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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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19. Oktober 2019

In den letzten Tagen der Werke

Geistlosigkeit ähnelt dem Wahrheitsverlust, ist aber nicht die indirekte Folge der Aufgabe eines Teils des Ichs, also daß dem Wollen die vorangehende Wahrnehmung, der Tat das vorangehende Wollen oder der Wahrnehmung die vorangehende Tat fehlt, sondern die direkte Unbewußtheit eines Teils der Wahrheit, also des Schönen, Wesentlichen oder Mächtigen.

Die durch das Vorangehen bedingte Verschiebung der zugehörigen Teile der Wahrheit erlaubend erhalten wir die folgenden Entsprechungen:
  • Oberflächlichkeit ist die unbewußte Form der Entfremdung,
  • Erstarrtheit die unbewußte Form der Entrückung und
  • Losgelöstheit die unbewußte Form des Traums,
womit wiederum
  • das Gesetz dem Wollen,
  • der Weg der Wahrnehmung und
  • das Schicksal der Tat
entspricht.

Und selbstverständlich fehlt
  • in der Entfremdung das Schöne,
  • in der Entrückung das Wesentliche und
  • im Traum das Mächtige,
doch
  • als fehlende Dringlichkeit führt die Entrückung zum Verlust des Schönen,
  • als fehlender Sinn führt der Traum zum Verlust des Wesentlichen und
  • als fehlende Bedeutung führt die Entfremdung zum Verlust des Mächtigen,
wobei Dringlichkeit, Sinn und Bedeutung die indirekten Effekte der Wahrnehmung auf den Willen, beziehungsweise der Tat auf  die Wahrnehmung oder des Willens auf die Tat sind und mit anderen Worten
  • Dringlichkeitslosigkeit für das Schöne so schlecht wie Entfremdung,
  • Sinnlosigkeit für das Wesentliche so schlecht wie Entrückung und
  • Bedeutungslosigkeit für das Mächtige so schlecht wie Träumen
ist. Insgesamt kann die Wahrheit also auf drei Weisen fehlen:
  • direkt durch Aufgabe eines Ichteils,
  • indirekt durch Aufgabe eines Ichteils oder
  • durch Bewußtseinsmangel in einem Ichteil.
Ich hätte diese Dinge freilich von Anfang an deutlicher darstellen sollen, aber die geistige Durchdringung vollzieht sich nunmal in Etappen. Wo wir das nun aber geklärt hätten, kann ich nun zum eigentlichen Thema dieses Beitrags kommen.

Wie gesagt stirbt das Wesentliche am Ende des Zeitalters der Werke. Und wer nicht an diesem Verlust leiden möchte, muß also in die Geistlosigkeit der Erstarrtheit fliehen, und wahrscheinlich noch nicht einmal bewußt. Jedenfalls erweckt die Erstarrtheit heutzutage den Anschein der Normalität, kaum jemand denkt sich etwas dabei, wenn seine Arbeit keinen Sinn zu ergeben scheint, alle tun irgendetwas und achten ihren Weg nicht weiter.

Und dann sind da natürlich noch jene, welche sowieso schon geistlos waren. Die Erstarrten müssen wir natürlich nicht noch einmal eigens betrachten. Bleiben also die Oberflächlichen und die Losgelösten.

Aus der Sicht der Oberflächlichen bedeutet das Wesentliche Neuerung und Abwechslung. Das Schöne kennen sie ja nicht, und also auch nicht das Gesetz, welches hinter der Entwicklung steht. Versiegt das Wesentliche also, bleibt für sie alles beim Alten.

Gewiß, der Einwand ist berechtigt, daß auch der Oberflächliche Dinge für schön hält, nur fühlt er sich dadurch zu nichts berufen. Das Schöne, Wesentliche und Mächtige, wie ich es verstehe, ist das Verstandene am Gesetz, am Weg und am Schicksal wie im Beitrag Formen der Gefaßtheit beschrieben.

Und was die Losgelösten angeht, so bedeutet das Wesentliche für sie Praxis, denn vom Schicksal einholen lassen tun sie sich definitionsgemäß nicht, so daß ihnen nur ihr Wagemut einen Weg zur individuellen Beschäftigung mit der Welt eröffnen kann. Und wenn das Wesentliche versiegt, so verwandelt sich alles für sie zu akademischen Fragen.

Verantwortungslosigkeit bei den Bewußten, Verharrung bei den Oberflächlichen und Kontemplation bei den Losgelösten, das sind die Zeichen der letzten Tage der Werke.

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Proh! Pah! Ganda!



Und wenn man auf die andere Seite schaut...

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Der große Kreuzzug

Schreihälse

Ledernacken

 
Hornochse

Zugpferd

Fettwänste

Milchkuh

Spürnase

Schwimmhäute

Schreibfedern

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Kopfgebrauch

Wenn Töten der Kopf des Islams ist,
dann ist Erleichtern und Erschweren der Doppelkopf der westlichen Wissenschaft,
wobei Naturwissenschaft mehr erleichtert und Geisteswissenschaft mehr erschwert.

Unsere Lage gleicht der eines buddhistischen Mönches, welcher sich zur Meditation in eine Höhle zurückgezogen hat und seinen Gebetsschal so um sich gewunden, daß er sich bei dem Versuch, seine Meditationshaltung aufzugeben, selbst erwürgt: Jede Bewegung der Naturwissenschaft, welche sich in technologischen Fortschritten niederschlägt, führt zu Niederschlägen der Geisteswissenschaft in Verordnungen, welche die Luft der individuellen Freiheit weiter abschnüren.

