß der Ansatz gerechtfertigt ist.

Da sind zum einen die beiden Schwestern Zünglein an der Waage und Muskel, von denen die erstere Zeus herrschen hilft und die letztere Artemis jagen. Neben diesen beiden erinnere ich mich noch an einen Typ, welcher sich darum bemüht, daß alles gebührend geschmückt sei (oder glänze), nennen wir ihn Leuchte, und die Leuchte ist eine Magd Athenens. Und als viertes sah ich gestern im Hansa-Park seit langer Zeit wieder einmal ein unerklärlich mißvergnügtes Mädchen, in dessen Zügen ein ewiger Vorwurf gegen alles Häßliche eingebrannt war, eine Verfechterin der Tugend, nur damit andere sich an ihr messen müssen, ein Spiegel und eine Magd Dikes.

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10. August 2018

Von der gegenwärtigen Schwierigkeit des Trosts

Sowohl die Art als auch das Ausmaß der Abhängigkeit der Menschen von Erzählungen erstaunen mich, am Ausmaß, daß es so viele Menschen sind, an der Art, wie wenige Elemente ihnen genügen, um ihren Leben Sinn zu verleihen.

Der Gläubige bittet Gott, ihm in seinem Glauben zu helfen, ihm den Weg zu weisen und zu ebnen. Und wenn Gott das tut, so mag es Umstehenden scheinen, daß an den Erwartungen des Gläubigen etwas dran ist, aber das Wesen seines Wanderns verstehen sie nicht.

Johannes sehnte sich danach, daß jemand das inwendig und auswendig beschriebene Buch öffnete, aber seine Erzählung verscheucht die Menschen, denn nur den Gläubigen weist sie ein Ziel, den Anderen aber Schrecken. Und so fliehen sie in Nachgeburten, da nichts Großes, Stimmiges mehr das Licht der Welt erblickt.

Doch ist es so? Oder müssen wir die Talsohle der Herrschaft der Unvernunft nur durchschreiten, bevor das Stimmige wieder stimmen kann? Dies alles erwogen habend meine ich, daß es das ist, wovon Johannes schreibt. Aber was soll man den Anderen sagen, deren Glauben vor der Aufgabe wankt und sich in zusammenhangslosem Stückwerk verliert?

Was ihnen erzählen?

Es kann doch nur sein, daß die Dinge entwirrt werden werden, und ihr Glaube nicht zurechtgestutzt werden muß, um in die Welt zu passen.

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8. August 2018

Interpretation als Funktionskonformitätsprüfung

Eine Funktion f im mathematischen Sinne ist eine Zuordnung von Elementen einer Menge B zu den Elementen einer Menge A, in Zeichen f:A->B.

Die Elemente der Menge A werden auch die Argumente der Funktion f genannt, und wenn die Funktion f einem Element a der Menge A ein Element b der Menge B zuordnet, so wird dies durch f(a)=b oder f:a|->b gekennzeichnet.

Haben wir mehrere Funktionen zwischen den Mengen A und B, so läßt sich jedes Element a der Menge A zugleich auch als Funktion betrachten, und zwar als Funktion zwischen der Menge F der Funktionen zwischen den Mengen A und B und der Menge B, wobei einer Funktion f aus F das Element f(a) aus B zugeordnet wird.

Wenn wir sagen, daß Argumente eine Funktion hätten, indem sie einen Prozeß steuern, so meinen wir damit genau dasselbe, nämlich daß das Verhalten von Funktionen von ihren Argumenten abhängt und wir dieses Verhalten also in Kenntnis des Arguments passenden Funktionen zuordnen können.

Ich habe das menschliche Verhalten stets als Funktion beschrieben, wobei das Wahrgenommene der Menge A entspricht, und das Getane der Menge B. Das Gesetz, welches die Zuordnung dabei bestimmt, ist unser Wille.

Damit besitzt das Wahrgenommene aber auch im eben beschriebenen Sinne Funktionen, indem es unser Verhalten steuert.