Es dürfte hinreichend klar sein, daß nur Einverständnis und Zusage aus dieser Klemme herausführen.

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18. Oktober 2019

Verbindung zum Schönen, Wesentlichen oder Mächtigen

Die Zeitalter der Werke, Wunder und Wacht erschöpfen sich an der Konsequenz ihrer Ansätze, indem sie das Ideal des jeweils vorletzten Zeitalters aufheben: die Wacht tötet das Schöne, die Werke töten das Wesentliche und die Wunder töten die Macht. Gleichzeitig legt jedes Zeitalter eine neue Grundlage: Werke führen zum Verständnis der Schöpfung, Wunder zur Gotteskindschaft und Wacht zur Arglosigkeit.

Am Ende eines Zeitalters steht also einerseits eine neue Grundlage bereit und andererseits ist es nötig, das Schöne, Wesentliche oder Mächtige wiederzubeleben. Dazu aber müssen sich Menschen verbinden, und sie verbinden sich also: Am Ende des Zeitalters
  • der Wunder steht die Verbündung auf der Grundlage der Anerkennung,
  • der Wacht die Zusammenarbeit auf der Grundlage des Vertrauens und
  • der Werke die Zusage auf der Grundlage des Einverständnisses.
Gotteskindschaft ermöglicht Anerkennung, Arglosigkeit Vertrauen und Verständnis Einverständnis, und gleichzeitig erwächst aus Verbündung Macht, aus Zusammenarbeit Schönheit und aus Zusage Wesentlichkeit.

Der Gegenstand der Zusammenarbeit liegt dabei vor uns: Jesajas neue Erde. Die Gegenstände der Anerkennung waren Formen der Göttlichkeit, und der Gegenstand der Zusage ist die Errichtung des Tempels in Lehre und Gemeinschaft: die Wiederentzündung der Geister Gottes, die Herrschaft des heiligen Geistes.

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15. Oktober 2019

Aktive und passive Spiritualität

Entweder wir betreiben die Entwicklung unserer Seele aktiv, oder wir lassen uns prägen.

Die aktive Entwicklung besteht darin, die eigenen spirituellen Ahnungen zurückzuverfolgen, das heißt sie zu verfolgen und auf eine grundlegende spirituelle Ordnung zurückzuführen. Ich tue es hier auf diesem Blog unter dem Label Metaphysik.

Und die passive Prägung geschieht dadurch, daß unsere Seele von Vorbildern ergriffen wird. Vorbildlich erscheinen einer Seele andere Seelen aber auf vier Weisen, nämlich als vorbildliche Lust, vorbildliche Achtung, vorbildliche Sorge und vorbildliche Wahl, mit anderen Worten nach demselben Schema, welches auch die moralischen Defizite aus Schwäche oder Bosheit ordnet.

Die Form der Ergriffenheit von vorbildlicher
  • Lust ist die Verzückung (etwa durch jungfräuliche Reinheit, Weihrauch),
  • von vorbildlicher Achtung die Rührung,
  • von vorbildlicher Sorge das Erstaunen und
  • von vorbildlicher Wahl die Bewunderung (insbesondere der Selbstüberwindung).
Ich bin auf dieses Thema gestoßen, weil ich gerade Frank Herbert's Dune lese. Lynch's Film ist starr und spirituell steril, aber ich verzeihe ihm das als Pantomime spiritueller Wesentlichkeit. Herbert's Buch hingegen fängt das spirituell Wesentliche nicht ein, sondern stützt sich auf die Darstellung von Ergriffenheit. Diese Abänderung muß man Lynch also hoch anrechnen.

Aber Herbert reiht sich dadurch in die zeitgenössischen Modereligionen ein, welche auch alle auf die Ergriffenheit setzen, meistens als Formen der Abwendung von der jüdisch-christlichen Uncoolheit. Darüber kann ich als aktiver Entwickler meiner Seele natürlich nur lachen: Wieso sollte es mich stören, wenn jemand vor mehreren tausend Jahren seine spirituellen Erfahrungen auf ähnliche Weise gedeutet hat wie ich meine? Wo die passiv Geprägten stets auf der Jagd nach dem rechten Schwung sind, ruhe ich in meinem Glauben.

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14. Oktober 2019

Der Türsteher

Der Sabbat steht am Wocheneingang und beschaut die Zeit, die da einziehen will.
Der Wächter läßt das Werk gewähren und lernet seinen Sinn.
Erst wenn er vom Alter weise die Tür verschließt, tritt auch er ins Werk:
daß wiederkomme, wem er bleibend die Treue hielt.

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13. Oktober 2019

Von der Notwendigkeit der richtigen Seite zu entkommen.

Wir leben in einer Zeit der gemeinschaftlichen Darstellung. Zwar strebt nicht jeder danach, sich an der gemeinschaftlichen Darstellung zu beteiligen, doch auch jene, welche es nicht tun, müssen das Gesetz, welches zwischen verschiedenen Darstellungen herrscht, anerkennen, nämlich die Mißgunst.

Der Mensch wird nicht zum Krieg gezwungen, der Mensch sucht den Krieg, weil der Geist der Darstellung sich den Menschen einverleibt und darum keine Konkurrenz duldet. Und deshalb überlegen sich auch jene, welche der Darstellung abhold sind, was sie zu tun haben, um auf der richtigen Seite zu stehen.

Die richtige Seite während dieser Zeit ist aber immer jene, welche sich als verletzender und zerstörerischer erweist, denn zwischen verschiedenen Darstellungen gibt es nur den Druck, welcher darauf wartet, daß eine Seite zerbricht.

Aber ebenso, wie die Dämonen der Darstellung eifersüchtig auf einander sind, ist es auch Gott auf sie und fordert uns für Sich. Und deshalb müssen wir der richtigen Seite entkommen, indem wir aus dem uns zu leiten trachtenden Zwang ausbrechen.

Ausbrechen müssen wir aus einer uns vereinnahmenden Darstellung immer. Die Frage ist nur, wie früh es uns gelingt, den Zwang zu brechen. Wir können den Zwang immer in uns brechen, indem wir bereit sind, uns zu opfern. Dann haben wir unsere Nachwirkung bewahrt. Oder es gelingt uns, ihn vor uns zu brechen. Je nachdem, wie umfassend uns das gelingt, bewahren wir so das Potential in unserem Leben oder sogar das Ziel, zu welchem wir zu gelangen suchen.

Das Mittel dazu ist stets das Gebet. Das Heilige will ergriffen sein. Im Heiligen liegt seine eigene Kraft.

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12. Oktober 2019

A message from the past.

Any organisation whose funding grows with its effect on public policy will consider itself qualified to rule.

Any such organisation whose growth continues will replace the governing system with its own hierarchy.

Being able to get public support for ever more encompassing blackmail is a skill on which such an organisation can be founded.

That's what Plato said in The Republic.

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The most recent fall from gratitude.

I wondered yesterday, why people stopped being nice. It was not entirely by accident. First off, being nice is the same as being grateful, you will not find the one and not the other. Now, I have written a post that explains in the most general terms how gratitude dies, namely Dankbarkeit, Darstellung und Eitelkeit, i.e. forms of government that rely on people's display of an ideal of reason, matchedness or power channel gratitude into the relief that the display is flawless, which causes gratitude to die in the shadow of vanity.

This process did according to my considerations already start some 500 years ago. But in the case of the United States it didn't touch the mass of the people before 1950. I observed that fact yesterday, but I didn't explain it. The explanation is however given by a number of films from the era, e.g.
  • The Apartment,
  • Lover Come Back,
  • The Thrill of It All,
i.e. the necessity to integrate the American public into the modern working environment. And the way that was done was by way of displayed grandiosity (of which the listed films are all somewhat critical).

The German ingratitude has other causes. But you see that systemic tendencies finally get through.

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Zeugnis und Gebet

Wir haben unser Leben zum Zeugnis empfangen, als Rahmen all unserer Träume. Und was in seinem Schein unser Herz erfüllt, nimmt unsere Gebete mit sich. Doch alle Sünde ist Sorglosigkeit, Anteilnahmslosigkeit gegenüber der Gabe. Und so ist das Gebet der Sünder verbannt.

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11. Oktober 2019

From nice to cynical in five steps.

I always have to go back to the Thin Man movies to find people I can relate to. Consider the necessity that links this chain together:
  • the actors of the 30s were nice,
  • the actors of the 50s were accommodating,
  • the actors of the 70s were overbearing,
  • the actors of the 80s were demanding,
  • the actors of the 2000s were bitter,
  • the actors of the 2010s are cynical.
The difference between nice and accommodating is of course external, somebody asking a nice person to do something that doesn't come naturally to him. In this case: to act grandiose.

But then... the grandiose example breeds overbearing followers, the overbearing example breeds demanding followers, the demanding example breeds bitter followers and the bitter example breeds cynical followers.

Down the drain. And all because of the likes of Gregory Peck? And I really like the man (because of his modest self irony). You really do reap what you sow. An experiment in self governance it surely is, only not particularly sacred - nor blessed.

It would of course be nothing. Except for the fact that it is real.

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10. Oktober 2019

Die deutsche Behelfung

Der befindliche Geist kommt definitionsgemäß während der Timokratie an die Macht. Er befindet sich dabei stets in einer Lage, welche er unter erheblichen Schwierigkeiten gestalten muß, und er herrscht aus dem Grunde, daß er Menschen beseelt, welche über die dazu notwendige Qualifikation verfügen. Ein historisches Beispiel wird durch die Regierungszeit Wilhelms I von England gegeben.

Soweit die natürliche Situation. Allgemein bekannterweise brach die gegenwärtige Herrschaft der Unvernunft in Deutschland aber nicht auf natürliche Weise an, sondern in Folge der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg. Eine Weile litt Deutschland die Herrschaft der Unvernunft, aber nach 14 Jahren hatten die Deutschen die Nase voll. Und dann entschieden sie sich für eine Konstruktion, welche bis heute anhält, nämlich die deutsche Behelfung.

Der Kerngedanke der deutschen Behelfung besteht darin, daß das auf die Darstellung der Vernunft getrimmte deutsche Volk unmöglich der Herrschaft der Unvernunft ausgesetzt werden kann, daß es vielmehr notwendig ist, es durch geeignete Ämter zu behelfen derart, daß diese es dadurch, daß sie sich den unter der Herrschaft der Unvernunft herrschenden Kräften der Opportunität stellen, von jenen abschirmen.