Wenn man nun alles, was ich im Laufe der Jahre zu diesem Thema geschrieben habe, zusammennimmt, etwa zur Struktur des Denkens und der Funktion unserer Gefühle, so erhält man eine Menge von Regeln, welche die Funktionen des Wahrgenommenen beschreiben, und ausgehend davon kann man die Äußerungen eines Menschen auf ihre Konformität mit diesen Regeln hin überprüfen und auf diese Weise interpretieren.

Wenn wir selbst andere Menschen verstehen wollen, tun wir nichts anderes. Insbesondere begegnet uns die Flüchtigkeit unserer Begriffe gleich von Geburt an, so daß ihre Verstärkung durch begleitende Laute für uns eine geradezu angeborene Erwartung ist, demgemäß wir denn auch die Absicht des Sprechens ohne Weiteres erfassen.

Ich bringe diese Dinge zur Sprache, weil ich bisher behauptet hatte, eine reine Strukturbeschreibung des menschlichen Bewußtseins sei für die künstliche Intelligenz nicht weiter von Belang, sondern daß diese vielmehr auf der Entwicklung von Heuristiken beruhe. Indes mag es so sein, daß Heuristiken problemabhängig sind und insbesondere davon abhängig, welche Informationen gegeben und wie diese strukturiert sind. Und im Falle des Verständnisses des menschlichen Verhaltens beruht die Interpretationsheuristik wesentlich auf der Kenntnis der Struktur des menschlichen Bewußtseins.

Es ist so gesehen denkbar, daß wir selbst nur eine handvoll verschiedener Heuristiken in unserem Leben anwenden, welche einer künstlichen Intelligenz nur Stück für Stück einverleibt werden müßten, um sie uns intellektuell ebenbürtig zu machen.

Andererseits ist unsere entgeisterte Gegenwart vielleicht nicht das beste Studierumfeld für angewandte Heuristik. Zweimal habe ich nun schon das Spektakel miterlebt, daß, wenn die Sonne untergeht, die Selfiephotographen herauskommen. Es ist gespenstisch, es geballt wie das Hervorwagen von Mücken, wenn die Hitze nachläßt, zu erleben. Wirklich... was für eine Zeit!

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4. August 2018

Die Formen politischer Gemeinsamkeit

Ich habe geschrieben, daß jeder Staat eine Staatsideologie braucht, welche ihn zusammenhält, und daß Wahlen lediglich dazu bestimmt sind, seine Bürger darüber entscheiden zu lassen, was dieser Ideologie gemäß im Argen liegt und also zu tun ansteht, und zwar üblicherweise so, wie es das Sprichwort sagt, welches Wählen mit Autofahren vergleciht: Choose D for forward and R for backward.

An dieser grundsätzlichen Beurteilung hat sich bei mir nichts geändert, und doch ist es ratsam zum Vergleich verschiedener kontemporärer Demokratien, und dabei insbesondere zur Erfassung oberflächlicher Variationen der jeweiligen Staatsideologie, die Sache einmal anders zu betrachten.

Den Akt, durch welchen ein Staat seinen Bürgerm die seiner Ideologie entsprechende Weltsicht vermittelt, möchte ich Kategorisierung nennen. Traditionell liegt die Kategorisierung in den Händen der Kirche, neuerdings auch in jenen der Presse.

In wessen Händen die Kategorisierung aber auch immer liegt, sie ist zu einem gewissen Grad religiöser Natur, indem sie den Bürgern einen Seinssinn vermittelt. Und diesbezüglich kann die Kategorisierung das Religiöse entweder in den privaten Bereich verbannen oder aber es so darstellen, daß die staatlichen Einrichtungen für es gemacht sind.

Im ersteren Fall möchte ich von der Privatisierung der Religion sprechen und im letzteren von ihrer Verbürgerlichung.

Ein Staat, welcher das Religiöse privatisiert, verliert damit zugleich seine Fähigkeit, es der Staatsideologie gemäß zu formen. Stattdessen wird er danach trachten, private religiöse Entwicklungen periodisch an ihren Anfang zurückzusetzen, wie es beispielsweise in Deutschland durch die Hingabe an die äußerliche Inspiration während der Urlaubszeit geschieht.