Mit anderen Worten haben sich die Deutschen dazu entschieden, den annehmlichen Geist rein zu erhalten, indem sie dem befindlichen Geist Regierungsaufgaben künstlich übertragen haben.

In Deutschland ist es nämlich so: Entweder man beteiligt sich an der Darstellung der deutschen Tugenden, welche noch aus der Zeit des Feudalismusses herrühren, oder man beteiligt sich zurechtfindend als Führungskraft oder gestaltend als Wirtschaftsplaner.

Da der befindliche Geist aber künstlich zu diesen Würden kommt, gleicht das Schauspiel in etwa dem, wie wenn man Manager aus Sammlern und Jägern rekrutierte oder Wirtschaftsplaner aus Ackerbauern.

Ich bin so ein Ackerbauer und weiß, daß ich ein Ackerbauer bin und kein Wirtschaftsplaner. Der befindliche Geist, ebenso wie der heilige Geist, herrscht nicht über darstellende Untertanen. Die Darstellung beginnt erst, nachdem die transformative Kraft des heiligen und befindlichen Geistes erschöpft ist, mit anderen Worten sobald sich der Glaube persönlich verkörpert, wenn die Erneuerung der Achtung oder Lust abgeschlossen ist.

Ich kann und ich werde nicht auf ein Feld gehen, welches Gottes Segen nicht hat. Das Korsett der deutschen Behelfung sieht Gottes Willen nicht vor. Es hält seinen Träger für selig und einzig der Seligkeit wert, und meines Erachtens ist beides falsch. Es leugnet den Glaubenszykel. Es leugnet die Geschichtlichkeit des Christentums.

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8. Oktober 2019

Die Formen der passiven individuellen Abhängigkeit von der gesellschaftlichen Darstellung

Mit der gesellschaftlichen Darstellung sind die im gestrigen Beitrag beschriebenen Darstellungen gemeint. Und die passive individuelle Abhängigkeit ergibt sich daraus, sich von der gesellschaftlichen Darstellung leiten zu lassen.

Ich will aber nicht lügen. Die Grundlage für diesen Beitrag bildet ein Verlangen nach bestimmten Filmen, welches mich gestern abend überkam, und im speziellen nach Charade. Hepburn's Ausruf I feel like lots of people tonight. bringt den Kerngedanken dessen, worum es mir hier geht, vielleicht am besten auf den Punkt.

Allerdings hat es sich so ergeben, daß die Liste der sechs Filme, welche ich sehen wollte, auf geradezu lächerlich saubere Weise unter die drei Reaktionsmuster gebracht werden kann, und so werde ich die Angelegenheit nun also präsentieren.

Betroffenheit durch die gesellschaftliche Darstellung.
  • Aufgreifen einer Begeisterung, zu sehen in Charade.
  • Nachkommen eines Aufrufs, zu sehen in Never Say Never Again1.
Bedrängtheit durch die gesellschaftliche Darstellung.
  • Einfügung in eine Gesellschaft, zu sehen in The Whole Nine Yards.
  • Gesichtswahrung in einer Gesellschaft, zu sehen in Fletch.
Beholfenheit durch die gesellschaftliche Darstellung.
  • Einsetzung als eine Autorität, zu sehen in Ghostbusters II.
  • Anerkennung einer Autorität, zu sehen in 1941.
Die übrigen Fälle sind alle recht transparent, aber zu 1 muß ich etwas mehr sagen. Der Grundgedanke des Films ist, daß der Demokratie von Zeit zu Zeit der Hintern versohlt werden muß, damit sie, wie wenn eine wertvolle Statue ihr in die Arme gelegt wird, sich darauf besinnt, ihrer Verpflichtung zur Erhaltung der von ihr geschätzten Darstellung nachzukommen. Domino Petachi's plötzliche Gemahnung an ihre Pflicht ihrem Bruder gegenüber ist das menschliche Kernstück des Films.

Betroffenheit also durch Besitz und Verlust, Bedrängtheit durch Erwerb und Erhaltung und Beholfenheit durch den Empfang eines Amtes oder den eines Amtsträgers. Wie gesagt, geradezu lächerlich sauber.

Mir persönlich sind diese passiven Abhängigkeiten fremd, ich halte grundsätzlich nichts vom annehmlichen Geist, aber das war natürlich nicht immer so. Man wird in diese Welt geboren und gerät in diese Abhängigkeiten. Man versucht zurechtzukommen, aber dabei bemerkt man auch schon, daß der eigene Weg ein andrer ist, nicht passiv, sondern aktiv.

Es ist aber doch bemerkenswert, wie oft Filme die Prägbarkeit der Passiven aufgegriffen haben. Es ist ja fast so etwas wie eine Art Verspottung, wenn man bedenkt, welche Rolle Filme für die gesellschaftliche Darstellung spielen. Andererseits wird ein passiver Kinobesucher die Eindrücke eines passiven Leindwandhelden jedenfalls nachvollziehen können. Und jedes solche Nachvollziehen birgt Bedeutung. Innerhalb der dabei verfolgten Formen der Abhängigkeit. Geschichten von Abhängigen für Abhängige.

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Synchronising the Platonian sequence of forms of ruling with the cycles of the I Ching

I'm writing this post, because I have to. In the case of the Indo-European cycle I'm relying on European history from 1200 A.D. onward (in the most abstracted way). But in the case of the Semitic and the Tibeto-Japanese cycle I'll allow myself to guess. The major goal here is to show that the Platonian sequence and the cycles of the I Ching are separate, but combinable things.

The Indo-European cycle.
  • aristocracy: rule of care (mountain),
  • timocracy: rule of ruthlessness (fire),
  • oligarchy: rule of heed (the abysmal),
  • democracy: rule of opportunity / unreason (lake),
  • tyranny: too brief to matter.
The Tibeto-Japanese cycle.
  • aristocracy: too brief to matter.
  • timocracy: rule of ruthlessness (fire),
  • oligarchy: rule of heed (the abysmal),
  • democracy: rule of measuredness (wind),
  • tyranny: rule of Lust [German] (thunder).
The Semitic cycle.
  • aristocracy: rule of care (mountain),
  • timocracy: rule of measuredness (wind),
  • oligarchy: rule of Lust (thunder),
  • democracy: too brief to matter,
  • tyranny: rule of opportunity (lake).
The definitions of the Platonian forms of ruling are given in the previous post. There might be some objections on whether they coincide with Plato's meaning in the case of timocracy and tyranny. Arguably my definitions of these are more benign.

The only statement made in the above that I'd like to highlight is that the Semitic king (i.e. the ruler of Lust) earns his recognition through cleverness (as is the rule for oligarchy), whereas the Tibeto-Japanese king earns it through power (as is the rule for tyranny). The former, although looked up to, has to play the game better than the rest and hence rely on allies (oligarchy), whereas the latter can count on voluntary subordination (tyranny).

It is true that I've used the term tyrant in a different sense before, more along the lines of a Semitic king as described here, but I was only concerning myself with the question of what makes a successful tyrant then, without allowing for regal recognition. But it might be better from a systemic point of view not to use that as the distinction, but to place the tyrant within the Platonic scheme and the king within the scheme of the I Ching.

As for the latter: The ruler of Lust channels the desires of his subjects, gives everybody a share in his regal fate. No fate is independent of his, and his ambition is the horizon under which his subjects live. His subjects might out of regard voluntarily subordinate themselves, but they may also not, the former choice making a tyrant. And vice versa there might be voluntary subordination, but no sense for the expression of the common will in the tyrant, let's say, when he's simply a hardened warrior or robber.

The right name for this tyrant who is no king is probably duke.

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7. Oktober 2019

Zu den platonischen Herrschaftsformen

Mir ist auf meinem heutigen Spaziergang die politische Bewandtnis der Weltverhältnisse und Auftrittsformen der Seele aufgegangen, nämlich daß sie die platonischen Herrschaftsformen, also Aristokratie, Timokratie, Oligarchie, Demokratie und Tyrannei, dialektisch (im platonischen Sinne) herleiten.

Zunächst fragen wir danach, ob eine Herrschaft auf einer Verbindung mit der Welt beruht oder nicht. Beruht sie auf einer Verbindung, so fragen wir danach, ob die Verbindung allgemein ist oder speziell. Beruht sie auf keiner Verbindung, so fragen wir danach, welchen Seelenteil die Herrschaft also darstellt. Und damit haben wir die folgenden fünf Fälle:
  • Aristokratie: allgemeine Verbundenheit, Einfindung und Segnung,
  • Timokratie: spezielle Verbundenheit, Zurechtfindung und Gestaltung,
  • Oligarchie: Darstellung der Vernunft,
  • Demokratie: Darstellung der Abgestimmtheit,
  • Tyrannei: Darstellung der Macht.
Die Sache mit der Darstellung möchte ich im weiteren genauer betrachten. Zunächst einmal beruht jede Darstellung auf der Vorstellung dessen, was darzustellen ist. Diese bildet das Gesetz der Gesellschaft. Genauer gesagt informiert sie die folgenden Umgangsformen:
  • Oligarchie: Anfechtung,
  • Demokratie: Akzeptanz,
  • Tyrannei: Unterordnung.
In der Tyrannei ordnen sich die Bürger also denjenigen unter, welche die Macht vorstellungsgemäß darstellen, und diese Pyramide läuft in einer Spitze zu, in der Demokratie akzeptieren sie diejenigen, welche die Abgestimmtheit vorstellungs- (oder sitten-)gemäß darstellen, und das umfäßt das Volk, und in der Oligarchie fechten die Bürger nach Kräften diejenigen an, welche die Vernunft vorstellungsgemäß darstellen, wodurch es zu einer Selektion der Vernünftigsten kommt.

Letzteres ist insbesondere dann der Fall, wenn es unter bestimmten Umständen möglich ist, ungestraft Gewalt anzuwenden, also wie bei den europäischen Adelshäusern anno dazumal oder bei den Mafiafamilien heute. Das Ergebnis ist stets eine Oligarchie mit feudalen Zügen.

Anfechtung, Akzeptanz und Unterordnung sind Vernunft, Abgestimmtheit, beziehungsweise Macht inhärent, letztere ohne erstere gar nicht denkbar. Und aus diesen sie hervorbringenden Umgangsformen ergibt sich die quantitative Form der in ihrer Darstellung bestehenden Herrschaft.