Interessanterweise hatte ich Zeit meines Lebens einen Horror vor dem Sommer in Deutschland, ich fühlte mich stets erdrückt von der Hitze und der Bräsigkeit der Menschen. Wiewohl die äußerliche Inspiration weiter nördlich, in Estland beispielsweise, stärker als in Deutschland ist, ist sie dort eine ganzjährige Konstante, welche zu keinem Erlahmen der innerlichen Inspiration führt.

Verbürgerlicht ein Staat das Religiöse hingegen, so können wir ihn wiederum danach unterscheiden, ob er die Form des Religiösen den Bürgern zur eigenen Gestaltung überläßt oder aber einer religiösen Autorität.

Im ersteren Fall braucht er eine Infrastruktur, welche seine Presse dazu zwingt, ihre Kategorisierung an die Ideologie, welche sich unter den Bürgern durchgesetzt hat, anzupassen, was praktisch darauf hinausläuft, daß er eine private Presse braucht, welche das gesamte Meinungsspektrum abdeckt, und welche labil genug ist, um ihr Gleichgewicht durch geeignete Steuerungsmaßnahmen (Skandale etc.) den bürgerlichen Gegebenheiten anzupassen, wobei insbesondere Gerichten eine Schlüsselrolle zukommt.

Im letzteren braucht er hingegen eine Infrastruktur, welche mit der Erneuerung der religiösen Grundsätze zum Zwecke der Anpassung an die Anforderungen, welche die staatliche Ordnung an ihre religiöse Begründung stellt, betraut ist. Dies ist im Falle Englands die anglikanische und im Falle Frankreichs die katholische und auch sonst die Landeskirche.

Staaten der ersteren Art möchte ich das Religiöse dynamisch verbürgerlichend nennen, und Staaten der letzteren das Religiöse statisch verbürgerlichend.

Wir erhalten also drei Arten Staaten, konkret: das Religiöse
  1. privatisierend: Deutschland,
  2. dynamisch verbürgerlichend: die Vereinigten Staaten und
  3. statisch verbürgerlichend: Frankreich.
Die Art des Staates spiegelt sich denn auch in der geschichtlichen Befindlichkeit seiner Bürger wider:
  1. der Deutsche meint, die Politik zu ertragen,
  2. der Amerikaner meint, die Politik zu machen und
  3. der Franzose meint, die Politik zu beaufsichtigen,
jeweils auf der Grundlage der Identifikation mit seiner Religiösität.

Das französische System ist katechonisch, das amerikanische nicht - jedenfalls oberflächlich betrachtet. Und das deutsche System trennt die weltliche und geistliche Sphäre nach Kräften, was ihm aber historisch gesehen nicht immer gelungen ist, und zuletzt im Falle der Grünen nicht, wo sich denn die private Religiösität einer Gruppe in die staatlichen Strukturen ergossen hat, was konkret bedeutet, daß hier eine Religion im überproportionalen Maße, weil am System vorhei und als Betriebsunfall, verbürgerlicht wurde.

Wenn ich mir also grundsätzlich die Frage stelle, welcher Art ein Staat sein sollte, so antworte ich: von der des französischen, das Religiöse statisch verbürgerlichend. Nur ist inhaltlich die Zeit der Erneuerung gekommen, und konkret bedeutet das, daß an die Stelle des Staates mit all seinen Einrichtungen die noch ungeformte Glaubensgemeinschaft tritt, welche aber schon ihre eigene Kategorisierung besitzt und durch ihre Selbstformung ihre Religiösität auslebt, deren Gestalt wiederum in den Händen der akzeptierten religiösen Autoritäten liegt.