Die die Umgangsformen informierende Vorstellung wird dabei von den Oligarchen, Demokraten oder Tyrannen nicht angetastet. Sie ist ein Erbteil, dessen Abänderung die Grundlage der politischen Macht zerstörte, was den gegenwärtigen Machthabern nicht recht sein kann. Allerdings ist insbesondere die Tyrannei anfällig dafür, daß sich die Untertanen für eine andere Vorstellung begeistern. In der Demokratie ist dies ganz unmöglich, je reicher und bürgerlicher, desto gesitteter, und in der Oligarchie vielfältig erschwert, so daß sich der unter den vorherigen Herrschaftsformen erarbeitete Vorstellungskatalog stufenweise bis in die Tyrannei fortsetzt: die Oligarchen formen noch die Sitten, die Demokraten noch die Vorstellung der Macht.

Darin sind viele Rahmenbedingungen enthalten, welche der weiteren Geschichte des Abendlandes ein deutlicheres Antlitz geben:
  • Sekunde zu Terz erfolgt unter konstanter Anfechtung als Darstellungsbruch der Abgestimmtheit durch Unterordnung,
  • Terz zu Terz erfolgt als Darstellungsbruch der Vernunft und Macht durch Akzeptanz, Zurechtfindung und Gestaltung,
  • Auflösung der Terz erfolgt als Darstellungsbruch der Abgestimmtheit durch die Verallgemeinerung der Zurechtfindung und Gestaltung zu Einfindung, beziehungsweise Segnung.
Das ergibt durchaus Sinn. Der Punkt, an welchem ein neues Zutrauen unter den Menschen entsteht, sollte derselbe sein, an welchem die Menschen eine neue Verbindung mit der Welt aufbauen, vergleiche auch den vorigen Beitrag. Haben sie dann aus diesem Zutrauen heraus ihre Lage hinreichend stabilisiert, so können sie sich der Zukunft widmen.

Freilich, Darstellungsbrüche sind stets mit Teufelsaustreibungen verbunden, und viel Unheil wird zu Tage treten.

Post Scriptum vom 15. Oktober 2019. Die Bedeutung gemeinschaftsstiftender Erzählungen für darstellende Herrschaftsformen ist zwar größer, aber auch die Aristokratie und Timokratie müssen sich ihrer in untergeordneten Funktionen bedienen.

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5. Oktober 2019

Das Paradox der Freiheit

Das Paradox der Freiheit lautet:
Der freie Mensch ist gebunden und der gebundene Mensch frei.
Wir werden das nach dem folgenden genau verstehen. Der Schlüssel zu ihm liegt in der Frage nach dem Ursprung des Guten:
  • Entspringt das Gute der Wahrnehmung oder
  • dem Willen oder
  • der Tat?
Je nachdem, wie wir das beantworten, kommen wir zu unterschiedlichen Ansichten darüber, was wir sind und worin unsere Aufgabe besteht, nämlich
  • wenn es der Wahrnehmung entspringt, so sind wir zur Mitteilung berufene Ansammlungen,
  • entspringt es dem Willen, so sind wir zur Unterstützung berufene Keime und
  • entspringt es der Tat, so sind wir zur Darstellung berufene Eigengeschöpfe.
Wie ich im Beitrag Aktions- und Reaktionsmuster ausführte, versucht der Mensch von der Wahrnehmung zum Wollen, vom Wollen zur Tat und von der Tat zur Wahrnehmung zu gehen. Und die entscheidende Frage hier ist, ob der Wille in der betrachteten Wegstrecke der Tat vorangeht oder nicht. Letzteres ist nur in der Abfolge Tat, Wahrnehmung, Wille der Fall, dem Studieren. Beim Empfangen (Wahrnehmung, Wille, Tat) und beim Verfolgen (Wille, Tat, Wahrnehmung) ist ersteres der Fall, wobei wir die Wegstrecke mit dem Ursprung des Guten beginnen lassen. Ist ersteres der Fall, so erfüllt das Gute unseren Willen, bevor es unser Tun erfüllt, sonst aber nicht: vielmehr studieren wir den Wert der Darstellung des von uns gewählten Guten. Und das Problem damit ist, daß wir auf diese Weise zu Konkurrenten werden, welche jeweils ihre Darstellung vorherrschen sehen wollen, wie ich es in den Beiträgen Die Dämonen der Mißgunst und Die Auftrittsformen der Seelenteile dargelegt habe.

Wer sagt, das Gute verzaubere uns, erzieht uns zu Brüdern. Wer sagt, das Gute sei uns in unser Herz gelegt, erzieht uns zu Mitstreitern. Wer aber sagt, das Gute entstehe aus unserer Entscheidung für es, der erzieht uns zu Konkurrenten.

Die Konkurrenten aber sind durch Mißgunst gebunden, wiewohl in der Erzeugung des Guten frei, wohingegen Brüder und Mitstreiter an das Gute gebunden sind, dafür aber von den Dämonen der Mißgunst frei.

Der Teufel wird einwenden, daß die Mitstreiter doch Parteien bilden werden, welche sich bekriegen, doch so ist die Natur des Guten nicht, daß es die Herzen gegen einander füllt. Vielmehr füllt es die Herzen der Menschen neben einander.

Und um den Gegensatz in der Freiheit, um welchen es hier geht, noch deutlicher zu machen, seien diese beiden Zyklen betrachtet, nämlich der provinzielle Versauerungszyklus und der koloniale Verjüngungszyklus.

Provinzieller Versauerungszyklus.

Die Provinz ist zur Darstellung der Staatsdoktrin verdonnert, auf deren Gestaltung sie keinen Einfluß hat.

Auf diese Weise ergibt sich der folgende Teufelskreis:
  • Vorhersehbarkeit der Ideen,
  • Desinteresse,
  • Rückzug der Öffentlichkeit aus der Debatte,
  • Stärkung der Unangefochtenheit der Staatsdoktrin,
welcher eben den provinziellen Versauerungszyklus bildet. Richard Wagner war in dieser Hinsicht sehr feinfühlig und hat gegen Ende seines Lebens ganz richtig prophezeit, was Deutschland diesbezüglich zu erwarten hatte.

Allerdings war dem einfachen preußischen Beamten gar nicht klar, daß seine Oberen sich als Eigengeschöpfe betrachteten. Er selbst sah sich als Mitstreiter. Doch die Politik den anderen deutschen Teilstaaten gegenüber wurde selbstverständlich durch die Philosophie der Oberen bestimmt.

Kolonialer Verjüngungszyklus.

Kolonien wurden selbstverständlich nur zur Unterstützung gegründet, doch was im Rahmen der Christianisierung für die Mitteilung unternommen wurde, unterscheidet sich nicht wesentlich.

Der koloniale Verjüngunszyklus ist also folgender:
  • neue Verantwortungsbereiche,
  • neue Ideen,
  • Interesse,
  • Einbringung der Öffentlichkeit in die Debatte,
  • neue Institutionen.
Das Überlassen der Verantwortung, welche die Freiheit ausmacht, ist der Grund für das Wachstum, und zugleich die Folge dessen, daß die eigenen moralischen Ansichten nicht als das eigene freie Werk angesehen werden, sondern als Gegenstand gemeinsamer Gebundenheit. So sehr diejenigen, welche Moral für menschengemacht halten, die Sache auch simulieren wollten, es steht ihnen doch die eigene Überzeugung, daß ihre Moral durch dominante Darstellung erzeugt werden muß, im Wege. Sie selbst sind gebunden und ihre Untertanen binden sie auch, wenn sie ihnen auch eine Spielwiese und etwas Auslauf lassen, nachdem sie hinreichend sicher konditioniert wurden.

So schwer fällt es nicht, eine solche Täuschung zu erkennen. Das Paradox der Freiheit gilt, gleich wie wenig es manchen behagt.

Post Scriptum vom 15. Oktober 2019.  Die hier beschriebene Erziehung zu Brüdern, Mitstreitern und Konkurrenten gilt für die allgemein menschlichen Ebene, sie kann durch gemeinschaftsstiftende Erzählungen kulturintern überlagert werden.

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4. Oktober 2019

Die Auftrittsformen der Seelenteile

Indem wir unsere Betonung eines Seelenteils offen zur Schau stellen, lassen wir denselben auftreten. Dabei gibt es jeweils zwei Weisen, ihn zu betonen, nämlich einmal als eigene Stärke und das andere als fremde Schwäche, also einmal achtend und das andere verachtend. Der achtenden Weise begegnet die Umwelt mit Anschlußbereitschaft, der verachtenden mit Kampfeswillen.

Allerdings ist die Unterscheidung zwischen achtender und verachtender Betonung keine sich gegenseitig ausschließende, und so kommt es auch zu gemischten Begegnungen.

Betrachten wir die Seelenteile im einzelnen.

Die Sorge tritt achtend als Vernunft auf und verachtend als Täuschung. Der Anschluß an die Vernunft ist das Studium und der Kampf gegen die Täuschung die Aufklärung.

Die Achtung tritt achtend als Abgestimmtheit auf und verachtend als Überrumpelung. Der Anschluß an die Abgestimmtheit ist die Anpassung und der Kampf gegen die Überrumpelung das Einhaltgebieten.

Die Lust tritt achtend als Macht auf und verachtend als Zwang. Der Anschluß an die Macht ist die Andienung und der Kampf gegen den Zwang der Widerstand.

Ein paar Bemerkungen. Die so genannte Aufklärung kämpft genauso wenig gegen Täuschung wie die so genannte Resistance (gegen Trump) bisher gegen Zwang kämpft. Indes haben die Vereinigten Staaten in ihrer Außenpolitik traditionell die Lust auftreten lassen, sowohl wirtschaftlich, als auch militärisch. Unter Obama allerdings trat militärisch die Sorge auf, und zwar als Täuschung, und dieser Auftritt hat zu einer wahrhaftigen Aufklärung geführt. Zur besseren Einordnung möchte ich noch drei Filme angeben, in welchen die drei Seelenteile sowohl achtend als auch verachtend auftreten, nämlich
  • die Sorge in Charley Varrick,
  • die Achtung in The Italian Job und
  • die Lust in Escape from New York,
die Welt im ersten Film wird von Vernünftigen getragen, im zweiten von Abgestimmten und im dritten von Mächtigen, welche dabei auch zu Täuschung, beziehungsweise Überrumpelung oder Zwang greifen.