Und ich hoffe, daß selbst Deutschland aus seiner römischen Gefangenschaft, also der Unterdrückung des Religiösen wie einst im Römischen Reich, entkommt, und zu einer gesunden und ungestörten Auslebung seiner Religiösität gelangt, welche zugleich nicht die Tollheit der Vereinigten Staaten, im Religiösen jede Stimme gleich zu gewichten, noch verspätet übernimmt.

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1. August 2018

Innerliche Inspiration

Ich hatte die im gestrigen Beitrag angesprochene innerliche Inspiration bereits vor längerer Zeit im Detail betrachtet, und zwar als die Hexagramme des Dharmas. (siehe wiederum die Beiträge in der Sidebar der Webversion). Indes möchte ich das Phänomen des göttlichen Lichtes, welches sich dort zeigt, noch einmal mit Blick auf sein grundsätzliches Zustandekommen betrachten.

Die Hexagramme der Verschreibung und Fundamentlegung betreffen das Engagement des Menschen, die der Formung hingegen Potentiale, nämlich die der weltlichen Stimulanz im Falle des Unbestimmten (dreimal Yin) und der geistigen im Falle des Geformten (dreimal Yang).

Zu letzteren ist zu sagen, daß diese Potentiale selbstverständlich jedem Menschen begegnen, unabhängig von seinem Engagement. Und in dem Sinne erfährt also jeder Mensch seinen unbestimmten und seinen geformten Aspekt. Und davon handelte mein Beitrag Nochmals zu den Finnen in erster Linie, also von der Notwendigkeit, das verfolgte Potential zu wählen.

Allerdings stellt sich dabei eine Frage. Es ist nicht weiter verwunderlich, daß der Engagierte, wenn er sein Engagement einmal beiseite läßt, die Welt wie der Unbestimmte wahrnehmen sollte. Aber was den Geformten auszeichnet, ist seine intellektuelle Substanz, und diese bildet sich ja nicht einfach so, weshalb ein beliebiger Mensch sich nur in einer solchen Situation konkret geformt fühlen kann, in welcher er alle Voraussetzungen mitbringt, wobei der Zusatz konkret die bloße Begeisterung, also die Hexagramme des Dharmas, ausschließt.

Denn auch jemand, wer sich nur sehr selten einmal konkret geformt gefühlt hat, hat einen ihm stets offenen Zugang zum Hexagramm Die Einfalt, und zwar durch die Besinnung auf den göttlichen Willen.

(Diese Behauptung ist übrigens auch in dem banalen Sinne zutreffend, daß bei entsprechender Besinnung bei der Befragung des Orakels stets dieses Hexagramm kommt.)

Und in diesem Zugang liegt die Frage: Warum enthüllt sich uns Gott auf dieselbe Weise, wie er sich jemandem mit der nötigen intellektuellen Substanz enthüllen würde, seine Umwelt seinem eigenen geistigen Reichtum nach zu gestalten?

Ich, beispielsweise, besitze diese Substanz durchaus nicht, ich gestalte auch kaum mehr als meinen Garten. Und doch geschieht es, daß, wenn ich den göttlichen Willen erwäge, und wie ich ihm zu Diensten sein könne, mein Wesen mit Befriedigung auf den göttlichen Ratschluß blickt und ich in der Notwendigkeit seiner Umsetzung meine Hand mitwirken sehe, und wenn ich die Dinge so betrachte, fühle ich mich in der Tat geformt.

Technisch heißt dies offenbar, daß es genügt, das Ziel zu kennen und es anderen zu überlassen, den Weg zu ihm zu finden, um bereits zu gestalten und entsprechend inspiriert zu werden. Wenn uns Gott nicht anhörte, warum zeigte er uns dann das Licht des Gestaltenden, wenn wir ihn für das, was wir als köstlich in seiner Schöpfung erkannt haben, bitten?

Wiewohl die Menschen ihre eigenen Absichten verfolgen, und die Geschichte ihnen folgt, wie der Regen der Schwerkraft, bläst der Wind doch hinein, wie er will: Die Kurzsichtigkeit hindert die Weitsicht nie. Es ist wie mit dem Verschlingen der Kamele. (Matthäus 23:24).

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