Post Scriptum vom folgenden Tag. Im Beitrag Die Dämonen der Mißgunst habe ich die Formen der Feindschaft zwischen verschiedenen Darstellern behandelt und hier die Weisen, in welchen Darsteller einander erscheinen. Zusammen bilden die beiden Beiträge Taktik und Psychologie der Konkurrenz ab.

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3. Oktober 2019

Zum Glaubenszykel: Kritische Sammlung, konservativer Aufbruch

Es gibt Zeiten der Sammlung, wann alles zur Debatte steht, und Zeiten des Aufbruchs, wann alles herrlich austritt.

Wer den Schub in seinem Rücken spürt, den hält, was er von Herzen versteht, auf der gerechten Bahn.

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1. Oktober 2019

Some literary background

   Nous causâmes aussi de l'univers, de sa création et de sa future destruction; de la grande idée du siècle, c'est-à-dire du progrès et de la perfectibilité, et, en général, de toutes les formes de l'infatuation humaine. Sur ce sujet-là, Son Altesse ne tarissait pas en plaisanteries légères et irréfutables, et elle s'exprimait avec une suavité de diction et une tranquillité dans la drôlerie que je n'ai trouvées dans aucun des plus célèbres causeurs de l'humanité. Elle m'expliqua l'absurdité des différentes philosophies qui avaient jusqu'à présent pris possession du cerveau humain, et daigna même me faire confidence de quelques principes fondamentaux dont il ne me convient pas de partager les bénéfices et la propriété avec qui que ce soit. Elle ne se plaignit en aucune façon de la mauvaise réputation dont elle jouit dans toutes les parties du monde, m'assura qu'elle était, elle-même, la personne la: plus intéressée à la destruction de la superstition,: et m'avoua qu'elle n'avait eu peur, relativement à son propre pouvoir, qu'une seule fois, c'était le jour où elle avait entendu un prédicateur, plus subtil que ses confrères, s ‘écrier en chaire: « Mes chers frères, n'oubliez jamais, quand vous entendrez vanter le progrès des lumières, que la plus belle des ruses du diable est de vous persuader qu'il n'existe pas ! »
   Le souvenir de ce célèbre orateur nous conduisit naturellement vers le sujet des académies, et mon étrange convive m'affirma qu'il ne dédaignait pas, en beaucoup de cas, d'inspirer la plume, la parole et la conscience des pédagogues; et qu'il assistait presque toujours en personne, quoique invisible, à toutes les séances académiques.


- Charles Baudelaire: Le Joueur généreux
I'll let it stand like this. Not to get anything wrong, you may copy it into translate.google.com. Dostoevsky was obviously impressed by this. So here's his take, this time translated.
   “That is an artful and traitorous idea. A smart notion,” vociferated the clerk, “thrown out as an apple of discord. But it is just. You are a scoffer, a man of the world, a cavalry officer, and, though not without brains, you do not realize how profound is your thought, nor how true. Yes, the laws of self-preservation and of self-destruction are equally powerful in this world. The devil will hold his empire over humanity until a limit of time which is still unknown. You laugh? You do not believe in the devil? Scepticism as to the devil is a French idea, and it is also a frivolous idea. Do you know who the devil is? Do you know his name? Although you don’t know his name you make a mockery of his form, following the example of Voltaire. You sneer at his hoofs, at his tail, at his horns — all of them the produce of your imagination! In reality the devil is a great and terrible spirit, with neither hoofs, nor tail, nor horns; it is you who have endowed him with these attributes! But . . . he is not the question just now!”
   “How do you know he is not the question now?” cried Hippolyte, laughing hysterically.
   “Another excellent idea, and worth considering!” replied Lebedeff. “But, again, that is not the question. The question at this moment is whether we have not weakened ‘the springs of life’ by the extension . . . ”
   “Of railways?” put in Colia eagerly.
   “Not railways, properly speaking, presumptuous youth, but the general tendency of which railways may be considered as the outward expression and symbol. We hurry and push and hustle, for the good of humanity! ‘The world is becoming too noisy, too commercial!’ groans some solitary thinker. ‘Undoubtedly it is, but the noise of waggons bearing bread to starving humanity is of more value than tranquillity of soul,’ replies another triumphantly, and passes on with an air of pride. As for me, I don’t believe in these waggons bringing bread to humanity. For, founded on no moral principle, these may well, even in the act of carrying bread to humanity, coldly exclude a considerable portion of humanity from enjoying it; that has been seen more than once.
   “What, these waggons may coldly exclude?” repeated someone.
   “That has been seen already,” continued Lebedeff, not deigning to notice the interruption. “Malthus was a friend of humanity, but, with ill-founded moral principles, the friend of humanity is the devourer of humanity, without mentioning his pride; for, touch the vanity of one of these numberless philanthropists, and to avenge his self-esteem, he will be ready at once to set fire to the whole globe; and to tell the truth, we are all more or less like that. I, perhaps, might be the first to set a light to the fuel, and then run away. But, again, I must repeat, that is not the question.”

- Fyodor Mikhailovich Dostoevsky: The Idiot
Evidently Baudelaire and Dostoevsky are saying the same thing, namely that a scientific administration that is deciding the fates of people by adjusting numbers is very much in danger to succumb to petty motives behind its clean desks and do distant harm by decree. So much for the meaning of:
The greatest trick the Devil ever pulled was convincing the world he didn't exist.
In other words: Baudelaire and Dostoevsky foresaw the rising trajectory of callousness at its lift-off in the 19th century.

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